Die Stunde der Experten.
Viele fühlen sich derzeit berufen, über den Heiligen Vater und sein Verhältnis zur Piusbruderschaft zu schreiben - aber nur wenige sind auserwählt.
Nachdem Volker Beck bereits angesichts der jüngsten Entwicklungen die deutschen Bischöfe zum Protest aufgerufen hat - ja, da freue ich mich schon drauf, auf protestierende Oberhirten: Vielleicht als episkopaler Flashmob, der den Kölner Dom umarmt oder so ähnlich - ich weiß nicht genau, wie sich Herr Beck das so vorstellt in einer hierarchisch verfassten Kirche, aber interessant ist die Vorstellung allemal.
Gut, dann war hier noch Thomas Assheuer in "Die Zeit" mit u.a. einer der prachtvollsten Formulierungen bislang zur Umschreibung von "doktrineller Präambel", nämlich hier:
>>Bislang hatte sich die Bruderschaft standhaft geweigert, eine päpstliche »Präambel« zu unterzeichnen. Doch zu seinem 85. Geburtstag schrieb sie Benedikt einen artigen Brief, und nun, heißt es aus Rom, sei die Aussöhnung zum Greifen nah.<<
Nun, so artig kann der Brief auch wieder nicht gewesen sein, weil man sich nämlich leichte Modifikationen vorbehalten hatte, aber das ist ja auch nur was für Insider. Dabei wären genau diese Modifikationen, die sich meines Erachtens nach auf einen möglichen kanonischen Status beziehen könnten, von Interesse.
Assheuer kommt immerhin ohne episkopale Flashmobs aus, aber sein Fazit nicht ohne pastös aufgetragene Melodramatik:
>>Gewiss verspürt der Papst keinerlei Herzensverwandtschaft zu dieser reaktionären Clique. Er handelt vielmehr aus strategischem Kalkül, und dieses heißt: Abschied von der heillosen Welt. Weil der Kirche die gesellschaftliche Öffnung angeblich bloß geschadet hat, organisiert Benedikt den Auszug aus der »Wüste« der Moderne – und dabei dürfen die Piusbrüder nicht fehlen. Wenn es dazu kommt, hätte der Papst die restaurative Wende der katholischen Kirche traurig vollendet. Auf dem Fels Petri predigt sie dann nur noch für sich selbst.<<
Nicht alles, was gut klingt, entspricht auch den Tatsachen. Das ist eine Erfahrung, die ich selbst hin und wieder beim Schreiben mache. Zunächst mal ist der Papst der Oberhirte der Katholiken, und deshalb ist von völlig ungeordneter Rolle, zu wem genau er nun Herzensverwandtschaft verspürt oder auch nicht. Es handelt sich bei den nun schon seit einem Jahr andauernden aktuellen Verhandlungen auch nicht um strategisches Kalkül, sondern um den Versuch, eine schismatische bzw. schismatisierende Gemeinschaft wieder heim in den Schoß der heiligen Mutter Kirche zu holen. Dies ist mitnichten ein programmatisches Zeichen für einen "Abschied von der heillosen Welt". So etwas kann nur jemand schreiben, der die Papstreden - wie jüngst in Mexiko oder Kuba, aber auch die bahnbrechenden Reden während des Deutschlandsbesuchs - entweder nicht gelesen oder nicht verstanden hat. Und schließlich, auch wenn des dem Feuilleton der deutschen "Zeit" nicht gefällt - der Papst predigt für etwas über eine Milliarde Katholiken weltweit - und er hat seit seiner Wahl 2005 unendlich viele Herzen erreicht, die vorher unentschlossen, lau, skeptisch oder vom Gotteszweifel befallen waren. Demgegenüber handelt es sich bei der FSSPX um eine - weltkirchlich betrachtet - marginale Erscheinung. Ob nun drin oder draußen.
Ich frage mich wirklich, wann endlich mal Schluss ist mit dieser bornierten Selbstherrlichkeit in den deutschen Mainstreammedien zum Wirken und zur immensen Ausstrahlung, die der derzeitige Papst in alle gesellschaftliche Bereiche hinein - und dazu auf internationaler Ebene - innehat.
Nachdem Volker Beck bereits angesichts der jüngsten Entwicklungen die deutschen Bischöfe zum Protest aufgerufen hat - ja, da freue ich mich schon drauf, auf protestierende Oberhirten: Vielleicht als episkopaler Flashmob, der den Kölner Dom umarmt oder so ähnlich - ich weiß nicht genau, wie sich Herr Beck das so vorstellt in einer hierarchisch verfassten Kirche, aber interessant ist die Vorstellung allemal.
Gut, dann war hier noch Thomas Assheuer in "Die Zeit" mit u.a. einer der prachtvollsten Formulierungen bislang zur Umschreibung von "doktrineller Präambel", nämlich hier:
>>Bislang hatte sich die Bruderschaft standhaft geweigert, eine päpstliche »Präambel« zu unterzeichnen. Doch zu seinem 85. Geburtstag schrieb sie Benedikt einen artigen Brief, und nun, heißt es aus Rom, sei die Aussöhnung zum Greifen nah.<<
Nun, so artig kann der Brief auch wieder nicht gewesen sein, weil man sich nämlich leichte Modifikationen vorbehalten hatte, aber das ist ja auch nur was für Insider. Dabei wären genau diese Modifikationen, die sich meines Erachtens nach auf einen möglichen kanonischen Status beziehen könnten, von Interesse.
Assheuer kommt immerhin ohne episkopale Flashmobs aus, aber sein Fazit nicht ohne pastös aufgetragene Melodramatik:
>>Gewiss verspürt der Papst keinerlei Herzensverwandtschaft zu dieser reaktionären Clique. Er handelt vielmehr aus strategischem Kalkül, und dieses heißt: Abschied von der heillosen Welt. Weil der Kirche die gesellschaftliche Öffnung angeblich bloß geschadet hat, organisiert Benedikt den Auszug aus der »Wüste« der Moderne – und dabei dürfen die Piusbrüder nicht fehlen. Wenn es dazu kommt, hätte der Papst die restaurative Wende der katholischen Kirche traurig vollendet. Auf dem Fels Petri predigt sie dann nur noch für sich selbst.<<
Nicht alles, was gut klingt, entspricht auch den Tatsachen. Das ist eine Erfahrung, die ich selbst hin und wieder beim Schreiben mache. Zunächst mal ist der Papst der Oberhirte der Katholiken, und deshalb ist von völlig ungeordneter Rolle, zu wem genau er nun Herzensverwandtschaft verspürt oder auch nicht. Es handelt sich bei den nun schon seit einem Jahr andauernden aktuellen Verhandlungen auch nicht um strategisches Kalkül, sondern um den Versuch, eine schismatische bzw. schismatisierende Gemeinschaft wieder heim in den Schoß der heiligen Mutter Kirche zu holen. Dies ist mitnichten ein programmatisches Zeichen für einen "Abschied von der heillosen Welt". So etwas kann nur jemand schreiben, der die Papstreden - wie jüngst in Mexiko oder Kuba, aber auch die bahnbrechenden Reden während des Deutschlandsbesuchs - entweder nicht gelesen oder nicht verstanden hat. Und schließlich, auch wenn des dem Feuilleton der deutschen "Zeit" nicht gefällt - der Papst predigt für etwas über eine Milliarde Katholiken weltweit - und er hat seit seiner Wahl 2005 unendlich viele Herzen erreicht, die vorher unentschlossen, lau, skeptisch oder vom Gotteszweifel befallen waren. Demgegenüber handelt es sich bei der FSSPX um eine - weltkirchlich betrachtet - marginale Erscheinung. Ob nun drin oder draußen.
Ich frage mich wirklich, wann endlich mal Schluss ist mit dieser bornierten Selbstherrlichkeit in den deutschen Mainstreammedien zum Wirken und zur immensen Ausstrahlung, die der derzeitige Papst in alle gesellschaftliche Bereiche hinein - und dazu auf internationaler Ebene - innehat.
ElsaLaska - 20. Apr, 14:35
diese Nabelschau
Irgendwie bewegt es sich immer mehr in Richtung:
erst ich/wir, dann lange nichts, dann ein paar Christen in vorzugsweise Drittweltländern, die man mit sozialen Projekten unterstützen kann, dann wieder ganz lange nichts, dann vielleicht noch der Bischof und ganz etvl. vielleicht der Papst.
(wobei hier natürlich nichts schlechtes gegen soziales Engagement gesagt werden soll!)
wird das irgendwann besser werden, oder muss ich doch eine (innere) Emigration in Betracht ziehen? *seufz*