Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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Best of Benedict XVI

Dienstag, 9. April 2013

Aus der Rede Benedikts XVI. vor dem Plenum der Vereinten Nationen

am 18. April 2008:

>>»Jeder Staat hat die vorrangige Pflicht, seine eigene Bevölkerung vor schweren und wiederholten Verletzungen der Menschenrechte zu schützen, wie auch vor den Folgen humanitärer Krisen, die sowohl von der Natur als auch vom Menschen verursacht werden. Wenn sich herausstellt, dass die Staaten nicht in der Lage sind, einen solchen Schutz zu garantieren, steht es der internationalen Gemeinschaft zu, mit den von der Charta der Vereinten Nationen (…) vorgesehenen rechtlichen Mitteln einzugreifen.«

Das Mantra von den inneren Angelegenheiten lehnte Benedikt ab. Wo die Menschenrechte dauerhaft
missachtet werden, darf die Staatengemeinschaft intervenieren.
Radikalpazifismus ist das nicht.<<

Im Ganzen entnommen aus Alexanders Kisslers: Papst im Widerspruch. Pattloch-Verlag.

Samstag, 2. März 2013

Die letzte Generalaudienz vom 27. Februar 2013

Die für mich wertvollsten und schönsten Stellen:

>>Ich spüre, daß ich alle im Gebet trage, in eine Gegenwart, welche die Gegenwart Gottes ist, in die ich jede Begegnung, jede Reise, jeden Pastoralbesuch hineinnehme. Alles und alle nehme ich in das Gebet hinein, um sie dem Herrn anzuvertrauen, damit wir seinen Willen ganz erkennen, in aller Weisheit und Einsicht, die der Geist schenkt, und damit wir ein Leben führen können, das des Herrn und seiner Liebe würdig ist, und Frucht bringen in jeder Art von guten Werken (vgl. Kol 1,9-10).

In diesem Augenblick herrscht in mir eine große Zuversicht, denn ich weiß – wir alle wissen –, daß das Wort der Wahrheit des Evangeliums die Kraft der Kirche, ihr Leben ist. Das Evangelium läutert und erneuert, es bringt Frucht, wo immer die Gemeinschaft der Gläubigen es hört und die Gnade Gottes in der Wahrheit und in der Liebe aufnimmt. Das ist meine Zuversicht, das ist meine Freude.

Als ich am 19. April vor fast acht Jahren eingewilligt habe, den Petrusdienst zu übernehmen, hatte ich die feste Gewißheit, die mich immer begleitet hat: diese Gewißheit, daß die Kirche lebt und zwar aus dem Wort Gottes. Wie ich schon mehrmals erzählt habe, vernahm ich in meinem Innern diese Worte: „Herr, warum verlangst du das von mir, und was verlangst du von mir? Es ist eine große Last, die du mir auf die Schultern legst, aber wenn du es von mir verlangst, werde ich auf dein Wort hin die Netze auswerfen, in der Gewißheit, daß du mich leiten wirst, auch mit all meinen Schwächen.“ Und acht Jahre danach kann ich sagen, daß der Herr mich wirklich geführt hat, er ist mir nahe gewesen, täglich habe ich seine Gegenwart wahrnehmen können. Es war eine Wegstrecke der Kirche, die Momente der Freude und des Lichtes kannte, aber auch Momente, die nicht leicht waren; ich habe mich gefühlt wie Petrus mit den Aposteln im Boot auf dem See Gennesaret: Der Herr hat uns viele Sonnentage mit leichter Brise geschenkt, Tage, an denen der Fischfang reichlich war, und es gab Momente, in denen das Wasser aufgewühlt war und wir Gegenwind hatten, wie in der ganzen Geschichte der Kirche, und der Herr zu schlafen schien. Aber ich habe immer gewußt, daß in diesem Boot der Herr ist, und ich habe immer gewußt, daß das Boot der Kirche nicht mir, nicht uns gehört, sondern ihm. Und der Herr läßt sie nicht untergehen; er ist es, der sie lenkt, sicherlich auch durch die Menschen, die er erwählt hat, denn so hat er es gewollt. Das war und ist eine Gewißheit, die durch nichts verdunkelt werden kann. Und das ist der Grund, warum mein Herz heute voll Dankbarkeit gegenüber Gott ist, weil er es der ganzen Kirche und auch mir nie an seinem Trost, seinem Licht, seiner Liebe hat fehlen lassen.<<

>>Bei den Pastoralbesuchen, den Begegnungen, den Audienzen, auf den Reisen habe ich immer große Aufmerksamkeit und tiefe Zuneigung gespürt; aber auch ich war unterschiedslos allen und jedem zugeneigt mit jener pastoralen Liebe, die das Herz jedes Hirten ist, vor allem des Bischofs von Rom, des Nachfolgers des Apostels Petrus. Jeden Tag habe ich jeden von euch mit väterlichem Herzen ins Gebet mit hineingenommen.
Ich möchte, daß dann mein Dank alle erreicht: das Herz eines Papstes weitet sich für die ganze Welt.<<

>>Ich gehe nicht vom Kreuz weg, sondern bleibe auf neue Weise beim gekreuzigten Herrn. Ich trage nicht mehr die amtliche Vollmacht für die Leitung der Kirche, aber im Dienst des Gebetes bleibe ich sozusagen im engeren Bereich des heiligen Petrus. Der heilige Benedikt, dessen Name ich als Papst trage, wird mir da ein großes Vorbild sein: Er hat uns den Weg für ein Leben gezeigt, das aktiv oder passiv ganz dem Werk Gottes gehört.

Ich danke allen und jedem auch für den Respekt und das Verständnis, mit dem ihr diese so wichtige Entscheidung aufgenommen habt. In Gebet und Besinnung werde ich den Weg der Kirche weiterhin begleiten, mit jener Hingabe an den Herrn und seine Braut, die ich bis jetzt täglich zu leben versucht habe und die ich immer leben möchte. Ich bitte euch, vor Gott meiner zu gedenken und vor allem für die Kardinäle zu beten, die zu einer so bedeutenden Aufgabe gerufen sind, und für den neuen Nachfolger des Apostels Petrus: Der Herr begleite ihn mit dem Licht und der Kraft seines Geistes.

Erbitten wir die mütterliche Fürsprache der Jungfrau Maria, der Mutter Gottes und der Kirche, daß sie jeden von uns und die ganze kirchliche Gemeinschaft begleite; ihr vertrauen wir uns an, in tiefer Zuversicht.

Liebe Freunde! Gott leitet seine Kirche, er stützt sie immer, auch und vor allem in den schwierigen Momenten. Verlieren wir niemals diese Sicht des Glaubens, die die einzig wahre Sicht des Weges der Kirche und der Welt ist. Möge in unserem Herzen, im Herzen eines jeden von uns immer die frohe Gewißheit herrschen, daß der Herr uns zur Seite steht, uns nicht verläßt, uns nahe ist und uns mit seiner Liebe umfängt. Danke! <<

Ganzer Text der letzten Generalaudienz hier.

Sonntag, 24. Februar 2013

Der letzte Angelus mit Benedikt XVI.

Letzterangelus1

Letzterangelus2

"Du bist nicht allein! Auch ich bin bei Dir!

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Dankesplakate in allen Sprachen der Welt - und ich habe noch ein Transparent entdeckt, aber kein Foto davon: "Tu sei dolce Cristo in terra" - Du bist der süße Christus auf Erden (ein Zitat der hl. Caterina von Siena)

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>>Nachdem der Herr seinen Jüngern sein Sterben und seine Auferstehung angekündigt habe, biete er ihnen eine Vorwegnahme seiner Herrlichkeit. Die Gegenwart von Mose und Elijas – Vertreter des Gesetzes und der Propheten – sei mehr denn je bedeutsam: die gesamte Geschichte des Bundes „ist auf ihn, den Messias, ausgerichtet, der einen neuen ‚Exodus’ vollbringt“. Das Eingreifen Petri repräsentiere den unmöglichen Versuch, diese mystische Erfahrung festzuhalten.

Die Lehre, die sich aus der Betrachtung dieses Evangeliums ergebe, lasse vor allem den Primat des Gebets erkennen, ohne das die Nächstenliebe zum Aktivismus werde. In der Fastenzeit lerne der Christ, dem Gebet die rechte Zeit zu geben. Des weiteren bedeute Beten nicht, sich von der Welt zu isolieren, wie dies Petrus auf dem Berg Tabor tun wollte. Das Gebet „führt auf den Weg zurück, zum Handeln“.

„Liebe Brüder und Schwestern, ich fühle, wie dieses Wort Gottes in diesem besonderen Augenblick meines Lebens an mich ergeht. Der Herr ruft mich, den ‚Berg hinaufzusteigen’, mich noch mehr dem Gebet und der Betrachtung zu widmen. Doch dies bedeutet nicht, die Kirche zu verlassen, im Gegenteil. Wenn Gott dies von mir fordert, so gerade deshalb, damit ich fortfahren kann, ihr zu dienen, mit derselben Hingabe und mit derselben Liebe, mit der ich es bis jetzt getan habe, aber auf eine Weise, die meinem Alter und meinen Kräften angemessener ist.“<<
Ganze Zusammenfassung des Angelus wie immer hier.

Die Fotos kommen via Armin Schwibachs Twitter-Account.

Der vermutlich letzte, vielleicht auch vorletzte Tweet Benedikts:

Benedikt XVI @Pontifex_de
In diesen besonderen Tagen bitte ich euch, für mich und für die Kirche zu beten und wie immer der Vorsehung Gottes zu vertrauen.

Samstag, 23. Februar 2013

Zitat zum Tage

>>Glauben ist nichts anderes als in der Nacht der Welt die Hand Gottes berühren und so – in der Stille – das Wort hören, die Liebe sehen.<<

Aus der Schlussansprache zu den Fastenexerzitien der römischen Kurie 2013 von Benedikt XVI.
Ganzer Text hier.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Audienz für die Kardinäle in der Sala Clementina, 22. April 2005

>>3. Verehrte Brüder, meine ganz persönliche Dankbarkeit gilt euch für das Vertrauen, das ihr in mich gesetzt habt, als ihr mich zum Bischof von Rom und zum Hirten der Gesamtkirche gewählt habt. Es ist ein Akt des Vertrauens, der für mich eine Ermutigung darstellt, dieses neue Amt mit noch tieferer Gelassenheit anzugehen. Denn ich bin überzeugt, außer auf die unverzichtbare Hilfe Gottes auch auf eure großzügige Mitarbeit zählen zu können. Ich bitte euch, laßt es nie an eurer Unterstützung für mich fehlen! Auch wenn mir einerseits die Grenzen meiner Person und meiner Fähigkeiten bewußt sind, weiß ich andererseits nur zu gut um das Wesen des Auftrags, der mir anvertraut wurde und an dessen Erfüllung ich mit innerer Hingabe herangehen will. Hier geht es nicht um Ehren, sondern um einen Dienst, den es mit Einfachheit und Bereitwilligkeit zu leisten gilt, in der Nachfolge unseres Meisters und Herrn, der nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen (vgl. Mt 20,28), und der beim Letzten Abendmahl den Jüngern die Füße gewaschen und ihnen aufgetragen hat, dasselbe zu tun (vgl. Joh 13,13–14). Es bleibt mir und uns allen zusammen daher nichts anderes übrig, als den Willen Gottes von der Vorsehung anzunehmen und unser Bestes zu tun, um ihm zu entsprechen, indem wir uns bei der Erfüllung der jeweiligen Aufgaben im Dienst an der Kirche gegenseitig helfen. <<

Ganze Ansprache hier.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Best of Benedict

Es wird nun unter dieser Rubrik einen losen und unorganisierten Rückblick auf das Pontifikat Benedikt XVI. geben, der keinerlei Anspruch auf Strukturierthei oder Vollständigkeit erheben möchte, sondern worin ich einfach zusammentrage, was mir im Nachhinein noch aufgefallen ist, darunter auch kleinere Ereignisse, die nicht unbedingt so intensiv wahrgenommen wurden zu ihrer Zeit.

Ich schreite chronologisch voran, was allerdings bei einem Blog bedeutet und den Nachteil hat, dass die jüngsten Ereignisse eben obenan stehen, und nicht die ältesten. Dennoch, hier also - wie alles begann.

Der erste Gruß Seiner Heiligkeit Benedikt XVI. am 19. April 2005 beim Urbi et Orbi. Es ist der ausdrückliche Wunsch von Benedikt, dass sein Nachfolger spätestens zu Ostern feststehen wird (und auch soll.) Hierin drückt sich nicht nur der Wunsch nach "Wiederauferstehung" und "österlicher Erneuerung" für die Kirche aus, hierin kann man auch eine Parallele zum Konklave der Osterzeit 2005 erkennen:

>>Liebe Schwestern und Brüder!

Nach einem großen Papst Johannes Paul II. haben die Herrn Kardinäle mich gewählt, einen einfachen und bescheidenen Arbeiter im Weinberg des Herrn.

Mich tröstet die Tatsache, daß der Herr auch mit ungenügenden Werkzeugen zu arbeiten und zu wirken weiß. Vor allem vertraue ich mich euren Gebeten an.

In der Freude des auferstandenen Herrn und im Vertrauen auf seine immerwährende Hilfe gehen wir voran. Der Herr wird uns helfen, und Maria, seine allerseligste Mutter, steht uns zur Seite. Danke.<<

cantare

Ich bin einfach hingerissen,
da ist so viel in diesem Monolog, von dem man oberflächlich...
ElsaLaska - 20. Aug, 19:55
Houellebecq ist ein sehr...
Wobei man jetzt keine Kristallkugel brauchte. Mir imponiert,...
Elsa (Gast) - 12. Aug, 17:50
Hui, das war aber ein...
Hui, das war aber ein wilder Ritt durchs Stadtbild...
NeonWilderness - 11. Aug, 23:45
Privet, fbtde!
Schön, von dir zu hören. Offenbar lebst du also auch...
ElsaLaska - 2. Aug, 10:27
Oha
Du lebst auch noch. Gut zu wissen!
fbtde - 2. Aug, 08:31

attenzione

la bocca

 

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