Hausmitteilungen
Das hab ich von Texteria, den Fachausdruck. Steht irgendwo in den Kommentaren herum. Gestern dachte ich mir noch, auf was für schräge Ideen kommt denn Texteria, bis der Tag lang ist? Heute weiß ich es besser. Ich möchte folgendes unter dem Begriff "kumulierte Gesprächssituation" für die Annalen festhalten. Die kumulierte Gesprächssituation sieht so aus:
Ich trotte jeden Tag mit Rasul an einer Hausecke vorbei. Das Haus ist ochsenblutfarben, der Hof ist mit gepflegten schwarz-weißen, stündlich gekärcherten Batikplatten gefliest. Immer steht eine schwarz gekleidete greise Witwe im Hof, oder sie öffnet das Küchenfenster. Immer biegen wir um die Hausecke, ohne anzuhalten um zu pinkeln. Rasul pinkelt nicht gegen Hausecken, es sei denn, ich befehle es ihm nachdrücklich. Auch ich pinkle nicht gegen Hausecken, selbst wenn man es mir befehlen würde.
DENNOCH! Jeden Tag beim traditionellen Um- die- Ecke-biegen schallt uns die Frage entgegen: "Ist das Ihr Hund, der gegen meine Hausecke pinkelt?". Jeden Tag beantworte ich diese Frage je nach Stimmungslage mal ausgiebiger erläuternd, aber verneinend, hin und wieder auch etwas knapper, aber immer in einen negativen Bescheid resultierend.
Gestern fügte ich meiner sich seit Wochen anmutig dahinflechtenden Argumentationskette noch hinzu, dass Rasul nichts anzupinkeln pflege, weil er doch kastriert sei.
Heute wurde ich darüber informiert, man habe Tag und Nacht über diese Aussage nachdenken müssen, hätte aber ihren Sinngehalt nicht erfasst. Bedeute es vielleicht, dass Rasul überhaupt nicht mehr pinkeln müsse? Das könne man sich jetzt nicht vorstellen, schließlich sei die Hausecke chronisch verpinkelt. Natürlich muss er global gesehen pinkeln, selbst wenn er kastriert ist, hole ich aus. Nicken. Genauso hatte man sich das vorgestellt. Aber wir laufen an Ihrer Hausecke immer zügig vorbei, ohne anzuhalten.
Morgen wird sie, nach dieser doch gewagten Gesprächsvariation, die alte Platte wieder auflegen, sagt mir ein diffuses Gefühl.
ElsaLaska - 5. Jan, 18:17
Man hat nachgefragt - deshalb
Was bedeutet für dich animalisch im Zusammenhang mit Sex?
16.67%
(1 vote)
Wir poppen und er rezitiert Evgenij Onegin im russischen Original.
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Wir tun es und er liest mir währenddessen aus Kafkas Tagebüchern vor.
50%
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Wir liegen im Bett und Testsiegerin serviert uns eine Blutwurst.
33.33%
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Es bedeutet etwas Schmutziges - ich will es erleben und NICHT darüber abstimmen!
Total: 100% (6 votes)
Created by
ElsaLaska on 4. Jan, 23:02.
This poll was closed on 20. Jan, 20:48.
ElsaLaska - 4. Jan, 23:03
ElsaLaska - 4. Jan, 22:17
Hoffnungsfroh hast du die Hürden der Registration genommen und deinen möglichst albernen Nick endlich aktiviert. Glückwunsch! Gleichgesinnte Schreibende jeglicher Couleur haben nur auf dich gewartet. Sie verzehren sich nach deinen Werken, deinen klugen und feinsinnigen Gedanken, kurz gesagt, sie haben ihr Leben noch gar nicht gelebt, bevor sie dich kennenlernen durften.
Um deinen Internetauftritt zu seinem rauschenden Erfolg zu gestalten, befolge gewissenhaft die hier zusammengestellten Tipps.
1. Poste als allererstes Auszüge aus deinen Lieblingswerken. Die anderen kennen sie nicht, können sie gar nicht kennen und sind begierig darauf zu erfahren, wie gebildet und belesen du bist.
2. Arbeite in deinen kritischen Anmerkungen zu den Werken anderer unbedingt mit verschiedenen Farben - natürlich mit einer ausführlichen Anweisung zur Bedeutung des von dir benutzten Farbcodes.
3. Smilies sind da, um deinen Kommentar abwechslungsreicher zu gestalten. Am besten signierst du mit einer lockeren Folge von drei bis vier verschiedenen Smilies, das verschafft einen hohen Wiedererkennungswert.
4. Die anderen haben es mal wieder geschafft: Du bist ernsthaft sauer. Benutze möglichst viele Großbuchstaben, vier- bis fünfmal wiederholte Fragezeichen und Ausrufezeichen, sowie eine Perlenkette von sich abwechselnden Missfallenskundgebungssmilies über mindestens zwei Zeilen. Deine Emotionen sind es unbedingt wert, transportiert zu werden.
5. Kritisiere möglichst die Kritiken anderer. Schließlich haben sie keine Ahnung.
6. Reagiere unbedingt mit Beifall und Jubel, wenn jemand dir seine Betroffenheit kundtut. Unabhängig von der Qualität deines Textes hast du es geschafft, eine Zwillingsseele zu berühren. Das geschieht viel zu selten und du kannst stolz darauf sein.
7. Finde möglichst viele Gegenargumente, wenn jemand deinem Werk ankreidet, dass Fehler in Rechtschreibung und Grammatik gehäuft auftreten. Dein Werk ist dein Kind. Und Liebe heißt, jemanden mit all seinen Fehlern zu akzeptieren.
8. Schreiben soll Spaß machen. Es ist eine außergewöhnliche und äußerst kreative Tätigkeit. Lass dir das auf keinen Fall nehmen. Du hast Spaß am Schreiben, das steht an erster Stelle. Wenn jemand keinen Spaß am Lesen deines Werkes hat, soll er doch wegklicken. Ist ja nicht deine Schuld.
9. Wenn der Inhalt deiner Werke Anstoß gibt, weil er Gewalt verherrlicht, menschenverachtende Inhalte hat, rassistisch oder sexistisch ist, um so besser. Falls dich irgendsoein Blockwart auf die Forenregeln hinweist, dann schrei sofort laut Zensur und Bücherverbrennung. Wer die hochwertigen Werke anderer Schreibenden einfach löscht, der verbrennt ganz sicher auch Bücher. Und ist ein Faschist. Du aber stehst für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde ein. Auch und gerade in der KUNST. Nötigenfalls mit deinem Account.
10. Dein Account wird gelöscht. Melde dich sofort wieder an. Wir leben schließlich in einem freien Land und niemand kann dir verbieten zu schreiben.
11. Dein Account wird schon wieder gelöscht, weil man dir auf die Schliche gekommen ist. Persönliches Pech.
12. Jemand schreibt eine undurchdachte, schlecht recherchierte Satire auf dich. Persönliches Pech.
13. Jemand möchte weder privat noch auf dem Forum etwas mit dir zu tun haben. Akzeptiere das auf keinen Fall. Weise in jedem Thread, den du eröffnest, auf diese Person hin. Erwähne überall ihren Namen. Früher oder später wirst du die Beachtung finden, die du so verzweifelt ersehnst.
14. Jemand schreibt dir eine unverschämte private Nachricht. Veröffentliche sie sofort innerhalb des Forums und schare möglichst viele empörte Anhänger um dich herum.
15. Beklage ständig den Verlust von menschlichen Werten wie Höflichkeit, Liebe, Verständnis und tiefempfundenes Mitgefühl. Fordere Menschlichkeit ein, gerade hier im virtuellen Raum. Verfolge, polemisiere gegen und mache alle verächtlich, die anderer Meinung sind als du. Ihnen mangelt es an den grundlegenden Eigenschaften echter Menschlichkeit.
ElsaLaska - 4. Jan, 19:08
auf der Tastatur, weil ich ein Firmenpräsentationsvideo aus dem Internet habe und relevante Infos daraus verwenden soll. Toll, wenn das Notebook dann keine externen Lautsprecher hat. Alle Schalterchen des internen Systems hochgefahren, und trotzdem übertönt der Lüfter jedesmal entscheidende Stellen, selbst wenn man es schon dreißig Mal hat ablaufen lassen. Und weil alle Schalterchen hochgefahren sind, kriege ich jedesmal einen Herzschlag, wenn eine Mail REINGONGT.
ElsaLaska - 3. Jan, 20:05
als Handlungsanweisung fürs nächste Silvester, die köstliche
Champagnersaufen wie ein Profi-Anleitung von Robert Lücke aus dem nein, nicht Handelsblatt, Elsa, der Financial Times Deutschland online. Iss jetzt was!
ElsaLaska - 2. Jan, 19:35
Ich hab hier den Prospekt eines wirklich exquisiten Hotels vor mir für eine redaktionelle Bearbeitung, mit allen möglichen Menüvorschlägen für Frühling, Sommer, Herbst und Winter und die ganzen Jahreszeiten dazwischen, keiner
u n t e r fünf Gängen und alle mit so schönen Zutaten wie Jakobsmuscheln, Carpaccio vom Steinbutt und Hummer, Holundersorbet etc. und liege jetzt bereits im Hungerkoma.
Ich sterbe.
Ich hab einen derartigen Hunger, dass ich zur Not sogar eine Räuberpfanne von castagir essen würde, wenn er kochen könnte und mich nicht lieber kaltlächelnd verrecken lassen würde.
*hätte Kriegsberichterstatterin werden sollen anstatt Lifestyle-Journalistin*
ElsaLaska - 2. Jan, 19:17
Wilder Kaiser vergibt das eingeschränkte Prädikat "Sehenswert, aber irgendwie dramaturgisch nicht so ganz ausgereift".
Ich hab auch schon bessere Filme gesehen, aber der Held ist dunkelhaarig, also ist es wurscht.
Und Ridley Scott hat glaube ich Frankreich sowie den kompletten Nahen Osten inklusive Mittelmeer irgendwo nachbauen lassen, weder Kosten noch Mühen gescheut, um die Belagerung Jerusalems mit mehr als circa dem Zehnfachen an Personal der Originalschlacht umzusetzen und möglicherweise für das kochende Öl, das sie von den Mauern schütten, eine weltweite Jahresbruttoölförderung verbraten - und ist überhaupt komplett wahnsinnig.
Ich frage mich, was er als nächstes Projekt auf seiner Liste hat. Konsequenterweise könnte er jetzt eigentlich nur noch "Warten auf Godot" verfilmen.
ElsaLaska - 1. Jan, 22:50
ist natürlich meinem Cousin Rudi gewidmet. Ich weiß, das kommt jetzt überraschend.
Wir haben seit Anfang November eine leicht gestörte Beziehung.
Den Grund dafür habe ich dokumentiert. Jedenfalls hatte er dieses Jahr nichts zu Weihnachten für mich. Das gab's noch nie. Er hatte bisher immer was für mich, und wenn es nur eine Kiste Birkenholz für den Kamin in Italien war. (Rudi ist begeisterter Hobby-Holzfäller). Jedenfalls klingelte heute Nacht mein Handy - es war aber nicht Colin, sondern Rudi, der mir ein gutes Neues Jahr wünschte. Wie immer um Mitternacht an Silvester befand er sich mitten auf der Autobahn. Sein Hund ist sehr sensibel und verträgt die Knallerei nicht. Deshalb fährt Rudi immer von 24 Uhr bis Ein Uhr wahrscheinlich als einziger Einwohner Deutschlands auf der Autobahn hin und her, in Schneesturm oder auf Blitzeis, das ist ihm egal.
Ich habe ihn spontan eingeladen, mal wieder auf ein Bierchen vorbei zu kommen. Und was soll ich sagen, er hat zugesagt.
Hätte ich mir einen besseren Jahresanfang ausdenken können?
Ich glaube nicht.
ElsaLaska - 1. Jan, 19:32
ElsaLaska - 30. Dez, 23:21