Hausmitteilungen
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*pustet sich eine Strähne aus der Stirn*
*Friseur hat ein bisschen zu herzhaft geschnitten gestern*
ElsaLaska - 9. Feb, 17:50
N' Hallamarsch! (schreibt man das so?)
Also der Brief an Ursula von der Leyen ist ein Glanzpunkt seines Schaffens.
"
1. großes Lob für Ihr temperamentvolles Interview über Männer im neuen „Stern“.
2. Sie sind weltfremd. Sie wollen Frauen und Männern gleichartige Rollenmuster aufzwingen. Sie sagen „die Zeit der Alphatierchen mit ihrem Platzhirsch-Gebaren ist vorbei“. Bass-Stimme, raumgreifende Gesten, Brust raus, Kopf hoch seien out. In sei die leise Stimme des Mannes, das konziliante Wort, der windelwechselnde Mann.
Ach, Frau Familienministerin, Sie wissen nichts – über Frauen. Gerade hat eine Studie herausgefunden, dass Frauen sich zu reichen und mächtigen Männern hingezogen fühlen, weil der Alphamann besser in der Lage ist, für ihre Kinder zu sorgen.
Wenn ich mich als Beispiel nehme, warum kriege ich keine schöne, junge Frau?
Frisur nochmal checken, vielleicht in eine kosmetische Zahnklinik gehen? Weniger Ansprüche stellen (Stichpunkte jung und schön), immerhin sind Sie ja auch schon jenseits der
7050, die Stimme und die Gestik kann ich leider nicht beurteilen, aber auch mit einer schlicht intellektuellen Ausstrahlung, die auf manche Frauen sehr anziehend wirkt, werden Sie wohl nicht reüssieren - nach meiner Einschätzung.
Vielleicht versprechen Sie auch zu wenig die Ehe? Frauen sind ja sehr konservativ. Gut, an Ihrer mangelnden Herzensbildung kann es auch nicht liegen.
Aber ich kann Sie trösten - selbst der Dorf-Vollblut-Asso mit Spitznamen BULLE ("HEEER, isch mit meim Rieme vunn 18 Zäntimedär!") hatte als Alphamännchen trotz seiner lauthals angepriesenen Vorzüge keinen guten Stand - er kam nicht an, warum weiß ich auch nicht. Windeln wechseln - na klar, vielleicht suchen Sie sich am besten eine alleinerziehende Mutter und machen Abstriche in den Sektoren "jung und schön?" Windeln bedeutet ja oft auch Zellulite, Postnatale Depression und Schwangerschaftsstreifen, ist also ein contradictio in adjecto. Oder meinen Sie, die jungen und schönen Frauen wüssten das nicht?
Und warum heiraten so viele schöne, junge Frauen hässliche, reiche, alte Männer? Wohl nicht aus Mitleid. Ich hab leider keine Jacht und ich hab keine Mietshäuser.
Weil die ihnen keine Kinder mehr machen können und damit die Figur versauen. Ich führe nur Ihren Gedankengang weiter.
Moment, eben haben Sie sich noch als Alphamann reich und mächtig angepriesen, und jetzt haben Sie NICHTMAL eine Yacht? Also WIE JETZT? Und was kann bitte Ursula von der Leyen dafür? Man kann Frau von der Leyen sicherlich für vieles verantwortlich machen, aber nicht dafür, dass Sie ein Schweinegeld für nicht-stringente Kolumnen bekommen und sich dafür nicht mal eine anständige Yacht zugelegt, sondern alles verfressen und versoffen haben. Echt jetzt mal.
Ich hätte gern eine Frau, aber keine Frau hat mich gern, obwohl ich Windeln wechseln würde. Was ist denn das für eine Entscheidung für die Liebe, Windeln zu wechseln.
Probieren Sie es doch einfach mal mit Frauen jenseits der Menopause.
Da stellt sich das Problem mit dem Windeln wechseln auch nicht mehr.
Frisur und Zähne spielen aber immer noch eine Rolle. Ich meine jetzt allerdings nicht die der Frauen.
ElsaLaska - 8. Feb, 01:56
Ich hatte noch Angst, die fahren mich in so eine Röhre rein und dann dreh ich durch, aber es war ein offener Bogen (also kein Kernspin) und machte ulkige Geräusche, nicht besonders laute. Und zu sehen war auch nichts. Der Arzt, der mir erklärt hat, da sei eigentlich nichts, stimmte aus ganzem Herzen in mein Lachen ein - weil ich ihm erklärte, ich hätte seit der Termin feststeht aus Angst vor einem Tumor sowieso keine Schmerzen mehr. (Was nicht ganz stimmte, ich bin wieder mit Kopfschmerzen aufgewacht weil ich Alpträume hatte und es wurde nicht besser, weil ich halt auch nichts essen und trinken durfte).
Also jetzt halt noch den Neurologen, und dann hat sich das ganze wohl hoffentlich unter Wechseljahresbeschwerden abgehakt.
Ich bin mal mit mir zurate gegangen und habe festgestellt, dass es niemandem was bringt, wenn ich Handke umarme.
Nur weil hier Stimmen laut wurden, ich sollte gefälligst konsequent Franziskus folgen und hätte Brigitte Mohnhaupt/alles was mich anekelt > Peter Handke zu umarmen.
Neben mir saß ein Mann, der war sicher noch nichtmal 60 Jahre alt. Im Rollstuhl. Sein rechter Filzpantoffel hatte vorne ein Loch, es war ein grauer Filzpantoffel. Auf seinem Schoß lag seine Akte. Er blickte unruhig, unter seinem zerzausten, noch nicht vollständig ergrauten Haarschopf. Sein rechter Arm zitterte unablässig. Sie hatten diese CT mit ihm gemacht und dann neben meinem Stuhl "geparkt". Einfach abgestellt. Wahrscheinlich weil sie dachten, der merkt eh nichts.
Ich habe, obwohl ich ausreichend mit mir zu tun hatte, immer wieder versucht, Blickkontakt zu ihm aufzunehmen, ihn auch ohne Blickkontakt angelächelt, weil ich dachte, vielleicht spürt er es ja.
Und mir wurde klar, dem geht es tausendmal schlechter als mir. Ich hab nur Angst. Aber er hier, er ist ganz allein. Und er ist so allein, dass du nicht mal mehr zu ihm durch kommst. Dass er sich nicht mal mehr nach einem anderen umschaut, um vielleicht einen freundlichen Blick zu ergattern, eine Hand zu ergreifen. Auf Ansprache hat er nicht reagiert. Ganz verloren.
Es ist glaub ich gar nicht wichtig, jemanden zu kämmen, zu bürsten und zu füttern, wenn das persönlich halt nicht geht. Sondern das allerwichtigste ist es, jemanden schlicht und einfach zu begleiten.
Da sein.
Danke fürs Daumen drücken!
ElsaLaska - 6. Feb, 15:25
Eineinhalb Stunden hatte ich fleißig trainiert und war danach auf einem recht stabilen nervlichen Niveau, was die CT-Hirnuntersuchung morgen früh betrifft.
Betrete relativ ausgeglichen, jedenfalls gegen vorher, die Sauna.
Es sind lauter grauhaarige Damen anwesend.
Sie erzählen sich Geschichten von Leuten, die Hirntumore haben. Der eine ist statt in die nächste Stadt bis nach Ulm gefahren, ohne es zu merken und wurde dort verwirrt aufgegriffen.
Der andere fiel in der Unibibliothek wegen eines epileptischen Anfalls um, den der Tumor ausgelöst hatte.
Der dritte hätte fast eine Horde Schulmädchen zusammen gefahren, weil er solche Kopfschmerzen hatte. Bei der Untersuchung kam das dann raus, mit dem Tumor.
Ich denke, das ist doch jetzt eine lustige Volte des Schicksals, ausgerechnet heute in diese Gesprächsrunde zu geraten und bekämpfe das beginnende nervliche Flattern mit Kaltwassergüssen.
Wo ich jetzt darüber nachdenke, könnte die Botschaft aber auch lauten:
Du hast weder epileptische Anfälle, noch landest du in Ulm, obwohl du nach Heidelberg wolltest. Auch im Straßenverkehr fällst du noch nicht dadurch auf, dass du planlos auf Schulkinder zuhältst.
Mach dir also keine Sorgen.
Verbessere dein Karma unheiliges Leben, in dem du im Geiste Brigitte Mohnhaupt umarmst, oder, noch besser, George W. Bush. Nimm auch Peter Handke mit in diese Umarmung hinein, wenn grad kein Leprakranker aufzutreiben ist.
Aber nur dann.
ElsaLaska - 5. Feb, 21:05
lag die Bild am Sonntag aus. Tu mal was für deine Fitness, wenn die ober-Super-Wahnsinnsschlagzeile lautet: Unser Planet stirbt!
Das ist wie in den 80ern, denke ich, wo sie uns die Hölle heiß gemacht haben mit dem Waldsterben.
Dann denke ich: Okay, Leute, BEVOR unser Planet stirbt, geht die Bildredaktion den Bach runter. Erstmal sterbt IHR, und natürlich WIR.
Dann der Planet.
Oder nein, ich gehe davon aus, dass dieser Planet sich noch ein paar Karten in der Hinterhand behält. Also erstmal sterben WIR. Dann kann man weitersehen, ob der Planet sich nochmal erholt.
Ich bin da aber optimistisch, um ehrlich zu sein. Was den Planeten betrifft, jedenfalls.
ElsaLaska - 5. Feb, 00:13
Ich war wohl 17 oder 18 und wachte eines Nachts auf, heulte los und schrie das ganze Haus zusammen. Ich sollte mich lange nicht mehr beruhigen.
Jahrelang hatte ich Angst davor, dass dieser Traum sich wiederholen würde, eben deshalb, weil ich regelrecht von ihm besessen war und immer wieder an ihn dachte und schlicht Angst hatte.
Er wiederholte sich nie.
Ich sitze in einem kleinen dunkelroten Auto, vielleicht ein Golf, und betrachte immer wieder bewundernd die Fahrerin, die mich zu einer Party fährt. Sie ist ICH, wie ich weiß, aber ein äußerlich perfektes Ich. Sie trägt die Haare wie meine Haare idealer nicht zu tragen wären. Sie ist toll angezogen, ein schwarzes enges Kleid, sie hat meine Gesichtszüge, nur noch einen Tick perfekter und einen makellosen Teint. Sie ist mein ideales ICH.
Diese Frau ist das, was ich sein könnte. Wenn man meine Unvollkommenheiten wegnähme. Sie setzt mich vor einem Neubau ab, da sind ganz frisch Straßenlaternen gesetzt worden und säumen diesen typischen 80er-Jahre-Pflasterweg zum entweder unverputzten oder schlicht weiß verputzten Bungalow, in dem eine Party stattfinden soll. Ich steige aus und betrachte bedauernd ihr Profil, weil sie nicht mitkommen will. Sie wird warten. Es gibt eine Blende. Ich laufe diesen Pflasterweg zum Haus hin, dann laufe ich ihn in einer Sekunde wieder zurück. Die Party bleibt ausgespart. Ich sehe mich also in ein und demselben Moment hinlaufen, dann wieder zurück zum Auto kommen.
Ich lege die Hand auf die Klinke der Autotür und schaue erwartungsvoll in das Innere. Da liegt sie, quer über den beiden Vordersitzen, mit aufgeschnittener Kehle, eine klaffende, blutige, weit gähnende Wunde unter ihrem Kinn. Alles ist voll Blut. ICH selbst liege da. Irgendjemand ist gekommen und hat sie abgeschlachtet, und ich weiß nicht warum und wieso.
Ich wache auf und kann nicht mehr aufhören zu weinen.
Nachtrag: Ich hatte eine Zeitlang einen roten Golf, allerdings nicht zur Zeit des Traumes. Ich habe versucht ihn loszuwerden und eine abergläubische Furcht davor, in rote Autos einzusteigen, seither.
ElsaLaska - 4. Feb, 00:26
Nach dem zucker und ich ja quasi so einen halboffiziellen inoffiziellen Dream-Workshop gestartet haben - über unsere ältesten oder bedeutungsvollsten Träume - und ich grad
ihren Eintrag über ihren ältesten Traum und den Traum von ihrer Oma gelesen hatte, mag ich auch noch was dazu sagen.
Regelmäßig sich wiederholende Träume drehten sich um die ursteile Treppe hinunter zum Zimmer bzw. der Wohnung meiner Oma. Man kommt diese Treppe fast nur mit seitlich gesetzten Füßen hinunter, so schmal sind die Stufen und so steil ist das Teil, das ich auf 85 Grad Neigungswinkel schätzen würde. Also wer dieses Haus gebaut - und damals eine Menge Geld dafür kassiert hat (natürlich ohne Klo und ohne Bad ursprünglich), der soll sich doch bitte im Grab herum drehen.
Für ein Kind natürlich noch beängstigender, eine solche Treppe. Deshalb hatte ich wirklich regelmäßig und immer wieder, ich muss so vier oder fünf Jahre gewesen sein, Schwebeträume. Immer befand ich mich oben an der Treppe und immer kam ein Engel und nahm mich in seine Arme und schwebte mit mir hinab. Das war ein tolles Gefühl.
Als meine Oma dann im Sterben lag, quartierte man mich zu einer Tante aus für die schlimmsten Tage, damit ich nicht so viel davon mitbekommen sollte.
Prompt träumte ich wieder einen Engel-Schwebe-Traum. Diesmal trug der Engel mich hinunter und führte mich in das Zimmer (Die "gute Stube") meiner Oma. Dort lag sie auf ihrem Bett wie auf einem Katafalk mit gefalteten Händen und war ganz offensichtlich tot. Das verstörte mich aber nicht weiter, sondern ich nutzte die Gelegenheit, mich von ihr zu verabschieden.
Die Besonderheit war, ich glaubte, dieser Traum sei real. Erst Jahrzehnte später erklärte mir meine Mutter, ich könne meine tote Oma gar nicht gesehen haben, da ich im Nachbarort bei der Tante untergebracht gewesen war, bis zur Beerdigung.
Ich beschrieb ihr die verstorbene Oma ganz genau mitsamt den Kleidern und der Handhaltung und sie wurde recht still.
Dazu muss man sagen, dass diese Oma und ich sehr verrückt nacheinander waren. Es gibt ein Bild, wo sie den Hof kehrt - ich hatte damals Lampions gefunden, die man so auffächern kann und war der Meinung, es seien Hüte. Auf dem Bild ist sie im schwarzen Kittelschurz zu sehen, wie sie mit einem halb aufgefächerten knallgelben Lampion auf dem Kopf den Hof fegt, ich daneben, mit einem kleineren Exemplar auf der Birne und einem roten Badeanzug.
Schwebeträume hatte ich seit meiner Kindheit nie mehr.
ElsaLaska - 3. Feb, 23:00
wieder in einem Gottesdienst. In einer Kirche, in der ich als Kind schon einmal war, vielleicht war ich 10 Jahre alt oder so. Erkannt habe ich das nur, weil ich, wie vor 28 Jahren, neben der Kanzel saß. Aus Holz, unbemalt. Darauf verschiedene Tafeln mit Schnitzereien. Ein Mann in einer Mönchskutte, ein Vogel, vielleicht eine Taube, auf seinem Arm, ein kleinerer, vielleicht ein Spatz, zu seinen Füßen sitzend. Die Tafel daneben, ein Baum mit Vögeln darin, Wildgänsen, die über seine Krone fliegen, eine Eule.
Und so saß ich da und schwärmte wie schon vor 28 Jahren diesen Mann an, der da mit dem Vogel auf seiner Hand saß.
Heute aber, das war der Unterschied, erkannte ich ihn und nannte ihn beim Namen.
ElsaLaska - 3. Feb, 22:36
Ich finde Tom Hanks klasse. Je älter und unförmiger und schräger er wird, desto sexier wird er.
Deshalb bin ich natürlich auf Terminal abgefahren. Und dann noch dieses herrlich bescheuerte (pseudo)Russisch, was er da bringt.
Konsequent besetzt als doofe sexhörige Dummtusse (ich schreib nicht Stewardess, aus respekt vor Allegra, aber sie war eine. Catherine Zeta - Jones. Keine Flugbegleiterin- Stewardess. Das sagt man so wenig wie Nada niente Fliegenschiss über das Leben anderer Leute - ist aber in der Rolle absolut gerechtfertigt*g*).
Okay. Während meine Mädels hier Brechanfälle wegen Mickey Rourke kriegen, der einen wirklich akzeptablen, wenn auch nicht mitreißenden Francesco gegeben hat, krieg ich welche bei CATHERINE ZETA-JONES.
Es gibt ja überhaupt keine beeindruckenden, tollen, charismatischen Frauen mehr, rein cineastisch gesehen. Bei Zeta-Jones denk ich immer gleich diesen miefigen Michael Douglas mit, der vielleicht mal in der Jagd nach dem Grünen Diamanten Charme versprühte, aber jetzt einfach nur noch würdelos altert. Und mir jetzt bitte nicht mit aufgespritzten Botox-Flunzen kommen. Oder diesem Egerling Scarlett Johannson. Nee.
Man stellt mich ja nie vor die Wahl, aber Tom Hanks als unbeholfener dicklicher Krakosianer, der Monumentalornamentfliesenschmuckstückewände mauern kann, am einen Tisch, Michael Douglas mit seinem Sexwahn und seiner Angst vorm Älterwerden am anderen Tisch, und ich wüsste, zu wem ich mich setze.
Vorher gabs noch Zefirellis Bruder Sonne, Schwester Mond, hinreichend gewöhnungsbedürftig nach einem politisch radikalen Mickey Rourke, dafür mit den kitschigeren, schöneren, sanfteren Bildern.
ElsaLaska - 3. Feb, 00:24
hat sich eher etwas ausgewachsen und sieht nicht mehr so wahnsinnig gut aus, aber der Film "Francesco" ist ja auch schon etwas älter und da gibt er doch noch einen recht ansehnlichen Franziskus ab. Was irgendwie schleierhaft bleibt, ist seine Bekehrung, das kommt so schleichend und irgendwie sprunghaft ohne dass man versteht, wieso überhaupt.
In der Hauptsache geht es um das Problem, seiner Bewegung Regeln zu verordnen, was ihn schier in die Verzweiflung treibt. Da ist er überfordert. Eine Glaubenskrise kommt hinzu, und das wird für seine engsten Getreuen ziemlich anstrengend. Dauernd muss man ihn suchen, zudecken, wärmen, massieren und trocknen. Weil das Wetter auch nicht so mitspielt. Ganz am Ende wird er dann stigmatisiert - Gott hat wieder mit ihm gesprochen, alles ist gut. Für das Leben als Bettelmönch tauge ich nicht, habe ich mal wieder festgestellt. Barfuß laufen bei Wind und Wetter - gesundheitsschädlich, mein Unterleib würde einfach platzen, ein einziger Entzündungsherd. Irgendwo auf einem Felsen im prasselnden Regen herumsitzen - würde dem Unterleib nicht wirklich helfen. Also selbst für mittelalterliche Verhältnisse war das doch ziemlich heavy, was die sich da zugemutet haben. Vor allem in Anbetracht des Fehlens von Antibiotika und Aspirin.
Der Film ist schön anzusehen, mit dramatischer Musik von Vangelis dazu. Aber was Franziskus' Glauben betrifft, bleiben wir außen vor. Was wirklich in ihm vorgeht, begreift niemand, er ist halt "beliebt" und hält öfter mal ein Bettlerkind an der Hand.
Besonders viel Bezug zur Schöpfung hat er ihm Film auch nicht, das fehlt, meine ich. Sich lediglich in Flickenkutte barfuß Wind und Wetter auszusetzen heißt ja noch lange nicht, dass man verzückt den Sonnengesang anstimmen kann dabei- der sowieso nicht vorkam.
Der Film hat sehr schöne Momente, auch anrührende, wo man dann im Sessel hängt und idiotisch vor sich hingrinst, aber er greift nicht das Phänomen. Er packt einem nicht in der Seele, bleibt an der Oberfläche.
Jetzt hab ich hier noch Zefirellis Bruder Sonne Schwester Mond, den guck ich mir heute aber nicht mehr an.
Außerdem hab ich in die Große Stille hineingesehen und ich kann nach circa einer Viertelstunde - ich hab dann abgebrochen, weil ich mich wirklich einstimmen wollte drauf und merkte, ich bin nicht so in der Stimmung - jedenfalls nach einer Viertelstunde klipp und klar sagen:
Es sollte mehr solche Filme geben.
Ellenlange Einstellungen. Stundenlang. Selbst für in Realzeit eine Viertelstunde. Nichts passiert. Niemand spricht. Keine Musik.
Das ist eine solche ERHOLUNG.
Bitte mehr solcher Filme. Dann guck ich auch wieder öfter DVD.
Was den Francesco betrifft, dachte ich mir, starte ich eine eigene Verfilmung. Ist ja easy, eigentlich. Das einzige was fehlt, ist ein überzeugender Darsteller. Der ist mir bisher noch nicht eingefallen.
Mickey Rourke ist ja wie gesagt rein äußerlich nicht mehr dazu imstande, auch vom Alter her.
Man könnte das an die Große Stille anlehnen. Stundenlange Einstellungen. Grobkörnig. Nichts passiert. Die Vogelpredigt muss rein, den Wolf hab ich auch vermisst. Und religiöse Ekstase muss auch anders zu transportieren sein, als dass sich ein nackter Mickey Rourke Schnee vor den Sack häuft. Immerhin war das beim echten Francesco so, dass ihn mal ein Kleriker in Ekstase gesehen hat und danach völlig verstört war. (Es war aber eine schneefreie Situation, wenn man der Überlieferung glaubt). Ja ich weiß jetzt auch nicht.
Jedenfalls eine Herausforderung.
ElsaLaska - 2. Feb, 00:13