Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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Un Pastore.

[Update aus gegebenem Anlass.]

Ich werde am Tag circa fünf Mal gefragt, um welche Rasse es sich bei meinem Hund handelt. Immer wieder und wieder gebe ich die Antwort: Un pastore turco.
Pastore ist der italienische Ausdruck für einen Herdenschutzhund. Darin steckt unser deutsches Wort: Pastor, welches wiederum verweist auf den Hirten. Das italienische Wort meint nicht nur den guten Hirten, der das verirrte Lamm auf seinen Schultern nach Hause trägt - nein, der Ausdruck pastore bezeichnet einen, der die Herde schützt. Und zwar vor Wölfen. Einer, der in Farbe und Kennzeichen fast nicht von den Schafen in seiner Umgebung unterscheidbar ist. Es sei denn, er erhebt sich, um nach dem Rechten zu sehen. Dann ist ein türkischer Herdenschutzhund (und auch ein italienischer oder ein anderer dieser Rasse, wie ein Maremmano, ein Sarplaninac, ein Owtscharka) gigantisch anzusehen.
Das sind riesige Hunde, die träge den Tag verschlafen, und in der Dämmerung aktiv werden - die Zeit der Räuber. Mit unbeirrbarem Gespür patrouillieren sie sowohl bei Tagesanbruch als auch bei Sonnenuntergang um die Herde der ihnen Anbefohlenen herum und wenn es zu einem Angriff eines Bären, eines Luchs, eines Wolfes oder sogar eines Berglöwen kommt, dann kennen sie kein Halten mehr, und zwar bis zu ihrem eigenen Tod. Die Loyalität dieser Hunde ist Legende. Unzählige Märchen, Begebenheiten, Sagen werden über ihre Treue und ihre Kampfesbereitschaft erzählt. In der Türkei gehören sie zur Folklore. Jeder weiß von einem Kleinkind zu berichten, dass durch einen mutigen und tapferen Kangalhund vor den Wölfen bewahrt wurde. Derjenige Türke, der gar einen Kangal sein eigen nennt, welcher einen Wolf in hartem Zweikampf erlegen konnte, ist ein stolzer und gefeierter Mann und man bringt andere Kangalhunde zu ihm, um diese tapfere Linie genetisch fortsetzen zu können. Auf der anderen Seite besteht eine jahrtausendalte strikte genetische Auslese darin, dass Kangalhunde erbarmungslos getötet werden, sollten sie auch nur den Funken einer Aggression gegenüber Schutzbefohlenen, also Kindern und Lämmern oder Schafen, sprich Schwachen, aufweisen.

Auf die Würde und die Erhabenheit dieser Hunde wird in der alten Literatur schon seit biblischen Zeiten immer wieder hingewiesen, wie auch bei diesem Zitat eines türkischen Universalgelehrten aus dem 17. Jahrhundert:

"Sie führten in doppelten Ketten riesige Rüden, so groß wie Esel und so wild wie Löwen. Die Hunde trugen reich verzierte Decken und silberne Stachelhalsbänder. Diese Hunde können es nicht nur mit jedem Wolf aufnehmen, der ihre Herde bedroht, sondern würden auch nicht vor einem Feuer spuckenden Drachen halt machen. Die Hirten achten mit äußerster Sorgfalt darauf, dass diese Hunderasse rein bleibt" (Quelle: sivas-kangal.de)

Es wäre schön, wenn sich einige unserer menschlichen "Pastoren" in der Kirche gewisser Qualitäten eines genuinen Herdenbeschützers erinnern könnten.

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(Foto auf sivas-kangal.de)
Mcp (Gast) - 16. Feb, 21:15

Ja schön. Schöner Text wieder. (Irgendwann werde ich noch süchtig)

Aber warum heißt der Hund "Rasul". Das war doch sein Name ? Oder?

ElsaLaska - 16. Feb, 21:35

Mein erster Kangal

starb an Krebs und ich war damals sehr verzweifelt. Er hieß Sharif und wurde nur 6 Jahre alt. Rasul ist jetzt 5 geworden. Ich hätte ihn auch Köpek nennen können, also einfach auf türkisch Hund, aber ich wollte Gott dafür danken, dass er ihn mir nach dieser schrecklichen Zeit gesandt hat (Rasulchen ist ein Tierheimhund, den ich per Zufall im Internet ausfindig gemacht hatte, als es mir sehr sehr schlecht ging. Laut Tierheim nannten sie ihn Cochise *hüstel, das kam nun überhaupt nicht in Frage für einen Hund dieser Abstammung). So kam es zu Rasul, war mir von den wenigen Wörtern meines Arabischs noch geläufig und ich finde ein solcher Hund sollte nicht Asta oder Hasso heißen ... vor allem wenn er mir soviel von Gottes Liebe bewiesen hat.

Mcp (Gast) - 16. Feb, 23:08

Naja. So richtig beantwortet es meine Frage nicht. Aber trotzdem. Rasul ist ein sehr schöner Name. Finde ich.

Meine Hündin heißt Sarah. Der dumme Köter verschluckt sich regelmäßig vor Freude, wenn er mich sieht. Ja wirklich, ich denke jedesmal, dass sie daran erstickt.

Leider ist Sarah schon eine sehr alte Hundedame. Sie leidet schon mehr als sie lebt. Ich werde sie einschläfern müssen. Nur schiebe ich das Woche um Woche hinaus. Aber irgendwann muss ich mich ihrer Erbarmen. Sie winselt leise vor Schmerzen.

Die Welt ist ungerecht und meine Kinder werden mich dafür hassen.
ElsaLaska - 17. Feb, 13:46

Das gehört leider zum Hundehalten mit dazu, mich hat das Einschläfern von Sharif auch völlig mitgenommen, mag gar nicht dran denken. Furchbar.
rosmarin - 16. Feb, 23:33

gestrig versuchte ich meiner cugina zu erklären, was ein windhund ist. mir fehlte das italienische wort.
das vom vater herbeigeschleppte wörterbuch meinte: fanfarone..... das aber heisst ja eigentlich "grossmaul"..... eine völlig unakzeptable übersetzung.

ElsaLaska - 17. Feb, 13:45

Könnte noch levriero anbieten ...
Johannes (Gast) - 4. Sep, 21:15

Gut geknurrt

Hundemutter!

ElsaLaska - 5. Sep, 00:25

Tja.

Es bräuchte halt .... Naja. Ist egal. Bringt eh nix.
Simona-Theresa (Gast) - 5. Sep, 15:14

Mir fällt gerade ein:

Vielleicht war der "Graue" ja ein pastore turco.
Der "Graue", wie ihn Don Bosco nannte, war ein riesiger Hund, der, wenn Don Bosco nachts in unsicherer Gegend unterwegs war, aus dem Nichts auftauchte und den heiligen Priester beschützte und verteidigte. Am Oratorium wieder angekommen, verschwand er wieder.

cuppa (Gast) - 21. Nov, 09:37

Mein erster Gedanke war: Solche Hunde sollte man auf menschliche Pastoren höheren Ranges loslassen. Die erkennen sicher auch Wölfe im Schafspelz. Sofort wurde der Gedanke verworfen. Keine schwere Sünde. Nichts zu beichten in der Hinsicht...;-)

Dorothea (Gast) - 21. Nov, 16:31

Don Boscos "Grauer" im Himmel

Bei einer Recherche nach Don Boscos Hund habe ich eine schöne Geschichte über Don Bosco und seinen Hund im Himmel gefunden. Schaut mal hier: http://nondracositmihidux.blogspot.com/2011/11/hunde-als-hirten.html
Ich frage mich manchmal ob ich meine geliebten Tiere wohl im Himmel wiedersehen werde.

ElsaLaska - 21. Nov, 21:24

@dorothea

Wunderschön!

Dass es überhaupt außerhalb des Paradieses gezähmte Tiere geben kann, ist schon ein Wunder für sich. Der Hund aber ist die allerbeste Erfindung überhaupt gewesen. Ich sage das nicht so dahin, ich denke vor allem auch an das segensreiche Wirken von Therapiehunden bei Wachkomapatienten, ich denke an die Suchhunde, die Erdbebenopfer und Bomben aufspüren können, an Blindenhunde usw...
Die Existenz eines so gütigen und zugleich so unendlich tapferen Wesens wie eines Kangal-Hundes, der für die Unschuldigen, Kranken und Schwachen bereit ist, instinktiv und ohne Kalkül bis aufs Blut zu kämpfen und sein eigenes Leben bedingungslos für sie hinzugeben - das ist in meinen Augen schon fast ein Gottesbeweis:-)
gerd (Gast) - 21. Nov, 17:00

dog-god


ElsaLaska - 21. Nov, 21:26

@gerd

Kannte ich natürlich schon - und da ist auch einiges dran, finde ich.
Dorothea (Gast) - 22. Nov, 12:17

God and Dog

@Gerd und Elsa
Ja ich kannte das Video auch. Es ist trotzdem immer wieder berührend.

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cantare

Ich bin einfach hingerissen,
da ist so viel in diesem Monolog, von dem man oberflächlich...
ElsaLaska - 20. Aug, 19:55
Houellebecq ist ein sehr...
Wobei man jetzt keine Kristallkugel brauchte. Mir imponiert,...
Elsa (Gast) - 12. Aug, 17:50
Hui, das war aber ein...
Hui, das war aber ein wilder Ritt durchs Stadtbild...
NeonWilderness - 11. Aug, 23:45
Privet, fbtde!
Schön, von dir zu hören. Offenbar lebst du also auch...
ElsaLaska - 2. Aug, 10:27
Oha
Du lebst auch noch. Gut zu wissen!
fbtde - 2. Aug, 08:31

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