Was ist denn eigentlich eine "Dekanatsreferentin"? Ich steige in diesem Ämterdschungel als Expatriierte einfach nicht mehr durch. Was verdient die Frau? Wie alt ist sie? Warum trägt sie einen Doppelnamen wie "Hecht-Fluhr"?
Wenn das richtig wiedergegeben wurde:
>>
„Da spiegelt sich auch Protest gegen Kirchenpolitik wider – Politik, für die ja auch der Papst verantwortlich ist“. So benannte Christa Hecht-Fluhr, Dekanatsreferentin der Diözese Rottenburg-Stuttgart, einen der Gründe für die eher niedrigen Anmeldezahlen zum Papstgottesdienst in Freiburg.<<
Nee, da spiegelt sich wider, dass in etlichen Pfarrgemeinden der Diözese Rottenburg-Stuttgart und des Erzbistums Freiburg irgendwelche Reformhochwürden als "gute Christen" keinen Bock hatten, einfachen Gläubigen den Zugang über das (komplizierte und umstrittene) Online-Anmeldeverfahren zu ermöglichen, die nicht internetfit und darum auf über die händische Anmeldung via ihr Pfarrbüro angewiesen waren.
Und wenn es wirklich so wäre, dass es sich um einen Protest handelt - war Frau Hecht-Fluhr schon mal an einem Mittwoch zur Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom oder sonntags zum Angelus? Da versammeln sich zigtausend Gläubige, singend, trommelnd, Fahnen schwenkend - und sie kümmern sich einen feuchten Kehricht auf gut deutsch um die gut deutsche Kirchenpolitik, sondern feiern ihren geliebten Heiligen Vater, ihren Glauben und - der Beste zuletzt - Jesus Christus.
Hoffentlich ist bald September, ich habe diese abgrundtief teutsch-provinziellen, saturierten "Kirchenlehrer_innen" mitsamt ihren "mutigen, kritischen und entschiedenen" Wortmeldungen, mit denen sie all die ehrlich verliebten Ehrenamtlichen verhöhnen, die mit all ihren Kräften helfen möchten, den Papstbesuch zu einem schönen Ereignis zu machen, wirklich sowas von übersatt!
ElsaLaska - 22. Jul, 21:25
Aus dem zweiten Jesus-Buch des Heiligen Vaters:
>>Sehr deutlich erscheint diese Bedeutung von "ewigem Leben" im Kapitel über die Auferweckung des Lazarus: "Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben" (Joh 11,25 f.) "Ich lebe und ihr werdet leben", sagt Jesus beim Abendmahl zu seinen Jüngern (Joh 14,19) und zeigt damit noch einmal, dass es für den Jünger Jesu kennzeichnend ist, dass er "lebt", - dass er also über das bloße Dasein hinaus das eigentliche Leben, nach dem alle auf der Suche sind, gefunden und ergriffen hat. Die frühen Christen haben sich von solchen Texten her einfach "die Lebenden" (hoi zontes) genannt. Sie hatten gefunden, was alle suchen - das Leben selbst, das volle und daher unzerstörbare Leben.
Aber wie kommt man dazu? Das Hohepriesterliche Gebet gibt eine vielleicht überraschende, aber im Kontext des biblischen Denkens schon angelegte Antwort: Das "ewige Leben" findet der Mensch durch "Erkenntnis", wobei der alttestamentliche Begriff von Erkennen vorausgesetzt wird: Erkennen schafft Gemeinschaft, ist Einssein mit dem Erkannten. Aber natürlich ist nicht irgendwelche Erkenntnis der Schlüssel zum Leben, sondern "dich, den einzig wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast (17,3). Dies ist eine Art Kurzformel des Glaubens, in der der wesentliche Gehalt der Entscheidung zum Christsein sichtbar wird - die Erkenntnis, die uns der Glaube schenkt. Der Christ glaubt nicht vielerlei. Er glaubt letztlich ganz einfach an Gott, daran, dass es nur einen einzigen, wirklichen Gott gibt.
[...] Gott zeigt sein Angesicht in seinem Gesandten, endgültig in seinem Sohn.
"Ewiges Leben" ist also ein Beziehungsereignis. Der Mensch hat es nicht aus sich selbst, für sich allein genommen. Durch die Beziehung zu dem, der selbst das Leben ist, wird auch er ein Lebender.
Zu diesem zutiefst biblischen Gedanken kann man Vorstufen auch bei Platon finden, der sehr unterschiedliche Überlieferungen und Reflexionen zum Thema Unsterblichkeit in sein Werk aufgenommen hat. So gibt es bei ihm auch die Vorstellung, der Mensch könne unsterblich werden dadurch, dass er sich selbst mit dem Unsterblichen verbindet. Je mehr er Wahrheit in sich aufnimmt, sich der Wahrheit verbindet und ihr anhängt, desto mehr ist er auf das bezogen und von dem erfüllt, was nicht zerstört werden kann. Soweit er sich sozusagen selber an die Wahrheit anhängt, soweit er getragen wird durch das, was bleibt, darf er des Lebens nach dem Tod - eines heilvollen Lebens - sicher sein.
Was hier nur tastend gesucht wird, erscheint in Jesu Wort in großartiger Eindeutigkeit: Der Mensch hat das Leben gefunden, wenn er sich an den anhängt, der selbst das Leben ist. ... Die Beziehung zu Gott in Jesus Christus: Sie gibt jenes Lebens, das kein Tod zu nehmen vermag.
Es ist klar, das mit diesem "Leben-in-Beziehung" eine ganz konkrete Weise der Existenz gemeint ist; dass Glaube und Erkenntnis nicht irgendein im Menschen auch vorhandenes Wissen sind, sondern die Form seiner Existenz. Auch wenn an dieser Stelle von Liebe nicht die Rede ist, so ist doch eindeutig, dass die "Erkenntnis" dessen, der selbst die Liebe ist, zu Liebe wird in der ganzen Weite ihrer Gabe und ihres Anspruchs.<<
Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.: Jesus von Nazareth. Teil II. Vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung. (4. Kapitel, S. 101-103).
ElsaLaska - 22. Jul, 14:51