zur Rede des Hl. Vaters an den neuen Botschafter Deutschlands am Heiligen Stuhl folgendes:
>>Benedikt kritisierte die geschlechtliche Diskriminierung von Frauen und betonte: „Es ist an der Zeit, Prostitution wie auch die weite Verbreitung von Material erotischen oder pornografischen Inhalts, gerade auch über das Internet, energisch einzuschränken.“ Und weiter mahnte der Papst: „Der Heilige Stuhl wird darauf achten, dass der notwendige Einsatz gegenüber diesen Missständen seitens der katholischen Kirche in Deutschland vielfach entschiedener und deutlicher erfolgt.“ (Die Ansprache im vollen Wortlaut, siehe Seite 7).
Damit steht fest: Der deutsche Papst ist nicht gewillt, schweigend zuzusehen, wie in seiner Heimat die Geschäftspraktiken des kircheneigenen Weltbild-Konzerns die Glaubwürdigkeit kirchlicher Verkündigung in den Dreck zieht. Deutlicher kann Benedikt XVI. kaum werden. Der Papst macht Druck. Unmissverständlich und öffentlich. Und wieder geht es um konsequente Aufklärung und Aufarbeitung eines innerkirchlichen Skandals: Die Beteiligung der Kirche in Deutschland an Produktion und Verbreitung von Erotik- und Porno-Titeln sowie kirchliche Geschäfte mit Esoterik, Okkultismus und Gewaltverherrlichung.<<
Und weiter: >>Darum ist es nach dem Papst-Appell entscheidend, dass die Bischöfe genau überprüfen lassen, was bei Weltbild vor sich geht. Das wird man in aller Deutlichkeit nur erfahren, wenn man eine unabhängige Betriebsprüfung durchführen lässt. Davon sind Branchenkenner überzeugt.
Noch immer wird nämlich von einflussreichen Kräften innerhalb der Kirche versucht, den Skandal zu verniedlichen und von den eigentlichen Problemen abzulenken. Das erinnert an jene Art von Vertuschungsstrategien, von denen es im Zuge des Missbrauchsskandals geheißen hatte, so etwas dürfe es in der Kirche nicht mehr geben. Transparenz und Ehrlichkeit, auch wenn es um das Eingestehen eigener Fehler geht, seien von nun an oberstes Prinzip.
Gemessen an solchen Vorsätzen gibt es bei Weltbild keine Alternative zu schonungsloser Aufklärung. Kommt es dazu, würde rasch deutlich, dass hier nicht ein paar verstrahlte Konservative oder verkappte Romtreue zur Pornojagd im Internet blasen, wie manche das nur allzu gerne darstellen möchten, sondern nachweislich unter Verstrickung kirchlicher Träger und Kontrollinstanzen ein System entstanden ist, das die Bischöfe nun in aller Öffentlichkeit als Händler und Produzent von Pornografie dastehen lässt. Was das für die Glaubwürdigkeit der Kirche bedeutet, darüber braucht man nicht weiter reden.><<
Ganzer Artikel hier.
Es ist mir völlig unverständlich, wie ein Pater Langendörfer, im Aufsichtsrat von Weltbild sitzend und dazu noch Sekretär der DBK, sich angesichts dieser Worte und der vorhergehenden Debatte zu Weltbild derart taub und stumm stellen kann - dagegen kann ich mich alleedings noch lebhaft daran erinnern, wie beflissen und vorauseilend derselbe Pater Langendörfer damals das Memorandum Kirche 2011 begrüßt und gewürdigt hatte. Da konnte es gar nicht schnell genug gehen.
Also: Wann wird jetzt endlich etwas unternommen?