Dieser Mitteilung des Literaturcafés entnehme ich,
dass das Land Baden Württemberg eine offizielle Vertretung in Second Life hat.
Warum verlagern sich nicht gleich die iranische Regierung, die USA, den Sudan oder Israel nach Second Life?
Es gäbe wesentlich weniger Verdruss auf dieser Welt, wenn die sich alle dort rumschlagen würden.
ElsaLaska - 22. Apr, 23:54
Santa Maria in Portuno liegen an den Wänden frei die Säulen eines antiken Tempels. Ein Schacht führt hinunter bis zu ihrer Basis, zwei Meter tiefer unter dem Fußboden. Der Blick gleitet entlang und weiter durch die Zeit, nach unten, rückwärts. An einer Stelle vor dem Altar ist der Boden ebenfalls geöffnet und mit einem Gitter wieder verschlossen worden, das man betreten kann. Es ist eine aktuelle Ausgrabungsstätte der Universität Bologna. Den Kopf geneigt, die Augen gesenkt, so betrachtet man steinerne Ossuarien, die einst den Tod verschlossen. Jetzt sind sie offen und leer.
Den alten Tod und ein Jahrtausend, oder zwei, man kann sie sehen, doch nur im Hellen und mit niedergeschlagenen Blick. So ist es mit den Menschen und ihrer Geschichte.
Um sie betrachten zu können, muss man sich von den Sternen abwenden.
ElsaLaska - 22. Apr, 23:41
San Lorenzo in C. - Wieder mal ein Betätigungsfeld der Benediktiner, und nicht zum Schaden des Städtchens. Abtei und Basilika wurden im 8. und 9. Jahrhundert auf den Ruinen eines Adonis-Tempels errichtet.
Aus dem Inneren der atemberaubenden Basilika gibt es (noch) keine Bilder, weil gerade Gottesdienst lief (mit Gitarre, EPiano und schrägem Kindergesang) und ich flüchten musste.
In der Krypta wurden bis 1978 die Reliquien des
Hl. Demetrius von Thessaloniki aufbewahrt, man hat sie aber "zur großen Zufriedenheit und Dankbarkeit der orthodoxen Glaubensbrüder" wieder nach Griechenland zurückgebracht.
Das ist nicht die Abtei, nur ein unmaßgeblicher und alltäglicher Blick über die Altstadt.:)
Ein alter Türsturz
Ein alter Wappenstein mit zwei Schlangen und einem Schild, darunter ein Kapitellchen mal eben so irgendwo in ein Wohnhaus reingebaut, weils vielleicht grad gepasst hatte
Das ist auch nicht die Abtei, es ist irgendeine andere Kirchentür
Das ist die Straße, die an der Abtei entlangführt (das Bild hab ich Svashtara, die den Hl. Demetrius als Familienheiligen hat, bereits weiter unten extra gewidmet
Und dann ging es weiter nach Montalfoglio, von dem man einen Panoramablick haben sollte und das sich als der absolute Geheimtipp erwies. Ich denke, in dem Borgo leben noch ungefähr drei Leute ...
Und eine Katze ...
Das ist ein sehr alter Briefkasten an einer uralten Hauswand
Handyfotografie at its best
Der zentrale Platz
Die Türe zur Grundschule

ElsaLaska - 22. Apr, 22:27
ElsaLaska - 22. Apr, 21:39
ElsaLaska - 22. Apr, 21:31
im Krankenhaus, diesmal gehörten wir auch zu denen, die blicklos und weinend durch die Gänge gleiten, als habe ihnen niemand erklärt, wie man Raum greift und einnimmt. Weil da kein Raum mehr ist, keine Zeit, weil da die Uhren angehalten sind. Und doch, der Körper verlangt sein Recht und du wolltest nicht, aber wir mussten, wo doch Vater schon gestorben war, wir hatten ihn doch verlassen zum Sterben und den letzten Kuss, den ich ihm gab, nahm er mit geschlossenen Augen entgegen. Wir sehen uns morgen, Papa-Wenns überhaupt noch morgen wird, so sagte er, um das Kinn schon die grünlichen Schatten des Todes und ich kann doch nichts dafür, dass ich das nicht erkannte. Obwohl ichs erkannte, nicht klug war.
So saßen wir bei einem Kaffee und beschlossen, einer für den anderen und alle für uns, es ist Zeit. Es wird keine Medikamente mehr geben. Keine Infusionen, keinen Schläuche, keine Nadeln, keine Elektroden. Aber die Leute im Café? Mich haben die Leute noch nie gestört, mir sind die Tränen aus den Augen gelaufen ohne sie zu verätzen, damals noch. Wenn ich heute weine, dann steigt mir das Salz in den feinen Kanälen hoch und verbrennt mir die Augäpfel. Es ist merkwürdig, wie eine Zeit, die nicht lange währt, ein Tag, ein halber, zwei? - so alles wegnimmt, wie ein Druckstock, der, im Negativ des Negativs, dass Helle dunkelt, statt umgekehrt.
Es gibt kein Morgen mehr für dich, vielleicht heißt das auch - kein Durst, keine Schmerzen, keine Angst. Ich wünsche es wäre so.
Für dich. Für mich. Und uns.
ElsaLaska - 22. Apr, 03:25
bei den Kamaldulensern von Fonte Avellana freue ich mich schon seit Wochen. Kein Wunder, wenn man mit einer
so schönen Begrüßungsseite auf der Homepage eingestimmt wird. Der Rest der Page ist leider noch in Italienisch, aber es gibt schöne Bilder.
Das Gute ist, es liegt am Berg. Also sollte nichts schiefgehen.
ElsaLaska - 22. Apr, 01:01
Weil ich mich immer noch nicht so richtig für diese
Brieffreund-im-Todestrakt- Sache entschließen kann, ich neulich beim Surfen wieder auf eines der schönsten Projekte mit Tieren in Deutschland gestoßen bin, dem
Tierpark Arche Warder (Greenpeace), und man dort Tierpatenschaften für bedrohte Haus- und Nutztierrassen übernehmen kann, ich schon immer einen Esel haben wollte und stattdessen an einen eseligen Hund geraten bin, werde ich jetzt eine Tierpatenschaft in der Arche Warder für den Poitou-Esel übernehmen. >>
Dieses Foto auf einer privaten Eselzuchtseite/einem Eselhof/was auch immer hat mich eben überzeugt.
Eine Patenschaft für Poitou-Esel im Tierpark Arche Werder kostet 60 Euro im Jahr laut
dieser Tabelle auf der Homepage. Es hätte auch ein einmaliger Gratisbesuch drin sein können, anstatt nur einen Abschlag auf den Eintritt, aber ich komme eh nie nach Norddeutschland, also wollen wir mal nicht so sein.
Das hier sind also meine neuen Patenkinder in der Arche Warder:

ElsaLaska - 22. Apr, 00:30
"Vom Monte Conero sind aus dem Turon Biradiolites cornupastoris und aus dem Senon zahlreiche Lepidosyclinen [...], Sideroliten und Orbitoliten bekannt geworden."
Baron Nopcsa, Franz (1932): Zur Geschichte der Adria - Eine tektonische Studie. Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, Band 84. p. 280-316, 3 fig. , 8 pl.
ElsaLaska - 22. Apr, 00:19
dass der Berg sich verhüllt. Wenn ich wüsste, wie Maische aussieht, würde ich schreiben, der Himmel sei maischefarben. Er molkt, er flockt, er gerinnt aus und der Hauptverdächtige dafür ist das Meer, von dort scheint diese Vermilchung des Himmels seinen Ausgang zu nehmen. Aus der Richtung, wo das Meer sein könnte, wenn die Luft am Horizont nicht aus Seifenwasser wäre.
ElsaLaska - 21. Apr, 23:57
kann es passieren, dass gewisse Dinge, die sich in Tälern abspielen, plötzlich von höheren Mächten sabotiert werden. Zum Beispiel wollte ich heute eine Kirche an einem Flüsschen besuchen, sagen wir, in der Nähe eines Flüsschens, die noch aus dem 6. Jahrhundert stammt. Sie ist, man ahnt es, weit und breit die allerälteste Kirche überhaupt. Sie ist so alt, dass sich unter ihr die Ruine eines römischen Tempels befindet, der dem Gott Portunus geweiht war. Außerdem ist noch ein Rest Benediktinerkloster dabei, das aber von um 1000 herum, die erste Jahrtausendwende muss eine Hochzeit der Benediktiner gewesen sein, es wimmelt nur so von ihnen um diese Zeit jedenfalls, auch auf dem Berg. Das hat aber nicht geholfen.
Die Türe der Kirche war verschlossen. Portunus, der Hafengott (es ist eigentlich weit und breit kein Hafen zu sehen, von daher ist mir die Situation dieses Tempels nicht einleuchtend, und das passiert mir bei antiken Heiligtümern wirklich ganz selten, dass ich sie nicht in die Landschaft einordnen kann), wird auch gerne mit einem Schlüssel in der Hand dargestellt - porta heißt ja auch Türe.
Ich denke, die Benediktiner hatten damals in ihrem Kloster wahrscheinlich verstärkte Probleme mit verschwundenen Schlüsseln und klemmenden Türen, wobei das allerdings nicht überliefert ist.
ElsaLaska - 21. Apr, 23:49
die
"Erlebniswelt Renaissance" in Hameln und der
Tierpark Arche Warder eigentlich immer
auf Neuseeland in Norddeutschland?
ElsaLaska - 21. Apr, 19:49
für die "Klage des Distelfinken" von Anna Maria Ortese. Tenor: Soll ich weiterlesen oder nicht.
Lest weiter. Ich war bereits von den ersten zwei Sätzen des ersten Kapitels zu Tode genervt und habe mich dann wieder gefangen. Derzeit bin ich in der Mitte des Buches, wo der Prinz sich entschließt, mal in Neapel nach dem Rechten zu sehen, dort wurde gerade ein Kind geboren und auf den Namen Ali Baba getauft. Ja, Ortese KANN nerven. Man muss sich aber freimachen von all diesen neumodischen Ansprüchen und das Buch als poetischen Roman lesen, streckenweise unglaublich peinlich, aber ein Fenster in ein anderes Sehnen, eine andere Zeit. So wie das Erdbeben von Chili oder diese Geschichte von der Bergwerksleiche, der Verlobte, der nach Jahrzehnten konserviert jugendlich geborgen wird und die greise Nicht-Witwe darüber verzweifelt. Als ein Artefakt und Relikt. Lest Anna Maria Ortese, macht euch geduldig dazu und hört auf zu denken. Ortese wirkt auf Dauer und langfristig, sie war offensichtlich wahnsinnig aber who cares.
Ich meine Grass schreibt ja auch schon seit 30 Jahren diesen lähmenden unerträglichen, humor- und sexlosen SCHEISS!
ElsaLaska - 21. Apr, 01:39
und stellen bescheuerte Fragen, die anderen haben sowohl Auto als auch Pool und schweigen sich aus.
Wegen der Berge.
Hattet ihr schon mal Sex auf einem Berg*blöd rumguck*
*Ja, lasst die Gemeinde teilhaben an euren fantastischen Erlebnissen! Wir bloggen, ihr bloggt! Wir sind GUT AUFGESTELLT und haben extremen FUN! Kommentiert hier exklusiv eure besten Sexerlebnisse auf Bergen, die Kommentfunktion geht eh nicht*
ElsaLaska - 21. Apr, 01:34
oder löschen alle ihre Kommentare wieder? Ich komm über die headlines der letzten 3 comments nirgendwohin.
Wohl das Schicksal einer Bergsteigerin. Den Gipfel im Blick, nicht links noch rechts.
ElsaLaska - 21. Apr, 00:51
Es verwundert am wenigsten die Schreiberin selbst, kaum dass sie die icon des Monte Conero an ihrem Horizont erblickte, ihn zu betreten wünschte. Der Conero ist ein Sonnenberg, ein Ort der Klarheit, Frische und Kraft. Steht man an seinen Hängen, so blickt man in die Ewigkeit, die sich bis nach Kroatien erstreckt. Weil aber der Schöpfer ein Einsehen hatte und in diesem Falle nicht zur Selbstironie tendierte, nach der die Gleichsetzung kroatische Küste und Ewigkeit vielleicht ziemlich unschöpferisch gewirkt haben muss, zog er einen gnädigen Schleier, die Weiten der türkisfarbenen Adria dazwischen. So dass die Schreiberin, steht sie an einer gewissen Stelle unterhalb der Badia San Pietro, den Eindruck haben mag, als befinde sie sich in einer Kapsel aus reinem Sauerstoff und schwebe über den Himmeln, während sich das Meer über ihren Kopf zu erstrecken scheint.
Um dieser grundsätzlichen Seinsverwirrung nicht weiter Vorschub zu leisten, werfen wir einen Blick auf den Monte Sibilla, dem wir uns wohlweislich bis jetzt noch nicht anzunähern wagten - oh, wir haben über ihn gelesen, aber wir haben seine Frequenzen noch nicht erspürt, wir planen, ihn zu besuchen, aber fürchten die Enttäuschung (und verfallen in einen pluralis majestatis, der gegenüber dem Monte Sibilla die Illusion erwecken soll, wir seien derer v i e l e, gegen die er ankommen muss).
"Zwanzig weitere Gipfel aus Kalkfelsen ragen über 2.000 Meter in den Himmel. Einer der seit jeher berühmtesten ist der Monte Sibilla, wo die Höhle der sagenumwobenen Fee Sibylle liegt. [..] La Grotta della Sibilla war im Mittelalter eine Kultstätte für ganz Europa. Es kamen Ritter aus Frankreich und Deutschland, um das Reich der Fee zu erforschen und die so entstandenen Geschichten haben sich bis heute erhalten. [..] Das Bild der mythischen Sibylle ist widersprüchlich, für die einen war sie eine Prophetin und anmutige Frau, für die anderen eine Zauberin im Bund mit dem Teufel [ist klar, für welche, liegt ja auf der Hand - Anm. Elsa], so daß einige Päpste [eben - Anm. Elsa] das Aufsuchen der Sibillini verboten. Auf jeden Fall bot sie genug Stoff für die Tannhäusersage und für Michelangelos Fresken in der Sixtinische Kapelle in Rom"
(aus: Die Marken. Unbekanntes Italien zwischen Adria und Appenin von Sattler/Tolkmitt).
So dass, wie die Schreiberin nicht umhin kann, sich einzugestehen, der Versuch der Annäherung an den geliebten Conero ebensogut und gleichzeitig der erste Schritt auf dem Weg hinauf zum Monte Sibilla sein könnte.
ElsaLaska - 21. Apr, 00:17