von Allegra >
ihr Blogeintrag hier.
Synthese:

ElsaLaska - 29. Apr, 23:44
In den USA sind bereits 80 Prozent der Völker einfach ausgestorben - und zwar recht plakativ: Die Stöcke sind schlicht leer. Keine Biene mehr da, auch keine toten. Sie sind zum Sterben hinausgeflogen und nicht mehr zurückgekehrt.
Edit: Das ginge auch schlecht, liebe Elsa. Also erst hinausfliegen, dann sterben und dann wieder zurückkehren.
Auch in Deutschland macht das Phänomen den Imkern zu schaffen, allgemeines Rätselraten, Verwunderung, "mysteriöses Bienensterben".
Daran ist ja erstmal gar nichts mysteriös, wer die Landschaft zuseucht mit Spritzmitteln, genmanipulierten Pflanzen, Handy-Sendestationen und natürlich der Klimakatastrophe und sechsspurigen Autobahnen, der braucht sich nicht wundern. Ich wollte eigentlich einen seriösen Eintrag dazu machen und Links setzen, daraufhin wurde ich aber so depressiv, dass ich erstmal "Tatort" schauen musste.
Also diese Bienen fliegen raus zum Sterben.
Ich hab heute eine Kamikaze-Biene im Pool gehabt. Ich hab sie rausgefischt, zum Trocknen auf ein Stück Styropor gelegt, sie putzte und sonnte und erholte sich - und fünf Minuten später stürzte sie sich wieder in den Pool.
Das ist nicht witzig. Ich steh kurz davor, den Scheißpool wieder zuzuschütten.
Da aber andererseits das Wasser knapp wird, habe ich entschieden, den Pool als Brauchwasserreservoir für Notzeiten erstmal beizubehalten.
Und es kotzt mich an, dass andere Leute die Welt verpesten bis zum Anschlag und ich mir ein schlechtes Gewissen mache, weil eventuell in meinem Pool Bienen ertrinken könnten.
Es kotzt mich an.
ElsaLaska - 29. Apr, 22:40
Mein Besuch reiste amtlich mit der "Göttlichen Komödie" von Dante im Gepäck an, um sich vor Ort quasi einzustimmen. Wir stellten fest, dass der gute Dante so ziemlich überall hier war und das auch dokumentiert hat. Er war übrigens auch in Portonuovo an der Kirche aus dem, ich glaube 10. Jahrhundert, und auch im Benediktinerkloster Fonte Avellana. Überall hat er eigentlich nur herumgemeckert, obwohl die relevanten Zeilen im Paradiso-Teil des Werkes stehen.
Das Kloster war ihm zum Beispiel zu verweltlicht, also dem Dante jetzt.
Das hat sich ja erfreulicherweise im Laufe der letzten 700 Jahre wieder ein bisschen verändert. Es wäre auch ein höchst bemerkenswerte Entwicklung gewesen, wenn sich die Welt zunehmend vergeistlicht und das Kloster weiter verweltlicht hätte.
Bei manchen Passagen fragt man sich auch, wie die Literaturwissenschaftler eigentlich drauf kommen, dass tatsächlich diese oder jene italienische Örtlichkeit gemeint ist.
Jedenfalls, als Itinerarium gibt die Göttliche Komödie nicht so wahnsinnig viel her. Was Inferno und Paradies betrifft, kann ich das natürlich nicht beurteilen, aber zumindest was Italien betrifft. Insofern würde ich vielleicht die Schlussfolgerung ziehen, dass Dante, wenn er schon im Bezug auf die Loci seines Heimatlandes so nachlässig war, vielleicht auch nicht gerade den großen Durchblick in der Hölle und dem Paradies geschoben hat.
ElsaLaska - 29. Apr, 22:38
Ich hab definitiv den Anschluss verpasst.
Gestern wollten wir einen aperitivo nehmen an einem hübsch gelegenen Strandbüdchen/Restaurant von Portonuovo, einem einmalig zauberschönen Fleckchen Erde, das Kap Arkona auf Rügen noch übertrifft, einmal weil es italienischer ist und zum zweiten, weil es neben den Kreidefelsen, die hier eine Bucht bilden, auch noch einen Wehrturm aus der Napoleonischen Zeit und eine romanische Kirche aus dem 11. Jahrhunder aufzuweisen hat. Alles direkt am Meer.
Und dieses Restaurant.
Ich wollte eigentlich nichts weiter als Nüsschen und ein Glas Prosecco, aber der Kellner erschien an unserem Tischchen draußen mit einer aperitivo-Karte. Gut, dachte ich, ein "Simmenthal di pesce dazu ein Glas Garofoli", das klingt kryptisch, das will ich haben. Simmenthal di pesce, wurde mir erklärt, seien Fischbäckchen vom Seeteufel und nocheinem anderen Fisch, den ich wieder vergessen habe, in einer Art Gelee mit Zwiebeln und Tomaten angerichtet und selbstverständlich superfresco.
Dazu gäbe es Brot und Olivenöl. Fein.
Dann kam also mein Simmenthal angerichtet in einer runden BLECHDOSE (wie eine geöffnete Thunfischdose (nur ohne Aufdruck), mit Zipper) und das Brot wurde in einer weißen Papiertüte serviert, die den Stempelaufdruck des Restaurants trug.
Es war alles superfrisch und das Olivenöl vom Feinsten, der Fisch sowieso, aber die Art und Weise der Präsentation hat mich zuerst verwirrt und dann in eine Krise gestürzt. Offensichtlich lebe ich hier hinterm Mond, was hippe Gastrotrends angeht. Ich hab auch schlicht nicht mit so einem Schnickschnack an der Strandbude gerechnet. Ich wollte einfach nur ein Glas Prosecco und Nüsschen.
ElsaLaska - 28. Apr, 10:41