Wann immer ich den Corriere aufschlage, wird die Titelseite beherrscht von dem neuesten Moped- oder Apeunfall. Immer sind es 18 oder 20jährige Jungs, die tödlich verunglücken. Meistens auch durch eigenes Verschulden. Außerdem beschäftigt gerade der "Ehren"-Mord an einer bildhübschen jungen Frau die Gazetten, wo er stattgefunden hat, hab ich vergessen. Sie sei keine gute Muslima gewesen, lautete die Begründung. Neben dem Artikel ist eine wunderschöne dunkelhaarige Frau mit großen schwarzen Augen in einem bauchfreien Top abgebildet. Also abgesehen davon, dass ich auch keine Freundin dieser bauchfrei-Mode bin, würde ich doch vielleicht gerne vorschlagen wollen, das abschließende Urteil eher Allah himself (dem Großen!) zu überlassen, wer gute Muslima oder guter Moslem ist. Das Konzept hat sich im Christentum jedenfalls gut bewährt, vor allem im Hinblick darauf, dass den Kandidaten the chance of a lifetime gegeben (und nicht nach 20 Jahren schon abrupt niedergemetzelt) wird - und ist meines Erachtens auch interkulturell und -religiös implementierbar.
ElsaLaska - 29. Jun, 23:17
ab Bologna gibt es eine spezielle Umleitung für euch in die Toskana, falls ihr nicht schon, was ich sowieso angebrachter fände, am Gardasee hängen bleiben wollt. Wenn man ein Restaurant mit circa 500 qm Terrassenlandschaft, einen Familienbetrieb, betritt, kann man umsitzende Gäste, wie es gute marchigianische Sitte ist, durchaus mit einem herzhaften "Buona sera!" begrüßen. Das ist hier so Standard. Danach muss man nicht missmutig wieder abziehen (obwohl ich das natürlich persönlich lieber gesehen hätte), nur weil zwei Italiener zehn Meter abseits ein etwas lauteres Tisch-Scheibenkegeln-Spiel am Spielautomaten spielen. Das Terrain bietet ungefähr 5 Mal soviel Platz wie eure Doppelgarage zuhause, dann setzt man sich eben an einen Tisch weiter abseits, einfach ohne dass einem der Besitzer hinterher rennen und dreimal bitten und Puderzucker in eure Hinterteile blasen muss. Daneben, wenn einem ein Terrassenrestaurant in dieser Größe, besetzt mit ungefähr 10 Italienern schon zu laut ist, sollte man vielleicht sowieso besser in Finnland Urlaub machen. Es ist nicht so, dass es mir nicht hin und wieder auch viel zu laut ist, aber dann sitze ich vielleicht auf 25 qm mit 150 Italienern, zehn Hunden und zwanzig Kleinkindern und hatte einen anstrengenden Tag voller italienischer Bürokratie und defekten Wasser-/Telefon-/DSL-Leitungen.
ElsaLaska - 29. Jun, 22:24
dieses Jahr mal wieder n i c h t den Bachmann-Preis verfolgen müssen/wollen, erhält 2007, und ich nehme mich einfach mal als Mehrheitengenerator, der kostbare Herr Schneck mit seiner Fortsetzungsgeschichte
Schwere Schlägerei im Atelier
und
Schwere Schlägerei im Atelier (2)
Warum?
Die penetrante Kleinschreibung stört zwar, aber ansonsten gemahnt das melting-pot-Setting "Atelier", also der geschlossene, hermetisch abgeschirmte Raum an Sartre, die Personage erinnert an eine Art "Kir Royal im Künstlermilieu", die Namensgebung ist fantastisch und Action gibt es auch.
ElsaLaska - 29. Jun, 22:06
als den hinduistischen Umgang mit der Zeit. Neben diesen
Wahnsinnskonzepten von Brahmas Tag (4,32 Milliarden Jahre) haben sie auch einen rein vom Mond regierten Kalender namens
Panchanga. Panchanga regelt so ziemlich alles und berücksichtigt auch günstige und ungünstige Zeitpunke, also kairos - Zeitqualität.
Und das allerbeste ist, jeden Tag gibt es drei Mal eineinhalb Stunden ausgewiesen, an denen es super ungünstig ist, überhaupt IRGENDWAS zu machen: Raghukalam, Yamagandam und Gulikai genannt. Ganz schlecht für alles, striktestens.
ElsaLaska - 28. Jun, 20:04
mit dem Klimawandel, dass wir nicht etwa absaufen oder gegrillt werden, sondern dass sich die Insekten gnadenlos vermehren und wir an allen möglichen Viruskrankheiten, übertragen von Monsterzecken und Trilliarden von Fliegen, eingehen.
Ein Haus auf dem Land ist ja eine wunderbare Sache, aber diese Insekten in all ihrer Vielfalt und Beharrlichkeit, das kann einem schon zermürben. Momentan bin ich in der Mürbephase, trotz Fliegengitter und aller möglichen Giftsprays. Nach der herbstlichen Invasion der grünen Stinkwanzen nun die Fliegenplage. Und die wechseln sich ja ab. Also rhythmisch. Es gibt jedes Frühjahr und jeden Herbst die Epidemie einer anderen Art, wohl, um es abwechslungsreicher zu gestalten.
Alleine an Spinnen! (Die allerdings ziemlich faul herumlungern und vielleicht mal eine Fliege alle paar Monate fangen): Es gibt Rennspinnen, fliegende Spinnen, hüpfende Spinnen, und diejenigen, die Netze weben, produzieren Spinnfäden, die unerhört zäh und reißfest sind. Dagegen habe ich dieses Jahr noch keine Kakerlaken entdecken können. Aber ich warte mal den Herbst ab - vielleicht ist heuer ein Kakerlakenzyklusjahr und sie kommen noch - in hellen Scharen ...
ElsaLaska - 28. Jun, 13:40