Anlässlich seiner Installation zum Erzbischof der Diözese Colombo, Sri Lanka, hat der ehemalige Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst ein paar Anmerkungen zur liturgischen Praxis zu machen. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, wie er darauf kommt, gewisse Missstände zu benennen - welcher Priester würde sich zu chaotischen Interaktionen hinreißen lassen, wenn der ehemalige Präfekt der Gottesdienstkongregatio bei ihm in der ersten Bank sitzt? - aber alleine das Produkt seiner nächtlichen Alpträume können sie ja nicht sein.
Besonders gut gefallen hat mir diese Stelle:
"Die sogenannten "Lobpreis"-Elemente sind während der gesamten Heiligen Messe nicht erlaubt. Unpassende und laute Musik, Händeklatschen, lange Einschübe und tänzerische oder pantomimische Einlagen , die die Nüchternheit und Ernsthaftigkeit der Zelebration stören. sind nicht gestattet. Es ist sehr wichtig, daß wir die kulturelle Sensibilität des srilankischen Volkes verstehen. Die Mehrheit um uns ist buddhistischen Glaubens, die einen von tiefer Ehrfurcht und Ernsthaftigkeit geprägten Kult pflegt. Auch Muslime und Hindus lassen in ihrem Kult keine chaotischen Interaktionen zu."
Oder hier:
"In einigen dieser para-liturgischen Feiern neigen die Menschen heutzutage zu extremer Geschwätzigkeit und Lautstärke. Gott spricht - wir hören zu; und dieses Zuhören braucht Stille und Kontemplation statt Kakophonie und exaltierten Aktionismus."
[via
mater amata]
ElsaLaska - 17. Okt, 20:27
Es ist schön zu sehen, dass die Konfessionen und Religionen in Spanien einträchtig sind.
"Vierzig Organisationen, darunter auch jüdische und muslimische Gruppen, sechshundert Busse, Flieger von den Kanarischen Inseln und ein "Zug für das Leben" aus Nordspanien sollten mehr als eine Million Menschen in die Hauptstadt bringen ...
Im Erzbistum Mérida-Badajoz wurde am Mittwoch erstmals eine interreligiöse Erklärung für den Schutz des Lebens vorgestellt. Der Generalvikar unterzeichnete gemeinsam mit dem Präsidenten des Evangelischen Rates von Extremadura, dem Oberrabbiner von Lissabon und dem Imam der Moschee von Badajoz ein Manifest, das Abtreibung als "grausame Tat" verurteilt und den Schutz des ungeborenen Lebens als zentrale gesellschaftliche Frage nennt."
aus der Tagespost von heute, Samstag, 17. Oktober 2009.
Sind eigentlich Gegendemos angekündigt? Eine Million Kreuze in den Manzanares, oder so?
ElsaLaska - 17. Okt, 17:12
Mein entnervter, fast mit Tränen garnierter
Bericht von der letzten katholischen Gemeinde"messe", vorgetragen Mamma, 76, evangelisch, unter besonderer Betonung der Zumutung, Kumba Ya zu Gehör bringen zu müssen, und ihre Reaktion:
"JesusMaria, so einen Schalavares zu veranstalten würde doch niemandem BEI UNS einfallen, das ist mal sicher."
Die Reaktion einer protestantischen Nacht(b)revierleserin per Mail:
"Kumba Ya ist mit der Abstand der schrecklichste Alptraum."
Fazit - und wir sollten das mal als internes Paper veröffentlichen: Kumba Ya besitzt mehr ökumenische Sprengkraft als die Tridentinische Messe.
Twitch of the mantilla to Thies Gundlach und meinen Gemeindepfarrer. Wer sagt es der kfd?
ElsaLaska - 16. Okt, 22:13
Jerusalem, 33 n. Chr, kurz vor Pessach.
Drei Kreuze auf Golgatha mit drei Delinquenten daran. Auf den mittleren hat die Menge es besonders abgesehen. Unter einem Himmel wie aus Granit würfeln Soldaten, steht eine kleine Gruppe weinender und trauernder Menschen, wütet der Pöbel. Der Sohn Gottes betet um Vergebung für ihre Sünden. Die Qualen sind kaum noch zu ertragen, das Blut läuft ihm in die Augen und blendet ihn, ein römischer Soldat hatte ihm mit einem Fausthieb die Nase gebrochen. Er kann nicht mehr atmen, hechelt durch den Mund. Die Zunge ist ausgedörrt, er hat unerträglichen Durst. Der Brustkorb hebt und senkt sich verzweifelt. Durch die ausgespannte Haltung am Kreuz sackt der ganze schmerzende, zerschundene und fast zerstörte Leib, an dem die Körperflüssigkeiten unkontrolliert hinablaufen, immer wieder in die Tiefe, überdehnt Sehnen, Bänder, Muskeln, lässt sie reißen. Ein durchbohrtes, blutiges Stück Fleisch - viel mehr ist nicht mehr übrig von dem, was einst die reinste Liebe auf dieser Erde war - immer noch ist, denn in diesen Stunden stirbt ein Unschuldiger, um uns von unseren Sünden zu erlösen.
Auftritt kfd, kdfb und missio. Sie ziehen unter Kumba Ya Gesang, Krügen mit Wasser, Bechern, lebhaft-fröhlichen afrikanischen Tüchern und der Bibel ein. Die Tücher werden etwas abseits platziert, damit kein Blut darauftropft, die Krüge mit Wasser werden im Kreis um das Kreuz mit Jesus Christus daran aufgestellt. Mutter Maria erhält ein Transparent in die Hand gedrückt, auf dem zu lesen steht:
"Wir verbinden uns in dieser Feier besonders mit den Frauen aus Nigeria. Wie leben Frauen mit Gewalt und Unfrieden? Wie gewinnen sie wieder Lebensmut? Woraus schöpfen wir Kraft?"
Nachdem sich die bunte Truppe gegenseitig versichert hat, dass Gott gegenwärtig, mitten unter uns sei, ermutigen sie Johannes, den Lieblingsjünger, zum Liedruf: "Der Herr ist nahe allen die ihn rufen!"
Vor der Lesung, die Begegnung Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen, kommt noch das Lied: "As a light God's word shines in the night".
"Zum Evangelium bleiben wir sitzen".
Nur einer wagt es, stehen zu bleiben. Es ist der römische Hauptmann, der erkannt hat, dass in diesen Minuten Gottes Sohn am Kreuz stirbt, hingerichtet durch Hass, Gleichgültigkeit, Lieblosigkeit.
Es folgt die Gabenbereitung, aber der Sohn Gottes ist - es ist die neunte Stunde - bereits gestorben. Der Vorhang im Tempel zerreißt.
Wir bitten den menschenfreundlichen Gott um Weltfrieden und die Einhaltung der Menschenrechte und um seine Solidarität mit den Frauen- und Friedensprojekten von missio.
Während Joseph von Arimathäa und Johannes den armen Leichnam vom Kreuz holen, notdürftig säubern und mit kostbarem Salböl bestreichen, bildet sich eine Kommunionschlange. Gleichgültig mampfend wird weggetreten.
Aus der zweiten Lesung ("Beim Evangelium bleiben wir sitzen") hat mir der Herr folgende Worte mitgeben wollen:
"Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen."
ElsaLaska - 16. Okt, 10:19