Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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Mein Beitrag zum Klimaschutzevent morgen im Vatikan

Peter Esser hat seinen Hund "Andy" auf die Petersdomkuppel projiziert.
Personalisiere dein persönliches vatikanisches Klimaschutzevent - photoshoppe deine Liebsten auf die Petersdomkuppel, zeig, was dir auf dem Herzen liegt, denn der Vatikan muss sich jetzt hauptamtlich um Pinguine und buddhistische Mönche kümmern, um das große Ganze zu überblicken! Darum bring dich ein, sei ein Teil der Bewegung:
Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!

pe_hund
hruotland (Gast) - 8. Dez, 08:28

Diese Geschichte mit der Petersdomkuppel, Pinguine usw.... - das ist doch hoffentlich nur ein Scherz von dir. Hahaha. Oder?

ElsaLaska - 8. Dez, 16:02

@hruotland

"Ein Teil meiner Antwort würde Sie verunsichern."
Pius (Gast) - 9. Dez, 09:59

"Weihnachten wird bei uns zum Affenzirkus", hat Franziskus kürzlich festgestellt. Wie Recht er hat, hat er gestern selben bestätigt - nicht einmal vor der Abbildung von Affen hat die skandalöse Light-Show am heiligsten Ort der katholischen Kirche Halt gemacht. Offenbar hat der Papst das mit dem "Affenzirkus" also gar nicht so kritisch gemeint...

Roma, Roma, convertere ad Deum tuum!

Marco Gallina (Gast) - 10. Dez, 13:07

Ich bin wohl zu rekationär. Oder zu sehr Italiener.

Ich habe vermutlich weniger als Katholik, als vielmehr als jemand, welcher der Kunst und Kultur – insbesondere meines Heimatlandes – zuneigt, ein deftiges Problem mit der Veranstaltung. Pinguine auf Michelangelos Marmor und zeitgeistige Botschaften auf den ewigen Statuen der Apostel sind für mich nur mit Magenschmerzen zu vertragen. Einige Projektionen rufen mir eher Knut den Eisbär in Erinnerung als die ewige Größe Roms, das im Papsttum und der katholischen Universalkirche fortbesteht.

Für Generationen, für Jahrhunderte haben fromme Pilger das Petrusgrab aufgesucht, sind auf Knien über die Straßen gen Sankt Peter gerutscht, haben sich in tiefstem Gebet geübt und Lasten und Leid auf sich getragen, um diesen Tempel des Herren zu besuchen, der mit all seiner Pracht ein Vorzeichen auf den Himmel darstellen sollte. Dieser heilige Ort, wo die frühen Christen ihre Toten in den Katakomben verscharrten, dieses Symbol der italienischen Kultur, an dem Bramante, Raffael, Michelangelo und Caravaggio wirkten. Dieser Puls der Ewigkeit, erhaben über jedwede zeitgeistige Wendung, die diese Kuppel, diesen Platz, diese Kolonnade nie erschüttern mochte.

Vielleicht sollte man es als Katholik nicht so ernst nehmen. Aber fürwahr: als Italiener, als Kunstkenner, als Liebhaber des Ewigen, das doch gerade „meine“ Kirche immer so eifrig verteidigt hat, diese Entehrung dieses Bodens – das treibt mir einen spitzen Pfahl ins Herz, der meine Seele bluten macht.

Orte haben eine Aura, eine Atmosphäre, eine Seele. Das ist der Grund, warum eine Kirche im Inneren sich anders anfühlt. Warum insbesondere Klöster auch still und besinnlich erscheinen, wenn niemand da ist. Warum in Kreuzgängen die Gelehrsamkeit aller Generationen fortlebt, die früher dort gegangen sind. Das ist der Unterschied zwischen Sakralität und Profanität. Das ist der Grund, warum wir uns in der Messe benehmen. Das ist der Grund, warum wir etwas in diesen Räumlichkeiten spüren, eine Reinheit, die unsere Vorfahren pflegten, und immer unverfälscht war.

Mich erschüttert es bis ins Mark, dass man nun mit „Bewahrung der Schöpfung“ argumentiert, sich dafür aber des Marmors und Stucks, der Statuen und der Kuppeln entkleidet, die doch selbst ein Teil jener kreativen menschlichen Schaffenskraft ist, die von Gott kommt, und die Gott uns gegeben hat, um ihn in diesen Symbolen zu preisen und zu ehren.

Es ist schlicht eine Entehrung, eine Beleidigung, eine Schändung zugunsten des Zeitgeistes. Das Jahr der Barmherzigkeit mag ich bei Hunden, Clownfischen und Pinguinen auf Michelangelos Kuppel nicht sehen. Zeigte man Michelangelo, zeigte man Zurbaran, zeigte man Raffael und ihre Madonnen auf der Kuppel und der Loggia, ich könnte damit leben.

Aber nein, so nicht. So nicht.

Goretti (Gast) - 10. Dez, 17:10

Bravo für diesen wunderbaren und tiefen Kommentar. So ist es. Der Mensch ist nicht einfach ein egalitärer Teil der Schöpfung, sondern zu seiner Krone berufen. Er soll die andere Schöpfung beherrschen. Hunde, Pinguine und Clownfische sind zur Ernährung des Menschen als ihres Herrn da, nicht zu ihrer eigenen heidnischen Vergottung ausgerechnet mithilfe des allerheiligsten Baus der Kirche. Das ist ein Sakrileg, das buchstäblich zum Himmel schreit. Ich hätte mir in meinem schlimmsten Alpträumen nicht ausmalen können, dass dieses der Stellvertreter Christi persönlich so anordnet.

Ich bin nur ein einfacher Gläubiger und kein Theologe und Kirchenrechtler. Kann einer aus deren Reihen einmal die bedrängende Frage beantworten: Kann Franziskus angesichts einer solch offenkundigen Häresie eigentlich noch als rechtmässiger Papst angesehen werden? Oder haben wir kirchenrechtlich eine Sedisvakanz?
Fidelis (Gast) - 10. Dez, 22:45

"Er soll die andere Schöpfung beherrschen."

Ja aber nicht herrschen wie Hitler, Stalin oder Mao geherrscht haben, sondern wie ein guter, weiser, barmherziger Herrscher, dem es um das Wohl derer geht, die ihm anvertraut wurden.

Gott will sicher nicht, dass wir seine Schöpfung aus hedonistischen Gründen rücksichtslos ausbeuten und vernichten.
clamormeus (Gast) - 10. Dez, 18:41

@Marco Gallina

Trifft!
Man muß nicht mal Italiener sein, um so zu empfinden ;-) .

Hinzu kommt das Datum. Was für ein billiges abstoßendes Spektakel, eine abgeschmackte Politpropaganda zu diesen Anlässen!


Stimmt, etwas Schönes könnte man kirchlicherseits gern projezieren, auf eine Leinwand oder eine weiße Mauer irgendwo vielleicht? Auf Kirchen bitte nicht und schon gar nicht auf diese.

ElsaLaska - 10. Dez, 19:07

@clamormeus @Marco

Lieber Marco,

ein wirklich interessanter Kommentar - ich kann Ihre Melancholie bestens verstehen, da ich schon sehr lange in Italien lebe, hinzu kommt, dass katholisch bin und mir zum Anlass der Eröffnung des außerordentlichen heiligen Jahres der Barmherzigkeit und noch dazu am Hochfest der Immacolata tatsächlich etwas anderes gewünscht hätte als dieses Spektakel auf der wichtigsten Kirche der Christenheit, der Grablege des Märtyrers und ersten Papstes oder besser ersten Bischofs von Rom, Petrus, zahlreicher Päpste und Heiliger.
Viele Dinge innerhalb dieses Narrativs zu "Fiat Lux" erschließen sich mir nicht, abgesehen davon, dass Naturbilder natürlich sehr schön sind - doch die Mannschaft von Borussia Dortmund? Warum hat man nicht wenigstens Juve genommen?
Scherz beiseite.
Lichtspiele sind etwas schönes, Naturfotografien auch. Aber nicht an diesem Ort und zu diesem Anlass. Und schon gar nicht gesponsert von der Weltbank.
Ich hoffe, die Verantwortlichen kommen irgendwie wieder zu Besinnung. Mehr kann ich dazu nicht sagen, mehr gibt es nicht zu sagen.
Marco Gallina (Gast) - 10. Dez, 20:46

@Elsa @Clamormeus @Goretti

Vielen Dank zuerst einmal für den freundlichen Zuspruch. Persönlich hatte ich bei mir am 8. Dezember die Madonna Immacolada von Zurbaran im Diarium aufgestellt. Für mich ein sehr schönes, harmonisches, und vielsagendes Bild. Man muss es nur deuten können.

Wobei man sich heute fragen sollte, wie politisch-korrekt die Darstellung einer christlichen Figur mit europäisch-blau-goldenem Sternenkranz ist, die auf einem Sichelmond steht. Böse Zungen könnten bei mir gar hintersinnige Anspielungen in diesen Tagen unseres gebeutelten Abendlands vermuten.

Umso verwunderter war ich über die Aktion, womöglich, weil es ja auch noch ein Feiertag ist, den man eben nicht als "Event" sondern eher ruhig begeht. Und da kommt - gemengenlagemäßig - bei mir eben viel hoch. Heute denken wir immer: wie werden unsere Nachkommen über uns denken? Ich stelle mir eher die Frage: wie würden unsere Vorfahren über uns denken?
Wenn ich dergleichen über dieses geschenkte Erbe aufgehen sehe, denke ich mir: was sind wir für undankbare Kinder.

Da ist mir zu viel Zeitgeist, zu viel Anbiederei, und wie Sie richtig mit der Bank erwähnen, Elsa: auch zu viele mir unappetitliche Hinterleute.


Aber gut, da es wohl nicht meine Italianità ist – hier sehe ich mich dann von clamormeus bestätigt – bin ich wohl einfach nur ein unverbesserlicher Reaktionär. ;)
ElsaLaska - 10. Dez, 21:04

Ich finde das eine gute Lösung. Damit können alle leben :-)

Tradidi (Gast) - 12. Dez, 20:51

Hier ist ganz gezielt und oberdreist eine unfassliche Schändung und Beleidigung ausgeführt worden, von laaaanger Hand netzwerkend vorbereitet (dazu gehört auch "Laudato si"). Die Wirkung - spirituell - ist dunkel, ja finsterschwarz. Das Spektakel von Licht, Farben, Bewegung, Großbilder in bunt, nichtchristlicher Symbolik und tönender Untermalung soll die angestrebte spirituelle Wirkung möglichst verbergen, jedoch ausgießen. Für das Gros der Welt (d.h. die Wahrnehmung der Massen) mag das so funktioniert haben, oberflächlich. Doch die mit diesem Ereignis real hervorgebrachte spirituelle Wirkung will die ganze Welt tiefer in den Bereich der Finsternis ziehen.

Leisten wir Sühne und Wiedergutmachung, und viel davon durch Anbetung, Lobpreis und Fasten. Wir stehen in einem geistigen Kampf, Licht gegen Finsternis, jeder muss sich entscheiden, für welche Seite er kämpft. Dazwischen gibt es nichts.
Mit Referenz zur Offenbarung, die Endzeit in der wir leben:
Wann wird der Gräuel der Verwüstung bis ins innerste Zentrum der Kirche vorgedrungen sein und die Abschaffung des immerwährenden Opfers (Eucharistie) hervorbringen?

Gottes Wort ist wahr und unveränderlich, die Schrift wird sich bis zum letzten Buchstaben erfüllen.

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cantare

Ich bin einfach hingerissen,
da ist so viel in diesem Monolog, von dem man oberflächlich...
ElsaLaska - 20. Aug, 19:55
Houellebecq ist ein sehr...
Wobei man jetzt keine Kristallkugel brauchte. Mir imponiert,...
Elsa (Gast) - 12. Aug, 17:50
Hui, das war aber ein...
Hui, das war aber ein wilder Ritt durchs Stadtbild...
NeonWilderness - 11. Aug, 23:45
Privet, fbtde!
Schön, von dir zu hören. Offenbar lebst du also auch...
ElsaLaska - 2. Aug, 10:27
Oha
Du lebst auch noch. Gut zu wissen!
fbtde - 2. Aug, 08:31

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