Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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ufficio

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Cari fratelli e sorelle,

wer hat sich diesen Moment nicht vorgestellt und ihn gefürchtet? Der Tag, an dem wir von unserem geliebten Heiligen Vater Abschied nehmen werden müssen. Würde er plötzlich kommen, bei welcher Alltagssituation würde uns die Nachricht vom natürlichen Tod, vielleicht sogar von einem Mordanschlag auf ihn, erreichen?
Nun ist alles ganz anders gekommen, und das auch noch an einem Rosenmontag.

Von allen Äußerungen, die ich heute gehört habe, kommen "Schock", der Bischof von Augsburg spricht von "epochalem Erschrecken" und "Trauer" meiner Gefühlslage noch am nächsten.
Warum Trauer? Ich sollte mich lieber freuen, dass er weiterleben wird, dass ihm der Signore vielleicht noch ein paar gute Jährchen gönnt, erfüllt mit Gebet und Lektüre.
Ich weiß es auch nicht. Ich komme mir vor wie eine Tochter, die ihren Vater, eine Enkelin, die ihren Großvater verloren hat. Und ich weiß, dass es unzähligen Menschen auf diesem Globus heute ähnlich geht.

Ich lebe manchmal nicht so gerne im 21. Jahrhundert, wenn ich mich umschaue, wie es so auf dem Globus bestellt ist. Aber wir hatten die große Ehre und Freude, für wenige, kostbare Jahre einen der weisesten, gütigsten und demütigsten Päpste erleben zu dürfen, von dem die Kirchengeschichte zu berichten weiß.

Grazie mille, papa dolcissimo.

[Heute Abend um 21.30 Uhr versammeln sich die Gläubigen Roms auf dem Petersplatz, um für Benedikt zu beten.]

PAPA_08_super
fbtde - 11. Feb, 18:45

Als ich heute morgen davon hörte, habe ich gleich an Elsa gedacht. Ich bin über seine Entscheidung nicht traurig, kann aber sehr gut verstehen, dass es viele Menschen sind. Ich halte es für ein gutes, sehr menschliches Zeichen: Wenn es gut kommt, hat er noch etwas Zeit für sich, und die gönne ich ihm von Herzen.
Ich wünsche mir, dass sein Nachfolger ein Papst wird, der weniger die Strenge des Lehrers, sondern mehr die Herzlichkeit des Glaubens, so wie ich sie in den letzten Wochen oft in der katholischen Kirche erleben durfte, verkörpert.
Ich bin ganz sicher mit vielem nicht einverstanden, was er an Auffassungen vertritt, aber kann gut nachfühlen, dass viele katholische Glaubensgeschwister ihn als wichtige Identifikationsfigur in ihrem Leben sehen. Viel Glück, Exzellenz!

ChB (Gast) - 11. Feb, 18:54

Meine Gefühlslage ist ganz ähnlich.

TheAdmiral - 11. Feb, 20:23

Ich habe meine Gemütslage auf introiboadaltare.blogspot.com gepostet.

Ansonsten: trinken wir an jedem Abend des Konklaves einen Wein zusammen?

Il capitano - 11. Feb, 20:31

Ich muss mich entschuldigen. Das Konklave fällt ausgerechnet in die Zeit meiner Abwesenheit von der Zivilisation.

Nun ja, vielleicht ist es besser so, nicht allzuviel mitzubekommen. Für mich wird es wohl noch eine sehr lange Zeit so sein, dass ich den gütigen, bescheidenen Benedetto vor mir sehen werde, wenn das Wort Papst fällt ... :-/
Gast (Gast) - 12. Feb, 08:02

Wein trinken in der Fastenzeit?

Ich denke, uns einfachen Katholiken würde es besser anstehen, stattdessen beharrlich und inständig für eine gute Wahl zu beten ggf. verbunden mit fasten.
TheAdmiral - 12. Feb, 10:24

Jeder möge doch bitte sein Fastenopfer selbst bestimmen.

Außerdem: wenn ich Wein trinke fällt das Gebet aus? Komische Logik!
Gast (Gast) - 12. Feb, 13:46

Ich denke, alles hat seine Zeit: Es gibt Zeiten des Weintrinkens aber auch Zeiten des Betens oder des Fastens.
Beten beim geselligen Weintrinken finde ich eine sehr merkwürdige Vorstellung...
Theist (Gast) - 12. Feb, 14:24

Auch meine Gemütslage ist momentan ganz unten, ich kann es noch gar nicht richtig fassen.
@Gast: Es gibt doch auch ein geselliges Beten, warum nicht dabei Weintrinken?
(Bei den Evangelischen trinken übrigens die Gläubigen den Wein, während sie nebeneinander vor dem Altar stehen ...)
Gast (Gast) - 13. Feb, 13:10

@THEIST und @THEADMIRAL

Auch auf die Gefahr hin, hier als Spaßverderber wahrgenommen zu werden:
Der Genuss von Alkoholika während des Betens (= Anrufung GOTTES) hat keine christliche oder auch biblische Grundlage!
Auch der HERR selbst empfiehlt vielmehr Beten und Fasten, um nicht in Versuchung zu fallen – hat es ja auch selbst so gehalten.
Der eher symbolische Konsum eines Schluckes „Wein“ (nach lutherischen Verständnis in Wirklichkeit das Blut CHRISTI) beim evangelischen Abendmahl ist doch auch allein von der Menge her nicht mit dem Genuss von mind. einem Viertel Liter Wein (oder mehr) in geselliger Runde zu vergleichen!
Ich denke, es stünde auch uns einfachen Katholiken gut an, in diesen schwierigen und entscheidenden Wochen für unsere Kirche dieselbe und insbesondere das Konklave in gleicher Weise wie die über 80jährigen nicht mehr direkt papstwahlberechtigten Kardinäle mit unserem Gebet zu begleiten und zu unterstützen, statt abends beim Wein oder ähnlichen Alkoholika in der Rolle des besserwisserischen Zuschauers zu gerieren – zumal das auch noch in die Fastenzeit fällt.
Ich verabschiede mich mit dieser Wiederholung meiner Kritik vorerst sowohl als Leser als auch als Kommentator aus den Blogs etc. – das gehört für mich auch zu meinem persönlichen Fasten in diesem Jahr.
Il ubriaco (Gast) - 13. Feb, 13:23

So Jungs,

wir sind unter uns, die Flaschen und Gläser auf den Tisch! *korkenzieherzückt*
Imrahil (Gast) - 13. Feb, 13:36

Es stünde einfachen Katholiken vor allem gut an, das Moralisieren in bezug auf erlaubte Genüsse zu unterlassen. Auch während der Fastenzeit, die verpflichtet nämlich exakt und genau zum Fasten und zur Abstinenz (vom Fleisch, nicht vom Alkohol) am Aschermittwoch und Karfreitag sowie dazu, in irgendeiner Weise als Bußzeit begangen zu werden. Der Rest ist dem freien Willen des Gläubigen überlassen. Gell.

Gleichermaßen ist mir schleierhaft, wieso Du so insinuierend "Anrufung Gottes" in Großbuchstaben schreibst, als ob irgendjemand der angesprochenen nicht wüßte, daß das Gebet die Anrufung Gottes ist, und unterschwellig als ob Gott entgegen aller Beteuerungen doch irgendetwas gegen den Alkohol hätte, den er geschaffen hat.

Schreibt übrigens jemand, der sich tatsächlich eine gewisse Einschränkung (wie genau, wird im Laufe des heutigen Tages oder morgen festgelegt und bis dahin gibt es gar keinen) des Alkoholgenusses auferlegen wird.
Stefan H. (Gast) - 11. Feb, 20:36

Unwirklich

Irgendwie kann ich diesen Rücktritt noch gar nicht fassen. Was muss da wohl hinter den Kulissen geschehen sein? Wenn man den Medien glauben kann, war es wohl eine sehr einsame Entscheidung.

Fidelis (Gast) - 11. Feb, 20:59

Hat mich auch geschockt diese Nachricht, obwohl ich nicht katholisch bin. Finde es irgendwie sehr schade, dass er geht.

Was ich nicht so ganz verstehe ist, dass Johannes Paul II. doch jahrelang körperlich in einem viel schlechteren Zustand war als Benedikt und trotzdem hat er die Kirche noch geleitet.

Andreas (Gast) - 11. Feb, 21:17

Grüß Gott, Fidelis!

Nun ja, von "Kirche leiten" wird man in der letzten Phase des Ponitifikats des sel. Johannes Paul II. womöglich kaum mehr sprechen können, zumindest in administrativer Hinsicht (das Zeugnis eines leidenden Papstes ist natürlich auch ein Akt der (An-) Leitung für die Gläubigen).

Benedikt aber war damals Zeuge dieses Prozesses, und ich denke, so manche seiner Einlassungen später zu der Möglichkeit eines Rücktritts rühren auch aus der damaligen Erfahrung - und aus dem Wissen, daß das Charisma dieses sehr eigenen Zeugnisses nicht beliebig wiederholt werden kann, sondern Antwort auf einen besonderen Ruf Gottes ist.

Benedikt sieht seine letzte Aufgabe, seinen letzten Dienst an der Kirche im Gebet für die Kirche, derweil sich ein Nachfolger zusätzlich der Administration annehmen soll. Auch das mag die Antwort auf einen Ruf Gottes sein; so schwer es uns jetzt auch fällt, die Vorgänge anzunehmen.

Nicht vergessen sei: Dank Dir, Elsa, für den obigen Beitrag, der viele Saiten in mir zum Schwingen bringt!
I.S.K. (Gast) - 12. Feb, 09:19

ich heule mit, danke für deinen tollen Text


thysus - 12. Feb, 09:42

Wer ist da nicht berührt! Doch unser Papst handelt klug. Wir dürfen dankbar sein, dass dieser liebenswerte Vater uns (und sich) davor bewahrt, Zeugen eines u.U. erniedrigenden Zerfalls zu werden, von einer schadenfrohen Öffentlichkeit gnadenlos ans Licht gezerrt und seziert.

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Ich bin einfach hingerissen,
da ist so viel in diesem Monolog, von dem man oberflächlich...
ElsaLaska - 20. Aug, 19:55
Houellebecq ist ein sehr...
Wobei man jetzt keine Kristallkugel brauchte. Mir imponiert,...
Elsa (Gast) - 12. Aug, 17:50
Hui, das war aber ein...
Hui, das war aber ein wilder Ritt durchs Stadtbild...
NeonWilderness - 11. Aug, 23:45
Privet, fbtde!
Schön, von dir zu hören. Offenbar lebst du also auch...
ElsaLaska - 2. Aug, 10:27
Oha
Du lebst auch noch. Gut zu wissen!
fbtde - 2. Aug, 08:31

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