"Wir machen aber keine Politik, sondern Journalismus."
Markus Reder schreibt für die aktuelle Ausgabe der Tagespost einen weiteren Kommentar zur Weltbild-Debatte, in dem er eine grundlegende Aufarbeitung des Falles fordert.
>>Will man die Glaubwürdigkeit der Kirche nicht vollständig im Weltbild-Sumpf versenken, ist eine detaillierte Prüfung der Vorgänge und Verantwortlichkeiten unumgänglich. Die Frage ist nur: Wird eine solche Prüfung wirklich unabhängig erfolgen? Einigen Bischöfen schwebt eine Untersuchung des Weltbild-Skandals unter der Leitung des Sekretärs der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer SJ, vor. Das wäre nur peinliches Theater, das für die katholische Öffentlichkeit leicht zu durchschauen ist.<<
Zur Kritik an der Kritik, die gegenüber Hw. Pater Langendörfer vorgebracht wird, merkt er an:
>>Kritikern, die darauf hinweisen, die Rolle des Sekretärs der deutschen Bischofskonferenz in der „Causa Weltbild“ sei zu überprüfen, wird vorgehalten, sie schössen sich gezielt auf seine Person ein. Das trifft nicht zu. Bei Weltbild hat offensichtlich nicht nur einer mitgespielt. Das ist längst klar. Doch wer die Fakten zur Kenntnis und auch ernst nimmt, kommt nicht umhin, nach der Rolle des Sekretärs der Bischofskonferenz zu fragen.
Es sei politisch unklug, das in dieser Deutlichkeit zu formulieren, ist zu hören. Mag sein. Wir machen aber keine Politik, sondern Journalismus. Und eine Kirche, die ehrliche Worte aus den eigenen Reihen und belegbare Kritik nicht ertragen kann, soll sich dann bitte auch ihre Sonntagsreden über die Bedeutung der Medien sparen. Was hat man den säkularen Medien nicht Respekt gezollt, als sie halfen, den Missbrauchsskandal aufzudecken. Jetzt sollen katholische Journalisten lieber leise sein, wo es in der Kirche erneut zum Himmel stinkt? Verkehrte Welt!<< Ganzer Kommentar von Markus Reder nachzulesen hier.
Eventuell könnte es auch daran liegen, dass beim Missbrauchsskandal Angehörige des - vom Missbrauchsskandal selbst gebeutelten - Jesuitenordens aktiv an der Offenlegung und Aufklärung in den Medien beteiligt waren. Wir hörten dazu von Pater Mertes, dass die Kirche ihre Einstellung zur Homosexualität überprüfen müsse. Hier nun geht es um die schon lange überfällige Überprüfung eines Verlages, bei dem man scheinbar ebenfalls mal die Haltung der Kirche neu justieren müsste - und zwar müsste ein glasklares Zeichen gegen die herabsetzende Darstellung von Frauen bzw. der Herabwürdigung der menschlichen Sexualität zu schierem Konsumgut erfolgen.
Dies dient natürlich keinerlei kirchenpolitischen Zielen, sondern ist seit jeher selbstverständliche katholische Lehre, weshalb diese Justierung auch insbesondere leicht fallen sollte, somit wohl eher den Charakter einer neuen Akzentierung hätte. Ich frage mich deshalb: Wo ist eigentlich das Problem, mit dem Fall vernünftig, solide und im Interesse aller Beteiligten (und damit meine ich alle) umzugehen?
>>Will man die Glaubwürdigkeit der Kirche nicht vollständig im Weltbild-Sumpf versenken, ist eine detaillierte Prüfung der Vorgänge und Verantwortlichkeiten unumgänglich. Die Frage ist nur: Wird eine solche Prüfung wirklich unabhängig erfolgen? Einigen Bischöfen schwebt eine Untersuchung des Weltbild-Skandals unter der Leitung des Sekretärs der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer SJ, vor. Das wäre nur peinliches Theater, das für die katholische Öffentlichkeit leicht zu durchschauen ist.<<
Zur Kritik an der Kritik, die gegenüber Hw. Pater Langendörfer vorgebracht wird, merkt er an:
>>Kritikern, die darauf hinweisen, die Rolle des Sekretärs der deutschen Bischofskonferenz in der „Causa Weltbild“ sei zu überprüfen, wird vorgehalten, sie schössen sich gezielt auf seine Person ein. Das trifft nicht zu. Bei Weltbild hat offensichtlich nicht nur einer mitgespielt. Das ist längst klar. Doch wer die Fakten zur Kenntnis und auch ernst nimmt, kommt nicht umhin, nach der Rolle des Sekretärs der Bischofskonferenz zu fragen.
Es sei politisch unklug, das in dieser Deutlichkeit zu formulieren, ist zu hören. Mag sein. Wir machen aber keine Politik, sondern Journalismus. Und eine Kirche, die ehrliche Worte aus den eigenen Reihen und belegbare Kritik nicht ertragen kann, soll sich dann bitte auch ihre Sonntagsreden über die Bedeutung der Medien sparen. Was hat man den säkularen Medien nicht Respekt gezollt, als sie halfen, den Missbrauchsskandal aufzudecken. Jetzt sollen katholische Journalisten lieber leise sein, wo es in der Kirche erneut zum Himmel stinkt? Verkehrte Welt!<< Ganzer Kommentar von Markus Reder nachzulesen hier.
Eventuell könnte es auch daran liegen, dass beim Missbrauchsskandal Angehörige des - vom Missbrauchsskandal selbst gebeutelten - Jesuitenordens aktiv an der Offenlegung und Aufklärung in den Medien beteiligt waren. Wir hörten dazu von Pater Mertes, dass die Kirche ihre Einstellung zur Homosexualität überprüfen müsse. Hier nun geht es um die schon lange überfällige Überprüfung eines Verlages, bei dem man scheinbar ebenfalls mal die Haltung der Kirche neu justieren müsste - und zwar müsste ein glasklares Zeichen gegen die herabsetzende Darstellung von Frauen bzw. der Herabwürdigung der menschlichen Sexualität zu schierem Konsumgut erfolgen.
Dies dient natürlich keinerlei kirchenpolitischen Zielen, sondern ist seit jeher selbstverständliche katholische Lehre, weshalb diese Justierung auch insbesondere leicht fallen sollte, somit wohl eher den Charakter einer neuen Akzentierung hätte. Ich frage mich deshalb: Wo ist eigentlich das Problem, mit dem Fall vernünftig, solide und im Interesse aller Beteiligten (und damit meine ich alle) umzugehen?
ElsaLaska - 16. Nov, 19:19
Gefährliche Frage
Weil der Weltbild-Skandal nur ein Symptom ist!!! Weil die gründliche Aufarbeitung sehr wahrscheinlich Strippenzieher-Strukturen an den Tag legt, vor denen uns schauert.
Das ist aber schon besprochen worden, auch in "Die Tagespost".
Ich flüchte mich in die Medizin. Die Patientin hat ständig Kopfschmerzen. Aspirin hilft nicht mehr. Stärkere Schmerzmittel müssen eingeworfen werden. Dieses unsinnige Verhalten schützt immerhin vor einer Diagnose, die bitter sein könnte. Die erfordert, dass eine schwere Operation umumgänglich ist...Doch ohne diese nicht ungefährliche Operation schreitet diese Krankheit weiter fort...
Ich liebe Markus Reder, rein platonisch, von ganzem Herzen. Aus wirklicher Liebe zur Kirche stellt er die kritischen Fragen, fordert Aufklärung, die sachgerechte Behandlung. Schade, dass wir nicht mehr katholische Journalisten von seinem Schlage haben...
@Cuppa
Also ich finde schon...;-)