Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

elsalaska[at]tiscali[punkt]it

ufficio

Du bist nicht angemeldet.

Die Existenz des Volkes Israel als Gottesbeweis.

Neben dem ontologischen, dem teleologischen, dem kosmologischen und moralischen Gottesbeweis kennt die Theologie (des 20. Jahrhunderts) den Gedanken, dass das Überleben des Volkes Israels nach zweitausend Jahre voller Verbannung, Zerstreuung und letztlich nach der Shoah, - also nach Ereignissen, die jedes andere kleine Volk längst in die endgültige Auslöschung getrieben hätten - die Existenz Gottes bezeuge.
Eng damit verbunden ist auch die so genannte "Theologe nach Auschwitz", die spannenderweise in Form eines jüdisch-christlichen Dialogs stattfand und stattfindet, zunächst auf die Inititave von einzelnen Personen zurückgehend, dann immer weitere Kreise ziehend.HIer sind vor allem auf jüdischer Seite Robert Raphael Geis, Schalom Ben-Chorin und Pinchas Lapide zu nennen, auf katholischer Seite Johann Baptist Metz, Gertrud Luckner und der evangelische Theologe Friedrich-Wilhelm Marquardt, meistenteils kritisiert oder schlicht ignoriert von seinen Kollegen. Seine Antwort auf die Frage "Wo war Gott in Auschwitz? Wie konnte er das zulassen?" ist eine Gegenfrage: "Wie konnten wir das zulassen ist die einzige Frage, die gilt, wenn Gott noch lebt und gerecht ist in seinem Schweigen."
Marquardt empfahl den Christen letztlich, nach Gott zu schreien und sich neben Israel zu stellen.

Ein anderer Name verdient hier unbedingt Erwähnung: Emil Ludwig Fackenheim, ein Schüler Martin Bubers, und sein Postulat, dass Denken die Form des Widerstandes annehmen muss, die Widerstand als eine ontologische Kategorie begründet.
"In einer Unwelt, dessen einziges und äußerstes Charakteristikum ein System von Demütigung, Folter und Mord war, ist das Bewahren eines Zipfels von Menschlichkeit durch die Opfer nicht nur die Basis des Widerstands, sondern bereits ein Teil von ihm. In einer solchen Welt . . . muss Leben nicht erst geheiligt werden: es ist bereits heilig. Hierin liegt die Definition von Widerstand, nach der wir so lange suchten." (Aus dem verlinkten Artikel von Christoph Münz).
scipio (Gast) - 29. Jul, 14:02

Zeig mir die Hethiter in NYC

In der englischen Fassung von Walker Percy lautet das so:

"Why does no one find it remarkable that in most world cities today there are Jews but no one single Hittite even though the Hittites had a great flourishing civilization while the Jews nearby were a weak and obscure people?

When one meets a Jew in New York or New Orleans or Paris or Melbourne, it is remarkable that no one considers the event remarkable. What are they doing here? But it is even more remarkable to wonder, if there are Jews here, why are there not Hittites
here?

Where are the Hittites? Show me one Hittite in New York City."

(vgl. http://www.nd.edu/~ganders2/Genesis/Percy_and_Jews.pdf)

Jordanes (Gast) - 29. Jul, 16:41

Das Volk der Israeliten existiert nicht mehr. 10 der 12 israelitischen Stämme sind schon beim Untergang des Nordreichses Israel untergegangen. Die Judäer zur Zeit Jesu waren nur ein Stamm dieses Volkes. Nach den zwei Aufständen gegen die römische Besatzungsmacht in Palästina, wurden die Judäer in Massen getötet und vertrieben. Die Judäer sind über die ganze Welt versprengt worden, die meisten wurden christianisiert oder später muslimisiert. Als "Volk" haben die Judäer (die sich dann Juden nannten) nie mehr gelebt, sie haben sich in ihren jeweiligen Einwanderungsländern mit dem Einheimische vermischt und haben teilweise die europäische Kultur mitgeprägt. Das Jiddisch ist zum Beispiel eine westgermanische Sprache mit slawischen und semitischen Einflüssen, da ging alles ineinander über. ;)

Die heutigen Juden sind eigentlich kein Volk (und vorallem nichtdas Volk Israel), sondern eine Religionsgemeinschaft, die den Glauben der antiken Israeliten übernommen haben.

Als Christ kann ich auch nicht zustimmen, daß die Verleugnung von Jesus Christus als Erlöser der Menschen ein Beweis für die Existenz Gottes ist. Ist es nicht viel eher der Teufel, der nicht möchte, daß wir Menschen durch die Annahme Christi die Sünde überwinden?

Mit freundlichen Grüßen

Jordanes

Verlinkt

Danke, @Elsalaska, für den Hinweis!

Ich habe das zum Anlass genommen, Deinen Blogbeitrag und zwei andere in besagtem Natur-des-Glaubens-Beitrag empfehlend zu verlinken.

http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/phanomene/2008-10-03/das-berleben-des-judentums-als-ph-nomen-der-religionsgeschichte

Herzliche Grüße!

Michael

Trackback URL:
https://elsalaska.twoday.net/stories/5091596/modTrackback

cantare

Ich bin einfach hingerissen,
da ist so viel in diesem Monolog, von dem man oberflächlich...
ElsaLaska - 20. Aug, 19:55
Houellebecq ist ein sehr...
Wobei man jetzt keine Kristallkugel brauchte. Mir imponiert,...
Elsa (Gast) - 12. Aug, 17:50
Hui, das war aber ein...
Hui, das war aber ein wilder Ritt durchs Stadtbild...
NeonWilderness - 11. Aug, 23:45
Privet, fbtde!
Schön, von dir zu hören. Offenbar lebst du also auch...
ElsaLaska - 2. Aug, 10:27
Oha
Du lebst auch noch. Gut zu wissen!
fbtde - 2. Aug, 08:31

attenzione

la bocca

 

About Elsa
All time favourites
Best of Benedict XVI
Blogozesanes
Breviarium Romanum
Christenverfolgung
Cooperatores veritatis
Deutschland pro Papa
Deutschland-Blog
Die Blognovela
Disclaimer
Dossier UR-FRÖDS
Eat Love Pray
Elsa fragt-Leser antworten
Gastbeiträge
Gebetszettel
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren