Ist es nicht eher christlich deutliche Worte zu finden. Ich lese grad viel Bloy. Zola nennt der nur den Pyrenäen-Kretin, und das ist noch eine eher harmlosere Invektive.
christian (Gast) - 12. Jun, 10:26
Mir schwirrt der Kopf, nachdem ich jetzt den ganzen Artikel gelesen haben. Auch nicht schlecht: Mixa wirft er "vordemokratisches Verhalten" vor. Kann sich nicht einmal jemand derjenigen annehmen, die eine demokratische Kirche fordern, und ihnen ruhig und sachlich erklären, dass sie sich da ziemlich auf dem Holzweg befinden. Man hat ja fast den Eindruck, als würde für sie die Hl. Dreifaltigkeit ein deliberatives Diskurs-Gremium darstellen.
Scharf auch, mit welchem Argument Dekan Haug das Tragen von Priesterkleidung ablehnt: "Er selbst trage keine Priesterkleidung, weil sie für ihn nicht passe, wie er Kirche verstehe. Eine Beamtenkleidung schaffe Distanz und gebe vor, dass jemand etwas ist; wir sollten aber als Menschen Menschen begegnen." So, als ob Priesterkleidung daran hindere, anderen auf "gleicher Augenhöhe" zu begegnen, und nicht die Mentalität, die in dieser Kleidung steckt. Das ist doch barer Unfug.
Ja, da fehlt es einfach an allem.
An sämtlichen einfachsten Grundlagen über das Wesen der Kirche, an den einfachsten Aussagen, die man im Kinderkatechismus nachlesen könnte, dem grundlegendsten Wissen über die von Jesus Christus eingesetzte Kirche (falls die überhaupt geglaubt wird von den Herren), absolut arm.
Aber wohl symptomatisch.
Imrahil (Gast) - 12. Jun, 11:37
Der Mensch soll sich doch einfach mal am Sonntagabend in einen der einschlägigen Züge der Deutschen Bahn setzen und einen von den Leuten, die da in diesen komischen grüngefleckten Anzügen mit Pizzabäckerhaube herumlaufen, fragen, warum er sich nicht Jeans und T-Shirt anziehe.
Weil's praktischer ist? Sicher.
Weil ihr Arbeitgeber schlauerweise anordnet, daß sie das in ihrer Anlernzeit noch gar nicht dürfen, wodurch das eine Auszeichnung ist? Mag auch ein Grund sein.
Vor allem aber wohl weil man zu dem stehen will, was man ist und tut. Es ist nämlich ein Bedürfnis, zu dem zu stehen, was man ist und tut.
Soviel zum Thema Priesterkleidung.
Imrahil (Gast) - 12. Jun, 11:52
Das mit der "gleichen Augenhöhe" ist natürlich auch so'n Ding. "Augenhöhen" sind nämlich vollkommen uninteressant. Der Priester ist charakterisierter Spezialamtsträger und es kann nicht schaden, wenn er das nicht verbirgt. Was die Art und Weise, wie er mit seinen Schäfchen spricht, angeht, möchte ich ihm gerne alle Freiheiten offenlassen. In Einzelfällen darf er von mir aus auch ruhig mal jemanden herabkanzeln. (Und hinterher mit ihm ein Weißbier trinken. Das sage ich jetzt nicht, weil Priester öfters Leute herabkanzeln oder ihren, tatsächlich vorhandenen, höheren Rang in Szene setzen sollten. Bloß um klarzustellen, daß das nicht die Sünde ist, für die es für gewöhnlich gehalten wird.) Bloß bitte immer freundlich, und niemals anbiedernd.
Übrigens ein kleiner Wunsch an unsere Priester: Reitet doch nicht so darauf herum, daß ihr genauso Sünder seid wie wir. Ich möchte gar nicht bezweifeln, daß ihr Sünder seid, zumindest nicht wenn ihr es sagt-:), aber ihr werdet aus dem Kreis der würdigen Männer der Diözese ausgewählt und empfangt laut Theologie bei der Weihespendung selbst noch einen eigenen Zuschuß an heiligmachender Gnade.
christian (Gast) - 12. Jun, 13:34
Ja, leider symptomatisch. Ursachen? Meine Vermutung: Einerseits äußere Gründe, der Spott, der Katholiken gerne Rückständigkeit attestiert; andererseits innere Gründe, wie mangelnde institutionelle Rückendeckung. Mir fällt doch auf, dass nicht wenige Konvertiten eine erfrischend klare Sprache sprechen, wohingegen nicht wenige Stammkatholiken, auch Priester, eher ängstlich und seltsam verquast rumdrucksen.
Das Ablegen der Priesterkleidung sehe ich in der Tat als Zeichen mangelnder Identifikation. Kleidung ist ja auch Kommunikation. Botschaft der Priesterkleidung? Für den, der sie trägt: ein äußeres Zeichen für seine innere Disposition, Gott zu seinem Erbteil gewählt zu haben. Derzeit ist der Sinn von äußeren Zeichen - dass sie innere Haltungen begünstigen können - ja ziemlich verblaßt. Ein Priester kann sich, soll sich ruhig als etwas Besonderes (Abgesondertes) empfinden, das muß ja nicht in einen kindischen Standesdünkel ausarten, was es ja nur bei eher unreifen und ungefestigten Charakteren tut. Für mich als Laien ist es doch zumeist schön, einen Priester auf der Straße als Priester zu erkennen, dessen Kleidung mich daran erinnert, dass es noch mehr gibt als die (stumpfsinnige) Geschäftigkeit, der ich mich grade widme.
Deutliche Worte
Scharf auch, mit welchem Argument Dekan Haug das Tragen von Priesterkleidung ablehnt: "Er selbst trage keine Priesterkleidung, weil sie für ihn nicht passe, wie er Kirche verstehe. Eine Beamtenkleidung schaffe Distanz und gebe vor, dass jemand etwas ist; wir sollten aber als Menschen Menschen begegnen." So, als ob Priesterkleidung daran hindere, anderen auf "gleicher Augenhöhe" zu begegnen, und nicht die Mentalität, die in dieser Kleidung steckt. Das ist doch barer Unfug.
An sämtlichen einfachsten Grundlagen über das Wesen der Kirche, an den einfachsten Aussagen, die man im Kinderkatechismus nachlesen könnte, dem grundlegendsten Wissen über die von Jesus Christus eingesetzte Kirche (falls die überhaupt geglaubt wird von den Herren), absolut arm.
Aber wohl symptomatisch.
Weil's praktischer ist? Sicher.
Weil ihr Arbeitgeber schlauerweise anordnet, daß sie das in ihrer Anlernzeit noch gar nicht dürfen, wodurch das eine Auszeichnung ist? Mag auch ein Grund sein.
Vor allem aber wohl weil man zu dem stehen will, was man ist und tut. Es ist nämlich ein Bedürfnis, zu dem zu stehen, was man ist und tut.
Soviel zum Thema Priesterkleidung.
Übrigens ein kleiner Wunsch an unsere Priester: Reitet doch nicht so darauf herum, daß ihr genauso Sünder seid wie wir. Ich möchte gar nicht bezweifeln, daß ihr Sünder seid, zumindest nicht wenn ihr es sagt-:), aber ihr werdet aus dem Kreis der würdigen Männer der Diözese ausgewählt und empfangt laut Theologie bei der Weihespendung selbst noch einen eigenen Zuschuß an heiligmachender Gnade.
Das Ablegen der Priesterkleidung sehe ich in der Tat als Zeichen mangelnder Identifikation. Kleidung ist ja auch Kommunikation. Botschaft der Priesterkleidung? Für den, der sie trägt: ein äußeres Zeichen für seine innere Disposition, Gott zu seinem Erbteil gewählt zu haben. Derzeit ist der Sinn von äußeren Zeichen - dass sie innere Haltungen begünstigen können - ja ziemlich verblaßt. Ein Priester kann sich, soll sich ruhig als etwas Besonderes (Abgesondertes) empfinden, das muß ja nicht in einen kindischen Standesdünkel ausarten, was es ja nur bei eher unreifen und ungefestigten Charakteren tut. Für mich als Laien ist es doch zumeist schön, einen Priester auf der Straße als Priester zu erkennen, dessen Kleidung mich daran erinnert, dass es noch mehr gibt als die (stumpfsinnige) Geschäftigkeit, der ich mich grade widme.