Sicherheitspolitik und Medien(un)wirksamkeit
>>Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich weniger Auslandseinsätze der deutschen Streitkräfte. Lieber möchte man mit Diplomatie und Geld unterstützen. Nett gedacht, aber nicht immer machbar. Mit wem wollte man in Somalia verhandeln? Wem würde man dort Geld in die Hand geben? Das Land ist völlig zerrissen, in jedem Landesteil herrscht nach Gutdünken eine andere Miliz und die Hauptstadt wird von kenianischen Truppen gehalten, sonst wäre auch sie längst in der Hand einer Soldateska. Ausländer sind dort nicht willkommen, der katholische Bischof von Mogadischu wurde in seiner Kathedrale erschossen usw. Oder wen würde man in Syrien als allgemein von der Mehrheit der Syrer anerkannten Gesprächspartner akzeptieren und wen finanziell unterstützen? In diesen Tagen geht die Syrienkonferenz ergebnislos zu Ende.
Und wer befasst sich überhaupt mit der globalen Sicherheitslage? Die deutschen Medien nur in sehr geringem Maße. Derzeit hat man sich an der Ukraine festgebissen, doch die Situation in Somalia und Mali, in der Zentralafrikanischen Republik und Südsudan sind weitestgehend unbekannt. All das Leid der von den Bürgerkriegen in diesen Ländern geht unter, zwischen Outings von früheren Fußballstars, zwischen Dauerdebatten über die Energiewende, die Klimaerwärmung, das Dschungelcamp, Schuhfarben, die Homo-Ehe und darüber, wer mit wem ins Bett gehen darf und wer besser nicht.<<
Ein Zitat von hier.
An dieser Stelle fiel mir die Berichterstattung zum Bürgerkrieg in (Ex)Jugoslawien ein. Ich weiß nicht, weshalb, vermutlich deswegen, weil der Balkan direkt vor der Haustüre liegt und viele Menschen dort oft und gerne Urlaub gemacht hatten, aber damals verging kein Tag ohne die neuesten Gräuel aus diesem Gebiet. Regelmäßig zu Weihnachten eskalierten entweder die Gräueltaten oder die Berichterstattung dazu, das kann ich gar nicht mehr beurteilen, angesichts des Knäuels von Gräuel sozusagen, aber ich weiß noch, dass ich eines Weihnachten dunnemals dachte: Jetzt geht endlich rein und unternehmt was, ist ja nicht mehr auszuhalten, was dort los ist.
Ich meine, so kann man eine Intervention auch medial vorbereiten, durch eskalierende Berichterstattung - wäre ich natürlich Zivilistin in Belgrad gewesen und bombardiert worden, hätte ich die Sache völlig anders gesehen. Soweit klar.
Dagegen werden uns in Bezug auf Südsudan, Zentralafrika oder Mali tatsächlich wenig bis kaum Nachrichten vor die Stirn gehämmert. Ist alles weit weg. Geht uns eigentlich nichts an. Da haben wir nichts zu suchen. Auch das könnte man noch nachvollziehen, einfach aufgrund der geografischen Entfernung und der kulturellen Unterschiede. Es ist nicht direkt vor unserer Haustür - und der ganze Kontinent ist uns doch irgendwie auch sehr unvertraut. Das wäre noch so die Denke des 20. Jahrhunderts. Und prä - 9/11 - mäßig.
Was mich dann doch verwundert ist, dass islamistischer Terror, islamistischer Extremismus von vielen deutschsprachigen Medien lieber gar nicht benannt werden. Stets und überall wirft sich der deutsche Journalismus in die Brust, wie kritisch er politische Zusammenhänge aufdeckt, welchen Spuren er nachgeht. Wie schlimm doch einerseits Israel agieren würde, wie beklagenswert andererseits die Situation in Saudi-Arabien sei. Aber kaum einmal ein Verweis auf die Zusammenhänge mit den Krisenherden dieser Welt.
In Syrien agierten "Freiheitskämpfer" - natürlich. Von wem gesponsert mit Waffen und mit wem Arm in Arm? Islamistischer Terror in Nord- und vor allem West- und Zentralafrika? Man hört viel über den Clash von Ethnien. Auch, dass Christen viel Unruhe einbringen und Milizen aufstellen, kurzum nicht dran denken, sich wie die Lämmer abschlachten zu lassen.
Man hört selten, gegen was und wen sie sich verteidigen (müssen dürfen.)
Nämlich gegen gesponserte terroristische Einheiten, die sogar, und das ist der Treppenwitz der Geschichte, in manchen Teilen aus Deutschen bestehen. Darüber hört man nie etwas von den deutschen Pazifisten - wie deutsche Konvertiten zum Islam im afrikanischen Ausland und Nahost gegen ganze Ethnien vorgehen und religiöse Selektierung üben - und ich meine damit nicht nur Christen, sondern auch Alewiten und Schiiten.
Doch so lange europäische Bürger und Instanzen noch damit beschäftigt ist, sich einerseits über die NSA aufzuregen und andererseits alle fünf Sekunden einen neuen Aufenthaltsort, neue Privatbilder, neue Shopping-Präferenzen etc. online zu stellen und vorauseilenden Gehorsam zu üben, indem sie eifrig daran mithelfen, die eigene gewachsene Kultur, die hart errungenen Aussagen unserer Verfassung zum Steinbruch zu machen, so lange geht der Krug eben zum Brunnen, bis er bricht.
Und drei oder vier Generationen später, so könnte ein mögliches Post-Szenario sein, wird man uns vielleicht einmal fragen: Und ihr habt wirklich nichts davon gewusst?
Und wer befasst sich überhaupt mit der globalen Sicherheitslage? Die deutschen Medien nur in sehr geringem Maße. Derzeit hat man sich an der Ukraine festgebissen, doch die Situation in Somalia und Mali, in der Zentralafrikanischen Republik und Südsudan sind weitestgehend unbekannt. All das Leid der von den Bürgerkriegen in diesen Ländern geht unter, zwischen Outings von früheren Fußballstars, zwischen Dauerdebatten über die Energiewende, die Klimaerwärmung, das Dschungelcamp, Schuhfarben, die Homo-Ehe und darüber, wer mit wem ins Bett gehen darf und wer besser nicht.<<
Ein Zitat von hier.
An dieser Stelle fiel mir die Berichterstattung zum Bürgerkrieg in (Ex)Jugoslawien ein. Ich weiß nicht, weshalb, vermutlich deswegen, weil der Balkan direkt vor der Haustüre liegt und viele Menschen dort oft und gerne Urlaub gemacht hatten, aber damals verging kein Tag ohne die neuesten Gräuel aus diesem Gebiet. Regelmäßig zu Weihnachten eskalierten entweder die Gräueltaten oder die Berichterstattung dazu, das kann ich gar nicht mehr beurteilen, angesichts des Knäuels von Gräuel sozusagen, aber ich weiß noch, dass ich eines Weihnachten dunnemals dachte: Jetzt geht endlich rein und unternehmt was, ist ja nicht mehr auszuhalten, was dort los ist.
Ich meine, so kann man eine Intervention auch medial vorbereiten, durch eskalierende Berichterstattung - wäre ich natürlich Zivilistin in Belgrad gewesen und bombardiert worden, hätte ich die Sache völlig anders gesehen. Soweit klar.
Dagegen werden uns in Bezug auf Südsudan, Zentralafrika oder Mali tatsächlich wenig bis kaum Nachrichten vor die Stirn gehämmert. Ist alles weit weg. Geht uns eigentlich nichts an. Da haben wir nichts zu suchen. Auch das könnte man noch nachvollziehen, einfach aufgrund der geografischen Entfernung und der kulturellen Unterschiede. Es ist nicht direkt vor unserer Haustür - und der ganze Kontinent ist uns doch irgendwie auch sehr unvertraut. Das wäre noch so die Denke des 20. Jahrhunderts. Und prä - 9/11 - mäßig.
Was mich dann doch verwundert ist, dass islamistischer Terror, islamistischer Extremismus von vielen deutschsprachigen Medien lieber gar nicht benannt werden. Stets und überall wirft sich der deutsche Journalismus in die Brust, wie kritisch er politische Zusammenhänge aufdeckt, welchen Spuren er nachgeht. Wie schlimm doch einerseits Israel agieren würde, wie beklagenswert andererseits die Situation in Saudi-Arabien sei. Aber kaum einmal ein Verweis auf die Zusammenhänge mit den Krisenherden dieser Welt.
In Syrien agierten "Freiheitskämpfer" - natürlich. Von wem gesponsert mit Waffen und mit wem Arm in Arm? Islamistischer Terror in Nord- und vor allem West- und Zentralafrika? Man hört viel über den Clash von Ethnien. Auch, dass Christen viel Unruhe einbringen und Milizen aufstellen, kurzum nicht dran denken, sich wie die Lämmer abschlachten zu lassen.
Man hört selten, gegen was und wen sie sich verteidigen (müssen dürfen.)
Nämlich gegen gesponserte terroristische Einheiten, die sogar, und das ist der Treppenwitz der Geschichte, in manchen Teilen aus Deutschen bestehen. Darüber hört man nie etwas von den deutschen Pazifisten - wie deutsche Konvertiten zum Islam im afrikanischen Ausland und Nahost gegen ganze Ethnien vorgehen und religiöse Selektierung üben - und ich meine damit nicht nur Christen, sondern auch Alewiten und Schiiten.
Doch so lange europäische Bürger und Instanzen noch damit beschäftigt ist, sich einerseits über die NSA aufzuregen und andererseits alle fünf Sekunden einen neuen Aufenthaltsort, neue Privatbilder, neue Shopping-Präferenzen etc. online zu stellen und vorauseilenden Gehorsam zu üben, indem sie eifrig daran mithelfen, die eigene gewachsene Kultur, die hart errungenen Aussagen unserer Verfassung zum Steinbruch zu machen, so lange geht der Krug eben zum Brunnen, bis er bricht.
Und drei oder vier Generationen später, so könnte ein mögliches Post-Szenario sein, wird man uns vielleicht einmal fragen: Und ihr habt wirklich nichts davon gewusst?
ElsaLaska - 4. Feb, 19:12
Was vom Tage ... - - 0 Trackbacks - 438x gelesen
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