1. Was tun Soldaten? Und woher kommen PRTS? Was bedeutet das Wort "Einsatz"? Diese Fragen kommen mir, wenn ich dieses - sehr gute - Interview lese. Ich bin durchaus nicht für einen Veteranentag, aber ich unterstütze jede Kritik daran, PRTS ignoriert zu haben. So blind und ignorant kann man ja eigentlich nicht ernsthaft sein.
2. Es ist eine interessante These, dass es zum Wesen des Menschen gehört, aggressiv zu sein. Bedeutet es, sich damit abfinden zu müssen? "Wenn Du Frieden willst, dann erforsche, wie Du ihn erreichen kannst!" - so müsste der olle Clausewitz nach meinem Empfinden heute endlich umgedeutet werden.
3. Die strategische Schlüsselfunktion Afghanistans - sorry: das ist Militärdenke, Kriegssprech. Ich lehne es entschieden ab, mir das zu eigen zu machen. Dass Pazifismus eine Utopie ist, würde ich bestreiten - und füge zugleich hinzu, dass die Menschheit dringendst Utopien braucht, um zu überleben!
Nun, eine Frage kann ich gewiss beantworten, denke ich:
Robert war als Entschärfer von Sprengstoff, Raketen, Minen und soweiter unterwegs - er hatte auch einen eigens dafür ausgebildeten Hund, Idor - sein treuester Gefährte. Der leider um die Zeit des Interviews verstorben ist.
Bei einem dieser Einsätze kam es zu einem schrecklichen Unglück an dem er keine Schuld trug, bei dem Kameraden starben und er eben traumatisiert wurde.
Ich kann Dir wirklich nur empfehlen, sein Buch zu lesen.
Dann verstehst Du ihn vielleicht besser. Und auch Soldaten generell.
Was Soldaten tun? Kommt auf den Einsatz an. Das war aber sicher nur eine rhetorische Frage, die darauf abzielt, daß Soldaten, je nach Einsatz, eben auch kämpfen und ja, dabei auch Menschen töten, und ja, auch bei moderner Kriegsführung mit Präzisionswaffen kommen dabei Unschuldige ums Leben. "Zivilist" ist leider in den letzten Jahren ein etwas unscharfer Begriff geworden, seit es zunehmend Kombattanten gibt, die keine regulären Soldaten sind, aber "unlawful combatants" hat sich bei uns auch in Übersetzung irgendwie nicht so recht durchgesetzt. Manchmal wäre Fachsprache, oder, wie Sie meinen, "Militärsprech" aber ganz nützlich, um die Situation korrekt zu benennen. Von daher verstehe ich auch nicht, was so schrecklich daran ist, von einer strategischen Schlüsselposition Afghanistans (oder eines anderen Landes) zu sprechen. Es ist einfach eine korrekte, sachliche Beschreibung eines Sachverhaltes. Wir können natürlich, damit es nicht so böse militärisch klingt, irgendwie ponyhofhaft drumherumlavieren, aber die Sache mal nüchtern (militärisch) zu betrachten würde uns vermutlich mal ganz gut tun.
Was die Aggressivität von Menschen angeht musste ich mich vor vielen Jahre, ziemlich genau zehn, um genau zu sein, mal fürchterlich mit meiner Deutschlehrerin anlegen. Die war auch ganz entsetzt, als wir meinten, Aggressionen wären normal. Sie hat dann durchaus aggressiv reagiert, nur halt nicht mit physischer Gewalt. Aggression ist normaler Bestandteil menschlichen Verhaltens. Das ist keine "interessante These", sondern ein anthropologischer Fakt. Aggression ist nichts, was wir irgendwie durch entsprechende Erziehung "wegmachen " können. Es ändert sich höchstens die Art und Weise, wie sich Aggression überwiegend äußert bzw. die Bewertung, welche Art und Weise als sozial angemessen gilt. Und da es immer Aggression geben wird, kann man sich vielleicht nochmal in Ruhe hinsetzen und überlegen, ob Pazifismus wirklich so eine tolle Sache ist. Mal davon abgesehen, daß ich Utopien für potentiell lebensgefährlich halte und sie eben die Eigenschaft haben, nicht realisierbar zu sein (Utopie= Nicht-Ort) - Pazifismus ist für mich keine Utopie, sondern eine Dystopie. Weil: wenn ich für mich selbst beschließe, mich selbst nicht physisch zu verteidigen, mag das ja noch angehen. Pazifismus wird aber da zum Verbrechen, wo er dazu führt, daß man andere, die angegriffen oder massiv unterdrückt werden, nicht verteidigt. Mit Pazifismus hält man Schlächter nicht auf, was man leider prima in Rwanda beobachten konnte, wo die Blauhelme ihre Waffen nicht einsetzen durften, um den Völkermord zu unterbinden. Kleine Mädchen mit Gitarre und Blümchen werden die Taliban nicht zur Vernunft bringen, und ich fürchte, diverse Terroristen auf diesem Planeten sind rationalen Argumenten auch nicht so ganz zugänglich. Also, Krieg vermeiden wo es geht, Gewalt vermeiden, wo es geht, aber Pazifismus bitte in die Mottenkiste zu den anderen Utopien. Danke.
ja, aber
2. Es ist eine interessante These, dass es zum Wesen des Menschen gehört, aggressiv zu sein. Bedeutet es, sich damit abfinden zu müssen? "Wenn Du Frieden willst, dann erforsche, wie Du ihn erreichen kannst!" - so müsste der olle Clausewitz nach meinem Empfinden heute endlich umgedeutet werden.
3. Die strategische Schlüsselfunktion Afghanistans - sorry: das ist Militärdenke, Kriegssprech. Ich lehne es entschieden ab, mir das zu eigen zu machen. Dass Pazifismus eine Utopie ist, würde ich bestreiten - und füge zugleich hinzu, dass die Menschheit dringendst Utopien braucht, um zu überleben!
@fbtde
Robert war als Entschärfer von Sprengstoff, Raketen, Minen und soweiter unterwegs - er hatte auch einen eigens dafür ausgebildeten Hund, Idor - sein treuester Gefährte. Der leider um die Zeit des Interviews verstorben ist.
Bei einem dieser Einsätze kam es zu einem schrecklichen Unglück an dem er keine Schuld trug, bei dem Kameraden starben und er eben traumatisiert wurde.
Ich kann Dir wirklich nur empfehlen, sein Buch zu lesen.
Dann verstehst Du ihn vielleicht besser. Und auch Soldaten generell.
@FBTDE
Was die Aggressivität von Menschen angeht musste ich mich vor vielen Jahre, ziemlich genau zehn, um genau zu sein, mal fürchterlich mit meiner Deutschlehrerin anlegen. Die war auch ganz entsetzt, als wir meinten, Aggressionen wären normal. Sie hat dann durchaus aggressiv reagiert, nur halt nicht mit physischer Gewalt. Aggression ist normaler Bestandteil menschlichen Verhaltens. Das ist keine "interessante These", sondern ein anthropologischer Fakt. Aggression ist nichts, was wir irgendwie durch entsprechende Erziehung "wegmachen " können. Es ändert sich höchstens die Art und Weise, wie sich Aggression überwiegend äußert bzw. die Bewertung, welche Art und Weise als sozial angemessen gilt. Und da es immer Aggression geben wird, kann man sich vielleicht nochmal in Ruhe hinsetzen und überlegen, ob Pazifismus wirklich so eine tolle Sache ist. Mal davon abgesehen, daß ich Utopien für potentiell lebensgefährlich halte und sie eben die Eigenschaft haben, nicht realisierbar zu sein (Utopie= Nicht-Ort) - Pazifismus ist für mich keine Utopie, sondern eine Dystopie. Weil: wenn ich für mich selbst beschließe, mich selbst nicht physisch zu verteidigen, mag das ja noch angehen. Pazifismus wird aber da zum Verbrechen, wo er dazu führt, daß man andere, die angegriffen oder massiv unterdrückt werden, nicht verteidigt. Mit Pazifismus hält man Schlächter nicht auf, was man leider prima in Rwanda beobachten konnte, wo die Blauhelme ihre Waffen nicht einsetzen durften, um den Völkermord zu unterbinden. Kleine Mädchen mit Gitarre und Blümchen werden die Taliban nicht zur Vernunft bringen, und ich fürchte, diverse Terroristen auf diesem Planeten sind rationalen Argumenten auch nicht so ganz zugänglich. Also, Krieg vermeiden wo es geht, Gewalt vermeiden, wo es geht, aber Pazifismus bitte in die Mottenkiste zu den anderen Utopien. Danke.