Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila



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Aktuelle Veröffentlichungen

"Ökumene mit Herzblut" - Besuch bei der griechisch-orthodoxen Gemeinde in MA-Luzenberg. In: Die Tagespost vom 8.9.2016.

"Eine orthdoxe Insel im Schwarzwald" - Auftakt zur Sommerserie Orthodoxie in Deutschland. Besuch bei der russisch-orthodoxen Gemeinde in Baden Baden. In: Die Tagespost vom 18. August 2016

"Die, welche uns den Gott des Todes predigen wollen" - Übersetzung eines Blogartikels von Kardinal Duka aus dem Tschechischen. In: Die Tagespost vom 13. August 2016

"Konvertiten" In: Die Tagespost vom 26. Juli 2016

"Teresa von Avila: Es gibt keinen Grund". In: Die Tagespost vom 23. Juni 2016

Rezension "Johannes Gschwind: Die Madonna mit dem geneigten Haupt". In: Die Tagespost vom 28. April 2016

Rezension "Peter Dyckhoff: Die Gottesmutter mit den drei Händen". In: Die Tagespost vom 21. April 2016

"Jacobus Voragine und seine Legenda Aurea Ausgabe lateinisch-deutsch". In: Die Tagespost vom 24. März 2016

"Ignatius jenseits von Legende und Vorurteil. Der Bericht des Pilgers und die Ignatius-Biografie von Pierre Emonet". In: Die Tagespost vom 19. Januar 2016

"Schicksalhafte Lektüre Die Taufkirche von Edith Stein in Bergzabern, wo ihr Weg der Heiligkeit begann" In: Vatican-Magazin Januar 2016

"Selbst ein Stein würde bersten. Interview mit Karam Alyas, Flüchtling aus Nordirak." In: Die Tagespost vom 4. Dezember 2015

"Am Ursprung eines stabilen Kerneuropa Gisela von Bayern und Stefan von Ungarn: Ein heiliges Paar, das zu Staatsgründern wurde" In: Vatican-Magazin Dezember 2015

"Hier wird nach Wahrheit gesucht. Ein Interview mit dem Konvertiten, Kampfkünstler und Schauspieler Michel Ruge." In: Die Tagespost vom 13. November 2015

"Leibhaftig, nicht als Symbol? Ein ungeschickter Priester: Das Blutwunder von Walldürn und die elf „Veroniken“ - In: Vatican-Magazin November 2015

"Martha und Maria in einer Person. Elisabeth Münzebrocks Porträt der Teresa von Avila" In: Die Tagespost vom 14.Oktober 2015

"Das Meisterwerk: Mann und Frau, die einander lieben." Zur Heiligsprechung der Eltern der hl. Thérèse von Lisieux. In: Vatican-Magazin Oktober 2015

"Glückssucher, Gelehrter und Vorbild. Ein gelungenes Porträt des heiligen Augustinus. In: Die Tagespost vom 27. August 2015"

"Hervorragende Brückenbauer. Ein Interview mit Simon Jacob, ZOCD u. Initiator des Project Peacemaker" In: Die Tagespost vom 21. August 2015

"Eine Tugend für Kämpfernaturen: Johannes Stöhr und die Tugend der Geduld." In: Die Tagespost vom 27.Juli 2015

"Wachen und Beten für die Welt. Ein Besuch bei den Trappistinnen auf dem pfälzischen Donnersberg." In: Die Tagespost vom 17. Juni 2015

"Ein Apostel der Armen: Der selige Paul Josef Nardini und seine Grabkapelle in Pirmasens" In: Vatican-Magazin Juni-Juli 2015

"Von der Tänzerin zur Ordensschwester. Irmgard Fides Behrendt Flucht aus dem Osten." In: Die Tagespost vom 8. Mai 2015

"Es ist eine simple Sache, zu lieben. Interview mit Torsten Hartung zu seiner Konversion." In: Die Tagespost vom 8. April 2015

"Meine Mutter stirbt an ALS" In: Christ und Welt - Beilage der "ZEIT", Ausgabe 17-2015

"Don Bosco und Maria Mazzarello" In: Vatican-Magazin April 2015

"Eine profunde Menschenkennerin. Zum dritten Band der Briefe Teresas von Avila" In: Die Tagespost vom 1. April 2015

"Katholisches Welttheater. Paul Claudel: Der seidene Schuh" In: Die Tagespost vom 19. März 2015

"Einbruch des Übernatürlichen. Michail Bulgakov: Der Meister und Margarita" In: Die Tagespost vom 7. März 2015

"Ganz Ohr für die Stimme des Herrn. Ein Kartäuser: Die Große Stille" In: Die Tagespost vom 3. März 2015

"An der Hand der großen Teresa". Eine Auswahl von Internetseiten zum 500. Geburtstag T. von Avilas. In: Die Tagespost vom 17. Februar 2015.

"Vom Krieg zum Frieden. Wie das Gefängnis für Torsten Hartung zum Tor der Gnade wurde." In: Die Tagespost vom 10. Februar 2015 (Buchbesprechung)

"Das Leben Jesu betrachten Ein Gespräch mit Pater Norbert Lauinger SAC vom Apostolatshaus in Hofstetten" In: Die Tagespost vom 31. Januar 2015

"Das Gebet ist die Drehscheibe des Christseins- Das Lebensbuch des heiligen Theophan des Einsiedlers bietet Einblick in den geistlichen Reichtum der Orthodoxie" In: Die Tagespost vom 27. Januar 2015

"Digitale Karte des Ordenslebens - Das „Jahr der Orden“ im Internet und den sozialen Medien" In: Die Tagespost vom 27. Januar 2015

"Eine Katakombenheilige im Exil Das Weinstädchen Morro d‘Alba in den Marken mit den Gebeinen der römischen Märtyrerin Teleucania." In: Vatican-Magazin Januar 2015

"Starke Frauen - Wenn Widerstand gegen herrschende Strukturen zur geistlichen Pflicht wird. Prophetinnen und Mahnerinnen in der Kirche." In: Die Tagespost vom 16. Dezember 2014

Auf Columbans Spuren. Eine unkonventionelle Pilgerreise." In: Die Tagespost vom 13. Dezember 2014

"Geistliche Paare: Der heilige Paulinus von Nola und seine Therasia" In: Vatican-Magazin Dezember 2014

"Die zeitlose Kunst des Sterbens. Nicht nur Hospizhelfer werden Peter Dyckhoffs Betrachtungen schätzen." In: Die Tagespost vom 20. November 2014

"Mystikerin des Apostolats. Mit Teresa von Avila Zugänge zur Spiritualität der Unbeschuhten Karmeliten finden" In: Die Tagespost vom 14.Oktober 2014

"Was die Mumien erzählen. Die Bruderschaft vom guten Tod und die Chiesa dei Morti in Urbania" In: Vatican-Magazin November 2014

"Teresa von Ávila und Johannes vom Kreuz. Die unbeschuhte Reformerin und ihr Vater, der „doctor mysticus“" In: Vatican-Magazin Oktober 2014

"Gottvertrauen als Balsam und Ansporn. Carlo Maria Martinis spirituelles Vermächtnis" In: Die Tagespost vom 4. September 2014

"Unter den Märtyrern der Gegenwart. Soon Ok Lee hat die Haft in einem nordkoreanischen Straflager überlebt und zum christlichen Glauben gefunden." In: Die Tagespost vom 16. August 2014

"Zeugen monastischer Kultur. Seit 20 Jahren gibt es das Netz cluniazensischer Stätten im Schwarzwald." In: Die Tagespost vom 17. Juli 2014

"Franziskus-Effekt in Umbrien. Steigende Pilgerzahlen in Assisi und eine Friedensmission im Heiligen Land." In: Die Tagespost vom 12. Juni 2014

"Im Bunker fing alles an. Franco de Battaglia schildert die Anfänge der Fokolarbewegung." In: Die Tagespost vom 5. Juni 2014

"Eine Oase der Stille-nicht nur für Zweifler. Zum 850. Todestag der hl. Elisabeth von Schönau" In: Vatican-Magazin Juni_Juli 2014

"Sie zum Lächeln zu bringen wird unser aller Lieblingsbeschäftigung" Buchbesprechung Sandra Roth: Lotta Wundertüte. In: Die Tagespost vom 24. Mai 2014

"Gelungene Ouvertüre. Der Postulator Johannes Pauls II. hat eine lesenswerte Papstbiografie vorgelegt." In: Die Tagespost vom 24. April 2014

"Kloster Wittichen und die selige Luitgard" in: Vatican-Magazin Mai 2014

"Clemens Brentano und die selige Anna Katharina Emmerick" in: Vatican-Magazin April 2014.

"Wohltuend für Seele, Geist und Körper Der heilige Ulrich von Zell und sein „durch Wunder berühmtes Grab“ im Schwarzwald" In: Vatican-Magazin März 2014

"Spiritualität der Heiligen. Bischof Paul-Werner Scheele stellt Glaubenszeugen aus allen Zeiten vor." In: Die Tagespost vom 27. Februar 2014

"Hinaus in die Randgebiete der menschlichen Existenz. Der hl. Vinzenz von Paul und die heilige Louise de Marillac." In: Vatican-Magazin Februar 2014.

"Blind geboren - Doch dann geschah das Wunder. In jener Zeit, als das Christentum aufzublühen begann: Die heilige Odilie auf dem Mont Sainte-Odile im Elsass." In:Vatican-Magazin Januar 2014.

"Römische Geschichte einmal anders." Rezension zu Ulrich Nersingers Buch "Die Gendarmen des Papstes." In: Die Tagespost vom 7. Januar 2014

"Die Bärin wies den Weg. Die heilige Richardis und Unsere liebe Frau in der Krypta in Andlau." In: Vatican-Magazin Dezember 2013

"Schatten auf der Soldatenseele". In: Die Tagespost vom 3. Dezember 2013

"Über den Brenner nach Rom. Ein neuer Pilgerführer mit Etappenheiligen." In: Die Tagespost vom 28.10.2013

"Eine neue Idee von Liebe - Der Troubadour Jaufré Rudel und seine ferne Prinzessin." In: Vatican-Magazin Oktober 2013

"Zeigen, dass sie ein Werkzeug Gottes war. Die Neuausgabe der Vita der heiligen Hildegard." In: Die Tagespost vom 17. September 2013.

"Licht ihres Volkes und ihrer Zeit". Die Lektüre ihrer Briefe eignet sich in besonderer Weise, um die hochbegabte Menschenführerin Hildegard von Bingen kennenzulernen. In: Die Tagespost vom 17. September 2013

"Eine Art intensivierte Straßenpastoral" - ein Gespräch zum Jahr des Glaubens mit dem Augustiner-Chorherrn und Bloggerkollegen Hw. Alipius Müller. In: Die Tagespost vom 24. August 2013

"Das flammende Siegel des hl. Ignatius. Die Eremo delle Carceri bei Assisi" In: Vatican-Magazin August-September 2013

"Mehr als exotische Aussteiger. Ein Buch gibt Einblicke in das Leben moderner Eremiten." In: Die Tagespost vom 11. Juli 2013

"Geistliche Vitaminspritzen. Gesammelte Johannes-Perlen aus einem reichen Leben." In: Die Tagespost vom 4. Juli 2013

"Das entflammte Herz. Die Ewigkeit als Maß: Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal." In: Vatican-Magazin Juli 2013

"Und Christus berührte das kranke Bein. Wie der heilige Pellegrino von Forlì zum Patron der Krebskranken wurde." In: Vatican-Magazin Juni 2013

"Ida Friederike Görres und Joseph Ratzinger - die tapfere Kirschblüte und ihr Prophet in Israel." In: Vatican-Magazin Mai 2013

"Kein Maß kennt die Liebe" - über die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern und das Jubiläumsjahr in Kloster Hegne. In: Die Tagepost vom 20. April 2013.

"Liebe, Wahrheit, Schönheit-das gesamte Pontifikat Benedikts XVI." - Die Buchbesprechung zu A. Kisslers Buch "Papst im Widerspruch." Online hier.

"Zuversicht statt Zweifel. Bologna und die heilige Katharina."In: Die Tagespost vom 13. April 2013

"Und in dir wird man einst die Herrlichkeit Gottes sehen" über die heilige Katharina von Bologna. In: Vatican-Magazin März-April 2013

"Schutzschirm für die Gemeinschaft. Christoph Müllers Einführung in die Benediktsregel" In: Die Tagespost vom 7. März 2013

"Fritz und Resl: Gottes Kampfsau und Jesu Seherin" In: Vatican-Magazin Februar 2013 anlässlich des 130. Geburtstags von Fritz Michael Gerlich.

"Jakub Deml-Traumprosa, die vom Jenseits erzählt" In: Die Tagespost vom 9. Februar 2013

"Der Tod ist nicht relativ" In: Die Tagespost vom 7. Februar 2013

"In heiligen Sphären. Mensch und Welt lassen sich nicht entsakralisieren" In: Die Tagespost vom 5. Februar 2013

"Die tapfere Heilige, die nicht sterben wollte Die Märtyrerin Cristina und das Blutwunder von Bolsena." In: Vatican-Magazin Januar 2013

"Alles andere als Rettungsroutine. Aus den Schätzen der Kirche schöpfen: Warum Beichte und Ablass ein Comeback verdient haben." In: Die Tagespost vom 22.12.2012.

"Leitsterne auf dem Glaubensweg. Katholische Großeltern spielen eine wichtige Rolle bei der Neuevangelisierung." In: Die Tagespost vom 22.12.2012.

"Das Netz der virtuellen Ewigkeit.Tod und Gedenken im Internet." In: Die Tagespost vom 29. November 2012.

"Der Friede auf Erden fängt zwischen Männern und Frauen an. Marias "Fiat" und Josefs "Serviam". Engel führten sie zum außergewöhnlichsten Ehebund der Weltgeschichte. In: Vatican-Magazin Dezember 2012.

"Der Marathon-Mann" - mein Porträt von S. E. Bischof Tebartz-van Elst. In: Vatican-Magazin Dezember 2012.

"Versperrter Himmel, öffne dich!" Über die Wallfahrt der totgeborenen Kinder zu Unserer lieben Frau von Avioth. In Vatican-Magazin November 2012.

"Ein französischer Vorläufer des heiligen Franziskus - zum 800. Todestag des Hl. Felix von Valois." In: Die Tagespost vom 3. November 2012

"Die Macht der Mystikerinnen" anlässlich der Heiligsprechung von Anna Schäffer. In: Die Tagespost vom 20. Oktober 2012

"Was für eine Frau!" Zur Vereinnahmung der hl. Hildegard von Esoterikerin und Feministinnen. In: Die Tagespost vom 9. Oktober 2012

Über den Kapuzinerpater Martin von Cochem zu seinem 300. Todestag. In: Die Tagespost vom 29. September 2012

"Die Kirche-ein Krimi?" in: Die Tagespost vom 30. August 2012.

"Wieder gefragt: Exorzismus!" in: PUR-Magazin September 2012

"Mir ist das Brevier wichtig geworden!" Ein Interview mit dem evang. Pfarrer Andreas Theurer, der in die katholische Kirche eintreten wird. In: Die Tagespost vom 14. August 2012

"Im Vorhof des Himmels" Die hl. Edith Stein und ihr Seelenführer, der Erzabt von Beuron. In: Vatican-Magazin August-September 2012

"Durch Gottes Gnade ein Kind der Kirche" - Edith Stein, Erzabt Raphael Walzer von Beuron und die Enzyklika Mit brennender Sorge. In: Die Tagespost vom 9. August 2012.

Der Cammino di San Francesco-Heiligtümer im Rieti-Tal. In: PUR-Magazin Juli.

Die Opfer der Bundeswehr. Mein Interview mit dem Afghanistan-Veteranen R. Sedlatzek-Müller. In: Die Tagespost, Ausgabe vom 14. Juni 2012

"Mehr als Dinkel und Kräuter: Ein Kernkraftwerk des Heiligen Geistes - die hl. Hildegard von Bingen" In. Vatican-Magazin Juni-Juli 2012

"Wie eine lodernde Feuersäule Die heilige Veronika Giuliani" In: Vatican-Magazin Mai 2012

"Die Vollblutfrau, die den Erlöser liebte: Kronzeugin des Osterereignisses: Die Geschichte von Jesus und Maria Magdalena." In: Vatican-Magazin April 2012

"Ich fühle mich als Frau in der Kirche nicht diskriminiert" Ein Interview mit mir von Petra Lorleberg für kath.net

"Die virtuelle Engelsburg hat standgehalten" in: Die Tagespost vom 22. März 2012

"Die Sowjets traten, rissen, schlugen, brannten - aber immer wieder haben die Litauer ihren Kreuzeshügel aufgebaut". In: Vatican-Magazin März 2012

"Katholische Bloggerszene stiftet Ehe" Interview mit Phil und Hedda in: Die Tagespost vom 13.März 2012

Und Du wirst mal Kardinal!" Prags Erzbischof verkörpert das Durchhaltevermögen der tschechischen Christen. In: Die Tagespost vom 18. Februar 2012

"Wo Liebe ist, ist Eifersucht nicht weit: Alfons Maria de Liguori und Schwester Maria Celeste Crostarosa, Gründer des Redemptoristenordens". In: Vatican-Magazin Ausgabe Februar 2012

Neue Kolumne über geistliche Paare: "Mann-Frau-Miteinander-Kirchesein" In: Vatican-Magazin Ausgabe Januar 2012

Unsagbar kostbare Göttlichkeit - Gold, Weihrauch und Myrrhe: Die Gaben der Heiligen Drei Könige. In: Die Tagespost vom 5. Januar 2012

"Wo die Pforten des Himmels offen sind. Loreto in den italienischen Marken". In: Vatican-Magazin Dezember 2011

"Ein Schatz, der fast zu groß für diesen Erdball ist". In: Liebesbriefe für die Kirche. Hrsg. Noe, Biermeyer-Knapp. Bestellbar hier.

Der Papst meines Lebens - Vatican-Magazin spezial zum Papstbesuch

Norcia - der Geburtsort des heiligen Benedikt: "Als sich der Erdkreis verfinstert hatte" In: Vatican-Magazin August-September 2011

In englischer Übersetzung online hier: When the world had darkened<

Der Vatikan und die Blogger - Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Poetische Pilgerorte-Reisen ins mystische Mittelitalien. Erschienen im MM-Verlag.


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Die Blognovela

Donnerstag, 18. Mai 2006

Donnerstag

Seltzmann ließ Lorenzos Krankenzimmer rund um die Uhr von Hellebardier Rogler und zwei weiteren Sicherheitsbeamten bewachen. Nachdem ich mich wieder bei ihm zurückgemeldet hatte, verstärkte er auch die Posten vor der Wohnung an der Piazza San Ufficio.
Bei einem frugalen Abendessen bestehend aus einem halben Dutzend Spiegeleiern, die ich für Zeno und mich zubereitet hatte, unterrichtete mich der Vice-Questore über die ersten Ermittlungsergebnisse hinsichtlich der Identität des Attentäters; Vincenzo Casale hatte einen eindrucksvollen Lebenslauf vorzuweisen. Nach seiner Entlassung aus der italienischen Armee hatte er sich der Fremdenlegion beworben, an ein paar Aktionen im Tschad und in Beirut teilgenommen. Als Teile der Fremdenlegion zu Beginn der 90er der UNO unterstellt wurden, um friedenssichernde Maßnahmen für die Völkergemeinschaft durchzuführen, verabschiedete er sich aus der Legion und heuerte bei der Cosa Nostra als Ausbilder für Profikiller an. Um nicht ganz aus der Übung zu bleiben, übernahm er hin und wieder auch besonders lukrative Auftragsmorde. Für einen Profikiller hatte er sich allerdings bemerkenswert dämlich angestellt, fand ich, und äußerte meine Ansicht auch gegenüber Zeno.
„Das ist genau der Brocken, auf dem Seltzmann und ich auch herumkauen“, meinte er, während er sich suchend nach einer Serviette umschaute. Ich reichte ihm eine Rolle Küchenpapier.
„Anstatt das Foto von der Kuppel aus zu machen, hätte er Lorenzo gleich sauber in die Stirn schießen können, der ganze Aufwand mit diesem Erpresserfax und einem Messerattentat mitten im Petersdom passt überhaupt nicht in das Profil von Casale. Die Echse nannten sie ihn, wegen seiner leisen und blitzschnellen Aktionen. Somit ist klar, dass hinter ihm ein anderer stehen muss ...“ Zeno wischte sich Mund und Hände ab und griff nach der Obstschale.
„Der ihm diese hirnverbrannten Anweisungen gegeben hat: Foto, Fax, Mord im Petersdom, Casale hätte, auf sich gestellt, eine ganz andere Vorgehensweise bevorzugt, nicht wahr?“
„In der Tat. Und wie Seltzmann meinte, hätte Casale sich auch nie auf so einen dilettantischen Mist eingelassen, es sei denn, die Summe, die ihm dafür geboten wurde, hat astronomische Ausmaße. Leider können wir ihn ja nicht mehr fragen.“ Er schaute missgelaunt auf seine geschälte Banane, als sei sie schuld daran, dass Casale Gift geschluckt hatte.
„Ich dachte, es gilt sowieso das Gebot der omertà für solche Leute?“
Zeno grinste zweideutig. „Klar gilt das Gebot der omertà, aber der gute, alte Zeno kennt ein paar effektive, wenn auch unschöne Maßnahmen, die, im Verlauf eines Verhörs angewendet, nötigenfalls auch außerhalb eines offiziellen Verhörs, hm ... Schon ein handelsüblicher elektrischer Toaster-“
„Ein T o a s t e r?“, rief ich aus. „Um Himmels Willen! Sie wollen doch damit nicht andeuten, dass-“
„Dass ich dem Verdächtigen eigenhändig einen Nutellatoast zubereite, was glauben Sie, wie die härtesten Jungs da weich werden!“, erwiderte er mit völlig ausdrucksloser Miene. „Wie blauäugig Sie manchmal sein können, erstaunlich“. Er schüttelte den Kopf und fingerte eine Nazionale aus seiner Packung.
„Aber das ist doch nicht – legal!“, insistierte ich. Zeno zündete sich eine Zigarette an und blies mir den Rauch ins Gesicht.
„Es ist auch nicht besonders legal meinen besten Freund mitten im Petersdom mit einem Keramikmesser abschlachten zu wollen“, erklärte er ungerührt. „Außerdem ist unsere Diskussion rein theoretisch, Casale ist mausetot, da hilft auch ein Toaster nichts mehr.“ Er schien diesen Umstand zutiefst zu bedauern. „Wir müssen also mit den Informationen arbeiten, die wir haben. Ich habe Seltzmann gegenüber angedeutet, dass es sich, eh, um einen vatikanischen Auftraggeber handeln könnte, aber das kam natürlich nicht besonders gut an. Um genau zu sein, hätte er mich fast aus seinem Büro geworfen, wenn ich nicht geistesgegenwärtig wieder Pasolini ins Spiel gebracht hätte. Das Dumme ist nur, bei den Schüssen in den Ruinen von Ostia Antica handelte es sich, das wissen wir jetzt, ebenfalls um Casale.“ Zeno drückte nachlässig seine Zigarette aus und bat mich um einen caffè.
„Casale, Pasolini, der Vatikan. Vielleicht ist das ja die Reihenfolge. Casale war der Handlanger, Pasolini hatte eigenes Interesse daran, Lorenzo zu töten und handelte gleichzeitig als Bevollmächtigter für den großen Unbekannten, den wir im Vatikan zu suchen haben. Klingt ziemlich obskur!“, räumte ich ein, während ich uns einen caffè aufsetzte. Zeno ließ mich nicht aus den Augen. „Lorenzo wollte mir noch einige Dinge erklären, hat er gesagt, bevor er zur Messe ging. Sie wissen nicht zufällig, was das sein könnte?“, fragte er lauernd.
Ich zuckte die Achseln. „Das muss er Ihnen selbst sagen, Zeno, wirklich“, lächelte ich unverbindlich und im Bewusstsein der Tatsache, dass Lorenzos Küchenausstattung nicht über einen Toaster verfügte.

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Mittwoch, 10. Mai 2006

In 30 Tagen (IX)/Donnerstag

Es werden fünftausend oder mehr Florentiner in dem Dom gekommen sein, um an diesem Sonntag nach Ostern die Messe zu hören. Das Hauptschiff bot längst keinen Platz mehr. In der Nähe des Altars war das Gedränge nicht ganz so schlimm, dort plaudert, rechter Hand beim Absperrgitter, Il Magnifico mit den umstehenden Edlen und Vornehmen. Zwischen all den prächtig gekleideten Herren in Samt und Seide fällt er weniger durch seinen leuchtendroten Mantel und das dazu passende Barrett auf, als durch seine hochgewachsene Gestalt, die die meisten anderen überragt. Als sein jüngerer Bruder nach vorne drängt, den Francesco Pazzi und Bernado Bernardini in letzter Minute überredet haben, der Messe doch noch beizuwohnen, erwidert er dessen gewunkenen Gruß mit einem unmerklichen Kopfschütteln.
Bei der Vorbereitung und Einsegnung von Hostie und Wein unterbricht der ältere Medici sein angeregtes Gespräch und widmet sich aufmerksam dem Geschehen am Altar, sinkt gemeinsam mit der Menge der Gläubigen auf die Knie. Weihrauchschwaden steigen auf und treten ihren Weg in das riesige Rund der Kuppel an. Der dreimalige Klang des Glöckchens verkündet die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi.
Andächtige Stille herrscht, als der Priester die Hostie emporhebt und der Gemeinde präsentiert. "... Hoc est enim corpus meum!"
In diesem Moment springt Bandini auf, stürzt sich auf den entsetzten Giuliano und sticht wie ein Besessener auf dessen Brust ein. Giuliano ist bereits nach dem ersten Stich tödlich getroffen, dennoch versucht er zu fliehen, verfolgt von Pazzi, der nicht von ihm ablässt und ihm in blindem Furor wieder und wieder den Dolch ins Fleisch rammt, sich in seinem Wüten gar selbst verletzt. Ebenfalls aufgesprungen beim verabredeten Zeichen sind zwei Priester, die sich mit Messern in Händen den Weg zu Lorenzo bahnen, einer packt ihn von hinten an der Schulter. Der Medici rettet sich geistesgegenwärtig durch einen Satz nach vorn, rafft den Mantel um seinen linken Arm und wirft sich herum, während er seinen Dolch zückt, um die tödlichen Stöße zu parieren. Frauen kreischen, Stiefel poltern, Waffen klirren, Tausende wogen in einer panischen Welle zu den Ausgängen. Anhänger der Medicis stellen sich den Angreifern in den Weg, Freunde sammeln sich um Lorenzo und rufen ihm zu, er solle sich in die nördliche Sakristei retten. Er flankt über die Holzabsperrung, sprintet am Altar vorbei und bringt sich so, hinten den schweren Bronzetüren, die Angelo Poliziano mit Holzbalken verrammelt, in Sicherheit. Lorenzo blutet am Hals, die Freunde befürchten einen Giftanschlag, weshalb Antonio Ridolfi beherzt die Wunde aussaugt. Doch der Magnifico fragt immer nur nach Giuliano, wo er sei, ob er unverletzt sei und droht den Pazzi furchtbarste Vergeltung an. In diesen Minuten befindet er sich am Rande einer Hysterie.
Lorenzo müsse sofort aus der Sakristei heraus, bevor die Gegner in der Stadt die Oberhand gewinnen, fordert eine bewaffnete Schar von Freunden und Verwandten, die sich vor den Bronzetüren versammelt hat, aber in der Sakristei ist man unschlüssig, es könnte eine Falle sein. Sigismondo della Stufa klettert schließlich die Leiter zu einem Guckloch an der Empore hoch und erkennt, dass es sich um Medici-Anhänger handelt, die den verletzten Lorenzo in ihre Mitte nehmen und ihn auf einem Umweg, um ihm dem Anblick von Giulianos Leichnam zu ersparen, ins Palazzo Medici geleiten.

< Das Farnese-Komplott 106

>Das Farnese-Komplott 108

>In 30 Tagen Episode X
< In 30 Tagen Episode VIII

Mittwoch

„Und dann sollte ich eine Weinbergschnecke essen, damit mich Rudis Jungenbande als einziges Mädchen aufnahm. Also nicht mit Kräuterbutter, sondern roh – und mitsamt der Schale. Nur gut, dass ich mir damals nichts aus Jungs machte, sonst hätte ich die arme Schnecke noch gegessen. Nicht, dass ich keine Schnecken mag – aber mehr mache ich mir aus Jungs, die sie zuzubereiten wissen, also das muss man jetzt nicht wörtlich nehmen alles, was ich so daherrede, ist auch egal, ich glaube ich geh jetzt zu den Menüfolgen über. Die bruschette, die du an dem Abend gemacht hast, als wir uns kennen lernten, waren die besten meines Lebens, sicher, die Austern neulich waren natürlich auch ... aber die bruschette! Wenn du mir noch einmal solche bruschette machst, werde ich dich fragen, ob du mich .... Nein. Das vergisst du jetzt gleich wieder, ich habe das nie gesagt, verdammt, wo bleibt Bianca mit dem caffè ... Gebratene Artischocken, melanzane grigliate, penne alle sarde, agnello allo zafferano – was ich eben über die bruschette sagte, gilt natürlich auch für das agnello allo zafferano, wie deine Hände dufteten und wie ich hinaus rannte zu Zeno und Kartoffeln zu schälen begann, über uns der Frühlingshimmel, die Schwalben von Urbino und unter uns Madonnina mit seinem mittelalterlichen borgo. Wir haben Prosecco getrunken und-“
Bianca trat leise neben mich, legte mir die Hand auf die Schulter und hielt Lorenzo einen Becher mit caffè unter die Nase, dann warf sie einen Blick auf das EEG.
„Moment, da tut sich was!“ Sie hatte die Stimme gedämpft, aber ihre Aufregung war deutlich heraus zu hören. „Was hast du ihm gerade erzählt?“
Ich trank durstig meinen winzigen caffè und sah mich nach einem Papierkorb für den Plastikbecher um.
„Von Madonnina, was wir gegessen und getrunken haben.“
Sie massierte sanft meine Schultern, den Blick immer auf die Linien gerichtet, die das EEG ausdruckte.
„Gut gemacht! Etwas hat sich verändert, siehst du?“
„Kannst du bitte das Fenster öffnen, mir ist irgendwie – schwindlig“, bat ich sie.
„Es beginnt“, beschied sie und eilte zum Fenster, aber nicht, um es aufzumachen, sondern um die schweren Vorhänge vorzuziehen. Sie setzte sich in ihren Steinkreis und stimmte das Gayatri-Mantra an.
„Bianca! Mir ist schlecht, ich brauche frische Luft, verstehst du mich?“
„om bhur bhurva svaha, tat savitur varenyam ... Er träumt den Traum, folge ihm!“
Kaum hatte sie das gesagt, spürte ich, wie sich Lorenzos Finger wie in einem elektrischen Impuls um meine schlossen. In meinem Kopf summte es, laut und lauter. Mein Herz raste, mein Schädel schien fast zu platzen unter dem Anstrom von Blut, das aus mir unerklärlichen Gründen von meinem Herzen hinaufgepumpt wurde, bis mir der Schweiß ausbrach.
Wieder ein Zucken von Lorenzos Fingern, Biancas Mantrengesang wurde durchdringender. Seine Augäpfel rollten unter den geschlossenen Lidern – kein Zweifel, er träumte, lautlos dieses Mal, aber dennoch wusste ich nur zu gut, wohin ich ihm zu folgen hatte: In den Dom zu Florenz, den 26. April 1478.
Ich stützte meine Ellbogen auf, faltete die Hände, seine jetzt wieder schlaffe Linke vorsichtig zwischen meine Handflächen geborgen, und legte meine Stirn dagegen.


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Sonntag, 7. Mai 2006

Sonntag

Kardinal Farnese musste sich ziemlich ins Zeug gelegt haben, denn keine Dreiviertelstunde später saß ich in einem Jeep neben Hellebardier Rogler, der – auf direkte Anweisung des Santo Padre - mit Blaulicht den Hügel zur Gemelli-Klinik hinaufjagte und mit seinem sportlichen Fahrstil bewies, dass die fünfhundert Jahre alte Institution der Schweizer Garde sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu stellen wusste. Auf meinem Schoß lag Lorenzos braune Ledertasche, die ich in aller Eile noch mit frischer Wäsche, Zahnbürste und Rasierzeug vollgestopft hatte, obenauf Giulias Aufnahme von ihm. Rogler nahm seine Aufgabe sehr ernst, er stellte den Jeep quer ins Parkverbot hinein, riss mir die Tasche aus der Hand und bedeutete, ihm im Laufschritt zu folgen. Gemeinsam erstürmten wir die Klinik, fragten uns zur Intensivstation durch, passierten die Schleuse und standen schließlich vor der Türe des Einzelzimmers, in dem Lorenzo versorgt wurde.
„Sie haben soviel Zeit, wie Sie brauchen. Ich warte hier.“ Er nickte ernst. „Viel Glück, Madame“, fügt er hinzu und legte mir freundlich die Hand auf die Schulter. Ich versuchte, irgendwie zu Atem zu kommen und mich auf das vorzubereiten, was mich hinter der Tür erwartete.
Ich hatte allerdings mit allem Möglichen gerechnet, nur nicht damit, dass Tante Bianca in einem selbst ausgelegten Steinkreis mitten im Zimmer saß und eine tibetische Klangschale schlug. In allen vier Ecken hingen dicke Büschel Salbei – wenigstens brannte er nicht - und auf Lorenzos Nachttisch standen, in stiller Eintracht, eine Skulptur von Durga, die auf dem Löwen reitet und eine Statue der Mutter Gottes – vermutlich aus Estefanios Beständen. Hinter Lorenzos Kopf entdeckte ich, unter dem Kabelwirrwarr für das EEG, einen faustgroßen Bergkristall. Lorenzos Hals war bandagiert, unter seinen geschlossenen Augen lagen tiefe Schatten. Ich sog unwillkürlich scharf die Luft ein, als ich die Kanülen bemerkte, die an beiden Händen angebracht waren, obwohl das nur zwei kleine Stiche waren im Vergleich zu seiner Halswunde – trotzdem, der Anblick tat mir weh. Bianca und ich umarmten uns stumm, wir hielten uns lange aneinander fest.
„Es ist gut, dass du gekommen bist“, sagte sie. Wir packten die Tasche aus und stellten das Foto zwischen Durga und die Mutter Gottes. Bianca drückte mich auf den Stuhl neben seinem Bett. „Ich weiß nicht, was ich tun soll ... tun kann!“, erklärte ich mit hilfloser Geste. Um ihren Mund hatten sich tiefe Falten eingegraben, aber ihre Augen leuchteten vor Zuversicht.
„Du bist ihm schon einmal gefolgt“, entgegnete sie rätselhaft, „ich kann es nicht, obwohl ich es versucht habe. Rede mit ihm, über dein Leben, wie ihr euch kennen gelernt habt, über ein gemeinsames Erlebnis - zähl von mir aus Menüfolgen auf, ich hole uns zwei Kaffee.“
Also legte ich behutsam meine Hand unter seine und begann, zu ihm zu sprechen.

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Samstag, 6. Mai 2006

Samstag

Rogler hatte am Portal Stellung bezogen. Die Wohnung schien verändert, hatte ihren Glanz verloren. In den Ecken, unter der Decke, sammelten sich Schatten, ich konnte sie aus den Augenwinkeln sehen, aber wenn ich meinen Blick nach oben richtete, war alles wie immer. Der einzige Ort, an dem ich es aushielt, war Lorenzos Zimmer. Zunächst war ich unruhig auf und ab gelaufen, hatte mir ein gerahmtes Foto aus seinem Regal genommen und es lange betrachtet: es zeigte ihn auf einer Bühne mit der E-Gitarre; er lachte verwegen, so ein zigeunerhaftes Little-Steven-Lachen. Giulia hatte es gemacht verriet die Widmung darunter. Nur wenige Tage, bevor wir uns kennen lernten. Merkwürdig, dass ich ihn nie hatte spielen sehen, richtig spielen sehen.
Ich stellte das Bild beklommen wieder zurück, setzte mich auf sein Bett, nahm das Kopfkissen in meinen Schoß und blieb ganz still, ohne mich zu regen.
So fand mich schließlich Giulia. Es war das erste Mal, dass ich sie ungeschminkt sah, die Haare nachlässig zusammengebunden, mit einer riesigen Sonnenbrille im Gesicht, hinter der sie ihre verweinten Augen verbarg.
„Wie geht es ihm?“, krächzte ich statt einer Begrüßung. Sie ließ sich neben mich auf das Bett sinken.
„Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht, cara ...“
„Die gute bitte zuerst“, flehte ich.
„Das Rückenmark ist unverletzt, er hat zwar viel Blut verloren, aber nach den Transfusionen ist sein Zustand zumindest stabil.“
„Stabil“, ich nickte mehrmals, um es mir selbst zu bestätigen: Stabil. „Und die schlechte?“
„Er wacht einfach nicht – auf!“ Giulia vergrub ihr Gesicht in beide Hände und schluchzte trocken.
„Wie? Er wacht einfach nicht auf?“
„Er kommt nicht zu sich, er liegt nur da, mit all diesen Schläuchen im Gesicht und an den Armen.“
„Und was sagen die Ärzte?“
„Was Ärzte halt sagen ... Bianca hat schon allen möglichen Brimborium angestellt, wenn Estefanio nicht ein gutes Wort für sie eingelegt hätte, hätten sie sie schon rausgeschmissen ... Jetzt wechseln sie sich ab mit der Krankenwache.“ Dass es immer auf Leben und Tod gehen musste, damit verfeindete Familienmitglieder plötzlich an einem Strang zogen.
„Ich muss zu ihm! Ich muss einfach, Giulia.“
Sie legte mir die Hand auf die Schulter. „Dasselbe hat Tante Bianca auch schon gesagt. Du sollst so schnell du kannst in die Klinik kommen ... Estefanio ist einverstanden.“ Also käme ich in die Intensivstation hinein, Estefanio würde das irgendwie durchsetzen können.
„Das Problem ist nur, der Kommandant der Schweizer Garde hat mir die Ausreise untersagt!“, rief ich verzweifelt.
Giulia nagte nervös am Nagelbett ihres Daumens herum.
„Dann soll Estefanio sich an den Heiligen Vater wenden, wir hinterlegen deine Papiere oder so etwas. Irgendeine Lösung muss es geben!“
„Wo willst du hin?“
„Zurück ins Gemelli-Krankenhaus, ich muss mit Onkel Estefanio sprechen!“ Sie stand auf, ich beneidete sie. Giulia konnte irgendetwas tun, während ich zum Warten verurteilt war wie Estefanio, Oberst Seltzmann oder meinetwegen auch der Heilige Vater entschieden. Ich durfte nicht zu lange darüber nachdenken, sonst wäre ich wieder in Tränen ausgebrochen. Wenn nur Zeno endlich käme ... Wenn ich etwas über die Identität des Attentäters erführe, den Stand der Ermittlungen ... Ich war aufgestanden und hatte das Bild wieder in die Hand genommen: Lorenzo lachte unter seinem buntgemusterten Rockerkopftuch. Ich erinnerte mich an den Klang dieses Lachens.
Ich wollte es wieder hören.
Um jeden Preis dieser verfluchten, verdammt schönen Welt.

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Donnerstag, 4. Mai 2006

Donnerstag II

In der Tür stieß ich mit Zeno zusammen, der mich brüsk in seine Arme riss. „Gottseidank! Tut das gut, Sie zu sehen! Vor einer Stunde hätte ich Sie noch eigenhändig erwürgen können, aber jetzt ...“ Er presste mich schweigend an seine Brust.
„Was ist ... wie sind Sie ...“ Ich bekam kaum noch Luft in seiner erdrückenden Umarmung. Er hatte mit seinem Handy die Wachen alarmiert, die ihm aufgeschlossen und gleichzeitig über die Vorfälle im Dom Bericht erstattet hatten.
„Was ist mit ...“
„Scht, scht, Sie zittern ja!“, sagte er leise und zog sein Jackett aus, um es mir über die Schulter zu hängen. „Giulia und Bianca sind im Gemelli-Krankenhaus, Estefanio ist ebenfalls auf dem Weg dorthin.“
„Und wenn Berlusconi selbst dorthin unterwegs ist, w i e g e h t e s L o r e n z o!?“
Zeno packte mich an beiden Schultern. „Er lebt, zur Stunde lebt er“, sagte er langsam, jedes einzelne Wort betonend, „mehr weiß ich nicht, aber Giulia wird sich melden.“ Seine blauen Augen betrachteten mich skeptisch, schließlich löste er behutsam seinen Griff, wie um festzustellen, ob ich noch allein stehen könnte. „Ich bin hier, um mich mit Kommandant Seltzmann über das Attentat zu beraten.“ Er gab Seltzmann ernst die Hand, der aufgesprungen war, um ihn zu begrüßen.
„Vice-Questore Aurel - dass wir uns ausgerechnet unter diesen tragischen Umständen wiedersehen. Sie sind mit Monsignore Farnese befreundet? Mit der Signora auch?“ Zeno nickte.
„Mit Rücksicht auf ihre Verfassung – an der wir leider nicht ganz unschuldig sind - habe ich ihre Aussage noch nicht aufnehmen können. Vielleicht fühlt sie sich wohler, wenn sie Ihnen den Hergang der Ereignisse – sobald sie sich beruhigt hat? Sie könnten mir einen informellen Bericht zumailen?“
„Ma sicuro, Oberst, das ist sehr freundlich von Ihnen“, beteuerte Zeno, der sehr zufrieden über das Angebot einer unbürokratischen Zusammenarbeit schien. „Hellebardier Rogler hier“, Zeno schaute mich an und wies auf den jungen Gardisten, der in der Tür stehen geblieben war, „wird Sie in Lorenzos Wohnung begleiten, ich komme nach, sobald ich kann.“
Ich erkannte Zeno kaum wieder: er, der über einem Stück zarten Lammfleisch fast in religiöse Verzückung geriet, wegen einer Störung beim Essen Wutanfälle von elementarer Wucht erlitt, bewies in dieser Situation einen bemerkenswert klaren Verstand. Ich warf ihm einen dankbaren Blick zu und zockelte mit gesenktem Kopf hinter Hellebardier Rogler her, der sich schließlich mütterlich bei mir unterhakte, um mir sicheres Geleit geben zu können.


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Donnerstag

Oberst Frithjof Seltzmann, ein drahtiger Kerl mit interessanten grauen Schläfen und klarem Blick entschuldigte sich mehrmals für seinen übereifrigen Mitarbeiter und richtete mir einen frischen Eisbeutel her, den ich mir ins Genick pressen sollte. Wir befanden uns im Hauptquartier der Schweizer Garde und ich sah immer noch Sternchen. Mein aufgeplatztes Knie war notdürftig versorgt worden, von dem Schlag im Genick war mir immer noch schwindlig, meine Augen brannten und mein Schädel brummte.
„Was ist mit Monsignore Farnese?“, fragte ich zum mindestens fünften Mal, ohne eine Antwort zu erhalten. „Oberst Seltzmann, wenn Sie mir nicht sofort sagen, wie es Monsignore Farnese geht und wo er sich befindet, schreie ich Ihnen Ihre verdammte Bude zusammen, dann wird auf der Stelle mein Schädel platzen und Sie haben eine riesengroße Schweinerei in Ihrem akkuraten Büro und die italienische Polizei in Gestalt von Vice-Questore Aurel am Hals, der - das nur nebenbei - , über vorzügliche Kontakte zum Innenministerium verfügt, es wird einen diplomatischen Zwischenfall geben, der apostolische Nuntius könnte eventuell in Erklärungsnotstand geraten und darüber, insbesondere aber über Sie, nicht gerade erfreut sein! Verstehen Sie, was ich sage?“
Einen Versuch war es wert. Ich griff stöhnend nach dem Plastikbecher mit caffè, kippte das Gebräu auf einen Zug hinunter und brach in Tränen aus, weil ich an Lorenzos Kaffee denken musste und wie er ihn zubereitete und wie er dabei aussah und weil Zeno vermutlich immer noch auf der Loggia eingesperrt saß und überhaupt – weil ich nicht mehr konnte.
Seltzmann schaute mich ungerührt an und reichte mir ein kariertes Taschentuch. „Sie sind seit fünf Tagen Monsignore Farneses Gast innerhalb der Vatikanstadt, stimmt das?“
„Das wissen Sie doch ganz genau, immerhin stehen Sie“, ich verfiel in einen sarkastischen Tonfall, „einer hochmotivierten und vorzüglich ausgebildeten Spezialistentruppe vor, eh?“
„Sind Sie mit Monsignore Farnese verwandt?“ Der Oberst zückte eine Sprühflasche mit Reinigungsmittel und säuberte sorgfältig seinen Computermonitor.
„Ma certo! Ich habe ihn kürzlich adoptiert!“, brüllte ich entnervt.
„Also nicht. Dann darf ich Ihnen keine weiteren Informationen über seinen Zustand überlassen. Wo wollen Sie hin?“ „Ich gehe. Ihre fähigen Spezialisten werden Ihnen sicher sagen können, wohin!“, erwiderte ich.
„Die werde ich gar nicht bemühen müssen, bis auf Weiteres ist Ihnen die Ausreise aus Vatikan-Stadt ohnehin untersagt“, entgegnete er gelassen.
Oberst Seltzmann schaute einen Augenblick nachdenklich zum Fenster hinaus und atmete dann geräuschvoll aus.
„Behalten Sie das Taschentuch ruhig ... Monsignore Farnese liegt im Gemelli-Krankenhaus und hat das Bewusstsein noch nicht wieder erlangt. Ich werde für ihn beten. Vielleicht sollten Sie das auch tun.“

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Mittwoch, 3. Mai 2006

Mittwoch

Clarice Orsini hatte bei ihrem wohlmeinenden Rat allerdings eine Kleinigkeit übersehen - und die hieß Zeno Aurel. Der Vice-Questore war, ausgerüstet mit einem Stapel Zeitungen, zum Sonntagsfrühstück erschienen und hatte es sich auf der Loggia bequem gemacht, um mir Gesellschaft zu leisten, bis Lorenzo wieder zurück käme. Im Gegensatz zu mir machte er sich überhaupt keine Sorgen: die Securityleute der Schweizer Garde – eine hochmotivierte und vorzüglich ausgebildete Spezialtruppe! Mit modernstem Gerät! Der Petersdom? Niemand käme heute hinein, ohne von diesen fähigen Spezialisten mit Metalldetektoren gescannt zu werden, im übrigen patrouilliere noch dazu italienische Polizei auf dem Petersplatz. Nein, Lorenzo wäre im Petersdom so sicher wie in Abrahams Schoß, daran bestünde überhaupt kein Zweifel, wahrscheinlich sicherer noch als auf seiner eigenen Loggia nachts um halb Drei, merkte er mit unterdrücktem Hüsteln an. Außerdem habe er seinen Freund eingehend instruiert und in eine spezielle Fragetechnik eingeweiht, die er in der Questura von Urbino schon seit einiger Zeit erfolgreich dazu verwende, um verdächtigen Subjekten relevante Informationen zu entlocken, ich solle mich also endlich entspannen, aber ob vielleicht noch etwas caffè in der Kanne sei? – an dieser Stelle entfaltete er seine Zeitung und legte behaglich die Füße auf die Brüstung.
Ich nahm seine Tasse auf, ging durch mein Zimmer, das Bad und Lorenzos Zimmer in die Küche, stellte die Tasse in die Spüle, kehrte wieder um, betrat Lorenzos Zimmer erneut, schloss die Badezimmertür leise von dieser Seite her ab und verließ im Laufschritt die Wohnung. Im Laufen umfasste ich das Ankh-Amulett, kämpfte mein schlechtes Gewissen nieder, weil ich Zeno eingesperrt hatte und konzentrierte mich schließlich auf die Aufgabe, mir irgendwie einen Weg durch das Gewühl auf dem Petersplatz zu bahnen und dabei gleichzeitig auszusehen wie eine ganz normale Touristin. Nur, dass ganz normale Touristinnen sich nicht mit aufgelösten Haaren, hochroten Wangen und schweißbedeckter Stirn in den Petersdom hineindrängten, den Sicherheitsbeamten mit dem Metalldetektor anfauchten, er solle sich gefälligst beeilen und dann mit irrem Blick das Hauptschiff in Richtung Apsis durchquerten, ohne auch nur einen Hauch von Aufmerksamkeit an die Kunstwerke oder die pompösen Papstgräber ringsum zu verschwenden.
Über Lautsprecher wurde das Hochamt übertragen, ich überlegte gerade, ob ich die Absperrung, die die Touristenmenge von den Teilnehmern der Messe teilte, einfach ignorieren sollte, als ich - inmitten der Menge, endlich, Lorenzo entdeckte, der, zusammen mit einem sehr blonden, groß gewachsenen Mann in der Nähe der Statue der Heiligen Veronika stand. Ich schob und drängte mich durch die Massen, während aus den Lautsprechern die Lesung aus der Offenbarung des Johannes erscholl.
Aus den Augenwinkeln bemerkte ich, wie ein Sicherheitsbeamter auf mich aufmerksam wurde und versuchte, mir unauffällig den Weg zur Veronikastatue abzuschneiden. Gleichzeitig, ich hatte endlich freie Sicht auf Lorenzo und seinen Begleiter, konnte ich sehen, wie der Blonde Lorenzo herzlich umarmte und an sich drückte. Ich setzte zu einem Sprint an. Mit einer einzigen, fließenden Handbewegung griff der Blonde sich ins Genick. Zückte ein Keramikmesser, das er zwischen seinen Schulterblättern verborgen getragen hatte. Bereitete einen tödlichen Stoß hinterrücks in Lorenzos Herz vor, während er ihn weiter mit der Linken an sich gepresst hielt.
„... und warf ihn in den Abgrund und verschloß ihn und setzte ein Siegel oben darauf ...“, schallte es aus den Lautsprechern.
„L O R E N Z O!“, schrie ich aus voller Kehle, während ich Kinder, Greise, Mütter, Väter, Nonnen zur Seite stieß. Ich war dazu übergegangen zu beten, laut oder leise, ich kann mich nicht mehr erinnern.
Obwohl die Lautsprecher meinen Schrei übertönt haben mussten, geschah etwas Merkwürdiges: Über die ganze Distanz hinweg, die jetzt nur noch an die fünf Meter betragen konnte, fing ich Lorenzos Blick auf – er hatte mich gesehen! Noch in denselbem Bruchteil einer Sekunde stürzte er nach vorn, ließ sich noch weiter in die Arme seines Angreifers fallen und warf ihn mit seinem ganzen Gewicht zu Boden. Wäre er zurückgewichen, hätte ihn der Messerstich in den Rücken durchs Herz auf der Stelle getötet.
Aus den Lautsprechern schrillte mittlerweile ein hässliches Rückkopplungsgeräusch, ein Ring von Sicherheitsbeamten hatte sich zusammengezogen und im Petersdom brach die nackte Panik aus. Ich war nur noch vier fünf Schritte von Lorenzo entfernt, der aus einer Wunde am Hals blutete. Sein Angreifer, halb unter ihm liegend, machte eine winzige Handbewegung, führte sich einen Anhänger, den er um eine Kette am Hals trug an die Lippen und biss hinein. Das war das letzte, was ich wahrnahm, bevor ich von einem Schweizer Gardisten niedergeschlagen wurde und zum zweiten Mal innerhalb von einem Tag das Bewusstsein verlor.

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Dienstag, 2. Mai 2006

Dienstag

Normalerweise wären wir an einem so milden Abend auf der Loggia gesessen, aber natürlich hatte niemand Lust, sich als Motiv für ein nächstes Erpresserfoto zu präsentieren. Also hielten wir am Küchentisch Kriegsrat. Zeno hatte bei der vatikanischen Telefonzentrale angerufen und unter Aufwendung seines gesamten Charmes und seiner ganzen Beredsamkeit – sowie dem Versprechen, sämtliche Strafzettel der diensthabenden Telefonistin im Orkus verschwinden zu lassen – die Nummer der Leitung ausfindig machen können, von der das Fax herein gekommen war. Als Nächstes rief er Vice-Ispettore Santi in Urbino an, der ihn auch prompt zurückrief und mitteilte, dass es sich um den Anschluss einer Autobahnraststätte zwanzig Kilometer östlich von Rom handle.
„Also ist Laurinius in den Marken wieder aufgetaucht oder nicht? Dann kann er das Fax ja wohl kaum heute Abend von der Autobahn geschickt haben?“, fragte ich Zeno.
„Die Informationen von Kollege Leitmayr waren, nun ja, informell“, antwortete er, „ aber das spielt auch keine Rolle, er kann jederzeit irgendeinen Zwockel engagieren, der für ihn Faxe verschickt oder – Fotos macht.“
„Wir waren von etwa halb Eins bis kurz nach Drei mit dem CD-Player auf der Loggia“, überlegte Lorenzo. „Und haben uns u n t e r h a l t e n“, betonte er, weil er Zenos Blick auffing.
„Das stimmt. Eh, die Uhrzeit auch. Das muss jemand gewesen sein, der Schlüssel hatte oder sich irgendwie Zugang verschaffen konnte. Gewaltsames Eindringen hätten die Sicherheitsleute doch sicher protokolliert.“
„Das ist richtig, ich kann mich morgen mal daran machen, bei den Schweizern nachzufragen“, erbot sich Zeno, „natürlich unter irgendeinem Vorwand.“
Ich hatte mir die ganze Zeit mit dem Osservatore Romano Luft zu gefächelt und warf entnervt die Zeitung beiseite. Was wollte Laurinius überhaupt noch von uns, falls er es war, der uns nachstellte. Er hatte doch die Bilder, wahrscheinlich auch die Abschrift von Il Magnificos Brevier. Warum ließ er uns nicht in Ruhe? „Darüber zerbreche ich mir auch schon die ganze Zeit den Kopf“, gestand Lorenzo. Er steckte sich eine Zigarette in den Mund, ohne sie anzuzünden. „Die Schüsse auf Sie, die Autobombe für Zeno, das konnte durchaus als Ablenkungsmanöver gedacht sein, um in dem ganzen Wirrwarr in aller Seelenruhe das Bild zu stehlen ...“
„Ich danke! Schönes Ablenkungsmanöver, ich wär beinahe draufgegangen!“, regte sich Zeno auf.
„Haben Sie wirklich nicht bemerkt, dass es sich bei dem Porträt um ein übermaltes Original handelte?“ Ich sprach die Frage aus, die mich schon die ganze Zeit beschäftigt hatte.
„Tatsächlich hatte ich mir ein paar Gedanken gemacht, aber-“, Lorenzo machte eine resignierte Handbewegung, „ich bin Experte für Ikonografie, wenn es um das Material selbst geht, lasse ich es im Labor prüfen. Ich wollte das Bild an dem Wochenende mitnehmen und untersuchen lassen, aber daraus wurde dann ja nichts.“ Er fuhr sich mit der Hand über die Augen. „Jedenfalls, es gibt noch eine Alternative was die Schüsse in Ostia Antica betrifft, natürlich auch das Fax, und die gefällt mir ganz und gar nicht.“ Er starrte deprimiert seine Zigarette an, brach entschlossen den Filter ab und ließ sich von mir Feuer geben.
„Der Vatikan – ein byzantinischer Palast“, zitierte ich leise.
„Von was r e d e t ihr eigentlich? Bin ich dir nicht immer ein guter Freund gewesen, Lorenzo? Habe ich dir jemals den Eindruck vermittelt, nicht offen mit mir sprechen zu können? Wie soll ich dir helfen, wenn du orakelst wie meine Großmutter selig!“
Lorenzo legte die Zigarette ab, umarmte seinen Freund, hielt ihn dann ein Stück von sich und erwiderte: „Sobald ich morgen von der Frühmesse zurück bin, erkläre ich dir alles.“
Ich schluckte meine aufsteigende Panik hinunter. Wie hatte Clarice Orsini gesagt?
Wenn du ihn nicht aufhalten kannst, musst du ihm folgen...

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Montag, 1. Mai 2006

Montag

Das Nächste, was ich wahrnahm, war ein einzelner Lichtpunkt in der Dunkelheit, der größer und größer wurde und sich als Kaminfeuer heraus stellte, um das drei Gestalten saßen. Frauen. Eine davon war Tante Bianca im Blaumann und mit Kapotthütchen auf dem Kopf.
„Da sind Sie ja endlich, verehrte Elsa, ich dachte schon, Sie finden den Weg gar nicht mehr hierher“, begrüßte sie mich und drückte mir eine Teetasse aus feinem chinesischem Porzellan in die Hand. „Möchten Sie einen Schluck ayurvedischen Tee? Vata, Kapha oder Pita? Das wissen Sie nicht? Dann nehmen wir einfach Tridosha!“ Sie schnickte mit dem Finger und die Tasse füllte sich auf mir unerklärliche Weise mit einem dunkelbraunen, stark duftenden Gebräu.
„Gurkensandwich? Greifen Sie zu!“ Bianca hielt mir ein Tellerchen mit zierlichen Happen hin, von denen ich mir eins auswählte. In der Tat: Englische Teatime-Gurkensandwichs.
„Wie bin ich ... Was machen Sie hier?“
„Wir feiern einen Hexensabbat“, erklärte Bianca und stand auf, um das erlöschende Kaminfeuer mit einem kräftigen Stoß aus ihrem Lötbrenner wieder anzufachen. „Heute ist doch Walpurgisnacht, das wissen Sie doch?“
Ich nickte beeindruckt.
„Und kommen noch mehr, eh, Hexen?“ fragte ich.
Bianca winkte müde ab. „Ich bin zu alt für diese Massenveranstaltungen. Schlückchen Eierlikör?“ Sie schenkte vier Likorgläser ein. Die beiden anderen Frauen, es waren Clarice Orsini, die eine Satinbordüre bestickte und Sophia Anfisba Onofri – mit angesengten Haaren- , die an einem Porträt von Lorenzo arbeitete, reagierten nicht. Ich beugte mich zu Bianca.
„Warum malt Sophia ausgerechnet Lorenzo?“, wisperte ich beunruhigt.
„Kümmer dich um deinen eigenen Kram!“, zischelte Sophia giftig, langte in einen Behälter mit Eiswürfeln und fuhr sich mit einer Handvoll über das lädierte Gesicht. Ich stellte die Tasse ab, trat hinter sie und betrachtete lange das Portrait.
„Der Schwung der Augenbrauen stimmt nicht, die Nase ist zu breit und die Augen sind schwarz, nicht braun“, kritisierte ich schließlich. Sophia drehte sich um, warf mir ein paar Eiswürfel ins Gesicht, riss den Entwurf von der Staffelei herunter und schleuderte ihn ins Feuer. Ich grinste und wanderte weiter zu Clarice, die anmutig den Kopf über ihrer Handarbeit gesenkt hielt und mit flinken Fingern Perlen aufstickte. Eine sehr feine Arbeit, die ich mit hämischen Seitenblicken zu Sophia ausgiebig lobte. Clarice hielt inne, hob das Band bereitwillig ins Licht, damit ich den Schimmer der Perlen bewundern konnte und nahm dankend ein Glas mit Eierlikör entgegen. Wir stießen an und prosteten höflich zu Sophia hinüber, die einen neuen Entwurf begann und uns ignorierte. Clarice lockte mich mit gekrümmtem Zeigefinger zu sich hinunter und flüsterte mir ins Ohr: „Wenn du ihn nicht aufhalten kannst, musst du ihm folgen.“
„Folgen, folgen. Folge ihm nur“, meckerte Sophia. „Aber schau dir genau an, was es mir eingebracht hat, einem Farnese zu folgen!“ Sie hob kreischend vor Lachen die verstümmelten Füße und zeigte ihre verkohlten Knöchel.
Clarice schaute mich durchdringend an und nahm ihre Stickerei wieder auf.
Als ich die Augen wieder aufschlug, war es mir, als könnte ich den Nachhall von Sophias schrillem Geheule hören, aber es waren nur die Stimmen von Zeno und Lorenzo, die sich leise in der Küche unterhielten. Verwirrt versuchte ich mich aufzurichten, es gelang mir, mich auf die Ellenbogen zu stützen, da ging auch schon das Licht im Zimmer an und Zeno stand vor mir. „Sie sind ja wieder wach, gottseidank! Uns einen solchen Schrecken einzujagen! Trinken Sie, das wird helfen!“ Er drückte mir ein großes Glas mit Grappa in die Hand und erst, als ich die Schärfe des Schnapses im Mund spürte, wurde mir bewusst, das ich beim Aufwachen den Geschmack von Eierlikör auf der Zunge gehabt hatte.

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cantare

sofort dachte ich an...
der bei dem großen Beben von 1915 in einer Kirche in...
Cassian (Gast) - 25. Aug, 07:41
hab an Dich vorhin gedacht,...
hab an Dich vorhin gedacht, als ich Nachrichten sah...
fbtde - 24. Aug, 22:38
Das Wetter...
... lässt wie jedes Jahr zu wünschen übrig. War auch...
Marco Gallina (Gast) - 11. Aug, 16:46
Lange nicht mehr hier...
doch freue ich mich sehr, daß es diesen Blog noch gibt....
Arminius (Gast) - 29. Jul, 20:23
Lebenszeichen
Ein Lebenszeichen für uns Besorgten wäre wirklich nett....
Theodred (Gast) - 21. Jul, 21:36

attenzione

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