Irgendwann gab es mal in der Berliner taz das Kirchenaustrittsformular zum Ausschneiden abgedruckt. Obwohl das Thema rund um die Problematik mit der deutschen Kirchensteuer weiterhin aktuell bleibt, obwohl man sich manchmal wünschen würde, dass gerade die treuen Gläubigen doch einfach ein massenhaftes Zeichen setzten, um gewisse Auswüchse des Systems trockenzulegen - es ist und bleibt ein - diffiziles! - Thema für diejenigen, die drinnen sind. Und nicht draußen. So wie die taz. Oder das Humanistische Institut, wie auch immer die Clique da heißt. Oder eben - die FSSPX.
Insofern ist es leider dringend angebracht, vor der neuesten
Initiative der FSSPX zu warnen.
Danke, liebe Freunde und Kupferstecher, dass ihr uns dieses Thema nun fast mühelos auch noch zerschossen habt, und abgesehen davon, dass man sich wohl fragen darf, wieso dieser Aufruf genau zu diesem Zeitpunkt kommt. Die Berufung auf Rom taugt da leider überhaupt nicht. Es wird allmählich nun doch etwas bizarr, Rom jede Autorität ab Vaticanum II abzusprechen, und sich dann wieder auf ein Rom zu berufen, das Gespräche führt und Bedenken gegenüber der deutschen Praxis der Kirchensteuer, oder wenn es halt gerade mal wieder gut passt.
Die aktuellen Meldungen jedenfalls zeigen, dass die FSSPX eben in keiner Weise die Verbündeten der traditionstreuen Katholiken sind. Nun, vielleicht war es an der Zeit, dass das auch einmal offengelegt wurde und immer deutlicher wird.
Ich verweise auf einen pointierten Kommentar von Echo Romeo dazu
hier:
>>Aus der Weigerung, den geistlichen Kampf in der Kirche innerlich mitzutragen, entsteht (ohne den Umweg über Luther und den Protestantismus, aber in ihrem Geist) auf direktem Wege eine traditionalistische Freikirche.<<
Und noch ein
Kommentar von Guido Horst dazu für Die Tagespost:
>>Abgesehen davon, dass man sich fragen muss, ob man dort „austreten“ kann, wo man selber nie bewusst „eingetreten“ ist, ist das ein gefährlicher Vorschlag, mit der die Pius-Bruderschaft Gläubige verführt.
Es stimmt: Wer die Institution Kirche in den deutschen Landes durchforstet, wird auf manches, vielleicht auf vieles treffen, was mit Kirchensteuermitteln finanziert wird, aber nicht im Sinne der Kirche ist oder dieser sogar eher schadet. Das ist die Wahrheit. Aber aus dieser Wahrheit zu folgern, dass man die katholische Kirche in Deutschland in ihrer geschichtlich gewachsenen Gestalt deswegen gleich verlassen kann, ist eben eine verrutschte Wahrheit, eine Wahrheit, die in die Irre führt, weil sie den rechten Ort, ihre Einbindung in das Ganze, verlassen hat. Und zum Thema Kirchensteuer gehört eben auch die Wahrheit, dass sie die historische gewachsene Form ist, mit der die Kirche in Deutschland den geschuldeten Beitrag ihrer Gläubigen einsammelt.
Wer immer über den Vorschlag der Piusbrüder nachdenkt, sollte ganz schwer aufpassen: Die deutschen Bischöfe sind im Gespräch mit dem Vatikan, was die in Deutschland übliche Weise der Kirchenbeitragserhebung angeht. Die Pius-Bruderschaft irrt, wenn sie glaubt, dass Rom hier grundsätzliche Schwierigkeiten sieht. Eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Wer jetzt vorschnell auf den Austritts-Vorschlag eingeht, könnte sehr bald im Regen stehen.<<
Man kann in einem Kartenspiel auch überreizen. Ich bin keine passionierte Kartenspielerin, aber ich glaube, das ist beim Skat möglich. Skat ist ja das Schach des kleinen Mannes. Für die Leute, für die es für Schach nicht langt, sozusagen - ohne jetzt die Skat-Spieler angehen zu wollen unter meinen Lesern.
Der FSSPX wäre jedenfalls dringend anzuraten, ihr Blatt derzeit nicht mehr weiter zu überreizen.