Elsas Nacht(b)revier

Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen. [Douglas Adams]

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Aber noch ein Wort, auch wenn es zuviel ist

zur Debatte um Eva Herman:
Paranoide Reaktion

Zuvor hatte bereits ein Minister in Hessen die Schirmherrschaft für den katholischen Kongress „Freude am Glauben“ niedergelegt, nur weil Eva Herman dort als Rednerin auftrat. Wie ist es nur möglich, dass die Eliten derart paranoid auf eine Frau reagieren, die lediglich konservative Familienwerte einfordert und das Wohl von Kindern in den Mittelpunkt stellt.

Ist es das kollektive schlechte Gewissen über die Kollateralschäden der Selbstverwirklichung der letzten 30 Jahre? Ist es die Angst, sich auch nur einen Millimeter von der herrschenden Meinung zu entfernen und selber zur Unperson zu werden? Politisch korrekte Meinungsführer in Medien und Politik schließen auf beängstigende Weise die Reihen. Deutschland rückt ein Stück näher an das heran, was Martin Walser die „gestoppte Demokratie“ nannte.


Nein. Es geht darum, was jeder vernünftige Mensch weiß. Also wir brauchen weder Verweise und Hetze auf Naziideologien noch sonst was.
Der springende Punkt ist und bleibt einfach, und da lässt sich nichts schönreden: Wer Kinder verantwortungsvoll erziehen möchte, der muss durchaus mal ein Opfer bringen: Der hat kein eigenes Leben mehr.
Wer es richtig machen will, der gibt sich auf - im besten Sinne natürlich. Der bringt Opfer, ja, der übt auch mal VERZICHT. Er muss, sie muss, wenn was draus werden soll.
Wer auch nur ein einziges Kind hat, der weiß das doch ganz genau. Der Alltag wird ausgerichtet, alle Routinen werden ausgerichtet - also das hoffe ich und wünsche ich jedenfalls allen Beteiligten. Da ist nichts mehr mit Spaß haben und sein Ding machen, da ist ein kleiner, hilfloser Mensch, der fordert, Beachtung möchte, Ansprache haben möchte - 24h 7 days a week. So dass man sich zu einem gewissen Teil aufgibt - egal ob jetzt Mutter oder als zu Hause sorgender Vater. (Weshalb ich ja auch kinderlos bin, ich traue mir diese Aufgabe einfach nicht so zu.)
So. Und das könnte man doch einfach mal zugeben, das es SO IST. Und nicht immer einfordern, dass alles gehen muss: Ego verwirklichen, Spaß haben, alles für mich, die Welt wartet ja nur.
Und dass dieses Problem, heiße ich nicht grad Senta Berger oder so, ein ziemlich großes ist. Und das war es schon im 15. , im 16., im 17. und im 20. Jahrhundert, völlig ohne Nazis, 68er und was weiß ich.
schneck06 - 13. Okt, 01:15

genau so ists. und genau so ists, daß frau herman...ja, wie soll ich sagen: nein, ich sags jetzt lieber nicht. und sogenauso ists. es gibt eine menge leute in dieser diskussion, die ihr mäulchen oder ihr maul halten sollten. die aber, wenn sie sich öffentlich zeigen, dieses nicht tun oder tun wollen. das liebe geld. und dann die liebe politische politik und deren vergangenheit. urmütter sind ein graus, sowieso schon mal. dann noch leidend und opferig, weil alle welt sie missversteht. und dann alle, die sich als spezialisten daranhängen? ich weiss: ein kindchen kommt NIE zur rechten zeit. und ich weiss auch, fast alles geht, wenn man´s denn nur will. und wenn man ein kindchen nicht lediglich immerwährend aufrechnet gegen den vermeintlich verlorenen individualismus. das zu-hause-bleiben, das kann einem manchmal auch was geben. auch etwas geben, das kann der besuch in der kneipe gegenüber, mit einem 'babyphon' neben dem weinchen. oder schlafengehen dann, wenn und wo man´s früher nicht getan hat. letzlich wollen wir doch alle keine märtyrer werden, weder gegenüber uns selbst, noch gegenüber anderen. das kann man durchaus bewerkstelligen, sprich: schaffen. sogar mit einer menge lebenserhaltender freude. sogar ideen können daraus erwachsen. aber dazu muß man sich nicht so blöd (oder schlau) geben, wie frau...h. das größte problem scheint wohl immer noch, daß frau-sein immer und jederzeit den hinweis und die möglichkeit der 'opferrolle' birgt. ganz einfach deshalb, weil der nachwuchs, letztlich, aus dem frauenbauch kriecht. ja bitteschön, was soll ich denn daran ändern, ändern wollen? will ich nicht und kann ich doch gar nicht. herr k. hat frau h. rausgeworfen. anderswo steht zurecht: wieso hat er sie überhaupt EINGELADEN? frau h. und herr k. verfügen über geldmittel, sich 100000 tagesmütter zu leisten. aber nicht einmal darüber möchte ich mir gedanken machen. dennoch: im ranking steht frau h. für mich schlechter, als herr k., und das ist auch eine gesamtpolitische bewertung. denn auch wenn mir politische inkorrektheit dringendst erforderlich scheint: nazirausschmeisser sind mir allemal symphatischer als narzissen. das schwarzweiss, das haben ebenjene sich selbst ausgesucht. sollen sie denn auch dazu stehen.

WilderKaiser - 13. Okt, 02:12

Ja, genau so sehe ich das auch.
ElsaLaska - 13. Okt, 20:42

Ich sehs anders, aber so kann man es natürlich genauso gut sehen. Danke für Ihren Beitrag, Herr Schneck! Sie sind hier immer willkommen, auch bei Themen, bei denen Sie nicht zustimmend aufjubeln können zur Laskaschen Sichtweise.
Das wissen Sie aber, gell.
schneck06 - 20. Okt, 23:20

...schön, das wissen zu können ;-)
ElsaLaska - 21. Okt, 16:04

Kriegt ja auch nicht jeder so explizit gesagt.
Gell ... :)))
ElsaLaska - 13. Okt, 20:47

Das Gleiche gilt natürlich auch für Wilden Kaiser, wie ich noch ergänzen sollte *gg*

WilderKaiser - 14. Okt, 02:39

Och, danke.
Kinder-sind-unschlagbar (anonym) - 14. Okt, 18:20

Interessanter Beitrag

Eins hat Frau Herman auf jeden Fall erreicht: Man spricht über das Thema "Familie und Werte". Sicher hätte man da nicht auf Adolf zurückgreifen müssen, die (Groß-)Familie hatte lange zuvor einen sehr großen Stellenwert.
Mit der Emanzipation (die ja irgendwie mit 68 Hand in Hand geht) hat man dann das Kind mit dem Bade ausgekippt. Die Kinderbetreuungsoffensive unserer CDU Familienministerin erinnert mich im Ergebnis ein wenig an das Betreuungssystem in der DDR. Hier konnte man sein Kind mit einem halben Jahr jeden Tag von 6 bis 18 Uhr in einer Kinderkrippe betreuen lassen... Ebenso durchsichtig die Gegenattacken der CSU, die eine Prämie für Eltern fordern, die Kinder zu Hause betreuen.
Ändern muss sich das gesellschaftliche Bewußtsein. Und dazu gehört die Erkenntnis, dass man für Kindererziehung auf andere Dinge verzichten muss. Deshalb finde ich diesen Beitrag hier bemerkenswert, auch wenn ich zugeben muss, dass ich ihn von Elsa so nicht erwartet hätte :-)
Ich würde aber nicht so weit gehen zu behaupten, wenn man Kinder hat, hat man kein eigenes Leben mehr. In der allerersten Phase "pausiert" das eigene Leben vielleicht ein wenig, aber je älter sie werden, desto mehr kommt es zurück. Und es ist ein Irrtum zu glauben, Kinder müssen jeden Abend von Blutsverwanten bewacht werden - das kann auch mal ein Babysitter tun. Richtig ist: Ich muss mein "eigenes Leben" besser planen, kann nicht mehr so spontan sein.

ElsaLaska - 14. Okt, 22:46

>>Deshalb finde ich diesen Beitrag hier bemerkenswert, auch wenn ich zugeben muss, dass ich ihn von Elsa so nicht erwartet hätte :-)>>
Äh danke, aber das war schon immer meine Meinung, weil ich selbst eine Mama hatte, die auf ziemlich viel verzichten musste (dazu noch Kriegskindgeneration), ich habe das immer bewundert. Bei den meisten Leuten kann ich das so nicht wahrnehmen und dann gehen mir meistens auch die Kinder ziemlich auf den Wecker, die zusammen mit dem Egotrip der Eltern dann noch ihren eigenen Egotrip fahren und dann schmerzen mir einfach die Gehörgänge und mein Kopf platzt.
Aber ich werde altersweise. In der Nachbarschaft ist ein tolles kleines Mädchen, das auch irgendwie schon besonders aussieht, wie aus einem dieser mittelalterlichen Gemälde entsprungen. Das heulte neulich wie blöd, weil es müde war. Da ich selbst sehr knatschig werden kann, wenn ich müde bin, verstand ich das durchaus :)
Es wird nur so sein, dass ich irgendwann in 20 Jahren endlich die perfekten Nerven und die Altersweisheit für ein eigenes Kind hätte. Dann wäre ich aber 60 und in der Menopause :(
:)
hoiwegs (anonym) - 15. Okt, 12:05

Ja, so ist es, aber es ist schön. Eben alles zu seiner Zeit. Vor den Kindern bleibt doch meist genug Zeit um Spaß zu haben, alles für mich, Ego verwirklichen usw.

Ich habe selbst drei Kinder. Diese Opferhaltung, die dann oft so negativ dasteht, bedeutet doch eben gern für einen Anderen etwas auf sich nehmen, zurückzustehen, sich selbst nicht mehr ganz so wichtig zu nehmen. Und da kann ich nur sagen, welch eine Erleichterung, sich nicht immer so wichtig nehmen zu müssen....

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