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Lesermeinung zu katholischen Priestern.

Zu GUTEN katholischen Priestern.
Wodurch zeichnen sie sich aus? Ganz abstrakt gesehen, oder auch ganz konkret aufgezeigt.
Das Kommentarfeld ist offen.
scipio (Gast) - 3. Sep, 20:52

Durch die ...

... Priesterweihe?

ElsaLaska - 3. Sep, 21:00

*ächzt*
Nun, du hast ja Recht. Wir nehmen vieles für allzu selbstverständlich.
ElsaLaska - 3. Sep, 21:32

Okay, ein Schritt vor den anderen.

Lassen wir mal das Adjektiv "gut" beiseite, schließlich gibt es auch gute Priester, die zwar geweiht sind, denen man aber die Priesterweihe nicht so ohne weiteres von der Stirn ablesen kann. Im Frühjahr zettbe saß ich über der Zeitung in die Lektüre eines Artikels über einen Priester der Nachbargemeinde vertieft. Dabei war ein Foto. Ich las und las und Mamma, 75, evangelisch, spickte mir über die Schulter. Das Foto interessierte sie. "Und wer ist das?", wollte sie wissen, "ein Krimiautor?"
"Nein, Mamma, das ist der (katholische) Pfarrer der Gemeinde X." [Auf dem Foto ohne Kragen natürlich]
Mamma: "So sieht der aber nicht aus. Genausogut könnte er Kriminalromane schreiben!"
:-/
jolie (Gast) - 3. Sep, 21:51

priester

nehmen sich die worte
des heiligen vaters zum priesterjahr
zu herzen.
das genügt.
denkt sich
der freche
jolie

ElsaLaska - 3. Sep, 22:02

Jolie, Jolie

der Name ist mir doch neulich schon mal begegnet ... Woher kenne ich Sie denn?
ElsaLaska - 3. Sep, 23:10

ach jetzt, der Angelinus Jolie,

Priesternetzwerk! Respekt! Und viele Grüße!
fingerfoot (Gast) - 3. Sep, 21:56

Also ich hege aufrichtigen Respekt denjenigen gegenüber, die aus innerer Berufung heraus Gehorsam, Armut und Keuschheit geloben und leben.
Wobei die materielle Armut hierzulande vielleicht nicht so stark ausgeprägt ist.

ElsaLaska - 3. Sep, 22:09

Oh...

die Nachfolge Jesu, sehr schön! Danke.
Imrahil (Gast) - 3. Sep, 23:27

Als kleiner dilettantischer Spaßverderber möchte ich anmerken, daß die Priester (die Weltpriester nämlich) eigentlich "nur" den Gehorsam geloben. Und der ist auch ganz wichtig!

Die enthaltsame Keuschheit gehört zum Priestertum als Klerikerzölibat, der sich aber vom Mönchszölibat theologisch unterscheidet und auch nicht formell gelobt wird, sondern versprochen.

Die Armut wird nicht gelobt, und deshalb werden sie in Deutschland auch wie Gymnasiallehrer schön beamtenmäßig besoldet. Die Priester haben allerdings die Pflicht, anstößigen Überfluß zu unterlassen. Insgesamt haben also auch die anderen evangelischen Räte ihre Bedeutung, das will ich nicht abstreiten.
Nikodemus (Gast) - 3. Sep, 22:53

Heiligkeit

Ja, Heiligkeit ist die Wurzel von allem. Ich finde übrigens dass man das den Leuten oft ansehen kann (ich meine jetzt nicht den Kragen ;)). Man muss aber leider sagen, dass das derzeitige Anforderungsprofil an einen Gemeindepfarrer nicht wirklich 'heiligkeitsförderlich' ist.

Imrahil (Gast) - 4. Sep, 00:03

* Er hat die Priesterweihe.
* Er läßt die Gnade, die ihm deswegen zufließt, mal machen.
* Er will die Kirche nicht im politisch linken Sinne verändern. [damit meine ich genau das und nicht mehr. Es mag sein, daß er persönlich für eine Veränderung der *Welt* im politisch linken Sinne plädiert, allerdings in gewissen Grenzen und nicht in bezug auf Gesellschaftspolitik. Es mag sein, daß er die Kirche im politisch rechten Sinne verändern will, weil sie ihm in gewissen Arten der Verkündigung, Sprache, organisierter Laienschaft - ich stelle nur Denkbarkeiten vor und mache keine Unterstellungen - zu links ist.]
* Er erfüllt seinen Zölibat sowie die Breviervorschriften und unterläßt die liturgischen Spielereien, die auf das Volk abzielen.
* Er hört regelmäßig Beichte, und zwar im Beichtstuhl, weil da die "Hemmschwelle" speziell für solche, die länger nicht gebeichtet haben, noch am niedrigsten ist.
* Für Weltpriester: Er muß nicht notwendig mit mir ein Bier trinken, aber ich muß das Gefühl haben a) daß ich ihn sicherlich auf eines einladen könnte oder b) daß das zwar nicht seinem persönlichen Gemüt entspricht, aber er sich dennoch bestimmt gerne mit an den Tisch setzen würde, wenn nicht gerade andere Verpflichtungen, das Brevier oder die persönliche Einkehr im Gebet, die ich selbstverständlich respektiere, ihn verhindern. - Ein Ordenspriester dagegen hat genau auf die weltlichen Freuden der Gemeinde verzichtet hat und dieser Verzicht ist ein großes, noch größeres Gut der Kirche ist.

Sarah (Gast) - 4. Sep, 09:47

Beichte!

Ich finde durch eine gute Beichte, wenn sie sich selbst zurück nehmen und man merkt, dass der Heilige Geist durch sie zu einem spricht und dann auch das aufgedeckt wird, was man eigentlich gerne versteckt lassen möchte...und...wenn man immer zu ihnen beichten gehen kann, egal wie oft man die gleiche Verfehlung beichtet und kein Schamgefühl gegenüber der Person aufkommt....Ich habe eine zeitlang selektiv gebeichtet und das ist dann nicht wirklich vollendet. Ausserdem hatte ich leider einige Beichtväter vor diesem, hoffentlich meinem letzten, die immer meinten mein Psychologe sein zu müssen, was ich ehrlich gesagt zu dem damaligen Zeitpunkt, da ich es nicht anders kannte, auch für normal gehalten habe und jetzt wo ich den Unterschied kenne, kann ich sagen für mich zeichnet sich ein guter Priester durch eine gute Beichte aus.....Im übrigen muss ich leider aus Erfahrung und meinem Umfeld sagen, dass die Weihe den Priester zwar zu einem besonderen Menschen macht, weil er z.B. die Wandlung vollziehen kann und wir nicht (ich glaube in Häresie der Formlosigkeit habe ich da mal einen guten Satz zu gelesen, habe das Buch aber nicht hier im Moment), aber leider und wirklich traurig, sie macht nicht alle Männer auch zu guten Priestern. Das ist gerade an dem Leiter der Pfarrgemeinden in denen ich wohne beweisbar, für dessen Bekehrung muss echt noch viel gebetet werden.

fingerfoot (Gast) - 5. Sep, 00:49

@sarah

"sich selbst zurücknehmen" - das trifft's . Ein guter Priester muss sich selbst zurücknehmen können ... für Gott und den Nächsten. Diese Auffassung schimmert ja auch in den nachfolgenden Artikeln durch.
Also ehrlich - ich hätte keien Priesterqualitäten : - (
thysus - 4. Sep, 10:16

Gast Imrahil hat den wohl zentralen Punkt angesprochen. Der unbedingte Gehorsam ist es, der den GUTEN Priester ausmacht.

Alle andern, die - oft mit besten Absichten - entgegen ihrem Versprechen und Auftrag ihr Eigenes verwirklicht sehen wollen, und sei es nur an Kleinigkeiten, auf sie fällt ein sofort spür- und sichtbarer Schatten.
Der gehorsame, bezettweh um Gehorsam sich bemühende Priester ist recht rasch und zuverlässig erkennbar (ich spreche aus längerer Erfahrung):
Sein Glaube umfasst auf kindliche Weise alles, was die Kirche lehrt, ohne versteckte Vorbehalte.
Seine darauf bauende Lebensweise lässt ihn darum als wirklich freien Menschen erscheinen: er hat Humor, redet nicht schlecht über Andere, sucht die Fehler nicht in seiner Umgebung, ist andächtig und demütig und dennoch gleichzeitig stolz auf die priesterliche Würde und auf seine Kirche.
In unserem Hl. Vater haben wir einen solchen vorbildlichen Priester!

giorgina - 4. Sep, 14:24

Ein "guter" Priester sieht seinen "Beruf" als Berufung...

Nikodemus (Gast) - 4. Sep, 23:05

Balthasar

Ich finde es ja mindestens halbunanstänidg, eigene Sache zu bewerben, aber ich habe da vor längerer Zeit mal einen Text von H.U. von Balthasar mit dem Titel "Der Priester,d en ich suche" gepostet, den ich hier mal verlinke: http://unzeitgemaesse-betrachtungen.blogspot.com/2009/06/hans-urs-von-balthasar-der-priester-den.html.

Wenn's dir nicht angenehm ist mit dem Link, Elsa, fühl dich völlig frei ihn oder das ganze Posting hier zu löschen.

ElsaLaska - 4. Sep, 23:14

Wieso sollte mir das unangenehm sein ... Danke für die Ergänzung. :-)
ElsaLaska - 4. Sep, 23:12

Ergänzend:

Er sollte in jedem Fall ein Vorbild im Glauben sein. Und unter Glauben im katholischen Sinne verstehe ich sowohl den Glauben an Gott als auch den Glauben an die von seinem Sohn gestiftete Kirche. Den von Sarah genannten Punkt "Beichte" finde ich ganz wichtig. Die hohe Kunst der Seelsorge (soweit ich das überhaupt beurteilen kann) besteht wohl - vereinfach gesagt, - darin, den Zerknirschten, Skrupelbeladenen wieder aufzubauen und ihm zu zeigen, dass Gott ein liebender Gott ist, und dem allzu Sorglosen und Unbekümmerten zu zeigen, dass Gott auch ein Richter sein kann.
Da aber kaum noch gebeichtet wird - wie sollen sie das üben können?
Das Verschwinden des Sakramentes der Versöhnung (vulgo Beichte), scheint mir auf den zweiten Blick auch für die Priester und die Entwicklung ihrer eigenen Spiritualität fatal zu sein.
Vielleicht sehe ich das aber auch grad zu einseitig.

scipio (Gast) - 5. Sep, 12:00

Zusätzlich zur Priesterweihe dadurch,

daß sie zwar erhoffbar sind aus unserer laikalen Sicht und zu erbitten, aber nicht machbar, nicht produzierbar oder reproduzierbar. Entsprechend haben wir kein Recht auf sie, sondern sie sind, naja, ein Gnadengeschenk. (Und dabei merke ich, wie vielen solcher Gnadengeschenke ich über die Jahre begegnet bin.)

Und wie Gnadengeschenk so oft, kommen sie nicht immer nur gelegen. Sondern auch unpassend nach unseren menschlichen Maßstäben, so, daß sie uns aufstören und beunruhigen. Sie sind

ElsaLaska - 5. Sep, 13:16

Eigentlich hast du Recht, scipio. Wenn man über Priester nachdenkt, fängt man am besten zunächst mal beim Wesen der Priesterweihe an.
Dass darüber viel zu wenig nachgedacht wird, zeigt mir der Beitrag einer Kirchenhistorikerin im September-Te Deum, in dem es u.a heißt:
"Überall dort, wo eine Gemeinschaft hierarchisch strukturiert und auf eine patriarchale Tradition gestützt ist, erweist sie sich noch nicht als "in Christus gemäß" und gehört der "alten Welt" und nicht "dem Neuen Sein in Christus an".
Der Beitrag ist pro Frauenpriester. Vielleicht kann man von einer Kirchenhistorikerin nicht verlangen, dass sie das spirituelle und mystische Verhältnis zwischen Jesus Christus und seiner Kirche kennt.
Aber steht es nicht nachlesbar im Katechismus?
Dahinter steckt ein Weiheverständnis, dass überhaupt gar nichts mit "Neuem Sein in Christus" zu tun hat, sondern mit dem uralten "Wir nehmen uns das, was wir brauchen, denn wir betrachten es als unser ureigenes Recht".
Religion ist das nicht mehr.
scipio (Gast) - 5. Sep, 22:29

deswegen mag ich das Te Deum nicht.

Es ist ärgerlich, wenn man dauernd solche Ausfälle überlesen muss.

(Ich sehe gerade in Deinem Twiffer, daß es Dir auch so geht...)
ElsaLaska - 5. Sep, 22:36

Ja.

Es geht mir auch so.
Ist nicht das Tetragramm sogar offiziell bei uns verbindlich geworden, wenn es denn schon nicht persönlich als verbindlich empfunden wird?
str (Gast) - 6. Sep, 22:35

Also die Priesterweihe lasse ich nicht gelten, denn beime einem guten Menschen würde man ja auch nicht auf Zeugung und Geburt kommen ... ohne dergleichen ist man gar kein Mensch, ohne Weihe gar kein Priester, also auch kein schlechter Priester.

Ich sehe da eigentlich zwei Bereiche, den des Liturgen und den des Seelsorgers.

Als Liturge (welches nun mal das aller priesterlich-eigentümlichste ist) wird ein guter Priester der Gemeinde den Zugang zum Heiligen ermöglichen, quasi als Pontifex, und das heißt das die Brücke auf beiden Seiten aufliegen muß: nicht abzuheben aber auch nicht durch Reduktion das Ziel zu verlieren.

Als Seelsorger sollte er den Blick für das jeweils nötige haben und zugänglich sein ohne sich anzubiedern.

Eigentlich gibt es noch ein drittes, nämlich das des Glaubenslehrers aber da gilt eigentlich mutatis mutandis eine Kombination aus den anderen beiden.

Was aber meiner Ansicht nach ganz sicher nicht oben auf der Liste steht ist Brevierbeten - das soll er sicher machen, das hat seinen Sinn, aber es ist nur ein Mittel zum Zweck.

Und mit dem Begriff "Heiligkeit" kann ich, sollte er persönlich gemeint sein, nichts anfangen. Priester sind nicht Heilige im Wartestand - zumindest nicht mehr als Laien auch. Sicher gibt es auch Heilige, die als Priester dienen und wenn denen ihre Heiligkeit ausströmt, dann ist es gut. Eine offensive Heiligkeit quasi. Sollte es sich aber um eine Heiligkeit handeln, die andere daran hindert, sich zu nähern, dann ist sie grade beim Priester schädlich.

Zu den evangelischen Räten hat ja Elsa schon etwas gesagt. (Man gelobt bzw. verspricht übrigens nicht Keuschheit sondern Ehelosigkeit bzw. Enthaltsamkeit. Keusch heißt nicht enthaltsam.)

ElsaLaska - 7. Sep, 11:37

Ich denke, es war die Heiligkeit gemeint, zu der wir alle berufen sind, nicht die des obskuren Hierophanten ... Bin mir sogar sehr sicher, dass das so gemeint war.
Brevierbeten ist eben nicht nur Mittel zum Zweck, str, eins befördert das andere. Es kann Zeichen sein und Ursache, es kann innerlich viel bewirken, alleine nur dadurch, dass man es als nicht zu vernachlässigenden "Programmpunkt" in seinen Tagesablauf setzt und egal wie oft man es zerstreut oder nachlässig betet - alleine das Festhalten daran, hilft. Manche Dinge entwickeln sich eben im Verlaufe des Praktizierens.
Ich habe noch nie erlebt, dass irgendwelche scheinbar äußerlich anmutenden Sachen im katholischen Glauben (wie jetzt die Rückkehr zur knienden Mundkommunion auch) nur als rein äußerlich und deshalb unmaßgeblich zu betrachten wären. Wenn es so wäre, könnten wir zum letzten Ende auch noch die Sakramente als lediglich "äußere Zeichen" der Gnade Gottes mitabschaffen. Eine äußere Haltung zieht, und wenn sie vielleicht auch anfangs aus einer falschen Motivation eingenommen wird, irgendwann eine innere Wandlung der Sichtweise nach sich.
Imrahil (Gast) - 7. Sep, 14:14

Das Brevierbeten, wenn Du meine "Forderung" damit meinst, habe ich aus folgenden Gründen hingeschrieben.

* Ich wollte bewußt meine "Anforderungen" so schreiben, daß hervorgeht: die göttliche Gnade kommt durch das Sakrament selbst, und für jeden Priester bin ich überaus dankbar. Ein Priester, vor allem ein Weltpriester, muß nicht "perfekt" sein nach irgendwelchen Maßstäben, die wir aufstellen. Er kann perfekt sein, umso besser. Aber ich bin Gott für einen nicht perfekten Priester genauso dankbar.

* Weil Elsa so schön gefragt hat, wollte ich aber doch immerhin ein Mindestmaß aufstellen. Also das, was ein gewöhnlicher (aber nicht nur gewohnheitsmäßiger, ihr versteht schon) Kirchgänger von seinem Priester so braucht. Und alles, was dieses Mindestmaß erreicht, bin ich gerne bereit nicht nur einen Priester, sondern auch einen guten Priester zu nennen - weil er von Gott das Sakrament empfangen hat, weil dadurch er und mithilfe seiner Person Gott selbst der Kirche das gibt, was sie braucht und weil meiner Meinung nach der Fall, daß der Priester durch seine Person diese Amtsgnade behindert, meiner Meinung nach keineswegs die Regel ist, sondern die Ausnahme.

* Es ist offensichtlich, daß ein Priester zu dem Gott, dem er dient, den er verkündet und dem er "zum Lob und Ruhme etc." das Heilige Meßopfer darbringt, auch eine persönliche Beziehung und daher ein Gebetsleben haben muß.

* Und das Mindestmaß, das die Kirche für das Gebetsleben vorschreibt, ist eben das Brevierbeten, an das er übrigens im Gehorsam gebunden ist.

* Auch ist es ein guter Gradmesser für den Gehorsam, wenn man einen Befehl - der offensichtlich nicht schädlich ist - auch und gerade dann ausführt, wenn es keiner kontrolliert.
str (Gast) - 16. Sep, 16:36

Gut, Elsa, wenn das so gemeint war. Ich wollte nur sicher gehen.

Gerade heutzutage wird nämlich hier und da wieder ein Verlangen nach einem heiligtümelnden Priester laut.

Es geht hier nicht darum, ob Brevierbeten Mittel zum Zweck ist - es ist es außer Frage (die Frage ist nur welcher Zweck - Gottesanbetung halte ich für einen guten!) sondern wie sehr man es in den Fordergrund stellt. Es ist gut und richtig, aber an erster Stelle kommt es sicher nicht. Man bedenke auch, daß Generationen von Priestern überhaupt kein Brevier zum Beten hatten (ich meine z.B. die Kirchenväter).

" dass irgendwelche scheinbar äußerlich anmutenden Sachen ... als rein äußerlich und deshalb unmaßgeblich zu betrachten wären. Wenn es so wäre, könnten wir zum letzten Ende auch noch die Sakramente als lediglich "äußere Zeichen" der Gnade Gottes mitabschaffen."

Nein, die Sakramente sind ja nicht bloß Zeichen der Gnade Gottes sondern Mittel durch die diesselbe wirkt. Aber die Frage der Hand- bzw. Mundkommunion - so sehr ich die Motive für die damaligen "Änderungen" in Frage stelle und so sehr ich die Wichtigkeit für Dich anerkenne - halte ich eben doch nicht für entscheidend. Man soll das Gespür für das Heiligen sicher fördern (und das keiner schikaniert werden soll, hallte ich für selbstverständlich), doch bei dieser Frage zum Kampf aufzurufen (und ich habe die Zettelverteiler nach der Messe schon erlebt) halte ich für grundverkehrt.

Imrahil,

Daß die göttliche Gnade kommt durch das Sakrament selbst kommt, dem stimme ich zu. Ein Priester soll aus den Sakramenten leben. Aber das Brevierbeten ist kein Sakrament. (und für Weltpriester habe ich auch keinen geringeren Anspruch an "Perfektheit" - ein Ordenspriester ist nicht qua Mönch besser so wie auch ein "Ordenslaie" nicht besser ist als ein "Weltlaie") und ich sehe auch nicht, wo der "gewohnheitsmäßige Kirchgänger" dies bräuchte.

Daß ein Priester - aber eben nicht nur ein Priester sondern einjeder Gläubige - eine persönliche Beziehung zum Herrn und daher ein Gebetsleben haben muß, steht für mich außer Frage. Es ist aber eben kein priesterliches Spezifikum.

Gehorsam ist gut, aber dann ist der Gehorsam als Haltung eben das eine, das Brevierbeten als Gradmesser desselben aber halt das andere.

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