Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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Zölibat abschaffen?

Hierzu gibt es eine Online-Umfrage auf infranken.de. Derzeit steht es 880 Stimmen, das seien 86 %, für Ja.

Hier zum Artikel und zur Abstimmung. Bitte nicht faken, sondern schlicht zahlreich dran teilnehmen.
Maria Magdalena (Gast) - 13. Mai, 00:11

Träumerle ...

Liebes,
die ganze Abstimmung ist ein einziger Fake. Da meinen Leute, eine Meinung von Dingen äußern zu können, von denen sie nicht einmal im Ansatz etwas verstehen. Da werden Nicht-Katholiken im Dutzend billiger auf "Zölibat abschaffen" klicken. Leute, die nicht im geringsten ahnen, was es heißt, Priester zu sein. Und es werden auch ganz gezielt die Kirchenfeinde manipulativ eingreifen.

Gott sei Dank - die Kirche ist nicht plebiszitär regiert.Das (vermutlich desaströse) Abstimmungsergebnis wird hoffentlich keinen Einfluss auf die Heilige Kirche haben.

Liebe Grüße + Segenswünsche,
Mariechen.

rosmarin - 13. Mai, 00:39

diese überheblichkeit finde ich mit verlaub gesagt, .... übel....
ich habe mir in meiner unendlichen naivität erlaubt, dennoch abzustimmen.
als nicht-katholik, ja schlimmer noch als gelernter protestant, habe ich wie sie vermuten abgestimmt.
aber eben nicht so, wie sie vermuten, abgestimmt.
ich habe für die beibehaltung des zölibats gestimmt.... nicht, etwa dass rom das interessieren würde.
und natürlich ist kirche kein demokratischer club.
aber die arroganz, die hier zwischen den zeilen durchklingt (sorry, ich bilde mir das nur ein).... genau die ist es, die es vielen schwer macht.
(by the way.... was soll der name?... auch das finde ich überheblich)
Sarah (Gast) - 13. Mai, 06:39

Ich kann jetzt weder im Namen noch im Beitrag etwas arrogantes entdecken, aber ich formuliere es mal anders: was in der heiligen Kirche angeordnet wird, sollte aus dem Gebet und somit aus dem Heiligen Geist kommen und da sollten wir Deutschen soviel Umfragen starten können wie wir wollen: 'who cares'. Mein Mann hat da immer so ein Sprichwort, das heißt 'was juckt's den Baum, wenn die Sau dich dran kratzt' oder so ähnlich ( er schläft noch), klingt vielleicht auch arrogant, ist es aber nicht, es ist einfach so.
Maria Magdalena (Gast) - 13. Mai, 14:58

überheblich?

Liebe Rosmarin,
was, bitte, ist daran "überheblich", im Internet einen Namen zu benutzen, mit dem ich seit fast 40 Jahren unterwegs bin?
Was ist daran überheblich, Anhungslose als ahnungslos und Kirchenfeindliche als kirchenfeindlich zu bezeichnen?

Ich bin jetzt etwas überrascht/verwirrt durch Deinen Kommentar.

Gruß,
Maria Magdalena.
Arminius (Gast) - 13. Mai, 08:00

Demokratisch

Nun laßt uns auch darüber abstimmen, wie am Fronleichnam das Wetter sein soll.

Bitte bedenkt bei eurer Entscheidung die Auswirkungen auf die Fronleichnamsprozessionen und die Gastronomie in den Ausflugsgebieten. Aber denkt auch an den Regenbedarf der Landwirtschaft.

Vielen Dank für eure Teilnahme an der Abstimmung!

Johannes (Gast) - 13. Mai, 11:49

Ich finde

solche Abstimmungen immer toll. Sie zeigen uns, wie viele richtige Katholiken es in diesem unseren Lande noch gibt. 16 % find ich ein ordentliches Ergebnis. Das sind fast 13 Millionen Menschen. Ist doch was, oder?
Alfred (Gast) - 13. Mai, 13:15

Ein Ahnungsloser meldet sich zu Wort....

Unser Innenminister hat vom Zölibat wenig Ahnung:

de Maizière: Ich finde den Zölibat falsch. Mann und Frau gehören zusammen, auch als Pfarrer. Die Sexualität zwischen Mann und Frau ist Teil erfüllten Lebens. Die Einwände, der Kirchendiener werde durch die Frau abgelenkt, haben mich nie überzeugt. Aber das mag an meiner Sicht als Protestant liegen.

Ganz schön platt....

http://www.zeit.de/2010/20/Interview-de-Maiziere-Schavan

Lo - 13. Mai, 16:06

Wenn man sich schon Widernatürlichkeiten wie den Verzicht auf Sexualität hingeben möchte, warum nicht so eine Art Auswahlmenü:

entweder

Verzicht auf ein Sexualleben

oder

auf Essen und Trinken

oder

auf Atmen

oder

Lachen.

Welches Schweinderl hätten´s denn gern, Herr Pastor?

alipius (Gast) - 13. Mai, 16:14

Ich wähle...

... den Verzicht auf ein Sexualleben, da dieser wenigstens nicht die zerebralen Fakultäten limitiert.

Wie viele Leute wissen von einem Leben ohne Essen und Trinken oder ohne Atmen zu erzählen?
Welchen Leuten, die von einem Leben ohne Lachen berichten, möchte man zuhören?
christian (Gast) - 13. Mai, 18:44

Meine Güte,

geht jetzt die Welt unter, wenn katholische Priester ab sofort nicht heiraten dürfen? Abgesehen davon, dass - wie ich finde - das gar keine Frage für Abstimmungen ist, und ich als Laie darüber gar nicht zu befinden habe: Gibt es denn wirklich so viele verheiratete Männer, die erwägen, Priester zu werden? Und wenn ja, aus welchen Motiven? Und wieso ist die Öffentlichkeit so sehr um die Sexualität von Priestern besorgt - als ob die nicht für sich selbst sprechen könnten (man komme mir jetzt bitte, bitte nicht mit sexuellem Mißbrauch, sonst schreie ich).

Diese ganze Zölibats-Debatte ist doch hirnrissig; ich wäre froh, die würde sich mal legen. Neulich las ich ein Essay von Josef Pieper von 1969, wo's ebenfalls um die Forderung nach Abschaffung des Zölibats ging; insofern kann ich meine Hoffnung wohl ad acta legen.

ElsaLaska - 13. Mai, 19:31

Was erwartest du denn von der Öffentlichkeit, wenn ständig Bischöfe und Oberlaien das Thema wieder und neu und nochmal abermals angedacht, durchdiskutiert und betrachtet haben wollen?
Wieso ist denn niemand in dieser Kirche imstande, einfach mal klar zu sagen: Der Zölibat ist su-per!
DAS wäre doch mal eine richtig originelle, radikal NEUE Ansage zum Thema.
christian (Gast) - 13. Mai, 21:27

Auch auf die Gefahr hin mich lächerlich zu machen: Von der Öffentlichkeit erwarte ich, dass sie die Autonomie der katholischen Kirche respektiert. A-u-t-o-n-o-n-o-m-i-e - für moderne Ohren sicherlich kein Fremdwort.
Zäpfelkern (Gast) - 13. Mai, 21:29

Wohlstandskatholiken

Der Zölibat ist doch in erster Linie ein Anstoß für unsere westeuropäischen Wohlstandskatholiken.
Ja wenn Pfarrer im höheren Dienst besoldet sind, dann ist Familie kein Problem.

Denkt aber mal jemand über Pfarrer(familien) in den ärmsten Ländern nach oder in Diktaturen?
str - 13. Mai, 22:06

Zäpfelkern, ich sehe nicht, daß das in die eine noch in die andere Richtung relevant sein sollte.

Außerdem gibt es keinen Grund, warum alles überall gleich sein müßte.
str - 13. Mai, 21:28

Zölibat abschaffen? Was soll denn das wieder heißen - der Erzbischof hat ja etwas anderes gesagt.

Andererseits verstehe ich ihn auch nicht - wenn er es Priestern freistellen will, warum insistiert er denn bei Bischöfen und v.a. Domkapitularen darauf? Das ostkirchliche Vorbild ist in der Sache auch keines, wenn dadurch der Episkopat vermöncht.

Und Ordensleute in dem Zusammenhang aufzuführen ist ohnehin hanebüchen - die Ehelosigkeit (als Variante der Besitzlosigkeit) ist natürlicherweise Teil der monastischen Lebensweise - dort ist sie wirklich in Stein gemeißelt, bei den anderen seiner Liste allerdings nicht.

Ich persönlich habe nichts dagegen, in stärkerem Maße geignete verheiratete Männer zur Weihe zuzulassen, doch sollte man auch die Probleme dabei bedenken. Aber jetzt in dieser Situation nachzugeben, wäre grundfalsch. Insbesondere wenn (siehe Link) Innenminister sich in Sachen mischen, die seie einen Dreck angehen!

Falls dann wieder der Priestermangel angeführt wird, wäre mein erster Vorschlag: wir schaffen die Dompfarrer ab, denn immerhin gibt es ja einen (meistens sogar mehr) Bischöfe.

Imrahil (Gast) - 14. Mai, 18:15

Was hat er denn genau gesagt?

Aber wenn es das ist, was ich vermute, finde ich das mit dem "Zölibat abschaffen" schon korrekt zitiert. Denn "freistellen" kann man den Zölibat (=der ehelose Charakter des Priestertums, und eine priesterliche Form der Ehelosigkeit) nicht. Entweder man kann ihn verpflichtend beibehalten, oder man kann ihn abschaffen. Jede in erster Linie freiwillige (im strengen Sinn ist ja auch die der Priester freiwillig, aber eben, wie der Papst einmal sagte, nicht primär gewählt) Ehelosigkeit (die ich irgendwie, selbst bei Mönchen, nicht Zölibat nennen will) ist entweder mönchisch, oder doch halb-mönchisch, aber kein Priesterzölibat. Dessen sollte man sich bewußt sein.

Natürlich kann man sich die Frage stellen, ob wir einen Priesterzölibat überhaupt wollen. Zumindest die (in diesem Punkte veränderliche) Tradition der Kirche will ihn, was nicht ein Grund sein sollte, ihn sofort abzuschaffen, sondern umgekehrt einer zum Beibehalten (wenn auch, da veränderlich, nicht als unumstößlich nach Art einer Glaubenswahrheit).

Übrigens ein Problem am Rande, das sich bei der Zulassung von viri probati ergeben würde: der Diakonat, den (zwar nicht theoretisch aber praktisch) das II. Vaticanum so schön (irgendwie fast) wieder eingeführt hat, würde (zwar nicht theoretisch aber praktisch) wieder den Bach hinuntergehen.
str - 15. Mai, 15:50

Also "Zölibat abschaffen" heißt meiner Meinung nach das Institut der Ehelosigkeit ganz zu beseitigen.

Der Erzbicshof sprach aber von der Weihe verheirateter Männer zu Priestern, meint aber dann unsinnigerweise Bischöfe und Domkapitulare auzuschließen. Das Mönchstum ist, wie gesagt, eine völlig andere Baustelle.

Eine Ehelosigkeit ist nicht unbedingt "mönchisch" (wenn wir mal der Einfachheit halber alle Ordensleute für Mönche nehmen), denn ein Mönch hält sich nichts zurück, verzichtet auf Eigentum, damit auch auf Ehe und auf Selbstbetimmung.

Zum Priestertum gehört dergleichen nicht. Für den Zölibat gibt es sicherlich zweckmäßige Gründe, aber sie gehören nicht zum Fundamentum des Priestertums.

Die Tradition der Kirche ist eben nicht veränderlich in der Hinsicht, daß die Kirche Priestern das Heiraten erlauben könnte. Das ist (will man sich nicht selbstverleugnen und die eigene Tradition, die so von östlich-orthodoxen, altorientalischen und nestorianischen Kirchen geteilt wird, über Bord werfen) - und auch Verheiratete zu weihen, wäre keine Veränderung der Tradition sondern nur eine Ausweitung des ganzen. Die Entscheidung, dies nicht zu tun, ist eine Besonderheit der Lateinischen Kirche - das Prinzip, daß nach der Weihe keine Ehe mehr eingangen werden kann ist unverrückbar.

Die Zukunft des Diakonats kann hier kein Grund sein. Es ist auch nicht wahr, denn man muß nicht alle ständigen Diakone zu Priestern weihen (das war der Mißstand durch viele Jahrhunderte vor dem Vaticanum II) - dazu wäre es natürlich nötig, herauszustellen, daß Diakon und Priester nicht zwei Stufen auf einer Leiter sind sondern zwei grundsätzliche unterschiedliche Aufgaben und Charismen.

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Ich bin einfach hingerissen,
da ist so viel in diesem Monolog, von dem man oberflächlich...
ElsaLaska - 20. Aug, 19:55
Houellebecq ist ein sehr...
Wobei man jetzt keine Kristallkugel brauchte. Mir imponiert,...
Elsa (Gast) - 12. Aug, 17:50
Hui, das war aber ein...
Hui, das war aber ein wilder Ritt durchs Stadtbild...
NeonWilderness - 11. Aug, 23:45
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Schön, von dir zu hören. Offenbar lebst du also auch...
ElsaLaska - 2. Aug, 10:27
Oha
Du lebst auch noch. Gut zu wissen!
fbtde - 2. Aug, 08:31

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