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Zwei theologische Flussbetten ...

>>Wie kann man in Europa missionieren und evangelisieren, wenn man aus berufenen Mündern der Kirche auf Kernfragen des Glaubens immer unterschiedliche Antworten bekommt. Hier die der Bruch-Hermeneutiker, die von einer ganz anderen Kirche träumen, in der die angeblichen Visionen der Konzilsväter Wirklichkeit werden. Und dort die der Tradition verpflichteten Konzils-Interpretierer, für die die Kirche vor dem Konzil genauso katholisch und christlich und heilig war wie nach dem Zweiten Vatikanum. Kein Drittes Vatikanum kann diese lehramtliche Hauptfrage der Kirche von heute lösen. Das müssen schon die nachfolgenden Päpste tun. Es ist ein Drama, das sich derzeit vor den Augen aller abspielt, die sehen können.<<

Die beiden liturgischen Kalender tragen auch nur zur weiteren Verwirrung und Mühsal der Gläubigen bei. Wie thysus neulich schon richtig bemerkt hatte.
Eine Lösung weiß ich dafür aber auch nicht.
Anizet (Gast) - 3. Aug, 21:37

Dafür gibt es derzeit wirklich keine Lösung. Wobei zu bedenken ist, dass nur diejenigen Probleme bekommen, welche zwischen den beiden liturgischen Formen wechseln. Sicherlich wird es in Zukunft einen angeglichenen liturgischen Kalender geben. Doch dazu muss der Usus antiquor erst einmal weitere Verbreitung und Akzeptanz finden.

jolie (Gast) - 3. Aug, 21:58

das ist in der tat

schrecklich und man kann überhaupt nicht nachvollziehen,
dass sich intelligente menschen darüber keine gedanken gemacht haben, als sie diesen kalender zerstört haben.
eine reform der reform ist dringend notwendig - hoffentlich nicht erst in 50 jahren.....

ElsaLaska - 3. Aug, 22:34

Ich plauder einfach mal aus dem Nähkästchen...

Aber vielleicht haben ja manche tatsächlich ein ähnliches Problem. Die beiden Kalender halten mich irgendwie davon ab, als Laie zu versuchen, das Stundengebet mitzubeten. Weil ich mich einfach nicht wirklich entschließen kann, nach welchem Kalender bzw. Brevier ich beten soll. Das klingt völlig bescheuert, ich weiß, aber de facto ist es halt einfach so. Ich sitze da und vor den Messbüchern bzw. den Brevieren, und kann mich einfach nicht entscheiden - mit dem Ergebnis, dass ich es dann halt einfach ganz bleiben lasse. So geht es doch sicherlich auch anderen?
(Die einfachste Lösung: (Das bekannte einfache Brevier aus Maria Laach) Te Deum kommt nicht mehr in Frage. Gegen den ausgeschriebenen Gottesnamen bin ich mittlerweile sehr allergisch, und welcher evangelische Theologe gerade an jedem Tag auch noch was Wichtiges zu sagen hatte, interessiert mich auch nicht sonderlich stark, weil ich mittlerweile katholisch bin. Auch bin ich mit der Kirche vollständig davon überzeugt, dass Frauenweihe No Go ist und von Jesus Christus nicht gewollt war - von der Paulus-Passagen-Fälschung bin ich auch nicht überzeugt. Drum.)

Gabriele Neu-Yilik (Gast) - 3. Aug, 22:46

??? Es gibt doch das approbierte Stundenbuch "für die Bistümer des deutschen Sprachgebietes"? In Klammern "Authentische Ausgabe für den liturgischen Gebrauch" mit den dazugehörigen Lektionaren
Johannes (Gast) - 4. Aug, 10:22

Stundenbuch

ich hab mich selbst jahrelang mit dem Kleinen Stundenbuch befasst. Es verstaubt mittlerweile im Regal. Der Grund ist der Vierwochenpsalter, der einen Gebetszyklus für Laien und einen für Kleriker schafft, also die Einheitlichkeit des Gebets bewußt zerreißt. Nach der vorkonziliaren Praxis gab es zwar auch unterschiedliche Gebetszyklen - das Officium parvum B.M.V. neben dem Breviarium und den Stundenbüchern der Orden, die Einheitlichkeit der Gebetszeiten blieb mit Matutin, Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper, und Komplet aber gewahrt. Die Matutin ist für Kleriker durch die Lesehore ersetzt, die Prim ganz abgeschafft, (mit ihr einer der schönsten Hymnen der Kirche Iam lucis orto sidere, für den es eine wundervolle Übersetzung des (Protestanten) Jochen Klepper gibt.) Das Brevier zu beten ist für Laien eigentlich meist unmöglich. Aber es gibt Alternativen. Die bösen Piusbrüder geben ein kleines Studenbuch für Laien heraus, das nur die Prim, die Vesper und die Komplet enthält. Halt ich für eine sinnvolle Lösung. Oder man nimmt - wie die Menschen des Mittelalters - eben das officium parvum. Du findest es auf meinem Nebenblog marientid.blogspot.com. Muß allerdings noch ein bißchen daran arbeiten.
Yiska (Gast) - 4. Aug, 13:51

Ich verstehe nicht...

...wieso das "Kleine Stundenbuch" die Einheitlichkeit des Gebetszyklus zerreißt. Der Vier-Wochen-Psalter ist doch - wie auch alle anderen Texte - im "Kleinen" und im "Großen" Stundenbuch für Kleriker identisch. Es fehlen natürlich die anderen Horen, so daß nicht alle vorgesehenen Psalmen gebetet werden können, aber die Psalmen, die gebetet werden, sind identisch. Was ist dann jetzt der Vorzug des Piusbrüder-Stundenbuchs gegenüber dem Kleinen Stundenbuch (natürlich abgesehen von der Ritusfrage an sich)?
Johannes (Gast) - 4. Aug, 14:28

Vierwochenpsalter

Daß auch Orden den Vierwochenpsalter beten, weiß ich. Ich habe einige Zeit bei den Mainzer Karmeliten das Stundengebet mitgebetet. Die tun das. Der Orden ist allerdings auch danach. Vor kurzem haben sie sich von dem Diözesanarchitekten ihre Kirche im Sinne der "orientierten Versammlung" (ich sage dazu immer desorientierte Entsammlung) verunstalten lassen. Ein Benediktiner, der dem II. Vat. folgend, den Vierwochenpsalter benutzt, weiß aber, daß er sich damit gegen die regula benedicti vergeht. Es ist festzuhalten, daß das II. Vaticanum mit der Abschaffung von Prim und Matutin einen radikalen Bruch nicht nur mit der lateinischen, der benediktinischen, sondern auch der jüdischen Tradition vollzieht. Den Zwei oder Vierwochenpsalter gibt es im übrigen erst wg. II. Vat. SC 91 seit den Zeiten der unseligen Liturgiereform. In diesem Fall können sich die Liturgiedeformer mit Recht auf das II. Vat. berufen. Der Text ist eindeutig. Wenn Benedikt XVI da von einer Hermeneutik der Kontinuität predigt, kann ich das insoweit nicht nachvollziehen. Das war keine Reform, sondern eine Revolution. Oder wie soll man es nennen, wenn eine mehr als 2000 Jahre alte, nämlich in die jüdische zeit zurückreichende liturgische Form in die Tonne getreten wird?
Johannes (Gast) - 4. Aug, 14:39

@yiska, Tschuldigung

Hab Deine Frage nicht wirklich beantwortet. Der Sinn der einheitlichen Liturgie ist ein mystischer. Die ganze Kirche betet. Nicht nur der einzelne Beter. Die Liturgie ist das Gebet der Kirche. Nicht das Gebet des einzelnen Christen. Deshalb soll es auch ein Gebet sein. So sollte im ursprünglichen Verständnis, wie es Benedikt akribisch vorgeschrieben hat, von allen zum selben Zeitpunkt derselbe Psalm gebetet werden. Davon gab und gibt es kleine Abweichungen, das Brevier unterscheidet sich von den Stundengebeten der Mönche. Doch das Prinzip bleibt erhalten. Das Gebet mit der ganzen Kirche, dies ist der Sinn des Einwochenpsalters. Das II.Vat. wollte im Interesse vor allem der Laien vereinfachen, um eine Verbreitung des Stundengebets für fördern. Das Gegenteil wurde erreicht. Eine in Jahrhunderten geübte Form des Stundengebets, das officium parvum, das vor allem von Laien geübt wurde, wurde mutwillig zerstört.
Yiska (Gast) - 5. Aug, 14:24

@Johannes:

Gut, dann richtet sich Deine Kritik also gegen das Stundenbuch generell. Meine Meinung findet sich im Kern bei Braut des Lammes (http://brautdeslammes.blogspot.com/2010/08/stundengebet-beten-mit-der-kirche.html). Ich will das jetzt auch nicht weiter ausbreiten.
Ich kenne jetzt zugebenermaßen das alte Stundengebet nicht, aber was in SC zum Thema Stundenliturgie steht, erscheint mir durchaus einleuchtend. Aber sei's drum.

Das Kleine Stundenbuch ist jedenfalls ein Auszug aus der authentischen Ausgabe des aktuellen Stundenbuches ist, und wer damit betet, betet das gleiche, was Kleriker und manche Ordensgemeinschaften auch beten. (Anders mit Magnificat, Te Deum oder was es da noch so geben mag, da sind die Horen zumindest verkürzt oder womöglich ganz selbstgestrickt, sowas behagt mir gar nicht, deshalb kommt mir das auch nicht ins Haus.)

So, und jetzt freue ich mich schon darauf, daß ich ab morgen eine Woche auf Pilgerfahrt gehe und dabei jeden Tag das komplette Stundengebet nach dem neuen Stundenbuch beten werde (mit sieben Horen, auch wenn das vom Psalterium her in der Tat nicht so geschickt ist, jeden Tag die Gradualpsalmen...)

Frohes Beten allerseits, egal mit welchem Stundenbuch!
thysus - 3. Aug, 23:43

Vielleicht kannst Du, liebe, scharfzüngige Elsa, die notwendige Diskussion darüber ins Rollen bringen?
Die angesprochene Sache ist nämlich wirklich äusserst wichtig und dringlich, sonst wird eine breitere Akzeptanz des traditionellen römischen Ritus nie richtig Fuss fassen, von einer würdigen, einstimmigen Verkündigung ganz zu schweigen!
In allen Diskussionen - von Kreuz- ähm Kath.net bis "Summum pontificium", im "Portal der Kath. Kirche" und in sämtlichen katholischen Blogs - überall wird über Liturgie geschrieben, geeifert und berichtet, nur über die Kalenderfrage herrscht rundum beharrliches Schweigen.
Vielleicht werden ja in den betreffenden römischen Dikasterien und Kommissionen fleissig die notwendigen Normierungen besprochen und vorbereitet, oder vielleicht werden längst fertiggestellte Anpassungen und Verbesserungen von dunklen Mächten zurückgehalten - kurz, niemand weiss davon!
Was ist zu tun? Was könnte die Bloggergemeinde ausrichten?

ElsaLaska - 3. Aug, 23:51

Also, ich hab keinen Plan. Guido meint, die Päpste müssen das richten. Das wäre mir sehr recht. Ich sehe keinerlei Kompetenz, mich in kalendarische Fragen einzumischen, de facto leiden ja auch nicht alle darunter, sondern nur einzelne Individuen, sondern es wird halt weitergewurschtelt. Was tun?
ludolph (Gast) - 4. Aug, 08:37

Meines Erachtens wird das Problem der verschiedenen Kalender überbewertet. Denn es gibt in der Kirche nicht nur zwei Kalender sondern quasi unendlich viele, da jedes Bistum, jede Pfarre, jede Kirche ihren eigenen hat. Und das war auch vor der Liturgiereform schon so.
Kleines Beispiel aus dem neuen Kalender gefällig: Der 23. Juli war in diesem Jahr nach dem römischen Generalkalender ein normaler Werktag oder der nicht-gebotene Gedenktag der hl. Brigitta, in Europa aber das Fest der Hl. Brigitta, im Erzbistum Köln ein normaler Werktag, in Köln selber der Gedenktag der Übertragung der Hl. 3 Könige und in Düsseldorf (auch Erzbistum Köln) das Hochfest des Hl. Apollinaris. Weiterhin war in allen Kirchen die der Hl. Brigitta geweiht sind das Hochfest der Hl. Brigitta und allen Apollinaris Kirchen wird Apollinaris ebenfalls als Hochfest begangen. Da Apollinaris Bischof von Ravenna war, wird der Kalender auch dort seine Eigenheiten aufweisen. Das Fest der hl Brigitta wird in Köln übrigens am 27. Juli gefeiert.
Je nachdem wo man also im Erzbistum Köln am 23. Juli zur Kirche geht, bekommt man also entweder eine Messe in grün, weiß oder rot. Da es dem Priester an normalen Werktag aber freigestellt ist, auch die nicht-gebotenen Heiligen oder eine Votivmesse zu feiern, könnte in einer beliebigen Kirche des Erzbistums Köln, die nicht in Köln oder Düsseldorf ist, eine Messe in allen vier liturgischen Farben gefeiert werden. Sollte es mehr als eine Messe geben - was de facto an Werktagen nicht vorkommt - könnten diese sogar in unterschiedlichen Farben gefeiert werden.
Man kann das Spiel weitertreiben: Fällt der 23. Juli auf einen Sonntag ist in Düsseldorf allen Apollinaris und Brigitta Kirchen Hochfest, sonst aber der Sonntag im Jahreskreis. Der Gedenktag der Hl. 3 Könige entfällt dann ersatzlos.
Also sind und waren unterschiedliche Kalender kein Problem. Streiten kann man vielleicht noch über Septuagesima und die Pfingstoktav.

ElsaLaska - 4. Aug, 09:21

Ich finde das alles ein furchtbares Durcheinander :-) Aber okay, du hast auch recht, ludolph. Das Durcheinander war ja schon immer da :-)
Johannes (Gast) - 4. Aug, 09:24

Ganz einfach,

den neuen Kalender in die Tonne treten. Welcher Idiot hat die Vorfastenzeit abgeschafft? Wollte jemand der Kirche etwa etwas Gutes tun, indem er die Pfingsoktav abschaffte? Wer hat sich diesen Wischiwaschinichtshalbesundnichtsganzes Grünzyklus "Im Jahrskreis" ausgedacht? Statt nach Pfingsten, nach Epiphaias etc. Wer hat und aus welchem Grund das Gedenken an die drei Erzengel Raphael, Michael und Gabriel zu einem "Erzengelfest" zusammengefasst? Undundund. Wollte ich meine Kritik am "Neuen Kalender" ausführen, würde dies den Rahmen einer kleinen Anmerkung bei weitem sprengen. Es ging doch wohl darum, die auch in der "ordinary time" doch stets auf die großen Feste orientierte Liturgie zu planieren. Der Neue Klaender ist Teil der Häresie der Formlosigkeit und dazu noch ein Anschlag auf die Volksfrömmigkeit, auf die die schlauen Hernn Proffesooren schon immer abschätzig heruntergesehen haben.

Paul (Gast) - 4. Aug, 10:16

Vorfastenzeit

Na, die Vorfastenzeit war ja nun das Dämlichste, was der alte KAlender zu bieten hatte.
Braut des Lammes (Gast) - 4. Aug, 10:43

Ich sehe es ähnlich wie Ludolph. Und was nun genau gegen den Gebrauch des approbierten römischen Stundenbuchs – ich gebe dem großen den Vorzug – sprechen soll, erschließt sich mir nicht. Der Laie betet damit kein "anderes" Stundengebet als die Kleriker oder die Personen des geweihten Lebens. Und man ist auch nicht verpflichtet, aus der Matutin eine "Lesehore" zu machen.
str - 4. Aug, 11:38

Wenn man so an die Sache herangeht, Johannes, habe ich gut Lust ultramontan-papalistisch zu sagen:

es gibt gar kein Kalenaderproblem: es gibt den einen römischen Festkalender und der gilt für alle.

Und welcher "Idiot" hat sich eigentlich die Vorfastenzeit ausgedacht? Das ist schon ein Widerspruch in sich.

Aber im Ernst: ein zurück, wie Du es forderst, wird es nicht geben. Sollte ein einheitlicher Kalender gewünscht sein (wobei ich aber ehrlich gesagt, daß nur bei Hochfesten für nötig halte - andererseits wäre es beim Heiligenkalender leichter zu bewerkstelligen), wird auch der usus extraordinarius Federn lassen müssen.

Den Neuen Kalender als häretisch zu betrachten ist, gelinde gesagt, selbst Häresie, nämlich die des Protestantischen Privaturteils.

(Was nicht heißt, das nicht vieles in der Reform einfach überflüssig war.)
ludolph (Gast) - 4. Aug, 12:14

Um mal das Beispiel mit den Erzengeln aufzugreifen: So einfach ist das mit den drei Festtagen nämlich nicht:

Die drei Erzengelfeste sind zwar im Kalender von 1962 vorhanden, aber der Hl. Gabriel und Hl. Raphael nur als Feste 3. Klasse. Der Hl. Gabriel am 24. März liegt aber immer in der Fastenzeit, so dass er nur kommemoriert wird, da die Tage der Fastenzeit im Kalender von 1962 höher gewertet werden. Auch Raphael (am 24. Okt.) weicht als 3. Klasse dem Sonntag. Lediglich der Hl Michael (am 29. Sep.) wird als Fest 1. Klasse immer gefeiert.

Im Kalender von 1954 war es noch anders: Da waren die Wochentage der Fastenzeit und die gewöhnlichen Sonntagen geringer bewertet und somit gingen der Hl. Gabriel und Hl. Raphael als duplex major Feste vor. Der Hl. Michael wurde als duplex 1. Klasse gefeiert, und hat somit im Kalender von 1962 keine Änderung erfahren.

Im aktuellen Kalender sind nun die Erzengel zusammengefasst und als Fest gewertet, d.h. die Sonntage gehen vor. Verglichen mit 1962 kann man also sagen, dass der Hl. Michael abgewertet wurde. Die Hl. Gabriel und Raphael wurden im Prinzip im liturgischen Rang aufgewertet allerdings auf Kosten eines eigenen Tages im Kalender.

Insgesamt betrachtet sind die Unterschiede zwischen den Kalender von 54 und 62 erheblich größer als zwischen 62 und heute:

Im Kalender von 1954 finden die Werktage der Fasten- und Adventszeit vor lauter Heiligenfesten praktisch nicht statt, auch die Oster- und Pfingstoktav konnte ab dem Mittwoch bereits wieder Heiligenfesten weichen. Das hat der Kalender von 1962 m.E. sinnvoller Weise korrigiert und auch der aktuelle Kalender beibehalten – mit Ausnahme der Pfingstoktav natürlich.

Auch die Sonntage wurden bereits 1962 deutlich aufgewertet, z.B. weichen die nachweihnachtlichen Feste wie der Hl. Stephanus seit 1962 alle dem Sonntag – was mir persönlich beispielsweise missfällt. Im aktuellen Kalender sind hier lediglich drei weitere Heiligenfeste hinzugekommen, die nicht mehr am Sonntag gefeiert werden.

Ein massiver Eingriff war 1962 auch die Vereinfachung der Rangordnung auf nunmehr 4 Klassen, auch die hat der neue Kalender praktisch beibehalten.
Johannes (Gast) - 4. Aug, 14:07

@ Ludolph Als Scholasänger

hab ich ja die Freude - die manchesmal eine zweifelhafte ist - sowohl zu den Sonntagen im alten Kalender, wie auch zu den im neuen Kalender zu singen. Im Alten Kalender waren Feste, Lesungen, Choral akribisch aufeinander abgestimmt, im Neuen Kalender herrscht das kreative Chaos. Da es niemandem gelungen ist, und da das im Grunde auch völlig unmöglich ist, das Graduale an den Neuen Kalender anzupassen, wird gewissermaßen im Zyklus der Alten Lesungen gesungen und im Zyklus des Neuen Kalender gelesen. Eine über fast ein Jahrtausend gewachsene liturgische Ordnung ist zerstört. Wer sich das ausgedacht hat, hat kein Verständnis für Liturgie im allgemeinen, und nicht nur im besonderen. Was ich am Neuen Kalender - einzig - schätze, ist daß die Heiligen des 20. Jahrhunderts vorkommen. Aber deren Einfügung in den Kalender ist kein Problem. Man hätte den Alten Kalender behutsam anpassen können, wollte das aber nicht. Daß die Revisionen der 50iger Jahre - ich nenne mal das officium tenebrarum - auch nicht immer sonderlich glücklich waren, ist mir bekannt. Nun, auch der Alte Kalender ist überarbeitungsbedürftig, der Papst hat es ja in seinem motu proprio ausdrücklich angeregt. Aber auf Basis eines Verständisses von Liturgie, die Liturgie nicht als etwas Gemachtes, sondern als Teil der Göttlichen Offenbarung versteht.
str (Gast) - 5. Aug, 19:48

"Im Alten Kalender waren Feste, Lesungen, Choral akribisch aufeinander abgestimmt"

Was denn nun, ist bis zur achso künstlichen Liturgiereform alles organisch gewachsen oder ist es akribisch aufeiander abgestimmt?

Unbehutsames Vorgehen damals kann man nicht durch lautes in die Tonne treten wieder gut machen.

Und bei Aussagen wie ganz oben sehe ich immer wieder daß der "Ich erkenne das Konzil an"-Button nicht einfach nur selbstverständliches ausdrückt.
Volmar (Gast) - 6. Aug, 10:22

Die geweihten Kleriker haben das Recht...

Summorum pontificum Art. 9 § 3: >>Die geweihten Kleriker haben das Recht, auch das Römische Brevier zu gebrauchen, das vom sel. Johannes XXIII. im Jahr 1962 promulgiert wurde.<<
Heißt das nicht im Umkehrschluss, dass Nicht-Kleriker sich an Liturgia Horarum halten sollen? Klar sind wir Nicht-Kleriker nicht zum Stundengebet verpflichtet und können daher sowieso beten, was wir wollen. Aber dem Sinne obiger Aussage nach...zunächst...

Imrahil (Gast) - 6. Aug, 12:21

vorweggeschickt kenne ich mich natürlich mit Kirchenrecht nicht aus, aber:
Nein.
Wenn die Kleriker mit dem Brevier das Stundengebet der Kirche beten können, können erst recht (ich verkneife mir "a fortiori" zu schreiben) die Laien das Brevier beten, Erfüllung der Standespflichten immer vorausgesetzt, und beten dann natürlich auch das Stundengebet der Kirche.

Vermutlich sollten die Laien aber konsistent bei einem Buch bleiben - was ich zumindest an so Festen wie dem Kostbaren Blut (bei Wahl von LH) oder dem hl. Pater Pio (bei Wahl von RB) sicherlich nicht durchhalten würde, wenn ich denn in irgend einer auch nur wenig aufwendigen Regelmäßigkeit Stundengebet beten würde, Rosinenherauspickerei mit Berufung auf die Freiwilligkeit halt.
str - 6. Aug, 14:22

Das Stundengebet ist grundsätzlich eine monastische Übung, wobei aber die Gemeinsamkeit der jeweiligen Gemeinschaft wichtiger ist als die Orientierung an übergeordneten Regularien.

Inwiefern Kleriker zu bestimmten Gebeten verpflichtet sind, das regelt das Kirchenrecht.

Nichtmonastische Laien sind erstmal zu nichts verpflichtet außer zu dem, was sie sich selbst auferlegen. Und ich halte es für überhaupt nicht falsch, sich da individuell etwas zurechtzulegen. Bei einem Buch zu bleiben ist vielleicht sinnvoll, damit nichts doppelt und dreifach und anderes gar nicht "drankommt".

Ich sehe die Vielfältigkeit überhaupt nicht als ein Problem, welches das Einstimmen in das gemeinsame Gebet der Kirche beinträchtigen würde. Himmel und Erde, wenn sie die Ehre Gottes loben, tun das ja auch nicht unison oder textgleich.

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cantare

noch einen Hölderlin,...
An die Unerkannte (gekürzt) Kennst du sie, die...
Johannes (Gast) - 16. Mai, 17:37
Auf dem Film aus N-R....
Auf dem Film aus N-R. wimmelt es geradezu von BloggerkollegInnen.
johannes (Gast) - 16. Mai, 07:48
Hw. Jolie rockt!
Und das sage ich gern jedem, der es hören will....
Gertie (Gast) - 15. Mai, 22:43
Schade, dass sie den...
Schade, dass sie den hochwürdigsten Herrn Prälat...
sophophilo (Gast) - 15. Mai, 22:23
Hölderlin Nachtisch???...
Hölderlin Nachtisch??? Aber dennoch, gern ;-)...
L. A. (Gast) - 15. Mai, 21:14
Traurig schön. Oder...
Traurig schön. Oder schön traurig.
Il capitano (Gast) - 15. Mai, 20:15
schnief!
und zum Nachtisch bitte einen Hölderlin.
Johannes (Gast) - 15. Mai, 19:43
@ Gast es stimmt!
Ich habe hier neben mir eine Printausgabe des Programms...
Ester (Gast) - 15. Mai, 19:26
Schade
Oh schade. Wäre sehr gern bei der heiligen Messe...
Johannes (Gast) - 15. Mai, 18:37
Tja, so isses.
Eine heilige Messe als "geistliches Angebot" (stimmt...
@Ester (Gast) - 15. Mai, 18:37
@all
Ja wirklich herzlichen Dank allen für die schöne...
ElsaLaska - 15. Mai, 17:20
Beuys versucht auf durchsichtige...
Beuys versucht auf durchsichtige Weise, die Rede vom...
Damian (Gast) - 15. Mai, 17:06

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