Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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ufficio

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Islamisches Kulturzentrum auf Ground Zero.

Mal vorab: Diese Diskussion kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn die Angehörigen der Opfer, immer noch traumatisiert, dieses Bauprojekt nicht wünschen, dann hat es da überhaupt gar keine Diskussion zu geben. Umsomehr, als es hier überhaupt nicht um Religionsfreiheit geht, sondern um Rücksichtnahme auf Gefühle von Betroffenen. Ground Zero steht jeder Religionsgemeinschaft offen, und keine hat ihn zu okkupieren.
Das zum einen. Zum anderen ABER, davon erfahre ich gerade über eine Facebookgruppe mit rund 15.000 Sympathisanten, gab es jedoch auf Ground Zero eine christliche Kirche, die während der Anschläge zerstört worden ist, St. Nicholas. Dazu die Information der Gruppe:

>>Since 1922, St. Nicholas Church had stood as a quiet sanctuary of prayer and reflection amidst the tumultuous and bustling crossroads of commerce. For the past nine years the Port Authority of New York/New Jersey has used bureaucratic obstacles and false promises to hinder the rebuilding of the St. Nicholas Church.
This must end and it must end now!<<

Die Gruppe fordert ZUERST den Wiederaufbau von St. Nicholas, und ich finde, zu Recht.
Morgenländer (Gast) - 25. Aug, 20:43

Die Fakten sind andere

Es fällt mir schwer, die Argumentation des Beitrags nachzuvollziehen. Das beginnt schon damit, dass die Fakten nicht korrekt wiedergegeben werden:

"Islamisches Kulturzentrum auf Ground Zero"

Der Bau soll nicht auf Ground Zero errichtet werden, sondern zwei Blöcke davon entfernt. Und von einer 'Okkupation' des Groudn Zero kann schon mal gar keine Rede sein, um so weniger, als am gleichen Ort schon vor dem 11. September eine Moschee gestanden hat.

"Wenn die Angehörigen der Opfer, immer noch traumatisiert, dieses Bauprojekt nicht wünschen..."

Nach den mir bekannten Meldungen gibt es sehr wohl auch Angehörige, die keine Einwände gegen den Bau des Kulturzentrums haben.

Und man sollte nicht vergessen: Unter den Opfern des islamistischen Terroranschlags waren auch Muslime. Werden die Gefühle der Angehörigen dieser Opfer nicht auch verletzt, wenn man ihren Glauben mit der widerwärtigen Ideologie von Terroristen in Verbindung bringt?

Die Dinge sind also nicht ganz so einfach, weshalb eben doch, anders als im Artikel gefordert, Diskussion nötig ist.

ElsaLaska - 25. Aug, 20:57

@Morgenländer

>>Der Bau soll nicht auf Ground Zero errichtet werden, sondern zwei Blöcke davon entfernt. Und von einer 'Okkupation' des Groudn Zero kann schon mal gar keine Rede sein, um so weniger, als am gleichen Ort schon vor dem 11. September eine Moschee gestanden hat.<<

Gut. Wo ist sie jetzt? Wurde sie denn am 11. September 2001 zerstört? So wie St. Nicholas? Dann kann man ja auch BEIDES wiederaufbauen. Nix dagegen.

>>Nach den mir bekannten Meldungen gibt es sehr wohl auch Angehörige, die keine Einwände gegen den Bau des Kulturzentrums haben.<<

In dem Fall zählen aber diejenigen, die sich, und ich gehe davon aus, dass es nicht wenige sind, dagegen aussprechen, weil es ihnen einfach nicht behagt. Weil sie in ihrem seelischen Empfinden gestört werden. Wenn sich Wertschätzung immer auf die Andersdenkenden erstrecken sollte, dann eben besonders auf die, die in dieser Sache ANDERS denken als diejenigen, die sich nicht gestört fühlen.

>>Und man sollte nicht vergessen: Unter den Opfern des islamistischen Terroranschlags waren auch Muslime. Werden die Gefühle der Angehörigen dieser Opfer nicht auch verletzt, wenn man ihren Glauben mit der widerwärtigen Ideologie von Terroristen in Verbindung bringt?<<

Das ist ein klassisches Problem anderer Leute. Wenn Katholiken heute in Nordirland wieder einen Terroranschlag machen würden, wären meine Gefühle auch verletzt. Eventuell würde ich dafür auch diskriminiert und angefeindet. Life is hard and then you die.

>>Die Dinge sind also nicht ganz so einfach, weshalb eben doch, anders als im Artikel gefordert, Diskussion nötig ist.<<

Nö. Wenn die Mehrheit dagegen ist und der Aufbau einer christlichen Kirche, die zerstört wurde, seit 9 Jahren behindert wird, sehe ich keinerlei Diskussionsbedarf. Dann baut man diese Kirche schön wieder auf, und dann kann man ja überlegen, welche interreligiösen netten Begegnungszentren man noch so installieren oder dort anhängen möchte, inklusive muslimischer, jüdischer, Zen-buddhistischer usw. Meiner bescheidenen Ansicht nach könnte man das auch dann alles prima und besser vermitteln als diesen Alleingang.
str - 31. Aug, 10:03

"Das ist ein klassisches Problem anderer Leute. Wenn Katholiken heute in Nordirland wieder einen Terroranschlag machen würden, wären meine Gefühle auch verletzt. Eventuell würde ich dafür auch diskriminiert und angefeindet. Life is hard and then you die."

Tut mir leid, aber wenn ich mir den Blog des letzten Dreivierteljahres so anschaue, nähmst Du eben eine andere Haltung ein, Elsa. Wir hatten da Katholiken, die Verbrechen begingen und Du hast Dich zurecht über die Kollektivbeschuldigungen und Halbwahrheiten echauffiert. Zu recht, zu recht!!! Das solltest Du jetzt auch anderen zugestehen, aber darum geht es in Wirklichkeit gar nicht:

"Nö. Wenn die Mehrheit dagegen ist"

Quatsch. Die "Mehrheit" (von was) geht es überhaupt nichts an. Genausowenig wie es irgendeine Mehrheit angeht, was ich gerade in meinem Zimmer tue oder nicht. Einzelne und Gruppen haben Rechte, ganz unabhängig von der Mehrheit.

"und der Aufbau einer christlichen Kirche, die zerstört wurde, seit 9 Jahren behindert wird"

Blockiert da die Mehrheit? Muß man sich dann dieser nicht unterwerfen? Wie ist das nun?

"Dann baut man diese Kirche schön wieder auf, und dann kann man ja überlegen ... Meiner bescheidenen Ansicht nach könnte man das auch dann alles prima und besser vermitteln als diesen Alleingang."

Könnte man! Aber müßte man auch? Sind es denn Moslems, die den Kirchenaufbau blockieren? Oder sind es Christen und Atheisten, die sich einem Wiederaufbau der auf Ground Zero zerstörten Moschee verweigern würden? Und was, wenn man sich über das interreligiöse Getue nicht einig wird, sollen dann einfach alle religiösen Bauten ruhen. Und Mr Dawkins und andere Religionshasser lachen sich derweil ins Fäustchen.
Morgenländer (Gast) - 25. Aug, 21:37

@Elsa:

"Wenn die Mehrheit dagegen ist und der Aufbau einer christlichen Kirche, die zerstört wurde, seit 9 Jahren behindert wird, sehe ich keinerlei Diskussionsbedarf."

Dieses Argument nachzuvollziehen fällt mir schwer.

Die USA sind keine Ochlokratie, sondern ein demokratischer Rechtsstaat, und in dem entscheiden nicht Mehrheiten (welche?), sondern die zuständigen Institutionen. Und diese haben den Bau des Kulturzentrums bereits genehmigt.

Den Hinweis auf Nordirland greife ich gern auf: Dem Terror der IRA sind viele Dutzend Menschen zum Opfer gefallen; sollte deshalb der Bau eines katholischen Gemeindezentrums etwa in Bellykelly untersagt werden? Die Mehrzahl der Muslime verabscheut den islamistischen Terror doch ebenso wie wir Katholiken den der IRA.

Stefan (Gast) - 25. Aug, 21:46

Ach?!? Tun sie das?
Ich habe noch nie von einer muslimischen Demo gegen den Terror, gegen Gewalt gehört. Vermutlich mein Fehler!

Ich empfände einen solchen Bau in der Nähe von Ground Zero einfach als empörend, zumal nach einer so kurzen Zeit - mir fehlen da die Worte.
ElsaLaska - 25. Aug, 21:53

@Morgenländer

Eh, entschuldige bitte, aber du glaubst also tatsächlich, dass der Mehrheitswillen des Volkes gleichzusetzen ist mit der Herrschaft des Pöbels, während so "integre" Institutionen wie kommunale Bauämter und Genehmigungsbehörden nach Maßgaben objektiven Rechts entscheiden? Nichts anderes entnehme ich deinem Verweis auf die "USA keine Ochlokratie" - wovon träumst du denn nachts? Ist dir klar, wie solche "hehren Institutionen" für gewöhnlich entscheiden? Einer kennt den anderen und der andere hat das Geld! Und zwar so viel Geld, dass für den einen noch gut was abfällt.

Natürlich sollte ein irisches katholisches Gemeindezentrum nicht gerade auf dem BLUTBODEN protestantischer Bombenopfer errichtet werden, das kann ich vollständig unterzeichnen und habe damit überhaupt kein Problem. Umgekehrt aber auch nicht. Was ist denn daran eigentlich so schwer zu verstehen!
str - 31. Aug, 10:11

"Ach?!? Tun sie das?"

Es tut auch überhaupt nichts zur Sache, ob DIE MOSLEMS generell und weltweit etc. sich distanzieren (sie tun es viel zu wenig)

Bestenfalls wäre es interessant, was die Erbauer der Moschee in NYC sagen, denn so wie ich nicht für Williamson, Tissier, Küng oder die CM-Tante haften will, so kann man Moslemgruppe A nicht dafür haftbar machen, was Moslemgruppe B über die Taten von Moslemgruppe C sagt.

Außerdem gibt es klare Rechtsvorschriften zur Bebauung von New York und diese sind einzuhalten. Die Meinung eines Bauherrn zu irgendetwas kommt darin nicht vor.

Rekurrieren auf einen (meist ja imaginären) Mehrheitswillen ist genau Ochlokratie und wenn dabei noch die Rechte des einzelnen zur Gestaltung der eigenen Verhältnisse negiert werden der schnellste Weg in den Totalitarismus. Zwar ein demokratischer Totalitarismus, aber das macht die Sache eher noch schlimmer.
Morgenländer (Gast) - 25. Aug, 22:23

@Stefan; @Elsa:

@Stefan:

"Ach?!? Tun sie das?"

Ich zitiere hier mal als eine Quelle unter Dutzenden das Fiqh Council of North America, das den islamistischen Terror wiederholt scharf verurteilt hat. So heißt es in einer Erklärung von Juni 2008 unter Bezug auf den Koran: "The unjust killing of a single person is equivalent to the killing of all humanity." Das Fiqh Council fährt fort, die islamistische Gewalt stehe im Gegensatz zu der Botschaft von Frieden, Liebe, Toleranz und Zusammenarbeit, die der Koran verkünde. Der Rat drückt dann sein tiefes Mitgefühl mit den Angehörigen und Freunden der Opfer des 11. September aus.

@Elsa:
Vielleicht bin ich als ehrenamtlicher Verwaltungsrichter da ein bisschen voreingenommen, aber ja: Institutionen wie kommunale Bauämter und Genehmigungsbehörden entscheiden nach Maßgabe des objektiven Rechts, in den USA nicht weniger als hierzulande.

Das Volk drückt seinen Mehrheitswillen in der demokratischen Wahl seiner Repräsentanten aus; dafür gibt es Verfahren. Der angebliche 'Mehrheitswille' des amerikanischen Volkes drückt sich in Stimmungsbildern aus, die bei einem Baugenehmigungsverfahren zu Recht keine Rolle spielen.

ElsaLaska - 25. Aug, 22:33

>>Vielleicht bin ich als ehrenamtlicher Verwaltungsrichter da ein bisschen voreingenommen, aber ja: Institutionen wie kommunale Bauämter und Genehmigungsbehörden entscheiden nach Maßgabe des objektiven Rechts, in den USA nicht weniger als hierzulande>>

Ausgezeichnet. Dann kannst du mir ja sicher auch erklären, wieso St. Nicholas NICHT wiederaufgebaut wird.
str - 31. Aug, 10:24

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich zumindest habe noch nie was über St. Nicholas gehört.

Es wäre daher besser, wenn Du, Elsa, uns mal alle aufklärst (in einem eigenen Beitrag etwa), was es mit der Kirche auf sich hat und wer da blockiert und woran es liegt.

Ich halte das ganze für ein separates (wenn auch irgendwo vergleichbares) Thema, aber nicht für tauglich wegen eines Unrechts nun ein anderes zu fordern!
Benedetta (Gast) - 25. Aug, 22:49

Zur islamischen TOLERANZ

sag ich jetzt mal nichts, außer, daß der ISLAM keine Religion und schon gar keine friedliche ist, sondern eine Diktatur mit dem Ziel, die ganze Welt zu islamisieren. Das ist kein rassistischer Müll, sondern steht so im Koran.So.
Zweitens würde mich ebenfalls brennend interessieren, warum St. Nicholas nicht wieder aufgebaut wurde.

str - 31. Aug, 10:22

Benedetta,

"außer, daß der ISLAM keine Religion"

So und was denn dann? Wer vergibt denn solchen Religionsstatus?

Ist der Buddhismus eine (viele, grade westliche oder Pseudo-Buddhisten sagen er ist keine)? Ist das Judentum eine (Ruth Lapide sagte immer, es sei keine sondern ein Lebensstil)? Ist der Konfuzianismus eine (zu recht wird er eher als Philisophie gesehen)?

Und darf man sie deshalb schikanieren und verbieten?

Schau mal ins GG und Du wirst da nicht nur eine Religionsfreiheit finden, aber auch sehen, daß sie nicht unbegrenzt und absolut gilt.

Der Islam ist eine Religon und jeder Moslem hat das Recht auf Religonsfreiheit. Begeht er aber ein Verbrechen oder verletzt eine sonstige gesetzliche Pflicht, dann hat er die gleichen Konsequenzen zu tragen wie jeder andere auch. Ein islamischer Terrorist gehört genauso eingesperrt wie ein katholischer - heißt das nun, daß der Katholizismus keine Religon wäre?

Es ist grotesk und ekelhaft, soetwas gerade unter uns Katholiken zu hören, als Angehörige der wohl am meisten (und vor allem konsequenzenlos9 angefeindeten Religion weltweit.

Denkst Du, Benedetta, eigentlich auch einmal weiter als zum eigene Gartenzaun?
Morgenländer (Gast) - 26. Aug, 04:59

@Elsa; @Benedetta

@Elsa:

St. Nicholas liegt - anders als das geplante islamische Kulturzentrum - offenbar direkt auf dem Ground Zero. Für die Baugenehmigung ist hier eine ganz andere Behörde zuständig, nämlich die Hafenbehörde der US-Bundesstaaten New York und New Jersey, der die Word Tade Center Side gehört.

Die Verhandlungen zwischen dieser Behörde und der griechisch-orthodoxen Gemeinde St. Nicholas stehen in keinem inhaltlichen und formalen Zusammenhang mit dem Baugenehmigungsverfahren für das islamische Kulturzentrum. Sie miteinander in einen solchen Zusammenhang zu stellen, ist ein Wahlkampftrick zweier republikanischer US-Politiker, von denen sich einer gerade darum bemüht, in den Kongress gewählt zu werden.

@Benedetta

"Sag ich jetzt mal nichts, außer, daß der ISLAM keine Religion und schon gar keine friedliche ist."

Diese Behauptung wird dadurch nicht richtiger, dass man sie immer häufiger im Netz zu lesen bekommt. Ich möchte hier auf einige Worte des Heiligen Vaters verweisen, der in einem Interview auf dem Flug ins Heilige Land im Mai 2009 erklärte:

“Notwithstanding our diverse origins, we have common roots [...] Islam too was born in a world where both Judaism and the various branches of Christianity: Judeo-Christianity, Antiochene Christianity, and Byzantine Christianity were all present, and all these circumstances are reflected in the Koranic tradition, with the result that we have much in common in terms of our origins and our faith in the one God.” (L’Osservatore Romano: Weekly Edition in English, 13 May
2009, p. 2.)

fbtde - 26. Aug, 07:49

Hm. . .

ich habe das eben mit Interesse gelesen.
Und sehe keine Möglichkeit, den Wiederaufbau der Kirche (bin dafür) und den Bau der Moschee (bin dafür) miteinander zu verknüpfen. Es ist sachlich falsch, für die Verbrechen islamistischer Sauseköpfe eine ganze Religion haftbar zu machen. Ich finde, eine solche Moschee würde die Chancen der Aussöhnung, so sie denn notwendig ist, erhöhen (das gleiche gilt für die Kirche). Ein Junktim zwischen beiden Gotteshäusern dürfte den Bau beider Gebäude auf Dauer verzögern.
Vermutlich müssen wir uns ja hierzulande wiedermal mit einem anderen Sausekopf auseinandersetzen . . . . . (Th.S.)

Stefan (Gast) - 26. Aug, 09:49

Ich kann, mit Verlaub, dieses Gerede von einer wie immer gearteten Aussöhung echt nicht mehr hören.
Hat eine Moschee in Rom (in Rom!!! Gibt es ein Kapellchen in Mekka?) dafür gesorgt, daß die Moslemführer etwa die Regensburger Rede des Papstes auch nur gelesen hätten, bevor sie in ihrem gewohnt beleidigten und empörten Habitus loszeterten (Ausnahme : die islam. Theologen).
Sorgt der Bau einer Riesnmoschee in Köln (ausgerechnet Köln!) dafür, daß etwa die Öffnung der Paulus-Kirche in Tarsus von dem Verein, der hier die Moschee bauen darf, auch nur unterstützt wird?

Natürlich kann man wegen einiger "Sauseköpfe" nicht per se eine ganze Religion verantwortlich machen.
Aber man muß nur tagtäglich (!) in die Zeitung schauen (oder einen Blick in die Geschichtsbücher werfen) um zu verstehen, daß es eben nicht nur einige Sauseköpfe sind.
fbtde - 26. Aug, 11:03

Ich denke schon, dass die Heiliger-Krieg-Schwafler nicht für eine ganze Religion stehen können. Das ist eine unzulässige Vereinfachung. Und der Gestus, das eine gegen das andere Gotteshaus aufzurechnen, gefällt mir überhaupt nicht. Das kann nicht zu einem guten Ziel führen, gewiss nicht.
Für mich (dem muss man sich nicht anschließen) kann es nur darum gehen, dass sich Muslime und Christen besser verstehen. Dass sie miteinander reden, hier und dort miteinander feiern, vielleicht sogar miteinander beten, wenn sie es denn möchten. Ich rede gewiss keiner Gleichmacherei das Wort, überhaupt nicht - aber ich kann für mich mit meiner evangelischen Herkunft nicht in Anspruch nehmen, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Soviel Demut ist wohl nötig, und zwar auf allen "Seiten".

ElsaLaska - 26. Aug, 11:18

Nun, wenn sich Muslime und Christen besser verstehen sollen, so torpediert jedenfalls dieses unbegreifliche Vorhaben das ganze Ziel erheblich. Und deshalb liegt es nahe, den Schluss zu ziehen, dass es den Befürwortern des Baus auch gar nicht darum geht, dass Muslime und Christen sich besser verstehen. Sonst hätte man das nämlich nicht gegen den Willen der Andersgläubigen durchgedrückt. Ergo geht es nur um Eigeninteressen.
str - 31. Aug, 10:32

Vergessen wir auch nicht, daß der Kirchenbau in der Türkei nicht durch böse Islamisten sondern eine säkularfaschistische Halbdiktatur (die neulich versucht hat die eigene Regierung zu verbieten) behindert wird.

Und die Christen weltweit haben größere Probleme, als ein Kapellchen in Mekka zu haben - wenn man bedenkt daß die ganze Stadt ein islamisches Heiligtum ist. Wollen wir dann auch eine Moschee im Vatikan?

Und warum "gerade in Köln"? Was sollte an Köln denn so besonders sein, das es gerade hier nicht sein darf. Weder Köln noch Deutschland ist für uns Christen oder Katholiken reserviert und wenn ich mich im NT oder den Kirchenvätern umschaue, ist das auch ganz richtig so.

Ja, Elsa hat recht, wenn sie sagt, den Moscheebau nun durchzudrücken, behindert den Dialog eher als ihn zu befördern. Das sollte man auch den Er-Bauern sagen, daß es schadet, auf ihrem Recht zu bestehen. Aber es ist dennoch ihr Recht. Wenn mir aber jemand mein Recht verweigert und sei es mit noch so klugen Nützlichkeitserwägungen, würde ich sehr bald sehr fuchsig werden.

Wenn die Moscheebauer nicht am Dialog etc. interessiert sind, dann sollte man das ebenso herausstellen, anprangern. (Und jemand der gerade Cordoba im Namen führt, ist es wohl nicht so recht.) Doch Recht bleibt dennoch Recht.

Irgendwie fällt mir auch gerade der Fall in Indien ein, wo ein Moschee zerstört wurde, um einem Tempel Platz zu machen. (Ort und Gottheit fallen wir gerade nicht ein.)
ElsaLaska - 31. Aug, 10:35

str, kriegst du dich jetzt bald wieder ein, oder möchtest du zu dem Thema ein eigenes Info-Portal eröffnen? *kopfschüttel*
Morgenländer (Gast) - 26. Aug, 13:08

@Elsa

"Sonst hätte man das nämlich nicht gegen den Willen der Andersgläubigen durchgedrückt."

Ist es pedantisch darauf hinzuweisen, dass von DEM Willen DER Andersgläubigen nicht die Rede sein kann? Unter den Befürwortern des Baus sind viele Christen, darunter der ehemalige Solicitor General Theodore Olson, dessen Frau am 11.09.2001 als Passagierin eines der entführten Flugzeuge Opfer des islamistischen Terrors wurde.

ElsaLaska - 26. Aug, 13:41

Ist es pedantisch, darauf hinzuweisen, wie ich weiter OBEN schon schrieb, dass es nicht um die Leute geht, die NICHTS dabei finden, dass der Bau errichtet wird, sondern um die, die sich daran stören? Wieso zählen die für dich eigentlich überhaupt nicht, dafür aber freilich Angehörige von Opfern, die sich dafür ausgesprochen haben?
Nochmal: Was ist eigentlich so schwer daran zu verstehen, dass die Menschen in New York diesen Bau an dem vorgesehenen Ort mehrheitlich NICHT wünschen?
ICH kann das sehr gut nachvollziehen, wenn du es nicht kannst, okay, dir geht es halt ums Prinzip.Wenn der Islam so dialog- und versöhnungsbereit ist, wie immer gesagt wird, dann hat er ja jetzt die hervorragende Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen.
Ulrich (Gast) - 28. Aug, 00:36

St. Nunilo und Alodia,

hat Fr Z vorgeschlagen, könnten das Patronat einer zu errichtenden Kapelle neben der Moschee übernehmen.
Ich würde vorschlagen, dass *ULF vom Sieg* oder *ULF vom Rosenkranz* vielleicht auch anzudenken wäre - ich meine, warum benennt man denn das Zentrum denn gerade nach Córdoba?
Wenn ich arg böse wäre, würde ich vorschlagen, es nach Santiago zu benennen ... aber da würden sich alle aufregen.

thysus - 28. Aug, 10:24

Noch nie sind nach all den zahlreichen, bereits Tausende von Todesopfern und grässlich verstümmelte und verletzte Menschen fordernden islamischen Terroraktionen irgendwelche Gesten oder Äusserungen des Bedauern seitens verantwortlicher muslimischer Geistlicher erfolgt, von entsprechenden Massregelungen der eigenen Gläubigen ganz zu schweigen.
Wenn in Auschwitz neben dem Todeslager ein (wegen jüdischer Empfindlichkeiten unterdessen wieder aufgehobenes) Kloster des strengen Bussordens der Karmeliterinnen errichtet wurde, dann nicht als Geste arischen oder gar christlichen Triumphs, sondern als Ort der Sühne wegen dieser Untaten von sog. "Christen" und als Zeichen des Willens zur Versöhnung.
Und wenn in Nordirland auf "Blutboden" eine solche Gottesdienst- oder Sühnestätte errichtet würde, dann sicher nicht aus Freude über die getöteten Protestanten, sonder als strenge Mahnung gegen die Wiederholung solcher absolut gegen die Botschaft des Evangeliums gerichteter Mordtaten von Katholiken.
Das (vielleicht nicht immer geschickt formulierte) Unbehagen vieler Menschen jedoch gegen ein islamisches Zentrum in der Nähe von Ground Zero kommt aus dem garantiert nicht unberechtigten Gefühl heraus, ein solches Zentrum würde von vielen Moslems und ihrer Führer durchaus als Zeichen eines Sieges über die Christenheit gewertet werden (ich sehe noch immer die Fernsehbilder der ausgelassen tanzenden Bevölkerung in den Zentren des Nahen Ostens nach dem New Yorker Attentat!).

str - 31. Aug, 09:50

Kann ich so überhaupt nicht nachvollziehen.

1. Das die Moschee nicht auf Ground Zero steht, wurde bereits vermerkt.

2. Hinterbliebene* und solche, die sich zu Opfervertretretern erklären, haben das gute Recht, die Sache zu finden wie sie es tun.

(*Von Opfern rede ich nicht, denn diese sind - von ein paar Ausnahmen vielleicht - nicht mehr unter den Lebenden.)

3. Aber sie haben nicht das Recht Moslems den Moscheebau zu verbieten.

4. Es geht eben doch um die Religionsfreiheit. Nach obiger Logik wäre es ein leichtes etwa der Katholischen Kirche* die Tätigkeit zu verbieten. Nicht generell aber halt an diesem Ort und an jenem Ort und an jenem Ort bis halt keiner mehr übrig ist. Je kleiner die Religionsgruppe ist desto schneller geht das - Religionsfreiheit gilt aber für alle, nicht für die dem Zeitgeist oder dem Volkszorn entsprechenden Gruppen.

(*Was heute der Islam ist, waren im Amerika des 19. Jahrhundert die Katholiken. Es gab sogar ganze Parteien gegen den bösen papistischen Einfluß.)

5. Das sich besagte Moslemgruppe unsensibel verhält finde ich auch. Aber dann muß man mit ihr reden, um sie davon abzubringen. Auf sie einzudreschen ist hier unproduktiv.

PS. Und was hat St. Nicholas damit zu tun? Hat irgendjemand einen Wiederaufbau verboten? (Wenn ja, sind es genauso solche Hohlköppe die nun den Moscheebau verbieten wollen.) Man kann beides aufbauen, wobei es bei der Moschee nicht direkt ein Wiederaufbau ist. Wenn sich aber niemand für den Wiederaufbau von St. Nicholas engagiert, dann sollte man eben jene (Katholiken/Christen) kritisieren, nicht Moslems, die nun mal an ihrem Gotteshaus interessiert sind.

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