Dunkel ist mein Freund
seine Lider tragen schwer
an den Farben der Küsten von Libanon.
Seine Augen Silberschilde wider mich
beschützt von Wimpern aus Mitternacht.
Niemand trägt den Mond auf der Stirn
und den Nachthimmel auf seinem Scheitel.
Niemandes Mund gleicht dem Topas
Mein Herz wird schwer
von Rauchquarz wenn du verkündigst.
Kaurimuscheln sind hinter deinem Schritt
und Purpur weht um deine Schultern.
Gomorrhas Salz unter meinen Wimpern
gesenkt vor Lauterkeit und Demut.
Verlangen in meinem Herzen
und Blut auf meiner Stirn.
Einer wird die Lanze heute heben.
Israel wartet auf mich.
ElsaLaska - 27. Apr, 00:20
Wie hoch du deine Harfen hängst
die Krone meiner Weide achtest du nicht.
Mein Gehenna ist dir ein Weizenhaufen
wenn doch schon Sabbat wäre
damit du ihn liegen ließest.
Dunkle Augen machst du mir
dass der Glanz deiner Schilde
meinen Schlaf nicht blendet.
Rosenholz ist in deiner Achsel
Liebe um deine Schulter
und Narde trägst du im Nabel.
Deine Feinde fliehen vor dir gen Mittag
aber am Abend suche ich dich.
ElsaLaska - 10. Apr, 13:12
Die Dächer von Babylon glühten vor altem Tag
während wir auf dem Rücken lagen
und uns den Fragen der Nachtigallen stellten
Mit Bechern voll Zimtwein in Händen
und Büscheln von Narde auf dem Herzen
ist es leicht die Schriften auszulegen.
Die Augen abgewandt von listigen Göttern
suchten wir uns mit schläfrigen Lippen
einander den Morgenstern von der Stirn zu pflücken.
ElsaLaska - 4. Apr, 01:40
mit seinem
Credo ut intelligam, laut
Vatican Magazin 03 2008, die "Mutter aller katholischen Blogs", ein Zitat von Leon Bloy - da ich seine Einträge über Leon Bloy leider nicht verfolgt habe, warum auch immer, nehme ich also in Kauf, dass er es bereits kennt:
"
Ob das Leben in den Menschen, in den Tieren oder in den Pflanzen ist, es ist immer das Leben, und wenn die Minute, der ungreifbare Punkt kommt, den man Tod nennt, so ist es immer Jesus, der sich zurückzieht, sei es aus einem Baum oder aus einem menschlichem Wesen". /Leon Bloy: Der undankbare Bettler. Nürnberg, 1949.
ElsaLaska - 28. Mrz, 21:25
Dies ist die Nacht die zeugen soll
vom tiefen Wachen und vom
hellen Schlafen in der allein
das Wort des Ölbaums gilt
als hätte er uns was zu sagen.
Der Kuss der Taube brachte einst
die Hoffnung heim in Noahs Arche.
Ein anderer Kuss viel härter wog
dem Menschen leicht
dem schönen Baume kaum noch
zu ertragen
so dass ihn seither schweres Silber ziert
wie Greise müde stumm und alt
uns manchmal mahnen
im Dunkeln hier zu wachen noch
anstatt nur weiter tief zu schlafen.
ElsaLaska - 20. Mrz, 23:20
Es wird ein großer Stern in meinen Schoß fallen ...
Wir wollen wachen die Nacht.
In den Sprachen beten,
Die wie Harfen eingeschnitten sind.
Wir wollen uns versöhnen die Nacht –
So viel Gott strömt über.
Kinder sind unsere Herzen,
Die möchten ruhen müdesüß.
Und unsere Lippen wollen sich küssen,
Was zagst du?
Grenzt nicht mein Herz an deins –
Immer färbt dein Blut meine Wangen rot.
Wir wollen uns versöhnen die Nacht,
Wenn wir uns herzen, sterben wir nicht.
Es wird ein großer Stern in meinen Schoß fallen.
Else Lasker-Schüler
ElsaLaska - 19. Dez, 22:59
Wherefore, my friend, we're fighting here
this bloody battle, tell me, what
we are killing for - dishonour rules wherefore
The enemy - a man like me, began his life like you'd begun
remember, friend, a loving mother's beloved son.
How many killed on battlefields are never to come home
to kiss again their mother's cheeks, their wife's lips and sister's brow?
Instead of this they're staining now
the fighting grounds
with purple blood of theirs
and as you listen you may hear
the begging pleading crying
and sometimes, friend,
the silent sound of praying.
My buddy soldier, are you thinking now how this will end for us?
Wherefore, my friend?
Let us accuse this slaughter fury hell
But even more, let's take a stand and pray,
there'll come a day, our children, friends,
will realize that battle's but a stupid word
for silly games they used to play.
Wherefore, my friend, we're fighting here
tell me, dear friend, wherefore
we're killing here - dishonour rules wherefore?
The enemy - a man like me, began his life like you and me
remember, friend, in mother's loving arms.
How many killed on battlefields are never to come home
to kiss again their mother's cheek and wife's lips and sister's brow
Instead of this are staining now
the fighting grounds
with purple blood of theirs
and as you listen you can hear
the begging pleading crying
and sometimes, friend,
the silent sound of praying.
My buddy soldier, are you thinking now, how this will end for us?
Wherefore, my friend?
Let us accuse this slaughter fury hell
But evenmore, let us now pray,
there'll come a day, our children, friends,
will realize that battle's are but stupid words
for silly games they used to play.
Dies ist der Versuch einer Übertragung eines Reimgedichtes in Deutsch, das ein Kriegsveteran des Zweiten WK geschrieben hat, der Cousin meines Vaters. Fallschirmspringer auf Kreta, Lebensretter eines griechischen Jungen, Afrikafeldzugteilnehmer, involviert in die Invasion in der Normandie, in Kriegsgefangenschaft in Schottland. Er wird 86 Jahre alt und möchte im Mai nach Kreta, auf das Treffen der Veteranen der Fallschirmspringer dort. Vielleicht gibt es dort Gelegenheit, seine Verse in der englischen Version vorzutragen. Wenn jemandem ein Fehler in der englischen Übertragung auffällt, wäre ich froh, wenn er es anmerkt.
Die Reime schaffe ich leider nicht zu übertragen, mir geht es v.a. um die Grammatik.
Im Deutschen heißt es "mein Freund", ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich "my friend", "dear friend" oder "buddy" benutzen soll, buddy ist wohl das Wort mit dem sich Soldaten untereinander ansprechen.
ElsaLaska - 12. Dez, 23:38
- welches man auch treffender mit "Der Dawkinswahn" hätte betiteln können, bitte um Entschuldigung für diesen Kalauer -
hat mir
nerone einen Link zu einer Rezension mit anschließender Diskussion gelegt, den ich aus dem Kommentarbereich hochholen möchte, da ich sowohl Rezension als auch Diskussion mit sehr großem Interesse gelesen habe (und ziemlich ausführlich auch alles gesagt wird, was einem so schwante, wenn man das Buch selbst nicht gelesen hat).
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Die Rezension auf begleitschreiben.twoday
ElsaLaska - 19. Okt, 19:28