Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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Ich interessiere mich überhaupt kein Stück

für Mode oder modische Bekleidung und Accessoires. Das ist für jemand, der hauptsächlich in Italien lebt, natürlich ungewöhnlich. Dolce & Gabbana ist eine Edelmarke und mir selbstverständlich dennoch als solche ein Begriff.
Einige Sachen gefallen mir nicht so gut, aber ich weiß, dass Dolce & Gabbana üblicherweise ein renommiertes Team mit kreativen Ideen sind.
Neulich haben Dolce & Gabbana - es handelt sich um zwei Männer, falls das nicht bekannt ist - ein Bekenntnis für die traditionelle Ehe und Familie in Form von Mutter, Vater, Kind abgelegt sowie das System der Leihmutterschaft kritisiert.

Natürlich tobt der Pöbel und ruft zum Boykott auf (früher hat man Firmen boykottiert, weil sie Tiere quälten, die Umwelt verschmutzten oder Menschen ausbeuteten, aber das war halt früher).

Die Reaktionen der beiden darauf:
>>Following the uproar, Mr Gabbana said: “We firmly believe in democracy and the fundamental principle of freedom of expression that upholds it.”

Mr Dolce said: “I’m Sicilian and I grew up in a traditional family, made up of a mother, a father and children. I am very well aware of the fact that there are other types of families and they are as legitimate as the one I’ve known.

“But in my personal experience, family had a different configuration. That is the place where I learnt the values of love and family.”<<

Ich werde mir also demnächst eine Brille von Dolce & Gabbana leisten.

Zum Hintergrundartikel mit allen relevanten Informationen dazu geht es hier.
mom (Gast) - 16. Mär, 13:55

Boykott

Bei den Preisen on D&G werden sich die meisten die Sachen gar nicht leisten können, die sie boykottieren wollen.

Francisco (Gast) - 16. Mär, 14:53

Eben. Das ist eine Jet Set-Marke. Dort denkt man in ethischen Fragen eh nicht revolutionär. Viel Lärm um nichts also.
ElsaLaska - 16. Mär, 16:25

@all

Elton John, Ricky Martin und Martina Navratilova machen schon mit - da werden genug "Promis" auch mitziehen. Da ich bereits klar gemacht hatte, dass der Boykott nicht "ethisch" motiviert ist mit meinem Hinweis in Klammern, dürfte es wohl logisch sein, dass es um was anderes geht.
Modelmuffel (Gast) - 16. Mär, 16:55

die zwei sind wahrscheinlich stock-schwul.


clamormeus - 16. Mär, 17:06

Möglich. Aber warum soll das im Widerspruch zu ihren Ansichten stehen?
Modischer (Gast) - 16. Mär, 17:16

Stimmt. Man kann stockschwul sein und gleichwohl die raditionellen Werte hochhalten. Ist ja bei vielen Klerikern auch so.
clamormeus - 16. Mär, 20:05

Warum sollte man als Schwuler nicht wissen, daß zwei plus zwei vier ergibt? Verstehe nicht, auf was Sie rauswollen mit den Klerikern in dem Kontext.
Imrahil (Gast) - 16. Mär, 20:06

Lieber ein keuscher oder auch ein unkeuscher Schwuler als einer, der die traditionellen Werte nicht hochhält.

Ja auch letzteres. Häresie ist (i.a.) schlimmer als Sünde.
mom (Gast) - 16. Mär, 21:55

Sie waren...

...wohl mal zusammen.
ElsaLaska - 16. Mär, 23:34

Mom oder auch Modischer

Sie landen hier nicht an. Merken Sie was?
Confessor fidei (Gast) - 17. Mär, 09:58

@ Imrahil:

Wow, eine "wiederverheiratet Geschiedene" ist weniger schlimm als Erzbischof Zöllitsch, der vor der Fernsehkamera den Sühntod leugnete. Das ist mal eine kernige katholische Ansage, gefällt mir!

Was mir nicht gefällt: die "wiederverheiratete Geschiedene", die trotz ihrer persönlichen Sünde glaubensmäßig keiner Häresie anhängt, wird exkommunziert. Der Häretiker Zöllitsch nicht. Das stört mein katholisches Gerechtigkeitsempfinden. Es sieht aus nach: Die Kleinen (Sünder) hängt man, die Großen (Häretiker) läßt man laufen.
Safina (Gast) - 17. Mär, 16:44

Mein Gerechtigkeitsempfinden stört auch, dass Geschiedene, die irgendwann wieder mal einen neuen Partner finden immer pauschal als "Ehebrecher" über einen Kamm geschoren werden, obwohl es viele eindeutige Fälle gibt, wo ein Geschiedener keinerlei Schuld an der Scheidung getragen hat, vielleicht sogar ein Opfer des ehemaligen Ehepartners war.
ElsaLaska - 17. Mär, 17:30

@Safina

In dem Fall, in dem ein Partner eindeutig zum "Opfer" geworden ist, greifen wir den heraus. Also Missbrauch, körperliche Gewalt usw. hatte der Täterpartner wohl nicht wirklich begriffen, worum es beim Ehesakrament ging, dass er damals - oder sie, auch Frauen können zu Tätern werden - gespendet hatte.

Das braucht Sie in diesem konkreten Fall also nicht weiter stören, weil eine solche Ehe sowieso ungültig geschlossen worden ist und man in Rom um ein diesbezügliches Annullierungs-Verfahren bitten kann. Ganz einfach.

Aber wir hatten diese Diskussion schon dreimilliardenmal und wenn man halt lieber in der Opferrolle verharrt, nur um die "Unbarmherzigkeit" der Kirche anzuprangern, die das Ehesakrament ja schließlich gar nicht gespendet hat, sondern die Ehepartner einander SELBER (und in manchen Fällen eben wohl nicht im Vollbesitz des Bewusstseins, was sie da eigentlich tun) ....

Daneben sehe ich jetzt den Zusammenhang zu den Aussagen von Dolce&Gabbana irgendwie nicht, oder hatte ich was überlesen und die beiden haben sich auch zu Ehebruch geäußert?
Safina (Gast) - 17. Mär, 19:26

Ich kenne selbst solche Fälle in meinem Bekanntenkreis. Eine Frau wurde jahrelang von ihrem Ehemann geschlagen, hat es aber ausgehalten in der Hoffnung er würde sich wieder ändern und die Ehe wäre so noch zu retten. Bis er sie so verdroschen hat, dass sie ins Krankenhaus musste. Danach ist sie nicht mehr zu ihm zurückgekehrt und die Ehe wurde geschieden.

Annulierung wird wohl nicht greifen, da zum Zeitpunkt der Eheschliessung kein Ehehindernis vorlag.

Sie lebt zwar schon seit ein paar Jahren allein, aber ich wünsche ihr, dass sie bald wieder einen guten Partner an ihrer Seite findet.

Wenn die Kirche sie dann als Ehebrecherin sieht, weil sie nach ihrem Ehe-Martyrium irgendwann einen neuen Mann findet, wäre das meiner Meinung nach einfach nur Schwachsinn.

Ja hat nichts mit D&G zu tun, bin nur auf das eingegangen, was Confessor Fidei geschrieben hat.
ElsaLaska - 17. Mär, 19:56

@Safina

Ich rate der Bekannten zu einem seelsorgerischen Gespräch vor Ort. In aller Offenheit, aber am Besten unter dem Siegel des Beichtgeheimnisses - solange sie nicht wiederverheiratet ist, kann sie jederzeit beichten und die Sakramente empfangen. Ein guter Seelsorger wird dann auch schauen und bereits raten können, ob ein Ehehindernis vorlag oder nicht, ob die Ehe überhaupt gültig geschlossen worden ist oder nicht - die letzte Entscheidung liegt halt bei der Rota - und ob man bei der Rota den Fall vortragen könnte.
Ansonsten kann man jederzeit am Gottesdienst teilnehmen und geistlich kommunizieren ohne vorzugehen, das macht jeder auch dann, wenn er sich nicht imstande fühlt, die Kommunion zu empfangen ohne vorher gebeichtet zu haben.
Alles Gute für Ihre Bekannte!
Mom (Gast) - 17. Mär, 20:54

Ich verstehe den Kommentar nicht

Nein, Elsa, ich verstehe den Kommentar nicht und ich merke gar nichts.

D&G waren wohl mal zusammen, die Frage kam auf, und ich habe sie nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet.

Den Boykott finde ich lächerlich - eine Marke wie D&G juckt das nicht. Eher ein Armutszeichen für die Damen & Herren Boykotteure - was D&G sagen, ist von der Meinungsfreiheit gedeckt, dagegen Massen zu mobilisieren ist doch ein Zeichen von Schwäche und Aufgeregtheit. Welches Gewicht haben denn D&G, wenn Parlamente Entscheidungen für oder gegen Adoption durch homosexuelle Paare diskutieren? Ich bin mir sicher, dass 95% der Leute, die jetzt aufgeregt schwören, nie, nie, nie wieder ein D&G-Kleid um 6000 Euro zu kaufen, sich bis jetzt mit der Frage nicht ernsthaft auseinander gesetzt haben. Die springen einfach auf den medialen Wagen auf. Ist doch witzlos, das Ganze.
ElsaLaska - 17. Mär, 21:08

@Mom

Okay, Sie haben sich ja jetzt auch etwas differenzierter ausgedrückt, so dass ich verstehen konnte, was Ihre Sichtweise ist.
Im Prinzip sind wir uns also eigentlich einig. :-)
Sie schreiben "von der Meinungsfreiheit gedeckt" - aber genau das ist doch das Problem, dass heutzutage wegen solcher Aussagen ein shitstorm entfesselt wird plus Boykott.
str - 20. Mär, 20:20

"Sie schreiben "von der Meinungsfreiheit gedeckt" - aber genau das ist doch das Problem, dass heutzutage wegen solcher Aussagen ein shitstorm entfesselt wird plus Boykott."

Das ist sicherlich ein Problem und zeigt, dass es mit der heute so hochgehaltenen Toleranz nicht so weit her ist, wenn man mit wirklich abweichenden Lebensweisen - anscheinend ist die traditionelle Familie das schon - und Meinungen konfrontiert wird - schlimmste "Häresie" scheint es ja zu sein, eine feste Überzeugung zu haben. Benedikt XVI. hatte mit seiner Warnung vor der "Diktatur des Relativismus" ganz recht.

Wobei man andererseits sagen muss, dass Boykott - als extreme Form der Kritik - und die Tatsache, dass eine Aussage von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, kein Widerspruch ist. Jeder hat das Recht, zu boykottieren, was er denn boykottieren will. So ziemlich fast alle Meinungen sind von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Aber vielleicht wäre es besser zum Ursprung des Boykotts zurückzugehen. Lord Boycott wurde von den katholischen Iren nicht "boykottiert", weil er bekennenden Katholiken für schlechte Menschen hielt, sondern weil er ihnen auf seinen Gütern keine Arbeit gab.
str - 20. Mär, 20:38

Safina,

>>Mein Gerechtigkeitsempfinden stört auch, dass Geschiedene, die irgendwann wieder mal einen neuen Partner finden immer pauschal als "Ehebrecher" über einen Kamm geschoren werden, obwohl es viele eindeutige Fälle gibt, wo ein Geschiedener keinerlei Schuld an der Scheidung getragen hat, vielleicht sogar ein Opfer des ehemaligen Ehepartners war.<<

Sie sind sicher nicht - trotz Unauflöslichkeit der ersten Ehe nicht Ehebrecher im eigentlichen Sinne, eher schon Bigamisten.

Man sollte auch nicht übersehen, was da in der Bibel (Mt 5,31-32) eigentlich steht:

"Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch* aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch*."

(*Die EÜ übersetzt hier porneia mit Ehebruch - Unzucht bzw. Hurerei sind jedoch passendere Übersetzungen.)

Wichtig ist erstmal zu wissen, dass das ganze im Rahmen der sog. Antithesen steht. Jesus stellt hier der normalen Gesetzesgerechtigkeit (sozusagen der Minimalanforderung) eine darüber hinausgehende Gerechtigkeit gegenüber. Man sollte auch hier aus dem Evangelium kein Gesetz machen. Die Forderung ist an den Christen, dass was er rein gesetzlich tun könnte, zu lassen.

Dann steht da nicht, dass es Scheidung nicht gibt oder nicht geben kann, sondern -- sondern es werden die Folgen einer solchen Scheidung angegeben: wer seine Frau verstößt, der liefert sie der Unzucht aus. Mag also sein, dass der/die Verstoßene dann in ungeordnete Verhältnisse kommt, aber der Urheber ist der/die Verstoßende.

Elsa,

>>In dem Fall, in dem ein Partner eindeutig zum "Opfer" geworden ist, greifen wir den heraus. Also Missbrauch, körperliche Gewalt usw. hatte der Täterpartner wohl nicht wirklich begriffen, worum es beim Ehesakrament ging, dass er damals - oder sie, auch Frauen können zu Tätern werden - gespendet hatte.

Das braucht Sie in diesem konkreten Fall also nicht weiter stören, weil eine solche Ehe sowieso ungültig geschlossen worden ist und man in Rom um ein diesbezügliches Annullierungs-Verfahren bitten kann. Ganz einfach.<<

Da machst Du es Dir meiner Meinung nach zu einfach. Das Annulierungsverfahren darf kein katholischer Scheidungsersatz sein und ich kann die geschilderte Logik "Bei Missbrauch etc. war die Ehe sowieso ungültig" in dieser Zwangsläufigkeit nicht nachvollziehen." Das mag ja so sein, aber Missbrauch etc. ist weder ein notwendiger noch ein hinreichender Grund für eine Ungültigkeitserklärung.

Aber sicher ist jemand, der den Ehepartner genanntes antut, derjenige, der sie/ihn entlässt im Sinne des Herrenwortes.
GertieSasso - 17. Mär, 13:56

Da wird es demnächst eine kleine D&G-Sonnenbrillen-Parade geben. ;-)
http://misterspex.de/sonnenbrillen/dolcegabbana-dg-4171p-50213_f6499716.html

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