Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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Das Bild zum Tage

kommt via Twitter und zeigt, nein, nicht die Oper in Sydney in Tricolore, oder die Pyramiden oder den Eiffelturm in Frankreichs Farben, sondern es zeigt Tarnfleck.
Genauer, eine Frau, eine kurdische Soldatin, die nach der kürzlichen Offensive gegen den Islamischen Staat im Nordirak in der kurdisch-jezidischen Stadt Shingal, die erfolgreich befreit werden konnte, ein IS-Plakat mit IS-Kleidungsvorschriften für Frauen zertrümmert.

Es handle sich vielmehr um eine Aufnahme aus der syrischen Stadt Al-Hawl. Nicht um ein aktuelles Foto aus Nordirak.
Ich korrigiere das hiermit.

Kurdin

Freiheit, Solidarität und Kampf für Menschlichkeit ist in diesen Tagen eben nicht nur eine Sache des Zeigens von drei Farben.
Fidelis (Gast) - 16. Nov, 23:32

Wir liefern solchen Frauen deutsche Waffen, damit sie den IS bekämpfen und nehmen gleichzeitig hundertausende junge, kräftige, wehrfähige Männer aus Syrien und Irak auf. Irgendwie widersprüchlich.

ElsaLaska - 17. Nov, 00:39

@fidelis

Mich ärgert vielmehr, dass offenbar nicht genug Munition geliefert wurde, damit sie nicht Hand anlegen musste, sondern den ekligen IS-Scheissdreck einfach lässig aus der Hüfte in Konfetti hätte zerschießen können. :-)
Jonas (Gast) - 17. Nov, 09:32

Und noch mehr ärgert mich, dass wir jahrzehntelang bis ins Mark korrupten, ja verbrecherischen Regimen wie z.B. Saudi Arabien, dem selbsternannten "Hüter der Heiligen Stätten", gemeinsam mit "unseren westlichen Verbündeten" Waffen noch und nöcher geliefert haben, mit denen diese Großverbrecher den IS erst groß gemacht haben.

Merke: Wer Waffen (an die falschen Leute) liefert, wird nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Terror ernten. Bitter, aber wahr.
Theodred (Gast) - 17. Nov, 12:30

Waffe und Munition

@elsalaska:
Bei der Waffe der Dame handelt es sich um eine Ak-Variante (sieht nach einer AKM aus). Eine Ostblockwaffe wahrscheinlich im Kaliber 7,62 × 39 mm - was wir nicht nutzen oder herstellen und daher auch nicht liefern können.
Das im Detail, könnte sie evtl ein G36 in Reichweite haben, welches wir mit Munition beliefern könnten - aber das ist Spekulation. Angesichts der ausgeweiteten Front und der sehr begrenzten Waffenlieferungen des Westens an die Kurden ist es nicht zu wahrscheinlich.

Davon unabhängig- im Krieg vergeuden kluge Menschen keine Munition für etwas, das sie mit der Hand in viel befriedigenderer Weise mit der Hand erledigen können. Sich an dem Dreck auszutoben kann sehr befreiend wirken. Zudem wissen wir nicht, was außerhalb des Bildes ist. Einfach auf ein Plakat zu schießen bedeutet auch Munition in die Landschaft zu schicken. Mir wäre das Risiko zu groß, etwas oder jemanden zu treffen, den ich nicht treffen wollte.

@Jonas:
Der IS hat zu Anfang vor allem Ostblockwaffen und Altbestände Saddams benutzt und sich anschließend vor allem mit Material der irakischen Armee ausgerüstet. Andere westliche Waffen tauchten vor allem dann auf, wenn die sog. Rebellen mal wieder neu ausgestattet wurden und kurz darauf der IS genau mit diesen Waffen posierte. Ob sie die Waffenlager "eingenommen" oder "überlassen" bekamen ist momentan nicht so offiziell klar. Offiziell.

Kurzum: was den IS an die Macht und seinen Terror so umfassend machte, waren nicht Waffenlieferungen des Westens (oder des Ostens).
Theodred (Gast) - 17. Nov, 12:15

Großartiges Bild

Made my day. So wird für Frauenrecht gegen echte Diskriminierung gekämpft.

Taras Sirko - 17. Nov, 13:01

Die Aufnahme entstand nicht in der irakischen Stadt Shingal, sondern in der syrischen Stadt Al-Hawl. Die Kämpferin gehört dem Frauenkampfverband YPJ der syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG an. Das Logo der YPJ befindet sich rechts oben auf der Fotografie ;-)

Hintergrund: https://en.wikipedia.org/wiki/Al-Hawl_offensive

ElsaLaska - 17. Nov, 13:30

@Taras

Dankeschön.
Ein kurdischer FB-Freund hatte mir gesagt, es handle sich um Shingal.
Arabisch kann ich auch nicht. Bildsuche bei Google hätte ich machen können.
Aber wenn alle sagen, es sei Shingal....
Na gut.
Taras Sirko - 17. Nov, 13:36

@Elsa

Man kann es nur an den Logos ausmachen, und um diese zu googlen, müsste man wiederum die ganzen beteiligten Gruppen dort kennen. Mir fielen nur der rote Stern auf dem grünen Untergrund und die Buchstaben YPJ auf, sonst hätte ich das auch nicht gemerkt.

Trotzdem ein schönes Foto ;-)
ElsaLaska - 17. Nov, 13:46

@Taras

Du hast da einfach den militärischen Blick dafür und weißt dann auch eher Bescheid als ich oder andere.
Gut gemacht.
Wie du sagst, an dem Foto können wir uns ja trotzdem erfreuen :-)
Taras Sirko - 17. Nov, 16:24

@Elsa

Ehrlich, es ist mir nur an dem Logo aufgefallen. Und am Tarnmuster. Das sieht man bei den YPJ-Mädels sehr häufig. Da war noch irgendwo die Erinnerung an die Kämpfe um Kobani abgespeichert.

Immerhin war die Offensive von al-Hawl mit dem Angriff der irakischen Kurden auf Shingal verbunden. Beide Orte liegen an der Verbindungsstraße zwischen den IS-Hochburgen Al-Raqqa und Mossul. Die direkte Verbindung ist nun dank der kurdischen Kämpferinnen und Kämpfer gekappt. Wenn dies so bleibt, handelt es sich um einen recht bedeutenden taktischen Erfolg.

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Ich bin einfach hingerissen,
da ist so viel in diesem Monolog, von dem man oberflächlich...
ElsaLaska - 20. Aug, 19:55
Houellebecq ist ein sehr...
Wobei man jetzt keine Kristallkugel brauchte. Mir imponiert,...
Elsa (Gast) - 12. Aug, 17:50
Hui, das war aber ein...
Hui, das war aber ein wilder Ritt durchs Stadtbild...
NeonWilderness - 11. Aug, 23:45
Privet, fbtde!
Schön, von dir zu hören. Offenbar lebst du also auch...
ElsaLaska - 2. Aug, 10:27
Oha
Du lebst auch noch. Gut zu wissen!
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