Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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ufficio

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Breviarium Romanum für Dummies.

Hier liegt jetzt also ein schniekes zweibändiges Breviarium Romanum mit Goldschnitt.
Leider reicht mein Latein nicht für die Gebrauchsanleitung. :-)

Bislang konnte ich ja alles auf Divinum Officium ganz praktisch vom System einstellen lassen auf dieser Seite. Und selbst das mussten mir noch liebe Leser erst ausführlich per Mail erklären.

Jetzt muss ich wohl irgendwie mit Bändchen arbeiten. Nur wie?

Was muss ich denn jetzt genau machen?

Könnte mir das jemand am Beispiel von heute Schritt für Schritt erklären: S. Joachim Confessoris, Patris B. Mariae Virginis ~ II. classis, Tempora: Feria secunda in Hebdomadam XII post Octavam Pentecostem III. Augusti

Und wieso haben wir heute feria secunda? Müsste Montag denn nicht feria prima heißen? *ächzt*

Update: Hier noch ein Eintrag von fortes-fide dazu - Nutzt doch bitte auch die Möglichkeit des Trackbacks, dann muss ich das nicht immer händisch einfügen :-)
Zagorka (Gast) - 16. Aug, 15:44

Das Erlebnis mit dem eigenen Breviarium steht bei mir noch aus, und daher bin ich ganz gespannt auf die Anleitungen...

Aber feria prima müsste doch der Sonntag sein - als erster Tag der Woche. Vielleicht wird es selten benutzt, und man sagt halt domenica...

Tiberius (Gast) - 16. Aug, 15:44

Samstag ist der siebte Tag. Sonntag ist der erste Tag und der Tag der Auferstehung. Deshalb ist Montag feria secunda.

ElsaLaska - 16. Aug, 20:13

Richtig. Das hätte ich auch ohne Kleines Latinum durchaus schnallen können :-( Danke fürs auf den Sprung helfen!
Gregor (Gast) - 16. Aug, 19:09

Sehr gerne!

Ich erkläre einfach mal, wie ich's mache, und mit der Zeit wirst du dann schon sehen, wie's für dich am besten ist.

Allerdings hast du dir mit heute einen etwas komplexeren Tag ausgesucht, aber wir kriegen das schon hin ;-) Ich erläutere erstmal für heute, und dann gebe ich noch ein paar allgemeine Hinweise.

Heute haben wir ein Fest II. Klasse und deshalb ein officium semifestivum. Wie das geordnet wird steht in Nr. 168 der Generalrubriken (S. 26* des Breviers).

Zunächst brauchen wir das Proprium des hl. Joachim, und deshalb lege ich zum Anfang das hintere blaue Band, das bei mir immer beim laufenden Proprium Sanctorum liegt, auf S. 810. Das Proprium des hl. Joachim verweist nun für die dort nicht besonders angegebenen Teile auf das Commune Confessoris non Pontificis, weshalb das hintere grüne Band, das mir immer beim jeweiligen Commune Sanctorum liegt, auf S. [92] kommt. Nun kommt eine Besonderheit dieses Tages, die es etwas komplexer macht: das Commune Confessoris non Pontificis verweist verweist für die dort nicht besonders angegebenen Teile (z.B. Psalmem der Matutin samt Antiphonen) auf das Commune Confessoris non Pontificis, weshalb man heute ein zweites Band (deiner Wahl; bei mir sind alle Bänder anderweit vergeben - dazu noch später -, deshalb nehme ich dafür ein Heiligenbildchen) auf S. [68] braucht.

Das reicht schon mal für Matutin und Laudes. Fortsetzung folgt im nächsten Beitrag.

Gregor (Gast) - 16. Aug, 21:22

argh

Jetzt wollte ich extra durch Fettung den Unterschied hervorheben, und hab beim zweiten mal vergessen, das "non" wegzunehmen. D'oh! Korrekt heißt es natürlich:

das Commune Confessoris non Pontificis verweist verweist für die dort nicht besonders angegebenen Teile auf das Commune Confessoris Pontificis.

Von meinen sonstigen zahlreichen Buchstabendrehern etc. mal ganz zu schweigen...
Gregor (Gast) - 16. Aug, 19:17

Fortsetzung (Teil II)

Nun zur Prim: Die ist beim officium semifestivum, wie auch bei allen anderen Offizien außer dem festivum, vom Wochentag. Dafür brauchst du nun das Bändchen, das du am häufigsten benutzen wirst, nämlich das für das Psalterium, den Wochenpsalter. Bei mir ist das das hintere rote Band. Für die Prim des Montags kommt das auf S. 437.

Mit den bsiherigen drei Bändchen kommst du heute dann schon durch bis einschließlich Vesper. Die Komplet des officium semifestivum ist, wie beim festivum, die vom Sonntag. Da die deshalb relativ oft drankommt, habe ich ein weiteres Bändchen dauerhaft bei der Sonntagskomplet. Ich nehme dazu das vordere grüne, und lege es auf S. 419 (bzw., da man die jeden Tag gleichen Teile irgendwann auswenidg kann, auf S. 420, aber das gehört zu den Sachen, die du dann schon siehst).

Die beiden anderen Bändchen brauche ich heute nicht; wo die hinkommen, erkläre ich im nächsten Beitrag.

Gregor (Gast) - 16. Aug, 19:37

Fortsetzung (Teil III)

Was passiert also mit den anderen Bändchen? Die sind - bei mir - für das Proprium de tempore, also von der Zeit im Kirchenjahr, und da wir heute ein hochrangiges Heiligenfest haben, hat das jenes verdrängt. Übermorgen aber z.B. bringt uns das Sanctorale nur eine Kommemoration (na gut, bei mir in Berlin nun gerade wieder nicht, weil wir da das Fest des hl. Rochus feiern, aber das wollen wir jetzt mal zu Erklärungszwecken weglassen). Bei einer Kommemoration (kann ich gerne auch noch mal irgendwann genauer erklären) wird nur in den Laudes eine zusätzliche Oration eingeschaltet, ansonsten ist alles vom Wochentag (officium feriale; wie es die Direktorien so schön knapp ausdrücken: "de ea"), und deshalb nehme ich den Mittwoch mal als Beispiel, um den Gebrauch der anderen beiden Bänder darzustellen. Zunächst die schon bekannten Bänder für Mittwoch: Das hintere blaue (Proprium Sanctorum) kommt auf den hl. Agapitus, S. 815. Das hintere grüne (Commune Sanctorum) brauchen wir gar nicht, ebensowenig das vordere grüne (Sonntagskomplet, da die am Mittwoch nicht dran ist). Das hintere rote Band (Psalterium) ist vorgewnadert auf die Maututin vom Mittwoch, S. 482. Und jetzt kommen die beiden anderen Bänder für das Proprium de tempore: Zunächst brauchen wir die Lesungen für die Matutin, und die kommen aus der laufenden Serie des Monats. Deshlab lege ich das vordere blaue Band auf die Lesungen vom Mittwoch der dritten Augustwoche, S. 191. Die Tagesoration hingegen steht nicht bei den Lesungen (das beginnt ab August auseinanderzufallen, vorher ist es einfacher und man braucht für das Proprium de tempore nur ein Band, bei mir das schon genannte vordere blaue), sondern ist - wenn es keine besondere gibt, wird immer die des vorangegangenen Sonntags wiederholt - die vom XII. Sonntag nach Pfingsten, und deshalb kommt das letzte Band, das vordere rote, auf S. 350, wo sich diese Oration (in der rechten Spalte) findet.

Soweit zu den Bändern. Ich hoffe das war einigermaßen hilfreich und nicht zu kompliziert dargestellt; für Nachfragen oder weitere/andere Fragen hierzu stehe ich gern zur Verfügung :)

ElsaLaska - 16. Aug, 20:15

Du bist ein Schatz, Gregor!
Ich muss das jetzt mal in Ruhe nachexerzieren und dann melde ich mich wieder, wenn ich Fragen habe. Ganz herzlichen Dank erstmal!

johannes (Gast) - 16. Aug, 20:59

Super Gregor!

wie wäre es mit einem kleinen Bändchen bei Wiley-VCH?

Gregor (Gast) - 17. Aug, 10:26

Danke, danke, aber ich fürchte, da wäre die Nachfrage wohl doch nicht ausreichend. Außerdem könnte ich dann nicht so dahinplaudern, sondern müßte das womöglich noch systematisch anlegen ;)
Volmar (Gast) - 17. Aug, 16:27

Was, bitte,ist Wiley-VCH?
Ulrich (Gast) - 17. Aug, 22:49

Google sagt,

es handle sich um eine Art wissenschaftlichen Verlag. Liege ich da richtig?
Volmar (Gast) - 18. Aug, 10:28

>>... bündelt Verlagsaktivitäten in verschiedenen Geschäftsfeldern der Natur- und der Ingenieurwissenschaften ... << Häh?
Volmar (Gast) - 18. Aug, 10:43

Jetzt hab' ich's kapiert

Ist Verleger von >>Katholizismus für Dummies<< etc.
Dorothea (Gast) - 16. Aug, 21:07

Tapfer Elsa

Mich macht diese ganze Bändchenwirtschaft immer ganz kirre, selbst wenn ichs erklärt bekomme was Gregor wirklich gut gemacht hat.

Gabriele (Gast) - 16. Aug, 22:19

und dann beschweren sich manche, dass man das kleine Stundenbuch nicht durchlesen kann...
Gabriele

thysus - 17. Aug, 14:52

Man sieht ein wenig, wieso eine Reform des Breviergebets angestrebt wurde (über deren Gelingen oder Misslingen hier nicht diskutiert werden muss)!
Ich würde jedenfalls vorschlagen, mit den relativ einfachen Grundbausteinen anzufangen: Der Sonntag und die Hochfeste nach dem Kalender, die Werktage vorerst ohne die Heiligenfeste und Gedächtnisse - vielleicht gar zuerst nur die Haupthoren. Wenn dann dieser Rhythmus einverleibt ist, nach und nach die Heiligenfeste einbauen. Solcherart hat sich ja auch das Brevier selbst entwickelt!
Viel Freude - auch an der schönen Ausgabe!

Gregor (Gast) - 17. Aug, 15:03

"Man sieht ein wenig, wieso eine Reform des Breviergebets angestrebt wurde"

Woran? Ich sehe das gar nicht.

Was den Vorschlag angeht, bleibt das natürlich Elsa überlassen - wobei sie ja, wenn ich sie richtig verstanden habe, sich durchaus schon ein bißchen auskennt und nicht völlig von vorn anfängt -, aber davon, die Heiligen wegzulassen, halte ich nun gar nichts, das ist ja der ganze Spaß!

Elsa, wenn du an Vorschlägen interessiert bist für eine Einsteiger-"light"-Version, sag Bescheid, dann mach ich auch einen.
ElsaLaska - 17. Aug, 16:19

Auja, Gregor!

Ich beginne langsam wenigstens den Hauch einer Ahnung zu haben ....

Bitte auch noch die Light-Version, vielleicht haben da auch andere dran Interesse. Man kriegt es ja nirgends richtig praktisch erklärt.

Volmar (Gast) - 17. Aug, 16:32

Hast du dich schon festgelegt auf 1962, oder darf es auch auf deutsch sein?
ElsaLaska - 17. Aug, 16:36

Festgelegt. Und Latein schult das logische Denkvermögen. Das kann bei mir nie schaden ...
Gregor (Gast) - 17. Aug, 16:53

Das hängt natürlich von vielem ab, und viele werden auch dauerhaft nicht das ganze Brevier beten wollen (ein bißchen ist das natürlich auch eine Zeit Frage, wobei, Hand aufs Herz, wenn man sich überlegt, wofür man sonst dann doch noch so Zeit aufbringt, ... ;) ).

Die absolute Minimalversion, sozusagen extra-light, oder XXS, wäre, mit Prim und Komplet zu beginnen. Die haben den großen Vorteil, daß sie bis auf die Psalmen und die Kurzlesung der Prim unveränderlich sind. Die Psalmen entsprechen jeweils dem Wochentag bzw. dem Sonntag, da kommt man also mit einem Bändchen aus. So könnte man sich erstmal herantasten. Der große Nachteil ist natürlich, daß man den eigentlichen Vorzug des Breviers, nämlich das Kirchenjahr mitzubeten, damit verliert.

Deshalb würde ich für die etwas Unternehmungslustigeren gleich zu Beginn vorschlagen, entweder zusätzlich oder statt der Komplet die Vesper zu beten, die mit dem Mignificat auch der liturgische Höhepunkt des Tages (außer der Messe natürlich) ist.

Wenn man das dann verinnerlicht hat, ist es ein Kinderspiel, noch die Laudes hinzuzunehmen, die der Vesper genau parallel sind. Und dann wahlweise, eine, mehrere oder alle der kleinen Horen, die im Prinzip so wie die erste Hälfte der Prim sind, nur daß sie sich auch nach dem Tagesoffizium richten.

Ein größerer Schritt ist es dann noch einmal zur Matutin, da diese die meisten rubrizistischen Besonderheiten aufweist, und mit den längeren Lesungen bei nicht so ganz sattelfestem Latein vielleicht auch nicht so ganz einfach ist. Andererseits stecken hier m.E. auch die schönsten Leckerbissen für den Breviergenießer ;)

Soweit mein Vorschlag hierzu.

Wie gesagt: wenn du sonst noch Fragen irgendwelcher Art zum Brevier hast, immer gerne.
Gregor (Gast) - 17. Aug, 16:55

Ergänzung:

Davon, innerhalb einzelner Horen etwas wegzulassen, halte ich, wie schon angedeutet, nicht viel, denn dann betet man doch wieder irgendein Privatgebet, aber nicht - und das ist ja das Große am Brevier - das öffentliche, liturgische Gebet der Kirche. Wenn weglassen, dann also m.E. Horen.

Konntest du denn das, was ich zu den Bändern geschrieben habe, schon ein bißchen nachvollziehen?
ElsaLaska - 17. Aug, 20:29

Das Prinzip des hinteren roten Bändchens

habe ich bereits voll erfasst, an den anderen arbeite ich noch!

ElsaLaska - 18. Aug, 12:00

Oh wie schön!

Wieso habe ich mich nicht schon längst mal intensiver mit dem Brevier beschäftigt!

Heute steht bei Mittwoch unter Laudes II der Gesang der Hanna! Und unter Laudes I der Gesang der Judith!

(@Gregor: Warum gibt es Laudes I und II ? Bzw. steht es dann frei zur Auswahl, welche Variante man betet? Oder gibt es dafür auch eine Regel?)

ElsaLaska - 18. Aug, 12:09

Ach, Moment, da steht es ja in Rot:
Laudes I: In feriis, extra vigilias et Quatuor Tempora occurentibus, atque in festis.

Was bedeutet jetzt Quatuor Tempora nochmal?

Gregor (Gast) - 18. Aug, 12:22

Quatuor Tempora = Quatember

Die Serie II der Laudes-Psalmen wird generell an Bußtagen genommen (vor allem Advent und Fastenzeit) und enthält konsequent an jedem Tag den Bußpsalm Miserere. Die nächsten Quatember sind in der 3. Septemberwoche, Vigilien sind bis dahin auch nicht, solange kannst du die Psalmen II also erstmal vergessen ;)

Wichtig wäre (so noch nicht eh schon geschehen), sich von den Horen, die man betn will, das Schema einzuprägen; wo dann was steht, findet man dann relativ einfach und kann zur Not auch immer noch mal in den Generalrubriken Nr. 165 ff. (S. 25* ff.) nachgucken. Soll ich dazu nochmal (in aller Kürze) ein bißchen was sagen?
ElsaLaska - 18. Aug, 12:55

Ach, und ich grüble die ganze Zeit darüber, was "Vierte Zeit" bedeuten solle :-) Klar, Quatember, hab verstanden!

Ja, gerne, Gregor, natürlich auch in aller Länge, hier ist viel Platz. Vielleicht können wir dem einen oder anderen Lust und Mut machen, sich daran zu versuchen. Ich bin total froh, dass ich es endlich angegangen bin und freue mich sehr, dass ich so viel Unterstützung dazu bekomme!
Gregor (Gast) - 18. Aug, 17:09

Schemata für die Horen I

Gut, also mal schauen. Es ist ein bißchen schwierig, weil ich nicht weiß, was dir eh schon klar ist. Außerdem habe ich nicht die Zeit (und das ist ja auch nicht der Ort) hier einen kompletten Abriß zu verfassen. Aber ich will versuchen, trotzdem etwas hoffentlich Sinnvolles zusammenzubringen.

Jede Hore (Ausnahme - du wußtest, daß die kommt ;) - sogleich) beginnt mit "Deus in adjutorium meum intende. Domine ad adjuvandum me festina", wozu man das Kreuzzeichen macht, und dann ein Gloria Patri. Nur bei Matutin und Komplet geht dem noch etwas voraus, aber ich wollte ja erstmal so eine Grobübersicht geben. Dann kommt bei den beiden Kardinalhoren Laudes und Vesper direkt die Psalmodie, jeweils fünf Psalmen, als deren Abschluß stets ein Gloria Patri gebetet wird, (bei den Laudes wird anstelle des vierten Psalm ein Canticum gebetet), in der Regel mit je einer Antiphon vor und nach jedem Psalm. Es folgt - wir gehen jetzt erstmal die absolut parallel aufgebauten Kardinalhoren durch - das Kapitel (das ist eine kurze Lesung, die aber im Gegensatz zur lectio brevis nicht mit einer Segnung eingeleitet wird und keinen besonderen Abschluß hat), auf das man mit "Deo gratias." antwortet (das steht nicht jeweils nochmal da, das muß man im Kopf haben). Darauf kommt der Hymnus, dann das Versikel (ein "Verslein" nach dem Schema V./R.), und dann der Höhepunkt, das Benedictus (Laudes) bzw. Magnificat (Vesper) mit seiner Antiphon (davor und danach); im feierlichen Offizium wird an dieser Stelle der Altar beräuchert. Und dann kommt auch schon die Oration, der - wie immer in allen Horen - der Vers "Domine exaudi orationem meam. / Et clamor meus ad te veniat." (betet man zu mehreren und steht ein Priester der Feier vor, betet man stattdessen "Dominus vobiscum. / Et cum spiritu tuo.") sowie ein "Oremus." vorausgeschickt wird. Die Oration wird stets - in allen Horen - mit der langen Endung abgeschlossen, für die es fünf verschiedene Versionen gibt, je nachdem an welche Göttliche Person sich die Oration richtet und ob eine andere in ihr erwähnt wird. Welche zu verwenden ist, wird jeweils bei der Oration angegeben, aber nur in Kurform; solange man die Endungen noch nicht auswendig kann, kann man sie in Nr. 115 der Generalrubriken (S. 19*) finden. Und dann kommen noch drei Verse, zunächst noch einmal "Domine exaudi orationem meam. / Et clamor meus ad te veniat.", dann "Benedicamus Domino. / Deo gratias", und zum Schluß (nie die armen Seelen vergessen!) "Fidelium animæ per misercordiam Dei requiescant in pace. / Amen.". Und das war's (in der Regel ;) Zusätzliches gilt - hier wie auch sonst - an bestimmten Bußtagen, aber dat kriegen mer später.)

Gregor (Gast) - 18. Aug, 17:10

Schemata für die Horen II

Nun zu den kleinen Horen, und hier wiederum zunächst zu Terz, Sext und Non, die wiederum jeweils genau gelich sind. Hier folgt nach der Eröffnung direkt der Hymnus, der an jedem Tag im Jahr gleich ist (Terz: Nunc Sancte; Sext: Rector potens; Non: Rerum Deus). Es folgt die Psalmodie, die jeweils aus drei Psalmen besteht, die "sub unica antiphona" gebetet werden, d.h. es gibt nur eine Antiphon vor dem ersten Psalm, die nach dem dritten Psalm wiederholt wird. Darauf folgt das Kapitel und dann ein sog. Kurzresponsorium nach dem Schema A.B.A.B.C.B.Gloria Patri, aber nur bis Spiritui Sancto.A.B. Beispiel aus der Ferialnon von heute: Redime me Domine. Et miserere mei. Redime me Domine. Et miserere mei. Pes enim meus stetit in via recta. Et miserere mei. Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto. Redime me Domine. Et miserere mei. Dieses Schema muß man sich einprägen, weil die Wiederholungen jeweils nur verkürzt angegeben werden. Dann gehört zum Responsorium breve noch ein weiterer Vers nach dem Schema V./R., der aber jeweils voll ausgeschrieben angegeben ist. Und dann kommt die Oration mit der Einleitung und den drei abschließenden Versen, wie oben für Laudes und Vesper angegeben, und presto.

Die Prim funktioniert in der ersten Hälfte genau wie Terz, Sext und Non (Hymnus: Jam lucis), wobei Kapitel, Responsorium breve und Oration immer gleich sind - mit der obligatorischen Ausnahme: Der Halbvers, den ich im obigen Schema mit "C" bezeichnet habe, wechselt ja nach Zeit im Kirchenjahr, und für Marienfeste sowie einige wenige andere gibt es besondere, die dann aber jeweils im Proprium besonders angegeben sind. Nach der Oration kommen auch von den drei üblichen Abschlußversen die ersten beiden, aber dann geht es anstatt "Fidelium animæ ..." anders weiter. Der Grund dafür ist, daß an dieser Stelle in klösterlichen Gemeinschaften (und löblicherweise auch von jedem privat) die Lesung des Martyrologiums eingeschaltet wird. Statt "Fidelium animæ ..." betet man also (nach Lesung des Martyrologiums, oder wenn man es nicht liest, direkt) den Vers "Pretiosa in conspectu Domini. / Mors Sanctorum ejus." Dann folgt eine weitere Oration (ein sog. Suffragium), die ohne Einleitung und nur mit kurzem Schluß ist. Darauf folgt der zweite Teil der Prim, das sog. officium capituli, das deshalb wieder mit der üblichen Eröffnung "Deus in adjutorium..." beginnt, die allerdings dreimal gebetet wird, danach Gloria Patri, Kyrie eleison/Christe eleison/Kyrie eleison, und Pater noster, an das ein weiterer Vers ("Respice in servos tuos...") angeschlossen wird, dann erneutes Gloria Patri, eine weitere, stets gleiche Oration, diesmal mit Oremus, aber trotzdem nur mit kurzer Endung. Zum Abschluß folgt nun ein kurze Lesung. Diese unterscheidet sich vom Kapitel dadurch, daß ihr eine Segnung vorausgeht. Diese wird stets eingeleitet durch die Bitte (wenn kein Priester da ist) "Jube, Domine, benedicere." Es folgt die eigentlich Segnung, bei der Prim "Dies et actus nostros...". Abgeschlossen wird das Kapitel mit dem Vers "Tu autem, Domine, miserere nobis", und erst dann kommt die Antwort "Deo gratias". Auch der Abschluß weicht bei der Prim ab; und zwar heißen die drei Verse "Adjutorium nostrum in nomine Domini. / Qui fecit cœlum et terram.", "Benedicite. / Deus." und "Dominus nos benedicat, et ab omni malo defendat, et ad vitam perducat æternam. Et fidelium animæ per misercordiam Dei requiescant in pace. /Amen." Zum ersten Teil des ersten ("Adjutorium nostrum...") und dritten Verses ("Dominus nos benedicat...") macht man jeweils ein Kreuzzeichen. Das ist die Prim, die jetzt wahrscheinlich ziemlich kompliziert klang, aber eigentlich mit am einfachsten ist, weil sie bis auf die Psalmodie aus dem Wochenpsalter, den schon erwähnten Halbvers im Kurzresponsorium und die Kurzlesung, die ja nach Zeit im Kirchenjahr variiert, an jedem Tag im Jahr gleich ist, und im Psalterium an jedem Wochentag auch noch einmal komplett angegeben ist.

Gregor (Gast) - 18. Aug, 17:11

Schemata für die Horen III

Bleibt von den kleinen Horen die Komplet. Diese hat als Besonderheit, daß ihr eine Art Vorbereitung vorausgeht. Sie fängt daher absolut - also nicht mit der üblichen Eröffnung, die erst später kommt - mit einer Kurzlesung an, deren Segnung das berühmte "Noctem quietam" ist. Die Kurzlesung ist immer 1 Petri 5, 8-9. Darauf folgt "Adjutorium nostrum in nomine Domini. / Qui fecit cœlum et terram." mit Kreuzzeichen und danach betet man ein Paternoster oder, wenn die Komplet das letzte Gebet des Tages ist und man es so möchte, macht an dieser Stelle eine stille Gewissenserforschung. In jedem fall folgt das Confiteor, bei dem man, wenn man alleine betet und/oder kein Priester da ist, eine verkürzte Form verwendet, in der nur Gott und den Heiligen bekannt wird (ist zu finden auf S. 384 oben links). Darauf folgen die Absolutionen "Misereatur" und "Indulgentiam" (ebenfalls auf S. 384; zu "Indulgentiam" macht man das Kreuzzeichen), der Vers "Converte nos" (bei der Komplet vom jeweiligen Tage immer nochmal abgedruckt), bei dem man mit dem Daumen ein kleines Kreuzzeichen auf der Brust macht, und dann die übliche Eröffnung "Deus in adjutorium" (wieder mit großem Kreuzzeichen, und dann Gloria Patri). Es folgt die Psalmodie (wie in den anderen kleinen Horen drei Psalmen sub unica), dann der Hmynus "Te lucis", das Kapitel "Tu autem", das Kurzresponsorium "In manus tuas" mit Vers "Custodi nos", und dann der Gesang des Simeon "Nunc dimittis" mit seiner Antiphon "Salva nos". Schließlich die Oration "Visita quæsumus" mit der üblichen Einleitung und den ersten zwei der üblichen drei Abschlußverse. An Stelle des "Fidelium animæ" wird allerdings die Segnung "Benedicat et custodiat" gebetet, zu der man das Kreuz schlägt. Bis hierhin ist - mit Ausnahme der Psalmodie aus dem Wochenpsalter - in der Komplet alles immer gleich (na gut, auch hier gibt es noch eine Ausnahme an Ostern, aber die übergehe ich jetzt). Nur zum Abschluß wird dann noch eine marianische Antiphon gebetet, und diese wechselt je nach Zeit im Kirchenjahr. In der ganzen Zeit nach Pfingsten und bis zum Beginn des Advents ist das das Salve Regina. Auf die marianische Antiphon folgt ein Vers und eine Oration (mit Oremus und kurzer Endung), die du im Ordinarium auf S. 386 oder auf einer der beiligenden eingeschweißten Karten findest. Und dann betet man noch "Divinum auxilium maneat semper nobiscum. / Amen.", wozu man wieder das Kreuzzeichen macht, und das Tagesoffizium ist vollbracht. (Wobei es noch traditionelle Gebete "post Divinum Officium" gibt, die früher für Kleriker sogar verpflichtend war, und die man heute freiwillig beten kann).

Jetzt fehlt noch die Matutin, aber ich kann jetzt erstmal nicht mehr ;-) Dazu und zur Frage, wo man die wechselnden Teile denn nun jeweils hernimmt, ein ander Mal.

ElsaLaska - 19. Aug, 20:18

Prima, vielen Dank für die Mühe, die du dir machst!

Das ist sehr informativ und hilfreich - ich muss es nur ein bisschen sich setzen lassen.

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