>>Betet für den Irak!
Am kommenden Sonntag wird im Irak ein neues Parlament gewählt. Die bedrängten Christen im Land setzen ihre Hoffnung auf stabilere politische Verhältnisse und ein friedlicheres Miteinander nach der Wahl. Auch wenn die Aussichten auf eine Besserung der Lage gering sind, ruft KIRCHE IN NOT alle Gläubigen zum Gebet für unsere Glaubensgeschwister im Irak auf.
Mit einem Fasten- und Gebetstag haben die Christen im Irak am vergangenen Sonntag und Montag gegen die zunehmenden gegen sie gerichteten Gewalttaten im Land protestiert. Der Erzbischof der nordirakischen Stadt Kirkuk, Louis Sako, hatte zu diesem friedlichen Protest aufgerufen. Allein in der etwa 200 Kilometer nördlich von Kirkuk gelegenen Stadt Mossul waren in den letzten zwei Wochen mindestens sieben Christen ermordet worden, dutzende christliche Familien hatten die Stadt daraufhin in Panik verlassen. In seiner Sonntagspredigt in der Kathedrale von Kirkuk sagte Erzbischof Sako, die barbarische Ermordung von unschuldigen Christen sei ein "Akt der Schande" gewesen, der die Menschenrechte, die nationale Einheit und alle religiösen Werte verletze. Er warnte vor einer weiteren Radikalisierung des Iraks, falls noch mehr Christen aus dem Land vertrieben oder unter "das Banner des Islam" gezwungen würden. Um das zu verhindern, habe sich die Kirche dazu entschlossen, durch Fasten und Gebet ihre Solidarität mit den Ermordeten zu zeigen und gegen die "feigen Anschläge" zu protestieren.
Gegenüber KIRCHE IN NOT erklärte Erzbischof Sako, er habe an seiner Residenz und an der Kathedrale von Kirkuk Plakate aushängen lassen, auf denen die Mordanschläge scharf in arabischer und englischer Sprache verurteilt würden. Die genauen Hintergründe der Anschläge sind zwar noch unklar, ein Zusammenhang mit den Parlamentswahlen am kommenden Sonntag liegt jedoch nahe. In seiner Predigt sagte Erzbischof Sako, die Ereignisse in Mossul seien das Ergebnis von "Spannungen und Machtkämpfen zwischen politischen Kräften" und fügte hinzu, dass es ohne eine nationale Einheit im Irak keine Stabilität im Land geben könne. Die politischen Parteien rief er zu mehr Dialogbereitschaft auf und forderte die Zentralregierung in Bagdad sowie die Kommunalregierungen auf, ihre Bürger und insbesondere die Christen besser vor Mordanschlägen zu schützen. "Wir sind mehr denn je unter Beschuss!", klagt der Erzbischof abschließend an.
Die Unterstützung der Christen im Nahen und Mittleren Osten ist eine der Hauptaufgaben von KIRCHE IN NOT. Papst Benedikt XVI. hatte uns persönlich darum gebeten, da er die Kirche in dieser Region "in ihrer Existenz bedroht" sehe.
Online können Sie Ihre Solidarität in unserer virtuellen Kapelle ausdrücken -
zünden Sie eine Kerze an für die notleidende Kirche im Irak!<<
[Aus dem Newsletter von Kirche in Not übernommen.]