Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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Gregorius Braun schreibt

auf seinem Blog heute etwas Interessantes - hier ein Auszug:

>>Es ist kein Ritenstreit, sondern ein Glaubensstreit. Die Lehre der katholischen Kirche gegen den Zeitgeist. Dabei geht es von meiner Seite aus nicht um den Ritus, da ich aus dem Tradi-Umfeld komme, dass den NO nicht bekämpft. Wodrum es geht ist der Unterschied würdige Feier der Messe (beide Formen) gegen unwürdige Feier der Messe (beide Formen) und das ist keine Kleinigkeit. Die Messe ist der Kristalisationspunkt des katholischen Glaubens. Sie steht immer im Vordergrund und alle anderen Fragen lassen sich nur richtig beantworten, wenn die Messe würdig gefeiert wird.<<

Das gibt mir Gelegenheit, auf einen anderen Blogeintrag von Alexander Kissler hinzuweisen, in dem er vom Verlauf eines Diskussionsabends "Kirche zwischen Tradition und Zukunft" mit Martin Mosebach in Weilheim berichtet. Eintrag vom 30. Mai 2011, ein Auszug:

>>Gemeinhin ist der engagierte Laie ein halbgebildeter Institutionenkritiker, dessen Engagement den Herrschaftsbereich des Politischen in die Kirche hinein ausdehnen und also vollenden will. Der engagierte Laie will in der Regel mehr vom Selben, die Welt noch einmal. Das Gegenteil will Martin Mosebach: Konzentration statt Diffusion, Sakrament statt Politik, Hierarchie statt Pluralismus.

Verdutzt erklärte eine Dame schließlich, sie frage sich schon sehr, ob es denn zum Anlass des Abends nicht mehr zu sagen gebe als diese oder jene liturgische Betrachtung, ob er denn kein anderes Thema habe. Martin Mosebach replizierte knapp: „Nein, es gibt für mich zunächst einmal kein anderes Thema als die Messe.“ Denn alles, ließe sich sagen, buchstäblich alles in Welt und Nachwelt entscheidet sich daran, ob im Kultus noch ein letztes Mal der christliche Glaube ins Lot kommt.<<

Lesermeinungen?
Leise Ahnung (Gast) - 2. Jun, 16:20

Ich bewundere die sprachliche Ausdruckskraft Martin Mosebachs, die Fähigkeit solch tiefe Dinge so zugespitzt präzise und doch mehrschichtig sagen zu können. Nach meinem Empfinden und Urteil muß ich zustimmen: es ist ganz so dramatisch, wie er es sieht.

Gast (Gast) - 2. Jun, 17:24

War nichts anderes zu erwarten hier

Und wieso ich es mir immer wieder antue, Blogs der "Blogozöse" überhaupt noch zu lesen, weiss ich nicht. Aber war ja wieder klar, dass ein Post hier rein kommt, wo jedem, der nicht die tridentinische Messe fordert, der hauptamtlich in der Kirche beschäftigt ist oder nicht die Mantilla trägt, der rechte Glaube abgesprochen wird! Sind ja eigentlich nur noch die Mitglieder der Blogozöse, die den rechten Glauben haben; alle anderen sind verirrte Schafe und haben ja keine Ahnung von rechter Liturgie oder was Kirche ist.

Wirklich, so viel gehäufter Hochmut und Eitelkeit wie hier einige Blogger an den Tag legen, hab ich noch nie erlebt.
Schade, Elsa, dass auch Sie in das permanente Geschimpfe und Nestbeschmutzen hinein fallen. Es gab eine Zeit, da waren Sie mir ein Vorbild, aber inzwischen bin ich einfach nur noch enttäuscht. Ich hätte mehr Niveau erwartet, das ja zusehends in der gesamten Blogozöse schrumpft.
ElsaLaska - 2. Jun, 17:38

Hm?

Wenn Sie eine andere Meinung haben, legen Sie sie doch dar, anstatt hier herumzuschimpfen und mich persönlich anzugehen?

Da stehen zwei Statements. Die kann man ganz sachlich kommentieren.
Stichpunkt Niveau und so.
ElsaLaska - 2. Jun, 17:41

Und @Gast:

>>Aber war ja wieder klar, dass ein Post hier rein kommt, wo jedem, der nicht die tridentinische Messe fordert, der hauptamtlich in der Kirche beschäftigt ist oder nicht die Mantilla trägt, der rechte Glaube abgesprochen wird!<<

Das hätte ich gerne von Ihnen anhand des oben stehenden Postings belegt, wo das stehen soll, bevor ich es als das bezeichne, was es ist.
Yon (Gast) - 2. Jun, 20:25

"anhand des oben stehenden Postings belegt"?
Sei nicht albern, Elsa, ein Jesuit liest das zwischen den Zeilen raus. Du mit Deinem protestantischen Buchstabengehabe.
Hermann (Gast) - 2. Jun, 20:58

Elsa, wie konnten Sie nur?

Jetzt nehmen so viele Leute täglich ihr Kreuz auf sich und lesen - so wie der arme "Gast" - gegen besseres Wissen, wider Willen, unter Protest und nur, um auch noch die andere Backe hinzuhalten, die in der Blogozöse erscheinenden Beiträge - und dann werden sie so grob behandelt. Nicht nur, daß Sie (und andere Bosnigeln) nicht das schreiben, was "Gast" und Konsorten geschrieben sehen wollen, nein, jetzt verlangen Sie auch noch, daß er für Behauptungen Beweise erbringt.

Was denn als nächstes?

Soll der arme Leser womöglich denken, bevor er seine gesammelten Vorurteile in Ihrer Kombox deponiert?

Oder gar Sprechchöre einstudieren, á la Alipius, oder eher (c) Joseph Bordat? Vielleicht "Kniet hin, wenn Ihr katholisch seid"? Das ist doch einem Menschen des 21. Jahrhunderts nicht zuzumuten.

Nein, ehrlich, ich muß mich doch sehr wundern ...
Dybart (Gast) - 2. Jun, 22:15

Klarstellungen aus gegebenen Anlaß

"Aber war ja wieder klar, dass ein Post hier rein kommt, wo jedem, der nicht die tridentinische Messe fordert, der hauptamtlich in der Kirche beschäftigt ist oder nicht die Mantilla trägt, der rechte Glaube abgesprochen wird!"

Ich habe noch nie die tridentinische Messe gefordert.
Ich habe noch nie jemandem den Glauben abgesprochen, weil er hauptamtlich in der Kirche arbeitet.
Ich habe noch nie jemandem den Glauben abgesprochen, der keine Mantilla trägt und trage im übrigen selbst nie Mantilla.
ElsaLaska - 2. Jun, 22:24

@Dybart.

Ich würde Dir ja die Hälfte von meiner abgeben, aber ich teile meine schon mit Bellarmin.
Bellarmin (Gast) - 2. Jun, 18:28

So so.

Ein grundsätzliches Missverständnis: Es geht nicht darum, jemandem etwas abzusprechen, sondern den Reichtum und die Möglichkeiten zu betonen, die sich aus etwas ergeben haben (in den Jahrhunderten) und ergeben können (heute), das den Kern des Christentums ausmacht, ihn bestimmt, definiert, fruchtbar werden, das Wesen des Christentums selbst verstehen und verinnerlichen lässt. Der „rechte Glaube“ behauptet sich von selbst, ohne als solcher an die große Glocke gehängt werden zu müssen, auch wenn es gerade darum gilt, ihn zu verteidige. Und es scheint nicht so, als würde hier etwas aus Selbstzweck an die große Glocke gehängt werden, im Gegenteil.

Wenn die Eucharistie Höhepunkt und Quelle des Lebens der Kirche ist, so ist es nicht nur berechtigt, sich mit der Liturgie, mit der Messe auseinanderzusetzen, sondern es ist geboten: um der Beleidigung Gottes und dem Un-Heil für den Meschen entgegenzuwirken. Das hat nichts mit Selbstbehauptung oder Arroganz zu tun. Es ist im übrigen leicht, rechthaberisch beleidigt zu sein. Es wäre an der Zeit, von der Rechthaberei zur Rechtfertigung voranzuschreiten. Und daran fehlt es.

alipius (Gast) - 2. Jun, 19:15

Stimmt

Ich bin auch der Meinung, daß es eher um die würdige Feier der Eucharistie geht als um die Form des Ritus.

@ den schäumenden Gast: Das ist einfach zu heftig. Nichts in dem Artikel rechtfertigt Sprüche wie "...dass ein Post hier rein kommt, wo jedem, der nicht die tridentinische Messe fordert, der hauptamtlich in der Kirche beschäftigt ist oder nicht die Mantilla trägt, der rechte Glaube abgesprochen wird!" oder "Wirklich, so viel gehäufter Hochmut und Eitelkeit wie hier einige Blogger an den Tag legen, hab ich noch nie erlebt" oder "... dass auch Sie in das permanente Geschimpfe und Nestbeschmutzen hinein fallen". Ich weiß nicht, ob Sie grade persönlich durch eine schwere Phase gehen und deswegen emotionaler und irrationaler reagieren als es geboten ist, aber ich würde Ihnen raten, irgendwann den Artikel noch einmal mit etwas Distanz zu lesen.

Leise Ahnung (Gast) - 2. Jun, 22:36

Werter Alipius,

ich darf annehmen, Sie sind der, über dessen kürzliche Priesterweihe hier so liebevoll und tränenreich berichtet wurde.

Bei dieser Gelegenheit wünsche ich Ihnen von Herzen, auch für Ihr Anliegen, die Eucharistie würdig zu zelebrieren, des Herrn reichsten Segen!
alipius (Gast) - 3. Jun, 00:11

Ja,...

... der bin ich. Danke für die guten Wünsche!
nerone (Gast) - 2. Jun, 21:21

Also, abgesehen davon, dass ich so Gestalten wie den Mosebach faszinierend finde und deren Aussagen eine besondere Kraft haben, finde ich diese Aussage zu pessimistisch. Sie ist im Grunde schon die Vorwegnahme eines erwarteten und/oder Untergangs.

Als Antwort auf die Frage der Dame ließe ich es noch gelten - als Prognose für Welt und Nachwelt nicht. Es sei denn Mosebach beschriebe eine eigene Welt und Nachwelt, dann wäre ich auch bereit seinem Gedankengang zu folgen und zu hören was er dazu zu sagen hätte.

Wollte er aber meine Welt mit einschließen könnte ich fröhlich antworten: Nein, nicht meine Welt nicht und auch nicht meine Nachwelt.

Worin ich ihm wiederum folgen kann ist die geforderte Trennung zwischen politischem und kirchlichem, Konzentration statt Konfusion. Das ist mir sogar sympathisch und gilt letztlich in beide Richtungen und ist für mich ein Argument für einen laizistischen Staat (eine kleine, freundlich gemeinte Provokation, um die Debatte von dem langweiligen Lamento des Gastes mal abzulenken).

Leise Ahnung (Gast) - 2. Jun, 22:18

Der Interpretation kann ich mich nicht anschließen. Im gegenteil M. Mosebach traut uns (Katholiken) immerhin noch einiges auch in dieserWelt zu, wenn es denn gelänge, das Mysterium der Anwesenheit des Herrn im Meßritus zu bewahren.
Ich scheue mich, da tiefer zu werden, jedenfalls: als Untergangssphinx geriert sich M. Mosebach jedenfalls ganz und gar nicht, er weiß nur, wovon er redet.
Wenn Sie mit "Laizismus" meinen, daß der Staat gegenüber der Kirche auf die Einforderung von Erfüllungsgehilfendiensten gegenüber seinen Agenden verzichtet, würde ich ihn im Gegenzug sogar gern und sofort vom Einzug der Kirchensteuer freistellen. Mag sein, daß das für manche "Provokation" ist, für mich eher weniger.
ElsaLaska - 2. Jun, 23:06

@nerone

Ist für mich auch keine Provokation (aber ich würdige Deine Intention natürlich ;-) )

Ich meine schon auch, wenn die Kirche sich wieder mehr auf ihre eigentlichen Anliegen konzentrieren würde - wozu die Feier der Hl. Eucharistie unbedingt und ganz zentral gehört, wie Bellarmin schon prägnant anmerkte, denn schließlich LEBEN wir aus diesem Sakrament - DANN könnte sie vielleicht auch wieder etwas zu sagen haben in einer säkularisierten Gesellschaft. Etwa zum Heiligen, zum Mysterium, zum Geheimnis. Es ist ja kein Zufall, dass so viele Leutchen sich bei der Esoterik verirren.

Ich bin nicht grundsätzlich dagegen, etwa zu Atomkraft oder so etwas Stellung zu nehmen, und ich finde natürlich auch soziale Einrichtungen hervorragend - aber wenn das dann alles ist, was von der katholischen Kirche bleibt, ist das zu wenig und es fehlt die Herzmitte.

PS: Es gibt einen Slogan des US-amerikanischen Bloggers Father Z., der lautet "Save the liturgy! Save the world!" Als ich aus meiner ersten verhunzten NO-Messe rauskam, habe ich die Wahrheit dieser Aussage erstmalig erfasst - in ihrer ganzen Tiefe. Ich bin übrigens, wie Gregorius auch, Anhängerin der würdig gefeierten Form des römischen Ritus, welche auch immer es sei ;-) (Zugegeben mit einer Präferenz für außerordentlich - aber wenn ich NO-Papstmesse haben kann, lass ich die AO auch mal links liegen.)
Leise Ahnung (Gast) - 2. Jun, 23:22

...und es fehlt die Herzmitte...

... und, liebe Elsa, vor allem auch das heilige Herz Christi in unsere Mitte. Dann bräuchte es einen Schrittmacher, und wer will schon eine Intensivstation statt einer Heiligen Messe..;.)
Gregorius Braun (Gast) - 4. Jun, 17:06

Ein Moraltheologe schrieb eine Messe allein sei wichtiger als alle Rosenkränze zusammen, drum gäbe es auch kaum etwas was wichtiger sei als die Frage ob eine Messe eine Messe gewesen sei.

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