Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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Montag, 12. September 2011

Ich bin vermutlich die einzige Frau

der ganzen Welt, die den älteren Eric Clapton furchtbar sexy findet. Ich meine, diese Brille, diese Nonchalance, diese Unangestrengtheit und Spielfreude, die schiere Präsenz - da isser, im Hier und Jetzt, ohne Albernheiten - nix mehr mit Posen, da steht ein Könner, der sich und uns nichts mehr beweisen muss.

Also heute aus der Serie: "Badge" - ein fürchterlich rumpeliges und dabei sehr eingängiges Stück, das noch aus seiner Zeit mit "Cream" stammt.

Dietrich von Hildebrand: Der verwüstete Weinberg

Aus dem Kapitel "Falsche Mitte":

>>Der Grund aber für diese Kurzsichtigkeit der Gleichstellung von zwei so unvergleichbaren Übeln kann sehr verschiedener Natur sein. Ich spreche hier nur von Fällen, in denen z. B. ein ganz orthodoxer Priester, der all die heutigen Häresien tief beklagt, dieser Theorie verfällt: daß beide Extreme gleich gefährlich seien und die Wahrheit in der Mitte liege. [Ja Ja.]

Ein Grund ist, daß die Mesotes-Theorie [Aristoteles: Die Tugend liegt in der Mitte zwischen zwei Extremen], die ja auf vielen Gebieten zutrifft, von vielen leichtsinnig auch auf Gebiete übertragen wird, wo sie in keiner Weise hinpaßt. Wir haben darüber im "Trojanischen Pferd" ausführlich gesprochen und gesagt, daß die Wahrheit nicht in der Mitte zwischen zwei Extremen liegt - sondern jenseits und über ihnen. Während ich sinnvoller Weise sagen kann, etwas soll nicht zu kalt und nicht zu warm sein, nicht zu hell und nicht zu dunkel, nicht zu salzig und nicht zu wenig gesalzen - hat es keinen Sinn zu sagen, man solle nicht zu fromm und nicht zu wenig fromm, zu tugendhaft oder zu wenig tugendhaft sein. Erst recht gibt es keinen Sinn zu sagen, der eine ist zu orthodox und der andere zu wenig - in der Mitte liegt die Wahrheit. Die Orthodoxie ist die Wahrheit und alle Häresien sind nicht Extremismus, sind nicht etwas Übertriebenes - sondern sie sind einfach falsch, mit der Offenbarung Christi unverträglich. Mag eine Häresie aus einer Überbetonung einer Wahrheit auf Kosten einer anderen psychologisch erwachsen: Sie selbst kann nie als Extremismus betrachtet werden, dem ein entgegengesetzter Extremismus von zu orthodox gegenübersteht - sondern sie ist eben falsch, unwahr.<<

Ulrich Nersinger: Tiara und Schwert. Die Päpste als Kriegsherren.

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Ich hatte ja bereits ein, zwei Zitate aus diesem Buch hier veröffentlicht, und habe es selbst mit Gewinn gelesen. Nersinger referiert nämlich nicht einfach nur Fakten aus der Kirchengeschichte, er schmückt auch seine Ausführungen mit herrlich bunten, bisweilen bizarren historischen Anekdoten aus, welche die Lektüre dieses Geschichtsbuches so anregend wie einen guten Roman geraten lassen.
Der Autor gibt einen Überblick über die Kämpfe der Päpste gegen Sarazenen und Normannen, betrachtet differenziert die viel diskutierten Kreuzzüge, schildert den Ablauf des Sacco di Roma, die Schlacht von Lepanto und die Napoleonischen Feldzüge gegen den Kirchenstaat. Doch nicht nur den großen Ereignissen der Geschichte des Kirchenstaates gibt der Autor Raum, auch die unbekannteren, aber nicht minder interessanten Begebenheiten - wie etwa der Kampf der päpstlichen Gendarmerie gegen das brigantaggio, die organisierten Räuberbanden (Briganten) - werden mit einem eigenen Kapitel gewürdigt. Hier findet sich auch eine der bizarrsten Episoden, über die sich einstmals schon der französische Schriftsteller Stendhal gewundert hatte. Ein Zitat aus dem Briganten-Kapitel von Nersinger: "Das Räuberunwesen im Kirchenstaat, in ganz Italien, stellte sich als ein sonderbares Phänomen dar. Es wusste sich in einer seltsamen Art und Weise der Religion verbunden. An den Haaren und Ohren trugen die Briganten von Priestern geweihte Medaillen; ihre Hüte schmückten sie mit Heiligenbildchen. Sie vergaßen nicht zu beten und riefen ihre himmlischen Schutzpatrone inbrünstig an, vor allem dann, wenn einer ihrer 'Unternehmungen' anstand. In der Bevölkerung, insbesondere der ärmeren, besaßen sie einen großen Rückhalt. Und auch beim Klerus zeigte sich nicht selten Sympathie. Religiöses Gebaren aber hierlt Briganten wie Gasparone nicht davon ab, Männer der Kirche zu entführen, besonders dann nicht, wenn sie einem reichen Orden angehörten. Die Heiligkeit kirchlicher Stätten achteten die Räuberbanden nach eigenem Gutdünken und Nutzen. So machte sich in Pisterzo .... der Bürgermeister bei der Bevölkerung durch sein herrisches Auftreten verhasst. Das Volk bat Gasparone um Hilfe. Am Himmelfahrtstag dringt der Brigant mit seiner Bande in die Kirche ein und tötet unter dem Jubel der Gläubigen den Bürgermeister. Der Geistliche des Ortes segnet den blutüberströmten Leichnam und lädt anschließend den Räuberhauptmann zum Mittagessen ins Pfarrhaus ein. Der Dichter .... Stendhal, der von dieser Episode hörte, nannte sie eine der 'verrücktesten Merkwürdigkeiten unserer Epoche.'"
Im Kapitel "Soldaten des Papstes in dunkelster Zeit" erfährt der Leser gemeinhin unbekannte historische Tatsachen: Nämlich, dass für die Rekrutierung der damals noch bestehenden Päpstlichen Palatingarde von Pius XII. speziell angeordnet wurde, dass besonders jene Römer aufnahme finden sollten, die um ihr Leben unter der Nazi-Besatzung fürchten mussten, weshalb es dann auch zahlreiche Hilfsgardisten jüdischen Glaubens gab. Castel Gandolfo wurde als Aufnahmelager für Flüchtlinge umfunktioniert, wobei das päpstliche Schlafgemach als Hebammenstation diente. 36 Kinder kommen im Apostolischen Palast von Castel Gandolfo zur Welt. Aus Nersingers schier unerschöpflichem Archiv gibt es sogar ein Foto dazu - wie überhaupt der Band sorgfältig bebildert, teils auch in Farbe, ist. In den letzten Kapitel geht es dann um die Friedensinitiativen der Päpste und um die Päpstliche Feuerwehr, die bei dem großen Erdbeben 2009 frühmorgens ausrückte, um in Onna, dem kleinen Ort, der fast vollständig zerstört wurde, Hilfe zu leisten.

"Tiara und Schwert" ist ein must für alle, die an der Geschichte des Kirchenstaates, dem militärischen, aber auch friedenstiftenden, Wirken der Päpste in ihrer jeweiligen Zeit interessiert sind. Dabei ist es vergnüglich zu lesen und regt zu weiterführender Lektüre an. Einziges Manko: Am Ende des Buches hätte ich mir ein paar Literaturhinweise aus dem Sachbuchbereich, aber auch der Belletristik, dazu gewünscht.

Ulrich Nersinger: Tiara und Schwert. Die Päpste als Kriegsherren. Erschienen im Sankt Ulrich-Verlag. Bestellbar bei Amazon oder direkt beim Verlag.

"Johannes, vinces!"

[Update zum Tage mit Foto via Thomas sein Abendland -danke!]

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>>Als die Türken 1683 vor den Toren Wiens standen, war es dem seligen Innozenz XI. zu verdanken, dass er König Jan III. Sobieski von Polen und Kaiser Leopold I. zu einem Bündnis veranlasste. Eigene Truppen konnte der Papst der Stadt an der Donau nicht zur Hilfe senden, aber einen "Soldaten Gottes", der es mit einem ganzen Heer aufzunehmen vermochte: Marco d'Aviano. Der Kapuzinerpater wurde als päpstlicher Delegat und Armeekaplan nach Österreich entsandt, um die geistliche Leitung des militärischen Kraftaktes zu übernehmen. "Marco d'Aviano ging ans Werk, in der Rechten das Kruzifix, das ihn immer begleitete, sei es, dass er die Fürsten zur Eintracht mahnte, sei es, dass er zum Kampf anfeuerte oder die Notleidenden tröstete", schrieb ein Chronist auf. "Am 12. September las der Mönch um vier Uhr morgens die Messe, der Jan Sobieski, dessen Sohn, der Herzog von Lothringen, die christlichen Fürsten und die Generäle beiwohnten. Zum Ende des Gottesdienstes wandte er sich um und sprach statt des Ite missa est, gegen den König gewandt: Johannes, vinces! Dann ging er zur Schwelle der Kirche, wo alle niederknieten, um seinen Segen zu empfangen. Als dann der Kampf entbrannte, stellte sich der Mönch mit dem Kruzifix in der Hand an die Spitze der Kämpfer, stürzte sich ins dichteste Gewühl und führte die Truppen zum Siege.<<

Aus: Tiara und Schwert. Die Päpste als Kriegsherren. Von Ulrich Nersinger.

SWR-Nachtcafé

Am 16. September 2011, 22 Uhr, lautet das Thema des SWR-Nachtcafés: Wenn der Papst kommt.

Sabine Beschmann, Vorsitzende von Deutschland pro Papa, ist Studiogast bei Wieland Backes.

Das ist die Ausgangsfrage gewesen.

>>Zumindest das also wird sich aus den Interviews des Versammlungsleiters der Deutschen Bischofskonferenz lernen lassen: Im noch so freundlichen öffentlichen Reden über Glaube, Kultus, Solidargemeinschaft triumphieren die Parameter ganz weltlicher Weltanschauung. Gehorsam und Demut sind nicht vermittelbar, nicht vorgesehen, Wunscherfüllung und Subjektivismus verstehen sich von selbst. Hat das nur strukturelle Gründe? Ist die Zeit nun einmal so, oder sind wir es, die die Zeit so furchtsam verbiegen?<<

Aus dem Tagebuch-Eintrag von Alexander Kissler "Zollitsch, Wulff, das Mittelmaß" vom 12. September 2011

Papst-Novene von Kirche in Not.

Nochmals der Hinweis auf die sehr schön gestaltete Novene.

Heiliger Vater,
im Vertrauen auf die Macht des Gebetes und
dem Vorbild der Heiligen folgend, möchten wir in
dieser Novene mit offenem Herzen Ihre Worte
aufnehmen, mit Ihnen beten und bereitwillig tun,
was Sie uns sagen.
So wie Aaron während des Kampfes die zum
Himmel ausgestreckten Hände von Mose stützte,
möchten auch wir Ihnen zur Seite stehen und nicht
müde werden, zu beten und Ihnen zu folgen.
In freudiger Erwartung und in Vorbereitung auf Ihr
Kommen bitten wir Gott, den Barmherzigen Vater,
dass unser Gebet und unser Streben nach Heiligkeit
für Sie Stärkung und Stütze sein mögen und dass
der Besuch in Ihrer Heimat zum Segen für das
ganze Volk und Land werde.

Die Novene gibt es als pdf hier.

Lied zum Tage

cantare

Ich bin einfach hingerissen,
da ist so viel in diesem Monolog, von dem man oberflächlich...
ElsaLaska - 20. Aug, 19:55
Houellebecq ist ein sehr...
Wobei man jetzt keine Kristallkugel brauchte. Mir imponiert,...
Elsa (Gast) - 12. Aug, 17:50
Hui, das war aber ein...
Hui, das war aber ein wilder Ritt durchs Stadtbild...
NeonWilderness - 11. Aug, 23:45
Privet, fbtde!
Schön, von dir zu hören. Offenbar lebst du also auch...
ElsaLaska - 2. Aug, 10:27
Oha
Du lebst auch noch. Gut zu wissen!
fbtde - 2. Aug, 08:31

attenzione

la bocca

 

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