Ein Zitat aus einem Artikel von Michael Lehner auf Schwäbische.de zu "Petition Pro Ecclesia" - erscheint morgen in der Schwäbischen Zeitung:
>>Die Unterschriftenliste von „Pro ecclesia“ ist nicht nur lang, sondern auch kunterbunt, vom Kaminkehrer bis zu Theologie-Studenten in erstaunlich großer Zahl. Die Gegenbewegung zum vermeintlichen Zeitgeist ist vor allem jung und nicht belastet durch Namen, die man immer wieder liest, wenn Katholiken ein Zurück zu den Wurzeln eines hierarchischen Glaubens fordern. Pfarrer vom bayerischen Oberland bis in die norddeutsche Tiefebene bekennen sich zum Wert der Ehelosigkeit, die ihnen in der Entscheidungsphase nicht leicht gefallen sei; aber auch eine besondere Freiheit gebe, nur für Gott und die Menschen da zu sein.
Bewusst wollen die Initiatoren ihrer Initiative kein Gesicht geben. Sie verstehen sich als Gruppe, die nicht angeführt wird, sondern aus der Kraft der Gemeinschaft lebt, sagt eine Frau aus dem Kreis der Erstunterzeichner. Die momentan 5085 Namen könne ja jeder nachlesen im Internet. Und für Anfragen oder Interviews ist der katholische Internet-Pionier Peter Winnemöller zuständig. Der Westfale hatte auch die Idee mit der Petition. Sonst setzen sie auf die Überzeugungskraft der Gemeinschaft, die für sich beansprucht, auch Gemeinde zu sein. Eine Gemeinde, die das Erleben jener christlichen Spiritualität einfordert, die sie zunehmend vermissen.<<
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[Zahlenupdate: Es sind jetzt 5.373 Unterschriften - evtl. aber noch nicht online aktualisiert. Darunter auch Verwandte von Seligen der katholischen Kirche.]
ElsaLaska - 20. Feb, 20:07
>>Huchs Initiative steht beispielhaft dafür, wie unterschiedlich die Menschen in Deutschland auf die Vorwürfe gegen Guttenberg (CSU) reagieren, wie gespalten die Gesellschaft ist.<<
Spiegel Online über die
Solidaritätsaktionen mit Verteidigungsminister zu Guttenberg auf Facebook und Twitter.
ElsaLaska - 20. Feb, 18:42
>> Das Phänomen ist bereits in Europa angekommen: Die deutschsprachige Redaktion von ZENIT erhielt vor einiger Zeit bereits eine ähnlich dubiose E-Mail, die angeblich von einem Kardinal stammte. Der Absender forderte die Begleichung seiner Rechnung in einem vornehmen Hotel. Er gab an, seine Geldtasche verloren zu haben, weil er akut zerstreut sei. Daher sei er mental nicht in der Lage, eine Telefonnummer zu benennen, unter der der Adressat zurückrufen könne. Der vermeintlich verwirrte Autor des Schreibens war aber dennoch fähig, fließend in englischer Sprache zu betteln - eine Sprache, die der genannte Kardinal in ausgeruhter Situation nicht wirklich beherrscht. Die Redaktion tat das, was Computer-Magazine in solchen Fällen raten: Auf die Löschtaste klicken.<<
Vorsicht vor gefälschten Emails aus dem Vatikan.
ElsaLaska - 20. Feb, 17:34
Die Tagespost hat seit einiger Zeit die Leserbriefe, die sie zum Thema Zölibat und Kirche2011 erreichen, online gestellt und dazu ein Forum eingerichtet. 97 Beiträge sind es mittlerweile schon.
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ElsaLaska - 20. Feb, 17:06
>>Wer den Herrn in seinem Leben aufnehme, so Benedikt XVI. weiter, und ihn von ganzem Herzen liebe, sei zu einem „neuen Anfang“ fähig. Es gelinge ihm, den Willen Gottes zu tun, das heißt: „eine neue Lebensform zu verwirklichen, die von der Liebe beseelt und zur Ewigkeit bestimmt ist“. Wenn sich der Mensch tatsächlich dieser Wirklichkeit bewusst sei und sein Leben von ihr geformt werde, so werde das Zeugnis der Christen klar, beredt und wirksam.
Wenn man aufgrund des Übels, durch Verfolgung und Ungerechtigkeit leide, sollten Rache und Hass vermieden werden. Vielmehr müsse man für die Verfolger beten und das Böse mit dem Guten besiegen, um die Freiheit und den geistlichen Frieden zu erreichen.
Abschließend erinnerte Benedikt XVI. daran, dass am 22. Februar das Fest der Kathedra Petri begangen wird. Christus habe Petrus als dem ersten der Apostel die Aufgabe anvertraut, Meister und Hirt für die geistliche Leitung des Gottesvolkes zu sein, damit dieses sich zum Himmel erheben könne.
„Ich ermahne daher alle Hirten, jenen ‚neuen Lebensstil’ anzunehmen, den Jesus, der Herr, eingeführt hat und den die Apostel sich zu eigen gemacht haben“<<
Aus der Ansprache zum Angelus vom heutigen Sonntag.
Ganzer Artikel hier auf kath.net
ElsaLaska - 20. Feb, 13:19
Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast für die Leitung Deiner heiligen Kirche und die Glaubenseinheit über uns die Bischöfe gesetzt als Nachfolger der Apostel, als Wächter und Beschützer der Seelen. Gieße aus über sie, so flehen wir inständig zu Dir, eine Gnadenfülle, wirksam genug, dass sie sich immer mehr als gute Hirten bewähren und nutzbringend arbeiten zu Deiner Verherrlichung und unserem Heil. Dass sie durch ihr Wort und vor allem durch ihr Beispiel vollkommen alle Pflichten erfüllen, die ihnen aufgetragen sind. Dass sie den christlichen Glauben rein von jedem Irrtum bewahren. Dass wir unter ihrer glückbringenden Leitung allezeit leben können in Frömmigkeit, Frieden und christlicher Liebe.
Amen.
ElsaLaska - 20. Feb, 12:18
[Ich finde es ja irgendwie gut. Die Kirche kannte das Prinzip schon immer. Nur, dass es sich nicht Unterschriftenliste nannte, sondern Akklamation. Per Akklamation konnte es auch schon mal geschehen, dass der Zorn des Volkes Gottes sich an einem Vertreter des Klerus ausließ. Es sollen auch schon mal Bischöfe aus dem Fenster geflogen sein. Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei.]
Appeal for the Preservation of the Integrity of the Motu Proprio Summorum Pontificum.
ElsaLaska - 20. Feb, 11:03
Ich hatte ja kurz vor dem Abitur die vernünftige Entscheidung getroffen, Ethik zu belegen anstatt Reli. Denn die Weltreligionen, den Islam, den Buddhismus und was auch immer kannte ich ja schon seit meinen frühesten Lebensjahren. Also dachte ich mir, nö, Leute. Lieber lerne ich mal noch was dazu, was NEU ist.
Es war fantastisch. Mein Ethiklehrer war einen Kopf kleiner als ich und trug Spezialschuhe mit unsichtbaren inwendigen Absätzen, um größer zu wirken. Er war blond, Mittelscheitel, und sah aus wie ein Countrysänger.
Und er war (eigentlich) Anhänger des deutschen Idealismus. Ich aber hatte derweil Marx, Lenin, Trotzki und Bakunin inhaliert und so lieferten wir uns denkwürdige Debattierschlachten. Dazwischen gab er uns Jaspers und Heidegger zu lesen. Am Ende hatte ich mich unsterblich in ihn verliebt, mit meinen knackigen siebzehn Jahren, die ich damals zählte.
Seine schlimmste Rüge - ich bekam immer Einsen bei ihm - war ein Mal, als er mir unter eine Klasssenarbeit lakonisch schrieb: ZIRKELSCHLUSS! Und mir dafür nur eine Eins Minus gab .
Das hat er dann wieder gut gemacht, als wir bei der Abi-Party den Time Warp von der Rocky Horror Picture Show nachstellten, er als Riff-Raff, ich als Magenta.
Seither finde ich, dass Philosophie im Grunde genommen schwer rockt.
Ich habe es schon immer geliebt, zunächst völlig verständnislos auf Texte zu starren, mindestens zwei Tage Zeit und eine Flasche Wein zu brauchen, bis ich auch nur den Hauch einer Ahnung dazu bekomme, um irgendwann das ganze Gebilde - im besten Falle - zu kapieren.
Soll heißen, ich bleib dran:
>>
Das Selbst im Erkennen seiner selbst setzt sich selbst ursprünglich entgegen, hat insofern schon immer mit einem anderen zu tun, mit einer alteritas. Diese weist darauf hin, dass jede Form von reiner Autoreferentialität nichts anderes als ein vorurteilsgebundenes Festhalten an unreflektierten und unreflektierbaren Positionen ist.<<
*äugt in ihr Weinglas*
ElsaLaska - 19. Feb, 23:35
Studium - -
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In der Bibel ist Zion die Stadt Gottes. Der Prophet Jesaja spricht düstere Prophezeiungen über das Schicksal derjenigen Führer des Gottesvolkes aus, die mit dem Totenreich verhandeln, anstatt sich auf Gott zu verlassen. Das Gericht über sie werde von Zion ausgehen. Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der fest gegründet ist. Wer glaubt, der flieht nicht – Spruch des Herrn.
Die Rede von Zion zieht sich quer durch die Heilige Schrift – die Psalmen besingen ihre Herrlichkeit, die Evangelien nehmen die Zionstheologie in der Verheißung Jesu für alle Völker wieder auf. Die menschliche Sehnsucht nach Gottes eigener Heimstatt muss so brennend und so tief verwurzelt sein, dass sie sich sogar in die säkulare Pop-Kultur hinübergerettet hat.
Im Jahre 1999 brach der Film Matrix, erster Teil einer episch angelegten Trilogie, alle Kassenrekorde Hollywoods. Nach einem zerstörerischen Nuklearkrieg, an dessen Ende die Menschen künstlich den Himmel verdunkelt haben, um den Maschinen den Solarstrom zu entziehen, ist nur noch eine Handvoll freier Menschen übrig geblieben. Sie leben unter der Erde, in der Stadt Zion.
Der Großteil der menschlichen Bevölkerung aber liegt in gigantischen Menschenfarmen in Tanks mit Nährstoffbrühe, angeschlossen an die Generatoren, um als lebendige Batterien Bioenergie für die Maschinen zu erzeugen. Über ein genial entwickeltes Simulationsprogramm wird ihnen eine völlig normal erscheinende Alltagswelt in die Gehirne eingespeist. Eine Welt, in der sie zur Arbeit gehen, Restaurants besuchen, schlafen, sich lieben, einander hassen und Kriege gegeneinander führen. Doch der wirkliche Krieg in der realen Welt tobt zwischen den Maschinen und der kleinen Handvoll Menschen, die sich nach Zion zurückgezogen haben.
Wie konnte es soweit kommen? In meiner Exegese der Filmhandlung ist ein entscheidender Punkt, den ich lange übersehen habe, dass die Menschen selbst den Himmel verdunkelt haben. Wohlgemerkt, sie wollten den Maschinen Solarenergie entziehen, es geschah in guter Absicht. Aber sie haben sich selbst geschadet. Anstatt sich der Herausforderung zu stellen und die intelligenten Maschinen bei und im Licht zu bekämpfen, das schließlich nicht nur für die Maschinen überlebensnotwendig ist, begingen sie einen entscheidenden Fehler: Den Himmel verdunkeln. Das fällt bereits unter die von Jesaja erwähnten „Verhandlungen mit dem Totenreich.“
Hier kann nichts mehr zum Guten gewendet werden, hier hat man sich schon per se von allem abgeschnitten im Dienste einer an sich guten Sache, die dadurch freilich nicht geadelt wird, sondern das intrinsisch Böse ist.
Wenn der Mensch den Himmel verdunkelt und sich von seinem Gott freiwillig abscheidet, so die Botschaft, dann wird er leiden und die Gottlosigkeit diktatorisch sein. Und es gibt genügend Menschen, die sich damit arrangieren wollen und können.
Und nur eine Handvoll, die versucht, den Himmel wieder zu öffnen.
Ihr Los ist trist. Keine opulenten Menüs in Drei-Sterne-Restaurants mit korrespondierenden Rotweinen dazu, wie das Simulationsprogramm der Matrix erfolgreich den bequemen Hirnen vermitteln kann – nein, Dosenfrass auf der Zion One und eine desolate Grundstimmung. Warum die kleine Mannschaft überhaupt überleben sollte, ist ein Rätsel.
Seine Lösung lautet: Vollständige Hingabe, Ausharren in der Verzweiflung und zärtliche und aufopferungsvolle Liebe zu den Kampfgenossen.
Nur mit diesem Rezept lassen sich Maschinen bezwingen.
Und nicht vergessen:
Zion ist der Ort, an dem die größte Party dieses Universums steigen wird, wenn der Krieg gegen die Maschinen einst gewonnen ist.
ElsaLaska - 19. Feb, 00:40