Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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Dienstag, 24. November 2015

Wie der Terror verändert

Zu sagen, all die Ereignisse der jüngsten Zeit gingen an einem spurlos vorbei, ist wohl nur wenigen Glückseligen vorbehalten.
So verständlich ich die "Jetzt erst Recht" -Akklamationen finde, so wenig kann ich ihnen folgen. Nun war ich noch nie eine Besucherin von Massenveranstaltungen, und Weihnachtsmärkte finden hier eher im winzigen Rahmen statt, verglichen zu den Dimensionen, die das in Deutschland hat. Ein Fußballstadion habe ich das letzte Mal wohl vor 20 Jahren besucht, ich habe mich nie darin wohl gefühlt und fand es von je her bequemer, ein Fußballspiel vor dem Bildschirm zu verfolgen - in Kauf nehmend, dass der Entscheidungstreffer selbstverständlich immer genau in dem Moment fiel, in dem ich mal für kleine Prinzessinnen gehen musste. Aus dem Alter, in dem man noch ein nennenswertes Club- und Nachtleben in der realen Welt pflegt, bin ich auch schon länger heraus.
Dennoch hat sich etwas verändert.
Ich wollte noch im Advent vielleicht einmal wieder nach Loreto pilgern, welches jetzt als "sensibles Objekt" vom italienischen Innenministerium deklariert wurde. Ein islamistischer Anschlag auf das Haus der Heiligen Familie als Ziel des Terrors, auf die Mauern, in denen der Sohn Gottes geatmet, gespielt und seine Kindheit verbracht hat, ich mag es mir gar nicht ausdenken.
Da die Italiener nun einmal so sind, wie sie sind, hat sich bislang auch nichts daran geändert, dass die Videoüberwachung des heiligen Bezirks in Loreto schon seit Januar nicht mehr funktioniert. Aber was nützt das beste Videoüberwachungssystem, wenn es nachher eh knallt? Vermutlich nichts.
Ich habe angefangen, jeden Morgen vor dem Aufstehen den Rosenkranz zu beten - für den Weltfrieden und für Europa.
Ich befasse mich mit Erste-Hilfe-Maßnahmen, denn ich möchte nicht als Überlebende in ein Szenario hineingeraten, und hilflos sein.
Und ich habe angefangen, was ich in meinen bald 20 Jahren im Internet stets vermieden und immer verurteilt habe, Videos und Bilder von Todesopfern, die explizit sind, anzuschauen. Natürlich nicht als Hobby, ich suche solche Sachen in keiner Weise, aber da, wo sie jetzt meinen Weg kreuzen, klicke ich nicht mehr angeekelt weg. Ich schaue es mir seit kurzem einfach - immer noch angeekelt, aber mit einer anderen Haltung an. Nicht, weil ich große Lust dazu habe, sondern weil ich mir denke, sollte ich einmal einen Anschlag überleben, werden die Sachen, die ich dazu dann zu sehen bekomme, rein gar nichts sein gegen "graphische Videos" aus dem Internet.
Dieser enorm nüchterne Gedanke, der da in mir keimte, hat mich mehr verstört, als alles andere. Er hat mir klar gemacht, dass es nun an Dinge geht, die meinem Wesenskern bisher völlig zuwiderliefen.
Und, dass es den Ereignissen gelingt, mich zu transformieren.
Das einzugestehen, ist sicher nicht gleich der Offenbarungseid. Aber man sollte sich im Klaren darüber sein, wie die Ereignisse auch ihre Spuren in der eigenen Seele hinterlassen.
Gute Nacht und seid behütet - auch dies ein Spruch, den ich nicht mehr einfach so dahersage seit kurzem.

Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei

Während die BILD dazu titelt "Putin attackiert Türkei" - richtig gelesen, die Türkei schießt einen russischen Kampfjet ab und es ist also die Türkei, die durch Putin attackiert wird - gibt es ein sehr gutes und lesenswertes Interview mit Harald Kujat auf den Seiten von Deutschlandradio Kultur:

>>"Wenn die russischen Piloten die syrisch-türkische Grenze überflogen haben und danach fünf Minuten lang zehnmal gewarnt worden, dann wären sie also mindestens vierzig, fünfzig, wenn nicht mehr Kilometer in den türkischen Luftraum eingedrungen. Das ist offensichtlich nicht der Fall. Es gibt also hier durchaus Erklärungsbedarf."<<

Kujat, der ehemalige Generalinspekteur der deutschen Bundeswehr, möchte Russland stärker eingebunden wissen:
>>Entsprechend wirbt der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr für eine stärkere Zusammenarbeit mit Russland: Vielleicht sollten sich die Verbündeten einmal überlegen, ob man nicht Russland und den NATO-Russland-Rat stärker einbinden solle: "Es ist wirklich überlegenswert, ob man nicht zurückkehren sollte auf die Straße der Vernunft und auf die Straße des beiderseitigen Zusammenarbeitens, um diese Krise zu lösen."<<

Das ganze Interview findet sich hier.

Gibt es einen gerechten Krieg?

>>Wenn wehrlose Frauen und Kinder vor Mördern geschützt werden müssten, wäre Wegschauen die größere Sünde, als selbst zu töten.<< idea-Kommentar des evangelischen Theologieprofessors Horst Georg Pöhlmann, übernommen von kath.net hier.

Es ist ein sehr persönlicher Kommentar geworden, den Professor Pöhlmann da geschrieben hat, weniger eine philosophische, aber jedenfalls auch eine biblische Reflektion.
Und ich gebe ihm Recht, aber meine Haltung dazu ist, glaube ich, bereits bekannt.

cantare

Ich bin einfach hingerissen,
da ist so viel in diesem Monolog, von dem man oberflächlich...
ElsaLaska - 20. Aug, 19:55
Houellebecq ist ein sehr...
Wobei man jetzt keine Kristallkugel brauchte. Mir imponiert,...
Elsa (Gast) - 12. Aug, 17:50
Hui, das war aber ein...
Hui, das war aber ein wilder Ritt durchs Stadtbild...
NeonWilderness - 11. Aug, 23:45
Privet, fbtde!
Schön, von dir zu hören. Offenbar lebst du also auch...
ElsaLaska - 2. Aug, 10:27
Oha
Du lebst auch noch. Gut zu wissen!
fbtde - 2. Aug, 08:31

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