Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

elsalaska[at]tiscali[punkt]it

ufficio

Du bist nicht angemeldet.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Auch in Deutschland

sind die Menschen nicht überall gleich. Wer wie ich in der Pfalz aufgewachsen ist, glaubt fast kaum, dass es woanders keine lieben, freundlichen und herzlichen Menschen gibt.
Neulich ging ich auf Flusskreuzfahrt - ein echtes Abenteuer.
Schon im Shuttle-Bus wurde ich darüber belehrt, dass manche Menschen nicht nur doof und unhöflich sind, sondern auch noch dreist sein können.
Für mich ist der Normalfall eigentlich - wenn ich nicht gerade voll durch den Wind bin - dass ich höflich oder auch kurz angebunden nachfrage, ob der Platz in einem Bus oder an einem Tisch noch frei sei.
Natürlich kann ich das manchmal auch vergessen, weil ich grad durch den Wind bin.
Bei besagter Kreuzfahrt haben es DREI ältere Damen in Reihe geschafft, sich neben mich in einen Busplatz plotzen zu lassen, ohne mich überhaupt dabei eines Blickes zu würdigen oder nachzufragen, ob denn hier noch Platz sei. Als ich bei der Dritten anmerkte, jetzt sei aber gut, der Platz sei eben nicht mehr frei, normalerweise würde man doch aber danach fragen, war sie beleidigt.
Das Allergrößte aber war, als ich während besagter Kreuzfahrt an der Reling stand, es war schon spät am Abend, eine rauchte, und eine Dame dazu kam, um ein wenig aufs Wasser zu blicken. Als sie die "location" verließ, sagte ich zu ihr in herzlichem Tonfall: "Eine schöne gute Nacht!"
Woraufhin sie mich empört anblickte und erwiderte: "WANN ICH ins Bett gehe, bestimme immer noch ICH und das haben gewiss nicht SIE zu entscheiden!"
So wird es natürlich nichts mit dem Weltfrieden, aber das war mir eh schon lange klar.

Um beim Thema Medien zu bleiben

>>Dohnanyi : Das Beispiel Ungarn und Viktor Orbán zeigt, wie die ganze öffentliche Meinung verseucht wurde. Auch Journalisten sind doch verantwortlich dafür, einer Sache auf den Grund zu gehen. Aber wir sind offenbar weniger bereit als die Angelsachsen, streitige Diskussionen zu führen, ohne zu diffamieren. Ein Beispiel: Das Wort Putin-Versteher ist doch Schwachsinn. Jeder Fußballtrainer liest seinen Gegner. Man muss versuchen, den Gegner zu verstehen und dessen historische Beweggründe miteinbeziehen. Ich weiß wirklich nicht, warum es in den USA mehr Kritik an der US-Russland-Politik gibt als bei uns!<<

Aus einem Interview mit Klaus von Dohnanyi mit dem Hamburger Abendblatt.

Elsas Nacht(b)revier gratuliert von ganzem Herzen Navid Kermani,

dem Träger des diesjährigen "Friedenspreises des deutschen Buchhandels".
Ich bin ein klein wenig stolz darauf, dass er auch hin und wieder in unserem "Vatican-Magazin" veröffentlicht.

Kermanis geistige Weite und Unabhängigkeit, seine schriftstellerische Brillanz hat mich schon damals beeindruckt, als es noch einen - ziemlich überflüssigen - Streit um einen sehr gelungenen Text von ihm ging, die "Bildmeditation über die Kreuzigung von Guido Reni", wonach ein deutscher Kardinal und ein evangelischer Kirchenpräsident (von Hessen-Nassau) das Zicken bekamen: Beide wollten den Hessischen Kulturpreis gemeinsam mit Kermani deshalb nicht annehmen.

Aus seiner Rede zur Verleihung des Friedenspreises:
>>Tränen in der Frankfurter Paulskirche: So ein bewegendes Finale hat wohl noch keine Friedenspreisverleihung gefunden. Auf den Applaus möge man verzichten, bat Preisträger Navid Kermani, und statt dessen gemeinsam beten oder wünschen, dass die Geiseln des Islamischen Staates befreit werden und der Krieg in Syrien und im Irak ein Ende finde. „Gerne können Sie sich dafür auch erheben, damit wir den Snuffvideos der Terroristen“ – also den Videos von Ermordungen – „ein Bild unserer Brüderlichkeit entgegenhalten.“

Da erhob sich die Festversammlung im stillen Gedenken. Nicht wenige wischten sich die Tränen aus den Augen. Auch Kermani selbst war gezeichnet von der bewegenden Geschichte, die er vorgetragen hatte. Diese handelte von Pater Jacques Mourad, der als Christ in Syrien den Muslimen beisteht, von den Terroristen des Islamischen Staates mitsamt seiner kleinen christlichen Gemeinde entführt wird und der schließlich von Muslimen in einer Nacht- und Nebel-Aktion aus seinem Martyrium befreit wird – und der sich nun sorgt um den Rest der Gemeinde.
Kermani rief in seiner Ansprache eindringlich dazu auf, dem Islamischen Staat endlich entschlossen entgegenzutreten.<<

Friedenspreis Rede in der Frankfurter Paulskirche: Navid Kermani mahnt eindringlich, gegen den Terror des IS vorzugehen | Kultur - Berliner Zeitung - Lesen Sie mehr auf:
http://www.berliner-zeitung.de/kultur/friedenspreis-rede-in-der-frankfurter-paulskirche-navid-kermani-mahnt-eindringlich--gegen-den-terror-des-is-vorzugehen,10809150,32188434.html#plx366485849

Grazie, Navid Kermani, für Ihren Einsatz und die Schönheit, mit der Sie - gerade uns Christen - in Ihren Texten beschenken, die uns helfen, einen neuen Blick, den Blick des "Anderen", auf unsere Kunst und Tradition zu werfen.

[Edit: Hier also der Link zur gesamten Rede im Wortlaut, veröffentlicht in der FAZ. Vielleicht mag und muss man auch in manchen Dingen im Detail nicht mit Kermani übereinstimmen - doch seine Rede ist eine der gewaltigsten und profundesten Äußerungen zu aktuellen Themen und schlicht ein Zeugnis von Menschlichkeit. Es lohnt sich, sie ganz zu lesen.]

Rundumschlag gegen deutsche Medien von Gabriele Krone-Schmalz

Anlässlich einer Buchvorstellung hat die langjährige Russland-Korrespondentin, Osteuropaexpertin und Professorin für Journalistik umfassende Kritik an der Russland-Berichterstattung in den deutschen Medien
geübt.

>>Der Unterschied zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung sei inzwischen so groß, dass sie sich ernsthaft Sorgen um das demokratische System in Deutschland mache, erklärte Krone-Schmalz. Aus dem Publikum der ausverkauften Lesung in der Buchhandlung Decius erntete sie am gestrigen Mittwochabend dafür durchgängig verbale Zustimmung und breiten Applaus.

Immer mehr Menschen fänden sich in der hiesigen vorgeblich "pluralistischen Presselandschaft" nicht mehr wieder, kritisierte die Journalistin. Dies führe zu Enttäuschung und stärke Extremisten. "Wenn das so bleibt, können wir unser System bald im Museum betrachten." Krone-Schmalz kritisierte vor allem die Berichterstattung über internationale Themen. <<

Weiterlesen auf Telepolis - heise.de hier.

cantare

Ich bin einfach hingerissen,
da ist so viel in diesem Monolog, von dem man oberflächlich...
ElsaLaska - 20. Aug, 19:55
Houellebecq ist ein sehr...
Wobei man jetzt keine Kristallkugel brauchte. Mir imponiert,...
Elsa (Gast) - 12. Aug, 17:50
Hui, das war aber ein...
Hui, das war aber ein wilder Ritt durchs Stadtbild...
NeonWilderness - 11. Aug, 23:45
Privet, fbtde!
Schön, von dir zu hören. Offenbar lebst du also auch...
ElsaLaska - 2. Aug, 10:27
Oha
Du lebst auch noch. Gut zu wissen!
fbtde - 2. Aug, 08:31

attenzione

la bocca

 

About Elsa
All time favourites
Best of Benedict XVI
Blogozesanes
Breviarium Romanum
Christenverfolgung
Cooperatores veritatis
Deutschland pro Papa
Deutschland-Blog
Die Blognovela
Disclaimer
Dossier UR-FRÖDS
Eat Love Pray
Elsa fragt-Leser antworten
Gastbeiträge
Gebetszettel
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren