Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila



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Aktuelle Veröffentlichungen

"Ökumene mit Herzblut" - Besuch bei der griechisch-orthodoxen Gemeinde in MA-Luzenberg. In: Die Tagespost vom 8.9.2016.

"Eine orthdoxe Insel im Schwarzwald" - Auftakt zur Sommerserie Orthodoxie in Deutschland. Besuch bei der russisch-orthodoxen Gemeinde in Baden Baden. In: Die Tagespost vom 18. August 2016

"Die, welche uns den Gott des Todes predigen wollen" - Übersetzung eines Blogartikels von Kardinal Duka aus dem Tschechischen. In: Die Tagespost vom 13. August 2016

"Konvertiten" In: Die Tagespost vom 26. Juli 2016

"Teresa von Avila: Es gibt keinen Grund". In: Die Tagespost vom 23. Juni 2016

Rezension "Johannes Gschwind: Die Madonna mit dem geneigten Haupt". In: Die Tagespost vom 28. April 2016

Rezension "Peter Dyckhoff: Die Gottesmutter mit den drei Händen". In: Die Tagespost vom 21. April 2016

"Jacobus Voragine und seine Legenda Aurea Ausgabe lateinisch-deutsch". In: Die Tagespost vom 24. März 2016

"Ignatius jenseits von Legende und Vorurteil. Der Bericht des Pilgers und die Ignatius-Biografie von Pierre Emonet". In: Die Tagespost vom 19. Januar 2016

"Schicksalhafte Lektüre Die Taufkirche von Edith Stein in Bergzabern, wo ihr Weg der Heiligkeit begann" In: Vatican-Magazin Januar 2016

"Selbst ein Stein würde bersten. Interview mit Karam Alyas, Flüchtling aus Nordirak." In: Die Tagespost vom 4. Dezember 2015

"Am Ursprung eines stabilen Kerneuropa Gisela von Bayern und Stefan von Ungarn: Ein heiliges Paar, das zu Staatsgründern wurde" In: Vatican-Magazin Dezember 2015

"Hier wird nach Wahrheit gesucht. Ein Interview mit dem Konvertiten, Kampfkünstler und Schauspieler Michel Ruge." In: Die Tagespost vom 13. November 2015

"Leibhaftig, nicht als Symbol? Ein ungeschickter Priester: Das Blutwunder von Walldürn und die elf „Veroniken“ - In: Vatican-Magazin November 2015

"Martha und Maria in einer Person. Elisabeth Münzebrocks Porträt der Teresa von Avila" In: Die Tagespost vom 14.Oktober 2015

"Das Meisterwerk: Mann und Frau, die einander lieben." Zur Heiligsprechung der Eltern der hl. Thérèse von Lisieux. In: Vatican-Magazin Oktober 2015

"Glückssucher, Gelehrter und Vorbild. Ein gelungenes Porträt des heiligen Augustinus. In: Die Tagespost vom 27. August 2015"

"Hervorragende Brückenbauer. Ein Interview mit Simon Jacob, ZOCD u. Initiator des Project Peacemaker" In: Die Tagespost vom 21. August 2015

"Eine Tugend für Kämpfernaturen: Johannes Stöhr und die Tugend der Geduld." In: Die Tagespost vom 27.Juli 2015

"Wachen und Beten für die Welt. Ein Besuch bei den Trappistinnen auf dem pfälzischen Donnersberg." In: Die Tagespost vom 17. Juni 2015

"Ein Apostel der Armen: Der selige Paul Josef Nardini und seine Grabkapelle in Pirmasens" In: Vatican-Magazin Juni-Juli 2015

"Von der Tänzerin zur Ordensschwester. Irmgard Fides Behrendt Flucht aus dem Osten." In: Die Tagespost vom 8. Mai 2015

"Es ist eine simple Sache, zu lieben. Interview mit Torsten Hartung zu seiner Konversion." In: Die Tagespost vom 8. April 2015

"Meine Mutter stirbt an ALS" In: Christ und Welt - Beilage der "ZEIT", Ausgabe 17-2015

"Don Bosco und Maria Mazzarello" In: Vatican-Magazin April 2015

"Eine profunde Menschenkennerin. Zum dritten Band der Briefe Teresas von Avila" In: Die Tagespost vom 1. April 2015

"Katholisches Welttheater. Paul Claudel: Der seidene Schuh" In: Die Tagespost vom 19. März 2015

"Einbruch des Übernatürlichen. Michail Bulgakov: Der Meister und Margarita" In: Die Tagespost vom 7. März 2015

"Ganz Ohr für die Stimme des Herrn. Ein Kartäuser: Die Große Stille" In: Die Tagespost vom 3. März 2015

"An der Hand der großen Teresa". Eine Auswahl von Internetseiten zum 500. Geburtstag T. von Avilas. In: Die Tagespost vom 17. Februar 2015.

"Vom Krieg zum Frieden. Wie das Gefängnis für Torsten Hartung zum Tor der Gnade wurde." In: Die Tagespost vom 10. Februar 2015 (Buchbesprechung)

"Das Leben Jesu betrachten Ein Gespräch mit Pater Norbert Lauinger SAC vom Apostolatshaus in Hofstetten" In: Die Tagespost vom 31. Januar 2015

"Das Gebet ist die Drehscheibe des Christseins- Das Lebensbuch des heiligen Theophan des Einsiedlers bietet Einblick in den geistlichen Reichtum der Orthodoxie" In: Die Tagespost vom 27. Januar 2015

"Digitale Karte des Ordenslebens - Das „Jahr der Orden“ im Internet und den sozialen Medien" In: Die Tagespost vom 27. Januar 2015

"Eine Katakombenheilige im Exil Das Weinstädchen Morro d‘Alba in den Marken mit den Gebeinen der römischen Märtyrerin Teleucania." In: Vatican-Magazin Januar 2015

"Starke Frauen - Wenn Widerstand gegen herrschende Strukturen zur geistlichen Pflicht wird. Prophetinnen und Mahnerinnen in der Kirche." In: Die Tagespost vom 16. Dezember 2014

Auf Columbans Spuren. Eine unkonventionelle Pilgerreise." In: Die Tagespost vom 13. Dezember 2014

"Geistliche Paare: Der heilige Paulinus von Nola und seine Therasia" In: Vatican-Magazin Dezember 2014

"Die zeitlose Kunst des Sterbens. Nicht nur Hospizhelfer werden Peter Dyckhoffs Betrachtungen schätzen." In: Die Tagespost vom 20. November 2014

"Mystikerin des Apostolats. Mit Teresa von Avila Zugänge zur Spiritualität der Unbeschuhten Karmeliten finden" In: Die Tagespost vom 14.Oktober 2014

"Was die Mumien erzählen. Die Bruderschaft vom guten Tod und die Chiesa dei Morti in Urbania" In: Vatican-Magazin November 2014

"Teresa von Ávila und Johannes vom Kreuz. Die unbeschuhte Reformerin und ihr Vater, der „doctor mysticus“" In: Vatican-Magazin Oktober 2014

"Gottvertrauen als Balsam und Ansporn. Carlo Maria Martinis spirituelles Vermächtnis" In: Die Tagespost vom 4. September 2014

"Unter den Märtyrern der Gegenwart. Soon Ok Lee hat die Haft in einem nordkoreanischen Straflager überlebt und zum christlichen Glauben gefunden." In: Die Tagespost vom 16. August 2014

"Zeugen monastischer Kultur. Seit 20 Jahren gibt es das Netz cluniazensischer Stätten im Schwarzwald." In: Die Tagespost vom 17. Juli 2014

"Franziskus-Effekt in Umbrien. Steigende Pilgerzahlen in Assisi und eine Friedensmission im Heiligen Land." In: Die Tagespost vom 12. Juni 2014

"Im Bunker fing alles an. Franco de Battaglia schildert die Anfänge der Fokolarbewegung." In: Die Tagespost vom 5. Juni 2014

"Eine Oase der Stille-nicht nur für Zweifler. Zum 850. Todestag der hl. Elisabeth von Schönau" In: Vatican-Magazin Juni_Juli 2014

"Sie zum Lächeln zu bringen wird unser aller Lieblingsbeschäftigung" Buchbesprechung Sandra Roth: Lotta Wundertüte. In: Die Tagespost vom 24. Mai 2014

"Gelungene Ouvertüre. Der Postulator Johannes Pauls II. hat eine lesenswerte Papstbiografie vorgelegt." In: Die Tagespost vom 24. April 2014

"Kloster Wittichen und die selige Luitgard" in: Vatican-Magazin Mai 2014

"Clemens Brentano und die selige Anna Katharina Emmerick" in: Vatican-Magazin April 2014.

"Wohltuend für Seele, Geist und Körper Der heilige Ulrich von Zell und sein „durch Wunder berühmtes Grab“ im Schwarzwald" In: Vatican-Magazin März 2014

"Spiritualität der Heiligen. Bischof Paul-Werner Scheele stellt Glaubenszeugen aus allen Zeiten vor." In: Die Tagespost vom 27. Februar 2014

"Hinaus in die Randgebiete der menschlichen Existenz. Der hl. Vinzenz von Paul und die heilige Louise de Marillac." In: Vatican-Magazin Februar 2014.

"Blind geboren - Doch dann geschah das Wunder. In jener Zeit, als das Christentum aufzublühen begann: Die heilige Odilie auf dem Mont Sainte-Odile im Elsass." In:Vatican-Magazin Januar 2014.

"Römische Geschichte einmal anders." Rezension zu Ulrich Nersingers Buch "Die Gendarmen des Papstes." In: Die Tagespost vom 7. Januar 2014

"Die Bärin wies den Weg. Die heilige Richardis und Unsere liebe Frau in der Krypta in Andlau." In: Vatican-Magazin Dezember 2013

"Schatten auf der Soldatenseele". In: Die Tagespost vom 3. Dezember 2013

"Über den Brenner nach Rom. Ein neuer Pilgerführer mit Etappenheiligen." In: Die Tagespost vom 28.10.2013

"Eine neue Idee von Liebe - Der Troubadour Jaufré Rudel und seine ferne Prinzessin." In: Vatican-Magazin Oktober 2013

"Zeigen, dass sie ein Werkzeug Gottes war. Die Neuausgabe der Vita der heiligen Hildegard." In: Die Tagespost vom 17. September 2013.

"Licht ihres Volkes und ihrer Zeit". Die Lektüre ihrer Briefe eignet sich in besonderer Weise, um die hochbegabte Menschenführerin Hildegard von Bingen kennenzulernen. In: Die Tagespost vom 17. September 2013

"Eine Art intensivierte Straßenpastoral" - ein Gespräch zum Jahr des Glaubens mit dem Augustiner-Chorherrn und Bloggerkollegen Hw. Alipius Müller. In: Die Tagespost vom 24. August 2013

"Das flammende Siegel des hl. Ignatius. Die Eremo delle Carceri bei Assisi" In: Vatican-Magazin August-September 2013

"Mehr als exotische Aussteiger. Ein Buch gibt Einblicke in das Leben moderner Eremiten." In: Die Tagespost vom 11. Juli 2013

"Geistliche Vitaminspritzen. Gesammelte Johannes-Perlen aus einem reichen Leben." In: Die Tagespost vom 4. Juli 2013

"Das entflammte Herz. Die Ewigkeit als Maß: Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal." In: Vatican-Magazin Juli 2013

"Und Christus berührte das kranke Bein. Wie der heilige Pellegrino von Forlì zum Patron der Krebskranken wurde." In: Vatican-Magazin Juni 2013

"Ida Friederike Görres und Joseph Ratzinger - die tapfere Kirschblüte und ihr Prophet in Israel." In: Vatican-Magazin Mai 2013

"Kein Maß kennt die Liebe" - über die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern und das Jubiläumsjahr in Kloster Hegne. In: Die Tagepost vom 20. April 2013.

"Liebe, Wahrheit, Schönheit-das gesamte Pontifikat Benedikts XVI." - Die Buchbesprechung zu A. Kisslers Buch "Papst im Widerspruch." Online hier.

"Zuversicht statt Zweifel. Bologna und die heilige Katharina."In: Die Tagespost vom 13. April 2013

"Und in dir wird man einst die Herrlichkeit Gottes sehen" über die heilige Katharina von Bologna. In: Vatican-Magazin März-April 2013

"Schutzschirm für die Gemeinschaft. Christoph Müllers Einführung in die Benediktsregel" In: Die Tagespost vom 7. März 2013

"Fritz und Resl: Gottes Kampfsau und Jesu Seherin" In: Vatican-Magazin Februar 2013 anlässlich des 130. Geburtstags von Fritz Michael Gerlich.

"Jakub Deml-Traumprosa, die vom Jenseits erzählt" In: Die Tagespost vom 9. Februar 2013

"Der Tod ist nicht relativ" In: Die Tagespost vom 7. Februar 2013

"In heiligen Sphären. Mensch und Welt lassen sich nicht entsakralisieren" In: Die Tagespost vom 5. Februar 2013

"Die tapfere Heilige, die nicht sterben wollte Die Märtyrerin Cristina und das Blutwunder von Bolsena." In: Vatican-Magazin Januar 2013

"Alles andere als Rettungsroutine. Aus den Schätzen der Kirche schöpfen: Warum Beichte und Ablass ein Comeback verdient haben." In: Die Tagespost vom 22.12.2012.

"Leitsterne auf dem Glaubensweg. Katholische Großeltern spielen eine wichtige Rolle bei der Neuevangelisierung." In: Die Tagespost vom 22.12.2012.

"Das Netz der virtuellen Ewigkeit.Tod und Gedenken im Internet." In: Die Tagespost vom 29. November 2012.

"Der Friede auf Erden fängt zwischen Männern und Frauen an. Marias "Fiat" und Josefs "Serviam". Engel führten sie zum außergewöhnlichsten Ehebund der Weltgeschichte. In: Vatican-Magazin Dezember 2012.

"Der Marathon-Mann" - mein Porträt von S. E. Bischof Tebartz-van Elst. In: Vatican-Magazin Dezember 2012.

"Versperrter Himmel, öffne dich!" Über die Wallfahrt der totgeborenen Kinder zu Unserer lieben Frau von Avioth. In Vatican-Magazin November 2012.

"Ein französischer Vorläufer des heiligen Franziskus - zum 800. Todestag des Hl. Felix von Valois." In: Die Tagespost vom 3. November 2012

"Die Macht der Mystikerinnen" anlässlich der Heiligsprechung von Anna Schäffer. In: Die Tagespost vom 20. Oktober 2012

"Was für eine Frau!" Zur Vereinnahmung der hl. Hildegard von Esoterikerin und Feministinnen. In: Die Tagespost vom 9. Oktober 2012

Über den Kapuzinerpater Martin von Cochem zu seinem 300. Todestag. In: Die Tagespost vom 29. September 2012

"Die Kirche-ein Krimi?" in: Die Tagespost vom 30. August 2012.

"Wieder gefragt: Exorzismus!" in: PUR-Magazin September 2012

"Mir ist das Brevier wichtig geworden!" Ein Interview mit dem evang. Pfarrer Andreas Theurer, der in die katholische Kirche eintreten wird. In: Die Tagespost vom 14. August 2012

"Im Vorhof des Himmels" Die hl. Edith Stein und ihr Seelenführer, der Erzabt von Beuron. In: Vatican-Magazin August-September 2012

"Durch Gottes Gnade ein Kind der Kirche" - Edith Stein, Erzabt Raphael Walzer von Beuron und die Enzyklika Mit brennender Sorge. In: Die Tagespost vom 9. August 2012.

Der Cammino di San Francesco-Heiligtümer im Rieti-Tal. In: PUR-Magazin Juli.

Die Opfer der Bundeswehr. Mein Interview mit dem Afghanistan-Veteranen R. Sedlatzek-Müller. In: Die Tagespost, Ausgabe vom 14. Juni 2012

"Mehr als Dinkel und Kräuter: Ein Kernkraftwerk des Heiligen Geistes - die hl. Hildegard von Bingen" In. Vatican-Magazin Juni-Juli 2012

"Wie eine lodernde Feuersäule Die heilige Veronika Giuliani" In: Vatican-Magazin Mai 2012

"Die Vollblutfrau, die den Erlöser liebte: Kronzeugin des Osterereignisses: Die Geschichte von Jesus und Maria Magdalena." In: Vatican-Magazin April 2012

"Ich fühle mich als Frau in der Kirche nicht diskriminiert" Ein Interview mit mir von Petra Lorleberg für kath.net

"Die virtuelle Engelsburg hat standgehalten" in: Die Tagespost vom 22. März 2012

"Die Sowjets traten, rissen, schlugen, brannten - aber immer wieder haben die Litauer ihren Kreuzeshügel aufgebaut". In: Vatican-Magazin März 2012

"Katholische Bloggerszene stiftet Ehe" Interview mit Phil und Hedda in: Die Tagespost vom 13.März 2012

Und Du wirst mal Kardinal!" Prags Erzbischof verkörpert das Durchhaltevermögen der tschechischen Christen. In: Die Tagespost vom 18. Februar 2012

"Wo Liebe ist, ist Eifersucht nicht weit: Alfons Maria de Liguori und Schwester Maria Celeste Crostarosa, Gründer des Redemptoristenordens". In: Vatican-Magazin Ausgabe Februar 2012

Neue Kolumne über geistliche Paare: "Mann-Frau-Miteinander-Kirchesein" In: Vatican-Magazin Ausgabe Januar 2012

Unsagbar kostbare Göttlichkeit - Gold, Weihrauch und Myrrhe: Die Gaben der Heiligen Drei Könige. In: Die Tagespost vom 5. Januar 2012

"Wo die Pforten des Himmels offen sind. Loreto in den italienischen Marken". In: Vatican-Magazin Dezember 2011

"Ein Schatz, der fast zu groß für diesen Erdball ist". In: Liebesbriefe für die Kirche. Hrsg. Noe, Biermeyer-Knapp. Bestellbar hier.

Der Papst meines Lebens - Vatican-Magazin spezial zum Papstbesuch

Norcia - der Geburtsort des heiligen Benedikt: "Als sich der Erdkreis verfinstert hatte" In: Vatican-Magazin August-September 2011

In englischer Übersetzung online hier: When the world had darkened<

Der Vatikan und die Blogger - Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Poetische Pilgerorte-Reisen ins mystische Mittelitalien. Erschienen im MM-Verlag.


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Strieten wider den Heiligen Geist [I]

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An sich könnte ein Beitrag mit dem Titel „Was ist katholisch? Bestimmungsversuch im Horizont der Moderne“ eine interessante Lektüre versprechen, vor allem, wenn dieser Bestimmungsversuch von einem katholischen Fundamentaltheologen unternommen wird. Magnus Striet, Universität Freiburg, hat ihn in der Anthologie „Memorandum: Kirche 2011 – Argumente“, erschienen im Herder-Verlag, vorgelegt.
Eine erste, oberflächliche Lektüre des Artikels, erinnert an das indische Gleichnis von den drei blinden Männern und dem Elefanten. Jeder einzelne ertastet ein anderes Gliedmaß des Dickhäuters. Vom König befragt, ob sie das Wesen des Elefanten erkannt hätten, antwortet der erste, der Elefant gleiche einer Säule – er hatte den Fuß betastet. Der zweite behauptet, das Tier habe Seilform - das war derjenige am Schwanz. Magnus Striet könnte dann jener sein, der behauptet, die katholische Kirche gleiche einer Bürste, weil er die behaarte Schwanzspitze zu ergreifen bekam.

Doch zunächst zum Inhalt des Beitrages, der in vier Teilstücke unterteilt ist. Im ersten konstatiert Striet einen modernen Antimodernismus der katholischen Kirche, im zweiten fragt er nach Kirchen- und Gotteskrise, im dritten Abschnitt widmet er sich der Betrachtung von „umstrittenen Identitätsmarkern“ der katholischen Kirche, um zum Abschluss festzustellen: Das Katholische gab es nie.
Seit dem 19. Jahrhundert begleite den römischen Katholizismus die Diagnose Kirchenkrise, wobei der eigentliche Krisenherd noch nicht erkannt sei, so Striet.
Der Topos von der Kirchenkrise ist zu einem nützlichen Handwerkzeug in der innerkirchlichen Auseinandersetzung geworden, erlaubt es doch je nach Ausrichtung (und ideologischer Vereinnahmung) entweder mehr Reformen in Richtung Protestantisierung zu fordern oder die Verdunstung des Glaubens in einer säkularen Gesellschaft - aus Gründen fehlender überfälliger Reformen - zu beklagen.
Nun, von Seiten der Kirchenkrisen-Diagnostiker wird dabei beflissentlich der Seitenblick auf die desolate Situation der großen oder auch kleineren protestantischen Gemeinschaften vermieden; auch Striet wagt den Blick über den Tellerrand nicht, dies sei für ihn nämlich „kein Argument“ gegen Reformen. Warum nicht?
Das möchte er nicht verraten. Stattdessen stellt er - zu Recht - fest, dass die Sehnsucht nach Gott nicht einfach verschwunden sei, auch nicht angesichts des Phänomens des Säkularismus in den westlichen Kulturen. Dabei würde – von wem? – die Kirche nur dann mit der Frage nach Gott und Gott selbst nur mit der Kirche identifiziert werden, wenn man sie als den Ort vermute, an dem die Gottesfrage in ihrer ganzen Ambivalenz gestellt werden dürfe, schreibt Striet. Nun muss man nicht einmal katholische Theologie oder speziell Ekklesiologie studiert haben, es genügt ein Griff zu den im Internet frei zugänglichen Dokumenten des Vaticanum II, um sich über diese Beschreibung der Kirche zu wundern. Selbstverständlich ist die Kirche nicht ein Ort, an dem die Gottesfrage gestellt wird, sondern vielmehr ist die Kirche ihrem eigenen Selbstverständnis nach die Verkünderin und Hüterin göttlich offenbarter Wahrheit in der Lehre Jesu Christi. Zuletzt hatte die dogmatische Konstitution Lumen Gentium den Charakter des mystischen Leibes Christi und des pilgernden Gottesvolkes umrissen. „Der Heilige Geist wohnt und betet in den Herzen der Gläubigen“, stellt Lumen Gentium fest, und selbst wenn man an diesem Sachverhalt Zweifel hegen könnte, so ist es doch schlicht unmöglich, die Kirche in ihren genuinen Eigenschaften, erfüllt vom Heiligen Geist, als einen Ort zu bezeichnen, an dem die Gottesfrage gestellt werde – denn die heilige Kirche ist ja bereits A n t w o r t.
Warum Striet dies weder erkennen will noch kann, beantwortet er, ebenfalls in Abschnitt Zwei, mit der Behauptung: Mit der Kirche werde stattdessen Antimoderne assoziiert.
Es sind diese Pauschalismen und subjektivistischen Gemeinplätze, die die Lektüre des Beitrags so mühselig machen. W e r assoziiert Antimoderne mit der katholischen Kirche? Otto Normalatheist? Die Spiegel-Redaktion? Der Kollege von der evangelischen Fakultät? Magnus Striet selbst? Was ist mit all jenen, die ernsthaft nach Gott fragten und im Schoß der katholischen Kirche ihre Sehnsucht erfüllt gefunden haben? Sollen das alles Menschen sein, die sich der „Aufgabe ein verantwortetes Selbst sein zu wollen“ aus einem „antimodernistischen Reflex“ heraus entzogen haben? In Südkorea, in Indien, in Vietnam, in Europa? Kann sich ein Theologie wie Magnus Striet wirklich nicht mehr vorstellen, dass gerade „moderne Menschen“ auf Gottessuche nicht aus ideologischen Gründen, sondern aufgrund der Heiligkeit der Kirche von ihr angezogen werden? Dass gerade ihr Festhalten am Sakralen in der Welt, ihr Widerstand gegen alles Profane – und eben nicht gegen an alles Moderne, hier herrscht ein Kategorienfehler, Herr Professor! – die "modernen" Menschen von der Banalität der sie umgebenden Alltagswirklichkeit, die sich in Utilitarismen und Hedonismen erschöpft, erretten könnte?

Zur Rede vom „modernen Menschen“ und dessen besonderer Verfasstheit, wie Striet sie im Namen seiner Reformagenda beschwört, hat übrigens der zu Unrecht in Vergessenheit geratene katholische Philosoph und engagierte Streiter gegen den Nationalsozialismus, Dietrich von Hildebrand, schon alles gesagt. Der „Mythos vom modernen Menschen“ ist eine Erfindung der Soziologen: „Solange man nur die ungeheure Veränderung in den äußeren Lebensverhältnissen meint, die durch die enorme Entwicklung der Technik herbeigeführt ist, weist man auf eine unbezweifelbare Tatsache hin. Aber welchen Einfluß diese äußere Veränderung auf den Menschen, auf sein Wesen, auf die Quellen seines Glückes hat, auf den Sinn seines Lebens, auf die metaphysische Situation des Menschen, ist damit in keiner Weise gezeigt. Und doch würde nur eine Änderung des Menschen in dieser Hinsicht in irgendeinem Zusammenhang stehen mit seiner Fähigkeit, die Sprache, in der durch Jahrtausende die Kirche der Menschheit die Botschaft Christi verkündet hat, zu verstehen. Eine bescheidene Kenntnis der Geschichte und ein vorurteilsloser Blick auf sie müssen jeden überzeugen, daß der moderne Mensch, der sich von den Menschen aller früheren Epochen radikal unterscheidet, eine reine Erfindung oder besser ein typischer Mythos ist.“

Wenn Magnus Striet dagegen von der conditio humana spricht, deren „konstitutive Ungewissheit die katholische Kirche versäumt anzuerkennen“ zugunsten einer „Einheitsrhetorik“, der sie huldige [Guck mal, wer da spricht!], welche wiederum um den Preis einer „gewaltigen Komplexitätsreduktion erkauft“ sei, dann tritt zu Tage, dass es sich bei seiner Rede von der Moderne und dem modernen Menschen um einen reinen Soziologismus handelt, den er nach Gusto polemisch einsetzt, um die Gebetsmühle der Reformagenda am Laufen zu halten. Denn es geht nicht darum, die konstitutive Ungewissheit des Menschen anzuerkennen, sondern ihm Heilung und Stütze zu bieten - man nennt es bei uns auch Seelsorge, Herr Professor - wenn er sich in Situationen der Grenzerfahrung und der existentiellen Unsicherheit wiederfindet. Das Phänomen dürfte auch Striet bekannt sein: Nach Katastrophen und erschütternden Unglücksfällen wie dem Amoklauf von Winnenden 2009 oder der Tragödie bei der Love Parade 2010 in Duisburg pflegen die Kirchen beiderlei Konfessionen voll zu sein. Diese sind eben dann auch n i c h t der Ort, an dem die Gottesfrage gestellt wird, sondern der Ort, an dem man sich Trost, Beistand und Hilfe in einer metaphysischen Grenzerfahrung erhofft.
Ein solcher Mensch, traumatisiert und hilflos, stolpert also in eine katholische Kirche, bleibt stehen oder sinkt nieder in die Knie vor dem Ewigen Licht an unserem Tabernakel, ein Priester kommt herbei und bietet ein geistliches Gespräch an, da fragt der Verzweifelte nach Gott. Wenn er Glück hat, gerät er dann nicht an Magnus Striet, sondern an einen kompetenten Seelsorger, der ihm nahe bringen kann, warum dieses rote, immerwährende Licht vor unseren Tabernakeln brennt: Weil hier der "Ich-Bin-Da!" gegenwärtig ist, und eben nicht der "Ist Er da - oder vielleicht auch nicht?!"

[Teil II hier.]
Puntualizzazione (Gast) - 8. Dez, 16:50

Bene scripsisti! ;-)

Theodor (Gast) - 8. Dez, 22:44

Schöner Beitrag

Dass die Kirche nicht eine Frage ist, sondern in ihr die Antwort des dreifaltigen Gottes auf jegliches Fragen der Kreatur gegenwärtig ist - das bekommen diese Leute einfach nicht mehr in den Kopf und über die Lippen.

Man tut sich fast schwer, für diese Haltung den Begriff "Häresie" zu verwenden, den das Bild zum Beitrag veranschaulicht. In gewisser Weise wird hier die Sphäre des Christentums und der Religion überhaupt unterlaufen.

Das Christentum ist letztlich ja nicht die (intellektuelle) Antwort auf eine Frage, sondern die (existentielle) Befreiung aus einer Erfahrung - der Erfahrung von Sünde und Schuld sowie der damit verbundenen Entfremdung vom eigenen Sein.

Wer diese Dimension ausblendet (und sie ist im Memorandum als individuelle, existentielle Erfahrung komplett ausgeblendet), redet schlicht nicht "auf Augenhöhe" über das Christentum und mit der Kirche.

cuppa (Gast) - 9. Dez, 10:10

Der Mann ist Fundamentaltheologe. Man muss sich das mal vorstellen. Nicht ein Soziologe, der sich auf Kirchen-Soziologie spezialisiert hat und systemimmanent argumentiert. Er ist der Dekan der theologischen Fakultät der Uni Freiburg. Er ist mitverantwortlich für die theologische Ausbildung der katholischen Studenten, die mal in ihren kirchlichen Berufen, RU-Lehrer, Pastoralreferenten und andere, den Glauben weitergeben sollen.
Na dann.
Bischöfliches Lehramt? Gab's das mal? Ist selbst mit der Lupe oder dem Fernrohr nicht mehr zu erkennen. Aber das liegt wahrscheinlich an mir. Ich kann es nicht mehr erkennen.
(Das ist kein billiges Rufen nach dem Lehramt, weil der eigene Verstand nicht ausreicht, ihn zu widerlegen. Doch ich weiß aus eigener Erfahrung, wie leicht junge Menschen zu manipulieren sind. Striet jedoch ist uns erspart geblieben).

Imrahil (Gast) - 9. Dez, 12:35

Es ist allerdings schon so, daß die Kirche als empirisch erfaßbare Wirklichkeit unmodern, und sofern die Erlaubnis der Unmoderne antimodern, dann auch antimodern ist.

Der Grund ist nicht, daß sie die Moderne zurückweist. Der Grund ist, daß sie über die Menschen eine Reihe von Geboten verhängt - Vorsicht, ich schreibe jetzt *nicht* daß diese unmodern seien - *zu welchen das Gebot "Du sollst modern sein" nicht gehört*!

Worauf der Otto Normalverbraucher, sich innerlich immer schon dagegen sträubend, als Ortho Normalverbraucher einklassifiziert zu werden, sich, sobald er bekehrt ist, hemmungslos der Unmoderne hingibt, *weil er nicht mehr modern sein muß* und ihm die Moderne so wirklich noch nie Spaß gemacht hat.

Die Kirche in Bayern ist durch eine eigene Sprache ausgezeichnet: den bayrischen Dialekt... Das hat schon alles seinen Grund.

nk (Gast) - 9. Dez, 18:42

Die Kirche ist antimodern - und das ist gut so

Für die Moderne ist der Mensch das Maß aller Dinge. Und für die Kirche ist das Maß aller Dinge Gott. Damit ist klar, daß Kirche niemals wirklich modern sein kann und darf.

Insofern hat der Herr Striet recht und man kann ihm im Grunde nur antworten : Na und ?

Zur Philosophie der Moderne sehr empfehlenswert : James Kalb : The Tyranny of Loberalism. Dort wird die (Moral)-Philosophie der Moderne nach allen Regeln der Kunst analysiert
Imrahil (Gast) - 10. Dez, 12:18

Na, dém kann ich dann so auch nicht zustimmen. Daß der Mensch resp. daß Gott das Maß aller Dinge ist, muß kein Widerspruch sein (deswegen konnte das II. Vaticanum auch in Lumen gentium relativ nah an ersterem entlanglehren). Welcher Mensch, ist dann halt die Frage. Solange der Mensch gemeint ist, wie ihn Gott geschaffen und - auch - der Sündenfall in Mitleidenschaft gezogen hat, und letzteres nur im üblichen Maß, ist das kein Gegensatz. (Die beiden Gebote des Doppelgebots stehen in innerem Zusammenhang.)

Solange in der Moderne noch der Mensch wirklich das Maß aller Dinge wäre, wäre die Moderne nicht so unbeliebt. Und die Moderne *ist* unbeliebt. Man zeige mir ein einziges Lied der Popmusik, das die Moderne lobt und preist. (Nicht die nostalgisierte Vergangenheit, oder die Weltflucht, die, weil an Klöster nicht gedacht wird, meist in die Arme eines/r Geliebten erfolgt; bisweilen aber auch beim Surfen, wenn man an Julis "Perfekte Welle" denkt.) Die Gegenseite kann mit ganzen Lastzügen voll aufwarten, von denen die "Reklamation" von Wirsindhelden nur das offenkundigste Beispiel ist. Haindlings leider nicht so bekanntes "Hau ruck" wäre ein anderes. Michael Bully Herbigs Sentenz "Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden" aus dem Schuh des Manitu ist aus dem Stand zur populären Redensart geworden, und als Chris Böttcher es geschafft hat, einen neuen Schlager in zwei Monaten zum alteingessenen Volkslied (der jungen Leute!) zu machen, begann es sinnigerweise wie eine klassische Lamentatio der Alten: "Früher hamma Metzger glernt oder Archivar, heutztag wernma Models oder Superstar" etc.

Ich denke, wir haben es mit den reflexiven Definitionen zu tun:
1. Das Maß der Moderne ist der Fortschritt.
2. Fortschritt ist die Entwicklung vom Unmodernen zum Modernen.

Der Mensch ist aber eben doch weiterhin ein Grieche bzw. ein Mitglied des Wildschützenvereins, so daß ihm nur "Ein Ziel vor Augen gibt Sinn dem Leben", nicht ein Angehöriger der Spenglerschen faustischen Kultur (zu der wir angeblich gehören sollen), der bloß in einem Immer-weiter seine Aufgabe sähe.
str - 12. Dez, 18:33

Imrahil,

"Die Kirche in Bayern ist durch eine eigene Sprache ausgezeichnet: den bayrischen Dialekt... Das hat schon alles seinen Grund."

Aber nur in den Bistümern Freising-München, Regensburg und Passau, nicht wahr?

Volle Zustimmung zum zweiten Posting.
str - 12. Dez, 18:52

Ob das Huhn zuerst da war ...

... oder das Ei, bleibt auch christlich/katholischerseits ein Paradox.

Ein kreationistischer Christ würde sagen: das Huhn, welches dann das Ei legte.

Ein theistische Evolution vertretender Christ könnte aber sagen: vor dem Hühnerei war das Huhn aber vor dem Huhn das (Nochnicht-Hühner-)Ei.

Warum der Hahn aber zuerst dagewesen sein sollte? Wo wir doch von Kindesbeinen an gelernt haben: "der Hahn legt keine Eia"?

Selbst wenn man die Entstehung des Menschen: Adam aus der Erde, Eva aus der Rippe/Seite wörtlich nimmt, erlaubt das keine Aussagen über Federvieh.
nk (Gast) - 11. Dez, 14:56

Noch mal zu Imrahil - krieg ich nicht als Antwort auf den Kommentar ins System

Ich sehe den grundlegenden Unterschied zwischen Gott und Mensch als Maßstab schon und ich hoffe sehr, dass das Konzil den nicht verworfen hat. Gestützt auf dieses Konzil (zu Recht oder Unrecht sei dahingestellt) wird der Unterschied in der 'pastoralen' Praxis gerne kleingeredet, aber das ändert nichts an seiner Existenz.

Der Mensch in der konkreten Praxis hat nun einmal auch Launen, Egoismus und Bosheit in sich, er ist als Maßstab aller Dinge deshalb unbrauchbar, denn man hat nur 2 Möglichkeiten:

Entweder wertet man die menschlichen Bedürfnisse und erhebt nur die besseren zum Maß, dann braucht man einen Wertmaßstab außerhalb des Menschen, um genau diese Bewertung vorzunehmen.

Oder man erkennt alle menschlichen Bedürfnisse als gleichwertig an und zerstört damit Kultur, Wohlstand und Freiheit gleichermaßen. Und genau dies ist aus einer Philosophie, welche die Transzendenz nicht zum Maß erheben will, die einzig mögliche logische Konsequenz und genau dies ist es, was geschieht. Kalb weist das sehr genau nach und meine Zusammenfassung tut im Unrecht.

Dass die Moderne unbeliebt ist, ist unter diesen Umständen klar, ihre zerstörerischen Folgen werden mittlerweile von normalen Menschen bemerkt, aber nicht als unweigerliche Folge einer Philosophie erkannt , das ist auch viel verlangt, wenn die Institutionen, welche lehren sollten, es nicht tun.

Die Moderne kann keine Begeisterung mehr erwecken - wie sie es noch in den 60ern tat, habe ich selber erlebt - und das ist ein Zeichen ihres nahenden Endes.

Auch wegen diese nahenden Endes der Moderne lohnt es sich für die Kirche nicht, sich sozusagen auf den letzten Drücker noch an die Epoche anzupassen.

Imrahil (Gast) - 11. Dez, 19:01

Danke für die Antwort...!

Da könnte man aber andererseits sagen: Wie soll denn Gott als Maßstab (!) herhalten? Jesus Christus, seiner Menschheit nach, ja, aber die Gottheit?

Der Mensch hat in der Tat Launen und einen Hang zur Sünde (*) in sich. (In das übliche Egoismus-Bashing stimme ich aus einem gewissen Prinzip nicht ein... Egoismus ist einfach per definitionem die fehlgeleitete Selbstliebe, insofern hilft uns der Begriff nicht weiter, wenn wir unterscheiden wollen, welche Selbstliebe nun gut und welche schlecht ist. - Bosheit im eigentlichen Sinn des Wortes, also die Einstellung, die ein sittliches Übel tun will, weil und nicht obwohl es ein solches ist? Die hat der Normalsünder, vermutlich, eher nicht *in sich*, obschon er, vermutlich, hin und wieder *einzelne* Bosheitssünden begeht, für die er sich dann verachtet.)
[* Bemerkung. Wir selber und Maria gehören zur selben Spezies; der Sinn der Unbefleckten Empfängnis dürfte nicht darin liegen, eine Trennlinie zwischen den Sündern und der, wenn auch formal irgendwie erlösungsbedürftigen, Nichtsünderin aufzumachen, sondern sie ist als Mensch erlöst worden und hat in der Verkündigungsszene gemäß einem Väterwort die Menschheit vertreten. (Welche Ehre für die Menschheit!) (Mitlesende Protestanten bitte verzeihen: einen solchen Vergleich könnte man natürlich auch mit dem Heiland selber, seiner Menschheit nach, machen und sollte das vielleicht, obwohl die katholischen Dogmen natürlich wahr sind, sogar eher tun; nur kommt man dann halt mit Seiner Gottheit in sprachliche Ausdrucksschwierigkeiten, für deren Vermeidung sich das Beispiel Mariens angeboten hat. :-) )]

Was tatsächlich ein Problem ist, wenn Du eine Wertung der menschlichen Bedürfnisse vornehmen willst: Wie willst Du das denn machen? Kommt da dann nicht doch irgendwo das "geistig höher - sinnlich tiefer" hinein und damit der alte Manichäismus, der nach Chesterton immer der eigentliche Feind der Kirche war?
[Und auch heute ist. Bloß um kein falsches Bild aufkommen zu lassen: Die Manichäer erlaubten Keuschheitssünden, als Zugeständnis an die menschliche Schwäche, sehr wohl - sofern verhütet wurde, d. h. keine Kinder in diese verdorbene Welt gesetzt würden... Parallelen kann jeder selber ziehen.]

Aber schon die Wertung überhaupt, auch die gleiche, ist ja problematisch hinsichtlich ihrer theoretischen Denkbarkeit. Ich erfülle nicht das eine Bedürfnis und dann das andere. Entweder sind alle menschlichen Bedürfnisse auszuüben zu suchen (und ein entstehender Widerspruch nach Art der Maoam-Werbung mit "Was willst Du eigentlich?" aufzulösen) oder man kann mit den Bedürfnissen gleich aufhören. Ich kann also die menschlichen Bedürfnisse nicht gleichrangig werten, sondern nur als eine Gesamtheit, zu denen das einzelne Bedürfnis entweder gehört oder nicht gehört.

Und nun ist es eben so, daß der Mensch sich (auch natürlich) als Geschöpf Gottes erkennt und die Sentenz, ein Geschöpf habe die Gebote seines Schöpfers zu erfüllen, für eine logische Selbstverständlichkeit ansehen muß. Das nur mal als Einstieg. Wenn wir das nämlich nicht als Gebote Gottes auffassen würden, was auch ohne Offenbartwordensein als Gebot zu gelten hätte, bliebe da gar nicht soviel übrig.
Imrahil (Gast) - 11. Dez, 19:07

Oder um's kurz zu fassen und obwohl ich den genauen Inhalt der besagten Philosophen nur dilettierend und vom Hörensagen her kenne und dann auch noch den sel. John Henry sinngemäß aus dem Gedächtnis zitiere:

"Die Kirche wird immer in großen Teilen Aristoteles zustimmen, weil Aristoteles einfach die Stimme des gesunden Menschenverstandes ist." (Anführungszeichen mit schlechtem Gewissen gesetzt)

Und bei aller Größe seiner Ideen (Doppelsinn) nicht Platon.
L. A. (Gast) - 11. Dez, 20:35

@Imrahil

Darf ich einer Laune halber den in Deinem ersten Kommentar erwähnten Chesterton für eine mir nicht gänzlich fehlgänglerisch erscheindende periphere Veranschaulichung der Newman'schen Aristoteles / Plato - Konvergenz im zweiten Kommentar heranziehen?
Er attestierte (!) der Philosphie des Hl. Thomas, der allerdings kein Grieche und auch kein "Grieche" war, durchaus zugeneigt, den Vorzug, begriffen zu haben, daß "Eier wirklich ( und auch nichts anderes als) Eier sind".

Ein Ei, auch dieses, wäre dann das, was es ist, keine menschliche oder außermenschliche "Kategorie" und schon gar kein "Maßstab". (wenn auch eine von einigen mitunter als Maß aller Dinge gesetzter... wie heißt das doch noch?)

Die Frage wäre dann keineswegs, ob das Ei oder Huhn zuerst "da" war, die ja im katholischen rein schöpfungsgeschichtlich ohnehin mit : "Falsche Frage - der Hahn war vorher da" negiert werden *sollte*, sondern möglicherweise, was oder wem man die Evidenz wie die Existenz der gegebenen Tatsachen zuschreibt.

Es ist dann allerdings ebenfalls mehr als zweifelhaft, ob dafür die mitunter verständliche menschliche Frage: "Was will (st) Du /ich wirklich?" ein relevanter Lösungszugang sein kann. Das wär/ ist! jedenfalls gut so.

Gaudete!
Nerone (Gast) - 11. Dez, 23:12

@nk

Das die moderne nicht mehr begeistern kann liegt sicherlich daran, dass sie in die jahre gekommen ist...
Aber früher war die zukunft auch besser.
Imrahil (Gast) - 12. Dez, 01:49

Ach ja...

nächstesmal mach ich einen flüssigen Text daraus. (Liest sich ja grausenvoll.)

In diesem Sinne:
"Gestern in der Nacht / da hab i drâmt / daß i mim Radl gfahrn bin -
i war a Radlfahrer, der vergessen hat / wo er hifahrn / woit.
Na woit i wieder umdrahn, woit hoamfahrn
und hab auf oamoi nimmer gwußt, wo i dahoambin -
des hab i drâmt.
I stèh an der Kreuzung, und möcht wieder hoam,
aber i woaß nimmer, wo des is,
und es is hoibe drei, obwoihs scho lang sechse war:
Da bin i no nia gwesen!
Da kenn i mi ned aus!
Und auf oamoi foits ma / wia Schuppen vo de Augn:
I hab ganz was wichtigs / vergessen:
*I hab vergessen, daß i so vergeßlich bin und bin aufs Radl auffegstiegn und einfach losgfahrn.
I hab vergessen, daß i so vergeßlich bin, bin auf mei Radl auffegstiegn:
Jetz steh i da.*"
(Haindling)
Imrahil (Gast) - 12. Dez, 02:02

@L. A.: Wir müssen zwei Dinge unterscheiden: Die praktische Lösung der Frage, und die theoretische.

Wenn Du sagst: "Es bringt dem Menschen, der wissen will, was er zu tun und zu lassen hat, nichts, 'Was will ich eigentlich*' zu fragen", dann bin ich in dem Punkt meinungslos mit Tendenz zu Deiner Meinung.

Es ist mir darum gegangen, daß man die Frage grundsätzlich und theoretisch in den wichtigsten Fragen des Alltagslebens darauf zurückführen *könnte*. (St. Thomas braucht selbst für den Beweis der Einehe keine Offenbarung...)

Warum ist mir das wichtig? Aus folgendem Grund. Daß die Christen praktisch die einzigen sind, wenn überhaupt, die sich an die natürliche Moral halten, ist mir auch klar. [Bevor ein Nichtchrist sich aufregt: Ich meine damit jene natürliche Moral, zu der unter anderem Einehe, Verhütungsverbot und voreheliche Enthaltsamkeit gehören...] Ich halte es aber für nicht ganz unwichtig, daß sie sich dabei den erfrischenden Gedanken machen können, daß eigentlich die andern daß ja alles auch machen müßten, und daß das nicht ein spaßverderbendes Dekret unseres Herrgotts ist, sondern in der Natur der Sache liegt.

Auch hilft es beim Befolgen eines Gebotes, ein Konzept zu haben, wozu das Gebot da ist.

(Kontrollwort war: "nein." --:) )
L. A. (Gast) - 12. Dez, 13:32

@Imrahil

Das Konzept ist sicher für denjenigen, der gerade "den Pfad der Tugend" entdeckt hilfreich. Den auch persönlichen Gewinn, den er dann beim "Begehen" macht, erschließt sich dann aber aus Erfahrung. (und das stört mich ungemein an den Äußerungen Herr Striets, daß dieser Gewinn schlichtweg negiert wird, und das Beharren aus gelebter Gewißheit und Einsicht in ein "angstbesetztes" Abwehrverhalten uminterpretiert. (und damit im Sinne der von Dir genannten Beispiele für "natürliche Moral" all jene desavouiert, die sich an sie halten, letztlich also auch ganze Völker, Kulturen und Epochen)
Für Christen geht das Festhalten natürlich über eine möglichst gelungene Gemeinschaftsordnung und Selbstzucht hinaus, da sie ja Teil des Gerichtetseins auf den Herrn und das ewige Leben ist, also auch ggf. die Qualität eines Opfers gewinnen kann.

(Aber eigentlich wollte ich Dich gestern nur etwas zurückamüsieren, und auch der Haindling - Text ist lustig, ja jetzt stehma halt bleed da :-)
Imrahil (Gast) - 12. Dez, 13:41

Danke! :-)
str - 12. Dez, 18:46

Wiederum Zustimmung, Imrahil. Nur zwei Einwände:

1. "Bemerkung. Wir selber und Maria gehören zur selben Spezies; der Sinn der Unbefleckten Empfängnis dürfte nicht darin liegen, eine Trennlinie zwischen den Sündern und der, wenn auch formal irgendwie erlösungsbedürftigen, Nichtsünderin aufzumachen, sondern sie ist als Mensch erlöst worden und hat in der Verkündigungsszene gemäß einem Väterwort die Menschheit vertreten."

Maria ist nicht nur formal erlösungsbefürftig, sondern wurde auch tatsächlich erlöst. Im Dogma der Unbefleckten Empfängnis steckt soviel (vordergründiges) Paradoxes, daß GK Chesterton seine Freude dann hätte. Wir dürfen uns mitfreuen. Maria selbst im Magnificat nennt Gott ihren Retter. Gott hat sie begnadet - das ist anders als bei ihrem Sohn, der ja aufgrund seiner göttlichen Natur nie von Gott getrennt sein konnte.

"(Welche Ehre für die Menschheit!)"

Welche Ehre für die Menschheit, daß Gott Mensch wurde. Welche Ehre für Maria, daß Gott gerade sie auserwählt hat, Ihn zu gebären.

2. Zustimmung, was den Manichäismus bzw. die Gnosis angeht, aber:

"Die Manichäer erlaubten Keuschheitssünden, als Zugeständnis an die menschliche Schwäche, sehr wohl - sofern verhütet wurde, d. h. keine Kinder in diese verdorbene Welt gesetzt würden... Parallelen kann jeder selber ziehen."

stimmt einfach nicht. Gezogene Parallelen gingen in die Irre, denn die Manichäer erlaubten keine "Keuschheitssünden" sondern verwarfen Sexualität in jedweder Form als sündhaft.

Nur daß es dann eben keinen Unterschied mehr macht, ob man sich nach irgendeiner Sexualmoral richtet. (Es stimmt zwar, daß Kinderzeugung als besonders verwerflich angesehen wurde - aber Sex mit Verhütung war deswegen nicht etwa okay.)

Eingefordert wurde der Verzicht nur von jenen, die sich dazu bereiterklärt hatten, der Welt zu entsagen. Aber auch nur diese - so der gnostische Glaube - wurden auch erlöst.

Es mag heutzutage ja Gnostiker geben, aber verbreitet ist diese Haltung eher in unbewußter Form.
Imrahil (Gast) - 12. Dez, 21:55

ad 1. Welche Ehre für die Menschheit, wenn diese Vätersentenz zutrifft, daß nämlich Maria (die nicht gesündigt hatte) in einem formalen Sinn Repräsentantin der Menschheit bei der Verkündigung war. So war das gemeint.

ad 2. Der Hintergrund ist der folgende, daß ich einmal rein zufällig im Internet auf Texte zum Thema Verhütung gestoßen bin (nach denen ich gar nicht wirklich gesucht hatte - ich weiß eigentlich gar nicht genau, wie ich dadrauf gekommen bin) und dann eben auf diese Position gestoßen bin (as reported by Augustinus oder einem Zeitgenossen), und zwar zu meiner größten eigenen Verwunderung, weil mir die Parallelen zur modernen Position so ins Auge gestoßen sind. In bezug auf die *natürlichen* Keuschheitssünden, zu denen die Verhütung ja nicht gehört, ist ja die Moderne (damit meine ich: in der Einstellung, nicht in dem Ausmaß der Ausgrenzung) puritanischer als die schlimmsten Puritaner, und ich glaube [da das bloß ein Kommentar ist, erspare ich mir die Beweisführung, die nicht ganz einfach wäre], daß diese Einstellung ursächlich unabhängig von der AIDS-Pandemie ist.

Und ich habe auch tatsächlich den Eindruck, daß die Moderne den Sex eben nicht als legitim an sieht - was, auch im Exzeßfall, ein vergleichsweise geringes Problem wäre. "Kann denn Liebe Sünde sein?" war eine vor gläubigem Hintergrund gestellte Frage (bitte jetzt keine NS-Diskussion!). Nein - die Moderne steht mit einer anderen katholischen Lehre, dem Non datur perplexitas, auf Kreuzfuß. Gibt es jemand außer den Christen, der ernsthaft und nicht nur nachplappernd (denn das kann jeder) vertritt, daß Sex keine Sünde ist? Männer (und, nach den Theologen, angeblich auch Frauen) haben den Wunsch nach Sex, aber auch einem heiligen Hieronymus wäre es nicht eingefallen, dies in der Formel "Männer sind Schweine" (Ärzte, Mario Barth, modernes Volksgut etc.) zum Ausdruck zu bringen!
ChB (Gast) - 12. Dez, 23:52

@ Imrahil

Die Gnosis ist ja vielströmig, und das Interessante ist, finde ich, dass bei gleichen oder ähnlichen Prämissen ganz unterschiedliche ethische Folgerungen gezogen werden, und zwar in Richtung einer rigiden Askese (wie z. B. Manichäer, die - wie manche Buddhisten - bereits eine Handbewegung als Sünde betrachteten) oder in Richtung eines sexuellen Libertinismus (ich beziehe mich auf Hans Jonas, der Irenäus zitiert: "Manche sind maßlos an die Lüste des Fleisches versklavt und erklären dazu, dass man eben dem Fleischlichen mit Fleischlichen und dem Pneumatischen mit Pneumatischem seine Schuldigkeit tun müsse.")

Ergo: Sexueller Libertinismus geht nicht mit der Hochschätzung des Leibes einher, wie Moderne das gerne behaupten, im Gegenteil. Und ich stimme Dir zu, sofern ich Dich richtig verstehe, dass die christlich orthodoxe Lehre einzigartig "leibfreundlich" ist, weil sie ihm die Möglichkeit zugesteht, Tempel des Heiligen Geistes zu sein, und in die Erlösung miteinbezieht. Für Moderne, die entweder zu einen extremen Materialismus oder zu einem extremen Spiritualismus hin tendieren, wie für häretische Gnostiker gleichermaßen unanehmbar.
L. A. (Gast) - 13. Dez, 00:10

Man sollte sich einmal klarmachen, daß der Bergriff "Moderne" sehr leicht in eine Sprachfalle führt. Weil modern heut so niedlich als "up to date"komplett falsch verstanden wird.
Gerade weil eben die Haltung der Moderne selbst ein "- ismus" ist. Denn sie war ja in ihren Ursprüngen nie etwas anderes, als die Ablehnung der Tradition mit dem Ziel des Bruches mit jedweder Tradition, anfangs mit der"humanistischen" Illusion menschlicher Autonomie. Kulturgeschichtlich wie politisch nichts anderes als " Anti - Traditionalismus".
Man sollte bei Papst Pius X. immer vor Augen haben, daß er den baldigen Triumph der Moderne, also die Desaster des 1. Weltkriegs, das Heraufdämmern der nationalistischen wie internationalistischen blutrünstigen Ameisenstaatengebilde direkt vor Augen hatte und versuchte die Una Sancta so gut es ging vor dem Zugriff des Modernismus zu bewahren.
Eine gewisse Tragikkomik mag darin liegen, daß die FSSPX den mittlerweile erfolgten Niedergang des Modernismus irgendwie nicht recht mitzubekommen zu haben scheint, die andere, daß nicht wenige der letzten Mohikaner des Modernismus überhaupt, einflußreich in der deutschsprachigen Kirche zu finden sind. Die meinen dort noch, *vor* ihren Triumph zu stehen, der schon 100 Jahre her ist. Das ist von der komischen Seite her sowas wie KarlMay Festspiele in Bad Segeberg, aber Winnetou doch schon längst tot. Ja, da sollte man den Deutschen Katholikentag abhalten! Winnetous gebrochene Biographie, sein warmer Bruder Shatterhand, die nicht zur Priesterin geweihte Nscho - Tschi!

OT: solltest Du Elsa vielleicht grad einen Song zur Nacht suchen wünsch ich mir "Zombie" von den Cranberrys.

Ansonsten ist es ja doch eher tragisch als nur komisch.
str - 13. Dez, 00:40

Imrahil,

1. ich verstehe es noch immer nicht so ganz. Auch die Jungfrau Maria ist ein Mensch. Wenn sie die Menschheit repäsentieren darf, ist das eine Ehre für sie. Wenn sie von Gott begnadet und auserwählt wird, ist das eine Ehre für sie.

Quia respexit humilitatem ancillae suae.
Ecce enim ex hoc beatam me dicent omnes generationes.
Quia fecit mihi magna, qui potens est, et sanctum nomen eius.

2. was die Gnosis etc. angeht - ich wollte hier halt darauf hinweisen, daß die Gnosis eben nicht einfach so sexuelle Libertinage gutheißt, so lange keine Kinder dabei gezeugt werden, sondern daß die von Dir und Augustinus geschilderte Praxis eine eigentlich ungewollte Folge aus ihrer völligen Ablehnung alles Körperlich-Materiellen (es macht keinen Unterschied mehr, wie/was man tut) in Verbindung mit ihrer "Religionsstruktur" (100% für eine religiöse Elite, der beizutreten man jedoch aufschieben kann).

Interessante Parallelen zur Moderne kann man da sehr wohl ziehen, nur erscheinen mir diese in den meisten Fällen eben unbewußt, durch die geistige Hintertür. Weil eben durch die Vordertür eben grade die Sexualmoral herausgeworfen hat.

LA,

ich weiß nicht, ob Dein Kommentar jetzt an mich gerichtet war (fühle mich aber vom -ismus etc. angesprochen):

Das mit der Moderne kann ich so nicht unterschreiben. Sie ist wie schon gesagt sehr vielgestaltig, aber gekennzeichnet durch die gemeinsame Erfahrung, daß das Alte eben nicht mehr hält: "Things fall apart; the centre cannot hold; Mere anarchy is loosed upon the world", formuliert es der Dichter WB Yeats. Modernismus ist nun ein ganzes Bündel von Arten, auf diese Erfahrung zu reagieren. (Und "humanistische Autonomie" ist nicht unbedingt der Inhalt von Modernismus. Ein D.H. Lawrence etwa wirft sich dem Primitivismus an den Hals und was ein Ezra Pound in Italien machte, ist ja wohl bekannt.)*

Der Anti-Modernismus eines Pius X - den ich in keinster Weise hier kritisiert habe - richtet sich dagegen, in dieser Situation nun auch am Glauben herumzufummeln, weil er eben im Glauben genau noch die Mitte sieht, die anderen abhanden gekommen ist.

Aber das in dieser Zeit und seither einiges auseinandergefallen ist, wer wollte das bestreiten? An den vormaligen Zuständen festzuhalten oder sie sich zurückzuwünschen ist kein Ausweg.

*Ich bitte um Verzeihung, daß dieser Beitrag so literaturlastig ist, aber da kenne ich mich halt ein wenig aus.
Imrahil (Gast) - 13. Dez, 01:46

ad 1. Es ging mir darum, daß die sündhafte Menschheit im Moment, der - neben dem Ostergeschehen - ihre Erlösung bewirken sollte (selbstverständlich auch die Mariens) - erstens aktiv mitwirken durfte durch eine Vertreterin, und zweitens diese Vertreterin sogar noch (wenn auch durch diese Erlösung, versteht sich) frei von aller Sünde war.

Ist aber bitte eine Nebensache. Ich halte meine Seitenbemerkung nicht für formal falsch, aber es bleibt Seitenbemerkung und darum ging es mir gar nicht.

>>An den vormaligen Zuständen festzuhalten oder sie sich zurückzuwünschen ist kein Ausweg.

Festzuhalten kann theoretisch Ausweg sein, und das möchte ich Dich dann schon bitten, daß Du uns wenigstens noch wünschen läßt. Eigentlich dürfen wir sogar wünschen, was wir wollen - solange es nicht falsch ist.

[Ähnlich hast Du - sorry für das Hervorkramen, aber ich denke, es dient zur Schilderung des Standpunktes - neulich gesagt, wenn die katholische Kirche die Argumente der Piusbrüder sich zu eigen machen würde, dann solle sie auch die Konsequenzen ziehen und sich den Orthodoxen anschließen - die, so interpretiere ich Dich mal, eben die Kirchen der dogmatischen Einfrierung sind.

Und das ist halt eben gerade nicht stichhaltig. Der Grund, warum sich die Kirche etliche Argumente der Piusbrüder entweder zu eigen machen kann oder nicht zu eigen machen kann, ist präzise der, daß diese richtig bzw. falsch sind - wobei sie im Bereich der jetzt noch umstrittenen Argumente im großen und ganzen formal falsch sein dürften.

Der Grund ist nicht, und kann nie sein, daß seit 1961 oder sonstwann Wasser die Isar hinabgeflossen ist. Entwicklung ist ein Vorgang, der an sich keinen präskriptiven Charakter hat (damit meine ich jetzt nicht die Zunahme von Gewißheiten, deren klassisches Beispiel die neuen Dogmen sind - ich lasse es weg, das genauer zu erläutern, weil ich mich nur in Kleinklein verstricken müßte und, was ich meine, so auch klar ist).]
str - 12. Dez, 18:28

Klar gibt es eine Kirchenkrise, aber warum denn so bescheiden? Gab es im 16. Jahrhundert keine? Im 14. Jahrhundert? Vielleicht muß die Kirche auch immer krisenbesetzt (und wenn nicht, dann krisenbedroht) sein, auf daß wir uns nicht im Vorläufigen - im Vergleich mit der Vollendung bei der Wiederkunft des Herrn - allzu bequem einrichten.

Was Striet sagt: der Zustand anderer Konfessionen, daß um diese noch schlimmer bestellt ist, ist in der Tat kein Argument gegen Reformen. Nur ist die Frage ja eben nicht, Reform oder nicht, sondern welche Reform, mit welchem Ziel, auf welcher Grundlage und in welchem Geist? Und es ist eben schon ein Argument, daß manche der angepriesenen Rezepte auch bei anderen nicht das erwünschte Ergebnis brachten.

In der Kirche mag die Gottesfrage (was auch immer das sei) gestellt werden. Gestellt werden kann sie überall. Aufgabe der Kirche ist es aber, wann immer sie gefragt wird, die Gottesantwort zu geben, einerseits die Antwort über Gott und andererseits die Antwort von Gott. Das ist der Glaube der Kirche.

Die Frage, wer die Kirche mit Antimodernismus identifiziert, ist in der Tat zu stellen.

Aber daß es ihn in der Kirche gibt, ist nicht zu bestreiten. Und insofern aus einem Anti-Modernismus, einer Abwehr der modernistischen Ideologie, ein Antimodern-Ismus, eine Ablehnung alles Modernen, wird (man könnte hier auch den Unterschied zwischen dem Hl. Papst Pius X und seinen heutigen Namensträgern sehen, aber nicht nur) ist er der Botschaft Christi hinderlich.

Einheitsrhetorik ist doch heutzutage nicht in der Kirche anzutreffen sondern draußen in der Welt. Und ob nun Obama oder der Bundespräsident (egal welcher) oder Roger Waters spricht, es stößt immer sauer auf, daß nach den Inhalten und Grundlagen dieser Einheit nicht gefragt wird. Christus hat zwar einerseits gesammelt, aber er hat auch vom Schwert, von der Spaltung gesprochen.

Imrahil (Gast) - 12. Dez, 22:15

Danke für Deine freundlichen Antworten usw. ...

Zu diesem Thema, d. h. dem ersten Argument (im übrigen Zustimmung - eine Ablehnung des Modernen quia modern sehe ich allerdings auch bei der Piusbruderschaft nicht...): Das ist natürlich ein Argument, das man, ich speziell, nicht hören will - obwohl es richtig ist. Um das mal so offen zu sagen. Und das aus folgendem Grund.

Wenn die Kirche durch den Kakao gezogen wird, will ich ihn nicht auch noch trinken. Das würde ich aber, meine ich, tun, wenn ich allzu freudig auf dem Argument herumreite, ja wir dürfen uns ja hier nicht im Vorläufigen einrichten. Wenn und insoweit der Zustand der Kirche prekär ist, ziehe ich gerne das Erinnertwerten an die künftige Vollendung als Honig aus diesem prekären Zustand heraus; aber ich muß das nicht auch noch wollen; Feste sind mir auch lieber als Fasten, und neben dem "wir sind nur Gast auf Erden" steht auch das "Lieben wir in unserem irdischen Vaterland das unvollkommene Abbild des himmlischen".

Im übrigen braucht der Christ, der vom Himmel keine Vorstellung hat, schon allein um seines psychischen Friedens willen das Bild einer in Ruhe und Ordnung lebenden Kirche, auch wenn er momentan sich einer solchen nicht erfreuen kann. Walther von der Vogelweide (oder Wolfram von Eschenbach? oder wer auch immer) sprach davon, er wolle, einen ehrbaren Namen, ein auskömmliches Vermögen und die Gnade Gottes, kostbarer als diese beiden, gemeinsam in einen Kasten bekommen - wo das nicht möglich sei, könne man auch nicht von Frieden und Recht sprechen! Diesen Frieden und Recht muß man sich wenigstens wünschen dürfen.

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