Elsas Nacht(b)revier



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Frau K. spricht die Unwahrheit.

Auf Deutsch, Frau K. lügt. Frau K. wurde in letzter Zeit hochgelobt für ihre Anmahnung des fünften Gebotes. Nur leider hat sie das fünfte Gebot in etwa so vehement eingefordert, wie das sechste. Nämlich gar nicht. Sie sagt: Nichts ist gut in Afghanistan.
Soll ich selbst einmal hinfahren und irgendein Kleinkind interviewen, irgendeine einzige Frau, die nicht zusammengedroschen wurde von den Taliban, gar mit einer Buddhastatue sprechen, die grade nicht in die Luft gesprengt worden ist - weil so was ja eher für Empörung sorgt im befriedigten Westen wie das Wissen darum, dass Mädchen und Frauen vielleicht einmal nicht mit Stockschlägen auf offener Straße für unsinnige Übertretungen gegen menschenfeindliche Gesetze bestraft worden sind?
Junge Frauen aus Missgunst und Neid des Ehebruchs angeklagt sind (Hallo, da sind wir wieder) und NICHT von Taliban gesteinigt wurden, dank der Bundeswehr?
Unbenommen, es gibt viel Mist in Afghanistan. Die Bundeswehr soll lieber heute als morgen da raus, das ist meine Meinung. Dass es aber "nichts Gutes" dort geben kann, ja geben soll, nach den Gnaden der großen Ratsvorsitzenden, stößt vielleicht auf breite Zustimmung im Volke, entspricht aber gewiss nicht den Realitäten.
Um zum Punkt zu kommen: Der Papst tut laut Frau K. rein gar nichts für die Ökumene.
Das ist auch nicht seine Aufgabe. Unser geliebter Stellvertreter Christi versammelt Menschen guten Willens. Und weil Sie es schon ansprachen - auch und gerade wenn er leidet und stirbt. Dann ganz besonders viele. Mehr, als Sie je versammeln könnten, wenn Sie noch weitere zehn Kinder vor laufenden Kameras auf RTL II gebären würden. Aber ich hatte Sie der Lüge bezichtigt. Schwerwiegend. Unchristlich vor allem. Na klar.
Genau so unchristlich, wie mehrere Millionen Menschen, die sich auf dem Petersplatz in Rom, vor den Fernsehgeräten und Radiosendern zum Gebet, zur Trauer, zum Klagen versammelten, als unser Vorgänger-Papst verstarb, implizit des Voyeurismus zu bezichtigen. Und wieso jetzt Lüge? Weil Sie behaupten, man hätte sein Sterben öffentlich abgefilmt und damit Millionen trauernde, entsetzte, berührte Gläubige und sogar Nichtgläubige in den Status der billigen Voyeuristen versetzen. Wenn ich die Wahl habe, Frau K., dann schaue ich Ihnen weder bei Ihrer breitgequirlten Krebserkrankung in den Medien zu, nicht mal bei Ihrer Scheidung, und schon gar nicht, wie Sie entbinden. Wenn ICH die Wahl habe, dann schaue ich auf Jesus Christus und begleite meinen geistlichen Vater, den derzeitigen Papst Benedikt, in aller Öffentlichkeit, vor laufenden Sendern, in einer Gemeinschaft von Menschen, die Kerzen für ihn emporhalten, weinend und betend und trauernd, um ihm als unserem geistlichen Vater das letzte Geleit auf dieser Welt zu geben.
Sie können sich ja derweil mit Gregor Gysi und "Zeitgenossen" treffen.
Ein letztes Wort zur Ökumene. Worauf soll sich bitte eine solche gründen, wenn Gott überhaupt nicht zur Sprache kommt und Jesus Christus ein Typ unter ferner liefen neben Gregor Gysi ist? Wenn Ökumene sich letztlich nur darauf gründet, dass Sie Bischöfin sein wollen und einen Talar tragen, dann schaue ich lieber nach Osten auf die Kirchen, die weiterhin den Anspruch vertreten, die Erben der Apostel zu sein.
Sie sind jedenfalls keine Erbin der Apostel. Nichtmal, wenn man Maria Magdalena als solche postulieren wollte.
Gell, das mit den vier Kindern vor der Kamera, da sind Sie zu spät drauf gekommen. Kopf hoch. Sie können den Menschen noch viel vormachen. Sie brauchen meine begleitenden Worte nicht.
Was Sie brauchen, ist Gnade. Ich wünsche sie Ihnen.
Deus semper major (Gast) - 20. Jan, 00:28

Küss die Hand...

---für diese excellenten Worte! Ich kann leider nicht so wortgewandt formulieren, aber ich glaube, wir haben beide richtig Ärger im Kopf, oder?!

Carsten (Gast) - 20. Jan, 08:13

Scharf

Ma chère Elsa,
du weißt ja, daß deine Schärfe bei manchen Themen ein leichtes Sodbrennen bei mir hervorruft - aber in diesem Fall... Das ist ja wie beim echten Inder: So scharf, daß es dir den Gaumen wegbrennt & doch irgendwie richtig gut ;-)
LG, Carsten.
ElsaLaska - 21. Jan, 00:03

Das war jetzt auf der Inderkarte eher so ein nordindisches Korma-Gericht. Ich denke, Frau K. wird mich aber noch in die Region eines Vindaloo-Currys treiben können, wenn sie so weitermacht.
Irgendwann entschädige ich dich für alles bei mir Erlittene und Erduldete mit einer schönen Flasche Ramazotti!
Sarah (Gast) - 20. Jan, 09:01

D'accord!

Ja, ich stimme dir zu!

Monika (Gast) - 20. Jan, 11:17

die Ökumene,

die Frau Käßmann in ihrem Kopf hat, legt folgendes als Grundsatz fest: Die Katholische Kirche und die Evangelische "Kirche" haben beide nicht die volle Wahrheit, wohingegen die Evangelische ein bisschen mehr Wahrheit als die Katholische hat und nun müssen sich beide auf die Suche nach der Wahrheit machen, die man - wie gesagt - ein bisschen mehr auf der evangelischen Seite vermutet.

Wahrheit... und Ökumene... keine Wörter werden derzeit mehr missbraucht wie diese.

kinder-sind-unschlagbar (Gast) - 20. Jan, 12:48

Naja, Elsa arbeitet sich mal wieder an einem Lieblingsthema ab. Immer gut, wenn man weiß, wo der Feind steht, oder?

Allerdings finde ich die Quelle etwas dünn für einen derart vernichtenden Rundumschlag.

Mir ist in vielen Diskussionen hier inzwischen klar geworden, dass es Leute gibt, die keine Ökumene wollen und mit denen auch keine Ökumene möglich ist. Aber laßt doch bitte die Christen, die das anders sehen, ihren Weg gehen und versuchen, ob Ökumene funktioniert.

Und wenn die Bischöfin sagt, sie erwartet von jetzigen Papst in dieser Richtung keine Unterstützung: Wir haben Meinungsfreiheit, warum soll eine Bischöfin ihre Meinung nicht äußern, nur weil sie mit einem Linken zusammen auf der Bühne sitzt :-)

Dybart (Gast) - 20. Jan, 22:21

"Mir ist in vielen Diskussionen hier inzwischen klar geworden, dass es Leute gibt, die keine Ökumene wollen und mit denen auch keine Ökumene möglich ist."

Blöd halt, wenn diese Leute evangelische Ratsvorsitzende oder Liedermacher sind.
ElsaLaska - 21. Jan, 00:42

Zum einen, KSU,

entlarvt dich deine Äußerung über das "wissen, wo der Feind steht" sehr schön selbst in Bezug auf deine eigene liebevoll motivierte und geschwisterliche Einstellung zur Ökumene. Zum anderen interessiert mich die Quellenlage in diesem Zusammenhang herzlich wenig, viel schlimmer ist nämlich, dass selbst wenn sie nicht tragen sollte, man Frau K. mittlerweile eine Äußerung wie diese durchaus zutraut.
Und was die Freiheit für ihre Meinung angeht - die jetzt anscheinend doch eine gute Quellenlage hat, da du sie ja einforderst - sie gilt auch für meine Meinung, da brauch ich nicht mal neben Gysi sitzen. Meine Meinung allerdings kann sich auf endlose Pressemeldungen in Bezug auf die ökumenischen Bemühungen von Benedikt als "Quellenlage" stützen, die von Frau K. dann eher nicht. In dem Fall Benedikts interessiert sie dich also wohl eher NICHT, die Quellenlage?
Mit dem Hinweis auf Meinungsfreiheit kannst du auch jede Lüge der Welt gutheißen. Tust du das auch in Bezug auf die Äußerungen Williamsons zum Holocaust? Eher nicht.

Wenn Ökumene also für dich bedeutet, dass eine "Bischöfin" in respektloser und vor allem sehr dummer Weise, zieht man die Art und Weise in Betracht, wie Jesus Christus im stillen Kämmerlein, verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit, gestorben ist, mal wieder den Papst und denRespekt und die Liebe, die ihm auch von Nichtkatholiken und Nichtgläubigen in der damaligen Situation entgegengebracht worden ist, in den Dreck schubst, wenn das also für dich und deinesgleichen Ökumene bedeutet, dann habe ich ein englischen Ausdruck dafür, er steht rechts in der Menüleiste, besteht aus zwei Wörtern und hat eine eigene Rubrik.
Sollte Frau K. nichts dergleichen über das "öffentliche Sterben" von JPII gesagt haben, streiche ich den diesbezüglichen Teil meines Eintrags selbstverständlich sehr gerne und nehme alles zurück. Dann wäre niemand froher als ich.
kinder-sind-unschlagbar (Gast) - 21. Jan, 13:09

@elsa

Die Äußerung mit dem Feind war sarkastisch (siehe die "Judäischen Volksfront" und die „Volksfront von Judäa“ ), eigentlich solltest Du das gemerkt haben...

Die Äußerungen über das Sterben von JPII würde ich zumindestens gerne im Zusammenhang lesen, deshalb meine Kritik an der schmalen Quelle. Selbst in dieser Quelle steht, dass sie an der "öffentlichen Darstellung" Kritik äußerte. Das heißt nicht automatisch, dass sie damit JPII, den Vatikan oder die kath. Kirche kritisiert hat. WAS sie genau kritisiert hat, geht aus der Quelle nicht hervor.

Der Rest Deiner Antwort ist Polemik, wie so oft, wenn Du über "Frau K." schreibst. Warum Bischöfin in Doppelhochkommata? Frau Käßmann ist Bischöfin, ja.

Und Meinungsfreiheit hört selbstverständlich dort auf, wo nachweislich Lügen verbreitet werden. Das gilt nicht nur für den Holocaust, sondern auch für üble Nachrede oder ähnliches. Wenn Du z.B. sagst, dass eine Person lügt, dann solltest Du an einem konkreten Zitat nachweisen können, dass es objektiv falsch ist. Wenn Frau K. dagegen sagt, sie erwartet vom Papst in Sachen Ökumene nichts, dann ist dies jedenfall keine Lüge, sondern ihre persönliche Meinung. Ob es für einer Landesbischöfin hilfreich ist, eine derart pessimistische Sicht zu haben, ist eine andere Frage. Möglicherweise hat sie Gründe. Und je öfter wir hier über Ökumene diskutieren, desto pessimistischer werde ich selbst auch...
ElsaLaska - 23. Jan, 01:53

@ksu

Frau K. ist weder meine Bischöfin noch ist sie Bischöfin für ziemlich viele Kirchen international, die der Meinung sind, es müsse eine apostolische Sukzession geben und Frauen könnten keine Nachfolger der Apostel sein. Diese Meinung ist unzeitgemäß und biblisch, aber ich teile sie. Deshalb ist Frau K. keine Bischöfin. Wenn du sie als Bischöfin bezeichnest und ihr somit geistliche Autorität gibst, dann ist das dein Problem. Ich gebe ihr jedenfalls keinerlei geistliche Autorität. Nicht nur wegen des Amtsverständnisses, sondern auch, weil sie mich bislang mit ihrer Art der Verkündigung nicht bereichert hat. Im Gegensatz zum Beispiel zu Mahatma Gandhi oder jemand anderem, der ein spirituelles Vorbild sein könnte.
Die Lüge, die du ansprichst, habe nicht ich in die Welt gesetzt, sondern Frau K.
Sie vergleicht nämlich zum einen, man hätte den Tod JPII abgefilmt wie eine Entbindung vor laufenden Fernsehkameras. Das ist sachlich falsch. JP ist hinter den erleuchteten und verschlossenen Fenstern des Apostolischen Palastes verstorben. Niemand hat sein Sterben abgefilmt. (Vorausgesetzt die Quellenlage die kath.net hinsichtlich ihres Vergleiches überliefert, stimmt dazu, aber da hatte ich meinen guten Willen ja schon bezeugt). Sie behauptet ferner, es gebe nichts Gutes in Afghanistan. Da wirst du mir sicher den Flug nach dort ersparen, um mit Betroffenen zu sprechen, insbesondere mit Frauen, die doch ansonsten immer so in den Mittelpunkt der "Verkündigung" und der "Bibel in gerechter Sprache" und der "Solidaritätsgottesdienste" gerückt werden, und die ganz froh sind, wenn sie nicht ausgepeitscht, nicht gesteinigt und nicht gefoltert werden, sondern vielleicht mal ein bisschen Bildung und ärztliche Versorgung haben dürfen, weil die UNO dafür gesorgt hat und die Taliban verjagte.
Mit Benedikt und der Ökumene ist es auch so ein Punkt.
Es ist merkwürdig, dass die Leute, die ganz eifrig sind mit dem unbedingten gemeinschaftlichen Konsum einer konsekrierten Hostie, der herbeibeschworenen notwendigen Interkommunion, - sie essen sich übrigens das Gericht - das also so unbedingt haben müssen, anstatt einfach gemeinsam ein Abendmahl zu feiern und sich dabei so einen Scheißdreck darum kehren, was in der katholischen Kirche wirklich vor sich geht und gedacht und geglaubt wird - ja ihren Lehraussagen feindlich gegenüber steht. Aber die heilige Hostie müssen sie dann trotzdem haben, anstatt das einfache gesegnete Brot.
Das hat keine Regel, keine Reflektion mehr, hier geht es nur noch um den blanken Ego-Willen, wir müssen das jetzt so und so machen, weil nur dann machen wir eine "echte Ökumene" nach unseren Gnaden. Wir FORDERN das gemeinsame Mahl.Vom Baum der Erkenntnis essen um jeden Preis.
Wärest du wirklich interessiert daran, dann hättest du schon bemerkt, dass der Papst ziemlich viel ökumenisch unterwegs ist, worauf eben Kardinal Kasper ja auch hinwies. So aber ist das Desinteresse derart groß, dass du lieber mir Vorwürfe machst, als derjenigen, die Benedikt diesbezüglich tatsächlich verleumdet. Weißt du, das überzeugt mich insgesamt einfach nicht. Empfehle dir also, wenn du dich wirklich für die katholische Kirche interessierst und was da vor sich geht, mindestens ein Abo des Newsletters von Radio Vatikan?
WolfgangGL - 20. Jan, 13:44

Falsches Angriffsziel

Frau K ist doch Christin. So schießen wir doch nicht in die eigenen Reihen.

In meinem Kommentar zu dem Beitrag, Freiheit statt Verachtung hatte ich geschrieben, dass es die materialistiche Ideologie sei, die als Gegner ausgemacht wurde.

Der materialistische Gegner der Religion hat sich gerade mal wieder sehr schön enttarnt. In Bild der Wissenschaft gab es gerade einen Artikel: Warum Menschen glauben. Dieser Artikel wird auf der Webseite www.feuerbringer.com teilweise publiziert und war auch Thema auf anderen Webseiten, z. B.: Bei MMsSenf, Titel: Gott spiegelt das Ich, vom 17.1.10.

In sieben zusammenfassenden Punkten wird dort gegen Religion Stimmung gemacht. Als Beispiel führe ich hier an: Punkt 5, Wahnsinn und starke Religiosität haben viel gemeinsam.

Der schon lange andauernde Angriff gegen die Religion kommt aus der Ecke der Geisteswissenschaften: Hirnforschung/Neurologie und deren nahestehenden Fachrichtungen.

In etwa hundert Jahren Forschung konnte aber nichts wesentliches entdeckt werden, was von größerer Bedeutung wäre und so kann man diese Jungs, die Herren Hirnforscher/Neurologen gut kontern: Den Splitter, den die Geisteswissenschaft vermeintlich im Auge der Religion zu sehen glaubt, ist der Balken den sie selbst im Auge hat.

kinder-sind-unschlagbar (Gast) - 20. Jan, 14:55

die "Judäischen Volksfront" und die „Volksfront von Judäa“ - das alte Problem...
str - 21. Jan, 20:01

Wolfgang,

es war doch noch nie so, daß es nur einen "Feind" gegeben hätte. Gut gegen Böse war immer schon ein "Zwei-Fronten-Krieg".

Nur: wie positioniert sich denn Frau K. gegenüber dem materialistisch-atheistischen-szientistischen Gegner? Ihr Vorgänger im Amt des Ratsvorsitzenden ist vor einiger Zeit zum Gegner übergelaufen, zumindest war gewisse ethische Fragen angeht. Wo tritt Frau K. denn mal diesen Kräften entgegen? Nein, sie spricht gegen die Kirche (Ablaß, Papsttrauer, "Ökumene"), gegen die Bundeswehr (Afghanistan), gegen Halloween (Lutherbonbons)

Die Hirnforscher sind übrigens keine (oder zumindest nicht primär) Geisteswissenschaftler.
ElsaLaska - 22. Jan, 00:39

Es könnte sein, Wolfgang,

aber das ist nur ein Verdacht, dass ich mit den Angehörigen der Amish People bezüglich den Vorstellungen über die Gottessohnschaft Jesu Christi, seine tatsächliche Auferstehung, seine Aussagen über die alleinige Wahrheit in seiner Verkündigung, die göttlichen Gebote, die übrigens auch den Lebensschutz umfassen, in größerem Einklang stehe als mit den - offiziell verbreiteten - Ansichten der EKD dazu.
(Was keinesfalls heißen soll, ich würde nie ein Gebot brechen oder so etwas. Ich habe wie alle anderen stets und andauernd wirklich Mühe mit der Einhaltung und meist gelingt es kaum bis wenig und viel zu oft gar nicht. Aber ich erkenne sie wenigstens von vorneherein zunächst mal als gültig und als wesentlichen Maßstab für mich an.)
Wie gesagt, nur ein Verdacht.
Ansonsten unterscheide ich bei Menschen, die Unsinn daherreden, nicht nach Religion oder Herkunft. Auch Katholiken, die meinen, zu Fronleichnam als "moderne Monstranz" ein Fladenbrot in eine Grillzange spannen zu müssen, erhalten einen entsprechenden Kommentar. Da mache ich keine Unterschiede. Mein Fehler?
alipius (Gast) - 20. Jan, 16:56

Gute Arbeitsteilung!

Ich hatte gestern spät den Artikel gelesen und kurzfristig auch so ein Jucken in den Fingern gehabt. Ich dachte dann "Nee, laß mal, bist eh schon auf der Palme wegen der Art, wie die Atheisten ihre Spendenaktion für Haiti vermarkten",

Und - siehe da - Elsa hat übernommen! Danke!

SERAPHICUS (Gast) - 20. Jan, 17:16

Danke

Da kann man nur sagen: danke für diesen Beitrag! Und danke vor allem, dass mir dadurch ein weiteres Achten auf das Jucken in meinen Fingern erspart blieb!
Frank (Gast) - 20. Jan, 22:53

Ich finde die Kritik von Frau Käßmann am Afghanistan-Einsatz immer noch richtig, denn dort ist nichts gut. Alle Hinweise auf kleine Erfolge und Projekte sind IMHO Schönfärberei, denn sie zeigen nicht mal Ansatzweise die ganze Wahrheit. Seit 2001 führt man in diesem Land Krieg und kann bisher nur in kleinen Gebieten Erfolge vermelden. Aus militärischer Sicht ist die Aktion ein kompletter Reinfall, da eine waffentechnische Übermacht anscheinend nicht in der Lage ist, einen Haufen Guerillas im Zaum zu halten. Alle anderen Ziele sind auch gänzlich gescheitert, da das Land von Demokratie immer noch weit entfernt ist. Wie weit, zeigt nicht zuletzt der sehr wahrscheinliche Wahlbetrug von Karzai. Dieser Einsatz - offiziell ist es ja kein Krieg - ist aus verschiedensten Gründen mehr als fragwürdig. Es kann nicht länger angehen, dass deutsche Soldaten und die anderer Nationen diese Fehlpolitik ausbaden müssen. Bischöfin Käßmann ist ja auch nicht die einzige, die diese Frage aufwirft. Der katholische Militärbischof Mixa hat den Einsatz ja ähnlich in Frage gestellt, nur wurde daraus in der Presse nicht so ein Drama gemacht.

Selbst beim Thema Ökumene liegt sie aus Sichtweise der ev. Kirche richtig, denn beim derzeitigen Stand können die Protestanten wirklich nicht mehr von der RKK erwarten. Ich denke der Papst hat sich zu den Kernthemen recht klar geäußert und solange die EKD auf ihrem Standpunkt beharrt, wird es wohl keine größere Annäherung geben. Ihre Aussagen zum Tod von Johannes Paul II. teile ich so nicht, aber das ist ihre persönliche Meinung. Trotzdem ist das für mich kein Grund, jede ihrer Aussagen automatisch in Grund und Boden zu verdammen.
Imrahil (Gast) - 21. Jan, 11:31

Nunja, wenn die Frau Landesbischöfin gesagt hat: "Nichts ist gut in Afghanistan", so sind drei Interpretationen möglich:

1. die wörtliche: "Nichts ist gut in Afghanistan." Das ist falsch, denn Afghanistan ist ein Land auf Gottes gutem Erdboden, und in ihm leben Pflanzen und Tiere, die von Gott erschaffen sind, und in ihm leben Menschen, die Gottes Ebenbilder sind, und das sind nur Beispiele.

2. die sinngemäße: "Nichts ist gut im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Einsatz der dt. Bundeswehr." Auch das ist falsch, wenn wir die Fakten als gegeben annehmen, die auch Du als gegeben annimmst, denn die "kleinen Erfolge und Projekte" und die "Erfolge in Kleinen gebieten" sind ja immerhin Etwas und gut.

3. die polemische: "Die Gründe, die ich für meine Ablehnung des Afghanistan-Einsatzes der dt. Bundeswehr habe, sind von solchem Gewicht, daß ich auch das - meiner Ansicht nach wenige - Gute, das dort sein mag, ignorieren kann." Das halte ich aber nicht unbedingt für eine sinnvolle Redeweise, besonders nicht in der öffentlichen Situation der Neujahrspredigt einer Landesbischöfin und Ratsvorsitzenden.

Darüber hinaus hat sie aber auch gesagt: "Der Einsatz widerspricht sämtlichen friedensethischen Grundsätzen der evangelischen Kirche." Das ist eine Meinung, die man haben kann (meine Meinung ist es übrigens nicht [wobei ich natürlich keine genauen fre. Grds. der ev. Kirche kenne]), aber man sollte sich bewußt sein, was sie bedeutet: daß die Bundesrepublik Deutschland und die Verantwortlichen in Regierung und Militärführung einen Angriffskrieg führen.

Den Vogel abgeschossen (man verzeihe mir diese Redeweise in bezug auf eine Autoritätsperson einer kirchlichen Gemeinschaft) hat die Frau Landesbischöfin aber mit der einige Tage später gefallenen Aussage:

"Ich habe nicht den Abzug aus Afghanistan gefordert, sondern, mehr Phantasie für die Frieden zu wagen."

Das bedeutet, daß die Autoritätsperson einer kirchlichen Gemeinschaft, die stolz auf ihre politische Einmischung ist (was ihr immer erlaubt sein muß!) mit demselben Stolz die Flucht ins Unkonkrete antritt.
(Beachte: Mit "Stolz" meine ich nicht die erste Wurzelsünde, sonst hätte ich "Hochmut" geschrieben.)
Imrahil (Gast) - 21. Jan, 11:33

Sorry, für "den" Frieden natürlich. Einen Grammatikfehler hat sie nicht gemacht-:)
curioustraveller (Gast) - 21. Jan, 15:53

Sorry,

aber wenn ich solche Sprüche höre wie "Mehr Phantasie beim Frieden wagen" von jemandem, der noch nie in Afghanistan war und die Kultur dort nicht mal im Ansatz kennt, dann sträuben sich mir sämtliche Barthaare. Keiner hat im Ernst erwartet (naja, vielleicht höchstens GWB), dass innerhalb kürzester Zeit eine Demokratie nach westlichem Vorbild in Afghanistan entstehen würde (und, mit Verlaub, wenn ich mir die westlichen Staaten so ansehe, bin ich mir auch nicht sicher, ob das immer so wünschenswert ist...).
"Nichts ist gut in Afghanistan". Soso. Also auch nicht die Bildungsmöglichkeiten für Frauen, die ärztliche Grundversorgung, auch wenn sie, klar, nur in Grundzügen vorhanden ist, nicht die Freizügigkeit, die viele Menschen wieder genießen. Klar, es gibt viele tiefgreifende Probleme, aber so eine "absolute-crap"-Aussage macht auf mich den Eindruck, dass man hier nicht sachlich über ein Problem redet, sondern versucht, auf einen demografischen Zug aufzuspringen. Versuche dieser Art gab es in der ev. Kirche in den letzten Jahrzehnten mehr als genug - und sie hat sie mit 6stelligen Austrittszahlen bezahlt. Wer orientiert sich schon an einem Kompass, der die Himmelsrichtung beliebig angibt?
str - 21. Jan, 20:05

Nein, Frank, aus militärischer Sicht ist die ganze Aktion ein voller Erfolg.

Zwar hat man keinen endgültigen Sieg über die Taliban erreichen können, aber zumindest hält man sie von der Macht fern und verhindert dadurch, daß Afghanistan wieder zum Terrorumschlagplatz werden könnte (daß dieses Problem nun andernorts besteht ist eine andere Frage).

Und genau das ist das Ziel des Kriegseinsatzes (ja, ich scheue mich nicht das Wort zu gebrauchen - die NATO ist dort in einem - gerechten - Kriegseinsatz mit Billigung der afghanisschen Regierung), dem Terrorismus Einhalt zu gebieten.

Und zum Thema Ökumene: die katholische Kirche hat bereits alles getan, was sie konnte. Wann gedenken die Herren (und Damen) Protestanten sich einmal zu bewegen?
Carsten (Gast) - 21. Jan, 07:06

Curry & Ramazzotti

Dein Angebot nehme ich gerne an. Aber nur, wenn du mittrinkst. Wir können das ja gerne mit einem indischen Mahl verbinden - würde passen ;-)
Liebe Grüße,
Carsten.

Franl (Gast) - 21. Jan, 22:57

@STR
>aus militärischer Sicht ist die ganze Aktion ein voller Erfolg.

Ich finde, der militärische Erfolg hält sich eher in Grenzen, zumal wenn man bedenkt, wie lange der Krieg schon andauert. Sicher ist die Regierung der Taliban gestürzt worden, doch ihre Macht im Land scheint größtenteils weiterhin ungebrochen zu sein. Laut diesem Bericht aus dem Jahr 2006 kontrollieren die Taliban immer noch die Hälfte Afghanistans. Ich weiß zwar nicht inwieweit diese Zahlen jetzt noch aktuell ist, aber wenn man die Nachrichten verfolgt, scheinen nur sehr kleine Teile des Landes sicher zu sein. Und selbst diese auch nur durch eine starke Präsenz des Militärs.

Auch ob Al-Quaida tatsächlich in seine Schranken gewiesen wurde ist fraglich, da man ja über weite Teile keine Kontrolle hat. Daran haben sich schließlich schon die Russen die Zähne ausgebissen, und die sind wahrscheinlich weitaus weniger zimperlich vorgegangen. Den vollen Erfolg dieser Aktion kann ich deshalb nicht erkennen. So wie jetzt kann das Spiel dort wahrscheinlich noch jahrelang andauern.
ElsaLaska - 21. Jan, 23:02

Panorama in der ARD hatte dazu einen

sehr guten Beitrag heute, in dem sie sich für einen ernstgemeinten Einsatz der Bundeswehr aussprechen und ein Ende der Heuchelei fordern.
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/panoramaafghanistan110.html

(Hatte ich so auch nicht erwartet.)
str - 22. Jan, 11:02

Gut dann mache ich hier weiter, Frank, bei Curry und Ramazotti.

"Ich finde, der militärische Erfolg hält sich eher in Grenzen, zumal wenn man bedenkt, wie lange der Krieg schon andauert. Sicher ist die Regierung der Taliban gestürzt worden, doch ihre Macht im Land scheint größtenteils weiterhin ungebrochen zu sein."

Die Dauer kann man jetzt aber einerseits mit einem zuwenig an Einsatz oder aber auch in einer langfristigen Perspektive sehen, die eben das Land aufbauen will, um einer Rückkehr talibanesquer Verhältnisse vorzubeugen.

Daß die Macht der Taliban "weiterhin ungebrochen" sei, davon kann man nun so gar nicht reden. Vergleiche mal die jetzige Lage mit dem Jahr 2000.

Mit den "Russen" kann man das gar nicht vergleichen, weil die ganz andere Ziele hatten.

Und wie gesagt: das eigentliche Kriegsziel, Afghanistan als Terrorstützpunkt auszuschalten ist voll und ganz erreicht. Und wenn es noch jahrelang so geht, wird das Ziel trotzdem erfüllt. Und ja, auch für die Afghanen ist das besser als die Situation im Jahre 2000.

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johannes (Gast) - 16. Mai, 07:48
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Traurig schön. Oder...
Traurig schön. Oder schön traurig.
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Johannes (Gast) - 15. Mai, 18:37
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