Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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Donnerstag, 17. Oktober 2013

Liebe Bekannte aus Holland, expatriiert, zu Besuch.

Wir trinken Wein und ich frage, wie ist das bei euch mit der Euthanasie.
Das ist gut, ich finde diese Möglichkeit für mich sehr befreiend.
Aber ihr wisst schon, dass ich als Deutsche das anders sehe? Die Nazis haben euthanisiert!
Ja, die Nazis. Heute sind wir doch freie Bürger. Das geht alles seinen Gang. Wenn jemand nicht mehr leben möchte, wozu ihn quälen? Du schläferst doch deinen Hund auch ein, wenn es soweit ist.
Ja, aber ich kann ja dann auch nichts mehr tun. Menschen aber will ich nicht weggespritzt wissen, sondern ich will sie begleiten. Sie sollen schmerzfrei sein, aber niemand soll doch über sie entscheiden dürfen, auch nicht auf eigenen Wunsch.
Ich erzähle die Geschichte des Rhetorikprofessors Walter Jens, einem Intellektuellen. Natürlich ist gerade die Furcht bei sehr begabten Menschen sehr hoch, einmal nicht mehr zu denkerischer Leistung imstande zu sein. Er war, wenn ich mich recht entsinne, sogar theoretisch für Euthanasie. Doch dann, als er nur noch existierte, in einer Form, die ihm selbst nicht recht sein konnte, rief er einmal aus: "Bitte nicht totmachen!"
Ja, da sei aber bei jedem Menschen verschieden, und man müsse das schon bedenken.
Wirklich? Kommen wir mit situativer Ethik denn wirklich zu einem Punkt, an dem Euthanasie gutgeheißen werden kann?
Jeder ist schließlich imstande, sich selbst zu töten. (Außer die, die es wirklich mal tun sollten, füge ich ergrimmt hinzu, wenn ich die Saukopf-Lage global betrachte).
Wenn ich das tun wollte, würde ich es halt tun. Jetzt aber sitzen da drei Ärzte und befinden je nach Sachlage natürlich , es sei gut und recht, wenn ich mich töte.
Aha.
Wie kommen sie denn dazu? Hatten sie nicht einmal einen EID geschworen, das Leben zu schützen?
Erwarte ich von einem Arzt, dass er mich tötet, weil ich grade meine Bandscheibenvorfallschmerzen nicht verkrafte? Oder erwarte ich nicht vielmehr, dass er mir hilft und mich schmerzfrei macht und begleitet? Und wenn ich sterben muss, mir einen menschenwürdigen Tod ohne Schmerzen bereitet, damit ich Abschied von den Lieben nehmen kann und meine Dinge ordnen?
Nein, von einer situativen Ethik bin ich nicht überzeugt. Freilich haben die Holländer sofort eingestanden, dass angesichts der Nazi-Vergangenheit man als Deutscher eine andere Haltung haben müsste. Doch meine Frage lautet: Und? Weil es heute keine Nazis mehr sind, die euthanisieren, ist es also menschenfreundlicher?

Auch interessant

>>Günther sprach von einem "Kesseltreiben" und sagte: "Was wir hier erleben ist ein Spektakel: Deutschland jagt den Bischof." Günther warf seinen Kollegen auch sachliche Fehler vor: "Das mit der Badewanne für 15000 Euro stimmt einfach nicht. Es geht auf eine Falschmeldung in der Nassauischen Neuen Presse zurück, die dann von vielen anderen Journalisten abgeschrieben wurde."

Auch Gerüchte, Tebartz-van Elst sei krank, wies Günther zurück. Der Bischof von Limburg, mit dem er noch am Vortag gesprochen habe, sei auch in der gegenwärtigen Situation "sehr tapfer und nervenstark".<<

Ganzer Artikel hier.

Der Wind dreht sich langsam.

Und das wurde auch allerhöchste Zeit. Mir geht es jetzt auch nicht darum, nun seitenverkehrt auf Generalvikar und Vermögensverwaltungsrat zu schießen, aber es ist zumindest empfohlen, deren Rolle in der ganzen Farce nun weiter zu beleuchten.
Denn wenn am Ende nur ein "Dieser Bischof hat uns menschlich einfach nie gepasst" oder "Der Schaden für die Kirche ist immens!" übrig bleibt an Anschuldigungen, ist mir das ein bisschen zu wenig. Insbesondere im Hinblick auf Leute, die der Kirche tatsächlich immensen Schaden zufügen, und das Tag für Tag und hochdotiert. Ohne dass ein Stefan Raab über sie zu einem YMCA-Neuaufleger hingerissen wird.

>>Weil auch an diesen Darstellungen mittlerweile Zweifel bestehen, würde man gern noch einmal mit dem so redseligen Trio sprechen. Aber das geht plötzlich nicht mehr. Riebel ließ eine Rückrufbitte der "Welt" unbeantwortet. Leuschner ist am Sonntag in den Urlaub geflogen, sein Mobiltelefon ausgeschaltet. Und Lucas teilte Erstaunliches mit: "Das Statut des Bischöflichen Stuhles zu Limburg" sehe vor, "interne Dinge vertraulich zu behandeln": "Daher bitte ich Sie um Verständnis, dass ich mich nicht öffentlich zu Fragestellungen des Bischöflichen Stuhls äußern werde." Eine Antwort auf die Frage, was zu diesem Sinneswandel geführt hat, steht noch aus.

Der Vermögensverwaltungsrat selbst hatte dafür gesorgt, dass die Aufregung um den Bau des Diözesanen Zentrums Ausmaße erreichte. Riebel erklärt, der Bischof sei "krank" oder ein "raffgieriger Betrüger". Außerdem hieß es, Tebartz-van Elst habe zeitgleich versucht, die wahren Kosten weiter geheimzuhalten.

Zu den Szenen, die sich an jenem Tag rund um den Limburger Domberg abspielten, gibt es auch eine zweite Version: Demnach arbeitete Tebartz-van Elst bereits an einer schriftlichen Erklärung über die Gesamtkosten, als der Vermögensverwaltungsrat über Bistumssprecher Martin Wind eine eigene Erklärung verbreiten lassen wollte. Mit dem Hinweis, der Bischof wolle in Kürze selbst einen Text veröffentlichen, wies Wind das zurück. Daraufhin informierte Riebel selbst die Presse. Geschah dies, um Stimmung gegen den Bischof zu erzeugen und vom eigenen Versagen abzulenken?

Gegen einen Alleingang des Limburger Bischofs spricht auch, dass der Vatikan laut KNA über wesentliche Details des Projektes schon vor Baubeginn informiert war. Tebartz-van Elst muss nun abwarten, wie die Prüfungskommission der Deutschen Bischofskonferenz seine Rolle in dieser Affäre einschätzt. Von heute auf morgen dürfte das nicht geschehen. Wer hier von wem hinters Licht geführt wurde, ist nicht mehr so leicht zu eruieren.<<

Ganzer Artikel hier.

Erich Priebke

war ein Kriegsverbrecher. Daran gibt es nichts zu deuteln.
Immerhin hat er das Massaker an Zivilisten bei den Ardeatinischen Höhlen als "furchtbar" bezeichnet, aber die Verantwortung von sich gewiesen. Er hätte den Befehl schließlich nicht verweigern können, so steht es in seinem Videotestament.

Fern davon, diesen Mann als Menschen be- und verurteilen zu wollen, so muss ich doch einigen Gedanken Raum geben, die mich dazu beschäftigen. Ein Soldat ist keine Maschine. Ein Soldat kann theoretisch, wenn er ein Massaker an Zivilisten unverantwortlich findet (und das ist es IMMER), diesen Befehl verweigern. Andere, genügend andere haben solches tatsächlich getan. Es ist MÖGLICH, das zu tun, und dann selbst die Konsequenzen zu tragen, die persönlich sehr bitter sein können.
Dass Priebke das nicht gewagt hat zu tun, ist nicht der springende Punkt, denn ich weiß nicht, was ich getan hätte an seiner Stelle. Ich weiß nicht, wie viel Mut ich aufbringen könnte in einer solchen Situation. Ich rechne vielmehr mit meinem Versagen. Aber es muss gesagt werden dürfen, dass es möglich gewesen wäre. Dass es andere gab, die dafür sogar mit ihrem eigenen Leben eingestanden sind oder wären. Gute, großartige Männer. Die gab es nämlich auch.

Paul Badde über katholische Bischöfe generell und speziell

Badde schreibt in Christ und Welt zum Thema, wie immer, weil er Rom-Korrespondent Der Welt ist, aus römischer Perspektive. Dass der Papst sich des Themas nochmals annehmen wird und muss - er hatte schon Giovanni Kardinal Lajolo vor einem Monat zu einem brüderlichen Besuch - und eben nicht auf Visitationsreise!- nach Limburg geschickt, liegt auf der Hand. Wir wissen auch, dass der Heilige Vater gerne macht, was er für richtig hält und sich da nicht reinreden lässt - und sich als Bischof unter gleichen solidarisch empfinden könnte, vielleicht solidarischer, als mancher deutsche Amtsbruder. Deshalb kann im Moment wirklich niemand sagen, wie die Sache ausgehen wird. Und ich wollte ihm gewiss nichts zuraten.
Bei dieser Sache hilft nur noch Gebet.

Das Fazit von Paul Badde:

>>Bis auf Johannes haben alle Apostel ihre Mission mit dem Leben bezahlt und haben sich um des Evangeliums willen jagen, prügeln, erschlagen, zersägen, kreuzigen, köpfen oder die Haut abziehen lassen. Dazu wäre sicher auch Tebartz-van Elst bereit, selbst wenn er es kaum noch wagen kann, sonntags gegen den Volkszorn den Limburger Dom zu betreten. In diesem Sinne ist er ein guter Bischof. Deshalb ist er nicht nur seiner finanziellen Verfehlungen, seines Erste-Klasse-Fluges nach Indien und seiner Badewanne wegen untragbar. Er sei „300 Jahre zu spät gekommen“, heißt es in Limburg. Hier aber fänden sich inzwischen genügend Stimmen, die glauben, dass die Apostel, kämen sie heute (mit Jesus mitten unter ihnen) ins Bistum Limburg, wohl 2000 Jahre zu spät dran seien.<<

Ganzer Artikel hier.

Nachtrag: kath.net veröffentlich jetzt Auszüge aus den Haushaltsprotokollen von Limburg der letzten Jahre, die ein neues Licht auf die Rolle des Generalvikars und des Vermögensverwaltungsrates werfen können.

Hl. Gregor von Narek

(um 944 - um 1010), armenischer Mönch und Dichter
Das Buch der Klagen, Nr. 77 ; SC 78

„Die Schriftgelehrten und Pharisäer begannen, ihn mit vielerlei Fragen hartnäckig zu bedrängen“

In Angst und Freude zugleich halte ich es für höchst angebracht, an dieser Stelle etwas über die Leiden zu sagen, die du, der Gott aller, für mich erduldet hast!

Vor dem Tribunal der Menschen, die du geschaffen hast,
vor Menschen, deren Natur ich teile,
hast du, der das Wort uns schenkt, nicht geredet;
hast du, der Schöpfer der Sprachen, die Stimme nicht erhoben;
du, vor dem die Erde zittert, wurdest nicht laut…
Gabst den nicht der Verwirrung preis,
der dich den Todesqualen ausgeliefert hat.
Leistetest nicht Widerstand, als man dich band,
und als man dich schlug, zeigtest du dich nicht empört.
Als man dich bespie, beleidigtest du niemand,
und als man dich mit Fäusten schlug,
überfiel dich kein Schauder.
Als man dich verspottete, gerietest du nicht in Zorn,
und als man dich verhöhnte,
verzogst du keine Miene.

Sie gönnten dir keine Frist, dir, Quelle des Lebens,
und rüsteten dich zu, auf das du trügest
das Werkzeug des Todes.
Du empfingst es mit Großmut,
nahmst es an mit Sanftmut,
hobst es an geduldig,
beludest dich, als wärst du schuldig,
mit dem Holz der Schmerzen.

[via Evangelium Tag für Tag]

Einem lieben Freund.

Ich hab einen Freund da liegen, und das ist anders. Es ist nicht abstrakt, so wie wir für alle möglichen bedürftigen Leute beten. Ich hab einen Freund auf dem Schlachtfeld liegen. Als wär's ein Stück von mir. Ich habe den besten Freund von allen da liegen, und er liegt da, in der Gewissheit, er würde lieber für mich selbst liegen. Jederzeit.
Mein Freund liegt da. Und ich schicke ihm taubenetzte blutrote Rosenblütenblätter, duftend und wunderbar. Ich schicke ihm den Vollmond über sanften Hügeln, die rollen wie Dünen. Ich schicke ihm die herrlichste Safranblüte, goldgelb und herbstlich. So duftend und fein.
Ich schicke ihm das unermessliche Meer am Horizont. Brandend und wogend, nimmermüd.
Eine frische Brise, die seine Lungen erholen mag. Ich schicke eine freundlich umhüllende dunkle Nacht, die doch zuverlässig zur Morgenröte kommt. Ich schicke den Morgenstern, Verheißung von Glanz und Licht. Ich schicke ihm dem Mond, der in den Zweigen meines Lorbeerbaumes aufsteigt und die winzigen Baby-Eidechsen, die noch vor mir flüchten. Ich schicke die späten Schmetterlinge, bunt und ohne Wissen darum, dass sie bald zu Grunde gehen werden. Ich schicke alle Kreaturen, die noch ohne zu wissen, wie wunderschön sie sind, das Leben feiern können.
Ich habe keine Ahnung, aber ich habe eine Hoffnung.

cantare

Ich bin einfach hingerissen,
da ist so viel in diesem Monolog, von dem man oberflächlich...
ElsaLaska - 20. Aug, 19:55
Houellebecq ist ein sehr...
Wobei man jetzt keine Kristallkugel brauchte. Mir imponiert,...
Elsa (Gast) - 12. Aug, 17:50
Hui, das war aber ein...
Hui, das war aber ein wilder Ritt durchs Stadtbild...
NeonWilderness - 11. Aug, 23:45
Privet, fbtde!
Schön, von dir zu hören. Offenbar lebst du also auch...
ElsaLaska - 2. Aug, 10:27
Oha
Du lebst auch noch. Gut zu wissen!
fbtde - 2. Aug, 08:31

attenzione

la bocca

 

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